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BGE 80 IV 47 ΓÇó Criminal cassation appeal dismissed for late and unsigned filing
BGE 80 IV 47Amtliche Sammlung des Bundesgerichts (BGE) / Band IV11.01.1954Inadmissible
Albert Keller filed a nullity appeal against an Obergericht of Zurich criminal judgment. The written grounds consisted of 23 pages: pages 1 to 3 were timely but unsigned; pages 4 to 23 were sent after the deadline. The Kassationshof held that the deadline for reasoning the appeal ran for twenty days, extended to the next working day because the last day fell on a Sunday, and that the later pages were therefore out of time. It further held that an appeal brief without signature is invalid, so the timely pages were also ineffective. The court therefore declined to enter into the appeal.
Art. 272 Abs. 2 BStP, Art. 273 Abs. 1 BStP; Art. 32 OG, Art. 30 Abs. 1 OG: criminal nullity appeal and requirements of timeliness and signature. The statement of grounds must be filed within the statutory time limit; if the last day falls on a Sunday, the period extends to the next working day. Parts of a brief filed after expiry are disregarded. The signature is not a mere formality but a validity requirement for the appeal brief; an unsigned filing is not a legally relevant declaration and is ineffective. The court may therefore refuse entry where the timely part lacks signature and the signed part is late (consid. 1).
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ab Seite 47
Albert Keller als Verurteilter erklärte am 23. Oktober 1953 die Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein in Anwendung eidgenössischen Strafrechts ergangenes Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 13. Oktober 1953. Nachdem ihm am 7. Dezember 1953 die schriftliche Ausfertigung des angefochtenen Entscheides zugestellt worden war, verfasste er die 23 Blätter umfassende Beschwerdebegründung. Die drei ersten Blätter, die nicht unterzeichnet sind, gab er am 28. Dezember 1953 in einem den Absender bloss maschinenschriftlich tragenden Umschlag an die Adresse des Obergerichts zur Post. Die übrigen Blätter, wovon das letzte seine Unterschrift trägt, sandte er am 31. Dezember 1953 nach, ohne den Grund der Verzögerung anzugeben.
Der Kassationshof zieht in Erwägung:
Die Nichtigkeitsbeschwerde ist innert zwanzig Tagen seit Zustellung der schriftlichen Ausfertigung des angefochtenen Urteils zu begründen (Art. 272 Abs. 2 BStP). Da das Ende dieser Frist im vorliegenden Falle auf einen Sonntag, den 27. Dezember 1953, fiel, stand dem Beschwerdeführer noch der nächste Werktag, der 28. Dezember, zur Verfügung (Art. 32 OG). Die Blätter 4 bis 23 fallen daher, weil verspätet eingereicht, als Beschwerdebegründung ausser Betracht. Die rechtzeitig eingereichten drei ersten Blätter aber sind nicht unterzeichnet und daher gemäss Art. 273 Abs. 1 BStP, wonach die Beschwerdeschrift mit Unterschrift versehen sein muss, unbeachtlich. Diese Bestimmung ist, gleich wie die allgemeine Norm des Art. 30 Abs. 1 OG (vgl. BGE 77 II 352), nicht bloss Ordnungsvorschrift, sondern macht die Unterschrift zur Voraussetzung der Gültigkeit der Beschwerdeschrift; denn, wie schon unter der Herrschaft des alten Organisationsgesetzes, das eine entsprechende Bestimmung nicht enthielt, entschieden worden ist, stellt eine Eingabe ohne Unterschrift keine rechtserhebliche Erklärung dar (BGE 29 I 477).
Demnach erkennt der Kassationshof:
Auf die Nichtigkeitsbeschwerde wird nicht eingetreten.