No complaint against appointment of composition administrator

BGE 80 III 131Amtliche Sammlung des Bundesgerichts (BGE) / Band III26.11.1954Dismissed

Zusammenfassung

Creditors challenged the composition authority's appointment of Dr. Ernst Keller as administrator in the composition proceedings of Ed. Engeli & Co. The cantonal supervisory authority refused to enter on the complaint, and the creditor appealed to the Federal Supreme Court. The Court held that the appointment was a decision of the composition authority under Art. 295 SchKG and was not reviewable by complaint under Art. 17 SchKG before the supervisory authority. The appeal was dismissed.

Regest

Art. 295 SchKG, Art. 17 SchKG; appointment of the composition administrator is a decision of the composition authority and is not subject to complaint to the cantonal supervisory authority over debt enforcement and bankruptcy. The remedy provided by Art. 17 SchKG concerns acts of the enforcement authorities; it does not extend to decisions of the composition authority. Any complaint against an unsuitable administrator must be directed, if at all, to the higher composition authority (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

Urteilskopf

80 III 131

  1. Entscheid vom 26. November 1954 i.S. Stöcklin.

Sachverhalt

ab Seite 132

Am 11. September 1954 bewilligte der Kreisgerichtsausschuss Chur der Firma Ed. Engeli & Co. eine Nachlassstundung und ernannte neben dem Konkursbeamten Johann Erni in Chur Dr. Ernst Keller in Zürich zum Sachwalter. Gegen diese Wahl führte der Gläubiger Walter Stöcklin bei der kantonalen Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs Beschwerde. Den Nichteintretensentscheid dieser Behörde vom 5. November 1954 hat er an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts weitergezogen. Diese weist den Rekurs ab.

Erwägungen

Erwägungen:

Die Bestellung des Sachwalters lag dem Kreisgerichtsausschuss als Nachlassbehörde ob (Art. 295 SchKG). Entscheidungen der Nachlassbehörde unterliegen nicht der Beschwerde im Sinne von Art. 17 SchKG an die zur Überwachung der Betreibungs- und Konkursämter bestellte Aufsichtsbehörde (BGE 23 I 949; BGE 38 I 638/39 = Sep. ausg. 15 Nr. 50 S. 219; JAEGER N. 4 zu Art. 17 und N. 2 zu Art. 19 SchKG). Die Literaturstellen und Entscheide, die der Rekurrent anführt, sagen nichts Gegenteiliges. Mit der "Beschwerde" gegen die Ernennung eines ungeeigneten Sachwalters, von der bei JAEGER/DAENIKER, Schuldbetreibungs- und Konkurspraxis der Jahre 1911-1945, in N. 3 zu Art. 295 SchKG die Rede ist, kann nur die Anrufung der obern Nachlassbehörde gemeint sein. Nur davon spricht der an dieser Kommentarstelle zitierte Entscheid Bl. Z. R. 15 Nr. 219. Auch der Entscheid ZBJV 76 S. 591 ist ein solcher der obern Nachlassbehörde (vgl. S. 592 vor Ziff. 2). Im Falle SJZ 19 S. 138 Nr. 112 (Amtsbericht des Kantonsgerichtes St. Gallen 1921 Nr. 24) handelt es sich um einen Entscheid der Rekurskommission des Kantonsgerichts, nicht der kantonalen Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs, über eine Beschwerde im Sinne von Art. 336 des Gesetzes betr. die Zivilrechtspflege für den Kanton St. Gallen vom 31. Mai 1900.

Schlagwörter

composition proceedingsadministrator appointmentsupervisory complaintinadmissibilitydebt enforcement