Einleitung zum ZGB. N° 17.
s'est, depuis lors, ecarte plusieurs fois de cette jurispru-
dence, qui ne saurait etre maintenue. Car une teIle inter-
pretation da l'art. 8 CC lierait les cantons a un systeme
de procedure civile ou le juge ne pourrait tenir compte que
des faits expressement articules par celle des parties qui
en deduit son droit (Verhandlungsmaxime). Le legislateur
n'a pu vouloir empieter de la sorte sur la souverainete
cantonale en matiere de procedure civile, d'autant moins
que cela n'etait nullement necessaire pour l'application
efficace du droit federal et que le systeme inverse, donnant
pouvoir au juge de recherchnr librement les faits (Offizial-
maxime), garantit au moins aussi bien cette application.
Dans le domaine des actions d'etat, en particulier, qui
touchent a I'interet public, on ne saurait admettre que le
legislateur federal ait entendu soumettre le juge au bon
vouloir des parties en ce qui concerne les allegations de
fait.
Le texte de l'art. 8 CC, du reste, ne s'oppose nulle-
ment a cette interpretation. 11 est vrai qu'au moment ou
il a ete redige, on admettait presque partout que le juge
ne pouvait tenir compte que des faits allegues par les
parties. Cela s'est marque dans la formule adoptee; le
Iegislateur a considere ce principe comme generalement
admis. Mais il ne l'a pas statue. Il n'a fait que repartir le
fardeau de la preuve et n'a rien prescrit d'autre que l'obli-
gation de prouver les faits generateurs du droit allegue.
L'art. 8 CC n'est done pas viole des lors que chacune des
parties a eu la charge de prouver les faits dont decoule
sa pretention et a ete deboutee dans la mesure ou elle n'a
pas fait la preuve qui lui incombait.
Il suit de la, dans la presente espece, que, meme si le
juge cantonal avait, d'office, pris en consideration, pour
debouter les demandeurs, des faits que le defendeur n'avait
pas allegues, le droit federal n'aurait pas eM viole. Beule
la loi cantonale de procedure aurait pu l'etre, mais ce
grief ne saurait etre soumis au Tribunal federal par la voie
du recours en reforme. C'est pourquoi la Cour de ceans n'a
pas a examiner si, comme l'alleguent les recourants, le juge
J.
L
Familienrooht. N° 18.
eantonal, apres avoir dit que la seule demande determine
le cadre du litige et que les faits generateurs de droit
qu'elle contient peuvent seuls servir de base au jugement ,
aurait neanmoins tenu compte d'allegations contraires,
contenues dans la reponse. Au surplus, la Cour d'appel
fribourgeoise, considerant que la reponse n'avait pas ete
produite en temps utile, a juge que les conclusions de cette
reponse etaient irrecevables, mais elle n'a pas juge de
meme en ce qui concerne les allegues de faits contenus dans
la reponse. Elle a, au contraire, laisse cette question
ouverte.
H. FAMILIENRECHT
DROIT DE LA FAMILLE
18. Urteil der H. Zivilabteilung vom 20. Mai 1952
i. S. Eheleute Keller.
lfJhescheidung, Proze8sjähigkeit.
Die Scheidungsklage eines Urteilsunf"ahigen ist unwirks . Anfor-
derungen an die Urteilslahigkeit. Wer durch Wahnideen zur
Klage bestimmt wird, ist urteilsunfähig, auch wenn er die Be-
deutung einer Scheidung im allgemeinen zu erkennen vermag.
DivO'I'ce. Oapacite d'ester en iustice. . '
L'action en divorce intentee par une personne mcapable de discer-
nement est sans effet. Exigences relatives a la capacite de dis-
cernement. Celui qui s'est decide a intenter une action sous
l'empire d'idees delirantes est incapable de discernement meme
s'il est en mesure de se rendre compte d'une fS90n generale de
la signification d'un divorce.
DiVO'l'Zio, capacitd di stare inlite.. ",
L'azione di divorzio promossa da un, mcapac,e dl ?iscernlIDenno, e
senz'effetto. Requisiti dena capaClta dl dlscermmento. 9h
,
m
preda di idee deliranti, si e deciso a promuovere un'azlOne e
incapace di discernimento, anche se e in grado di comprendere
in generale il significato d'un divorzio.
Nachdem eine erste Scheidungsklage des wegen Geistes-
krankheit entmündigten Klägers am 23. Oktober '1940/
15. Januar 1941 abgewiesen und eine zweite Scheidungs-
100 Familienrecht. N° 18.
klage am 18. Dezember 1947 mangels Prozessfähigkeit des
Klägers von der Hand gewiesen worden war, klagte dieser
Ende 1950 neuerdings auf Scheidung. Sein Vormund nahm
am Prozesse teil: Das Bezirksgericht Zürich wies die Klage
ab. Die Frage der Prozessfähigkeit des Klägers liess es
dabei offen. Das Obergericht des Kantons Zürich, an das
der Kläger appellierte, liess ihn durch Prof. Wyrsch
psychiatrisch begutachten. Zur Abklärung der Frage, ob
er prozessfähig sei, stellte es dem Experten die Frage, ob
jener in seinem gegenwärtigen Geisteszustand in der Lage
sei, die Bedeutung der Scheidung der Ehe zu erkennen
und zu beurteilen. Der Experte, der feststellte, dass der
Kläger einen schizophrenen Prozess mit Bildung von
Wahnideen durchgemacht habe und gegenwärtig zwar
beruhigt, aber nicht geheilt sei, beantwortete diese Frage
wie folgt:
Der Kläger ist in seinem gegenwärligen Geisteszustand in der
Lage, die Bedeutung auch der Scheidung einer Ehe zu erkennen
und zu beurteilen. Nur muss gesagt werden, dass die Gründe, wes-
wegen er eine Scheidung verlangt, wahnhafter Art sind, und dass
es von seinem Standpunkt aus bedeutet, diese Gründe seien
zutreffend gewesen, wenn eine Scheidung ausgesprochen wird. ))
Das Obergericht schloss aus dem Gutachten, der Kläger
sei prozessfähig, sprach am 13. Februar 1952 auf Grund
von Art. 142 ZGB die Scheidung aus und ordnete die
Nebenfolgen.
Gegen dieses
Urteil hat die Beklagte die Berufung an
das Bundesgericht erklärt mit dem Antrag auf Abweisung
der Klage ... In der Berufungsantwort wird Abweisung der
Berufung, eventuell Rückweisung an die Vorinstanz be-
antragt.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung :
- -(Prozessuales).
- -Das Recht, beim Zutreffen der gesetzlichen Vor-
aussetzungen die Scheidung zu verlangen, steht den Ehe-
gatten um ihrer Persönlichkeit willen zu. Ein entmündig-
ter Ehegatte, der urteilsfähig ist, kann daher gemäss Art.
Familienrecht. N° 18. 101
19 Abs. 2 ZGB ohne Zustimmung des Vormunds auf
Scheidung klagen. Ein urteilsunfähiger Ehegatte kann
dagegen gemäss Art. 18 ZGB die Scheidung nicht wirksam
verlangen. Der Vormund ist angesichts der höchstpersön-
lichen
Natur des in Frage stehenden Rechts nicht befugt,
anstelle seines Mündels die Scheidung zu betreiben, ob
dieser urteilsfähig sei oder nicht. Die Scheidungsklage eines
Urteilsunfähigen ist demnach sowohl im Falle, dass er
selber klagt, als auch im Falle, dass sein Vormund es
für ihn tut, als unwirksam zu betrachten (vgl. BGE 68
II 145 ff., 77 II 9 ff.). Die vorliegende Scheidungsklage
ist deshalb nur dann materiell zu beurteilen, wenn der
Kläger im Sinne von Art. 16 ZGB als urteilsfähig gelten
kann, d. h. wenn ihm nicht aus einem der in Art. 16 an-
gegebenen Gründe, namentlich etwa infolge von Geistes-
krankheit, die Fähigkeit mangelt, mit Bezug auf diese
Angelegenheit (vgl.
BGE 44 II 449) vernunftgemäss zu
handeln.
- -In BGE 77 II 7 ff. ist entschieden worden, der
Scheidungsbeklagte könne unter Umständen selbständig
Abweisung
der Klage beantragen und gegebenenfalls ein
sie gutheissendes
Urteil weiterziehen, auch wenn er in
dieser Sache nur in beschränktem Masse urteilsfähig sei
(S. 12/13). Die Frage, wie es sich verhalte, wenn ein
nicht voll urteilsfähiger Gatte die Klage nicht bestreiten,
das sie gutheissende Urteil nicht anfechten oder gar selber
klagen will, wurde in jenem Entscheide offen gelassen,
da sie sich damals nicht stellte. Es ist jedoch klar, dass
die Anforderungen an die Urteilsfähigkeit beim Ehegatten,
der die Scheidung verlangen will, nicht in gleicher Weise
gemildert werden dürfen wie bei demjenigen, der sich der
vom andern Teils verlangten Scheidung widersetzen will.
Während der Entschluss, an der Ehe festzuhalten, schon
dann Berücksichtigung verdient, wenn der Beklagte ihn
wegen seines nicht normalen Geisteszustandes nur man-
gelhaft zu motivieren vermag, darf der Entschluss, die
Scheidung
zu verlangen und damit den bestehenden Zu-
stand zu ändern und eine grundsätzlich auf Lebenszeit
eingegangene Gemeinschaft aufzuheben, schon
im Interesse
des Klägers selber nur dann beachtet werden, wenn dieser
die volle
Urteilsfähigkeit im Sinne von Art. 16 ZGB
besitzt.
4. -Aus der Feststellung des Experten, dass der
Kläger in der Lage sei, die Bedeutung der Scheidung einer
Ehe (also die Bedeutung der Ehescheidung im allgemei-
nen)
zu erkennen und zu beurteilen, ergibt sich entgegen
der Auffassung der Vorinstanz noch keineswegs, dass er
die zur Führung des vorliegenden Prozesses nötige Urteils-
fahigkeit besitze und daher in dieser Beziehung trotz seiner
Entmündigung prozessfähig sei. Hiezu wäre vielmehr
erforderlich, dass er imstande wäre, über die Frage der
Scheidung seiner eigenen Ehe, insbesondere auch über das
Vorhandensein von Tatsachen, die sie zu rechtfertigen
vermögen,
ein vernünftiges Urteil zu bilden und entspre-
chend dieser Einsicht zu handeln. Diese Fähigkeit geht
ihm nach dem vorliegenden Gutachten (das entgegen der
Darstellung der Vorinstanz nicht sagt, dem Kläger sei die
Prozessfahigkeit zuzuerkennen) unzweifelhaft
ab. Wenn
der Experte feststellt, dass die Gründe, aus denen der
Kläger die Scheidung verlangt, wahnhafter Art seien, so
heisst
das nichts anderes, als dass er eben infolge seiner
Geisteskrankheit
sich von seiner eigenen Ehe kein richtiges
Bild machen und nicht vernünftig darüber zu urteilen
vermag, ob Gründe für eine Scheidung vorhanden seien
oder
nicht. Ausführungen, die die Vorinstanz in anderm
Zusammenhang gemacht hat, lassen deutlich erkennen,
dass sie das Gutachten auch insoweit für schlüssig hält,
als es die Vorstellungen des Klägers über das Verhalten
der Beklagten, die ihn zur Scheidungsklage bestimmten,
als wahnhaft bezeichnet. Die Vorinstanz hat sich also die
Schlussfolgerungen des
Experten auch in diesem Punkte
zu eigen gemacht. Wenn sie die Zeugen nicht verhört hat,
die der Kläger angerufen hatte, um nachzuweisen, dass
seine Beschuldigungen gegen die Beklagte nicht auf Wahn-
J
I
I
ideen, sondern auf Tatsachen beruhen, so ohne Zweifel
deswegen, weil sie
annahm, dass die Aussagen dieser
Zeugen
an den aus den übrigen Akten sich ergebenden
Schlüssen
nichts ändern könnten. Darin liegt eine vorweg-
genommene Beweiswfudigung, gegen die
von Bundes-
rechts wegen nichts einzuwenden ist (vgl. BGE 77 II 223).
Dem Antrag auf Rückweisung zur Einvernahme jener
Zeugen
ist daher nicht stattzugeben. Vielmehr ist als
verbindlich festgestellt
zu betrachten, dass dem Schei-
dungsbegehren des Klägers Wahnideen zugrunde liegen.
Deswegen
ist nach dem Gesagten seine Prozessfähigkeit
zu verneinen.
Demnach erkennt da8 Bundesgericht :
Die Berufung wird gutgeheissen, das Urteil des Ober-
gerichtes des Kantons Zürich vom 13. Februar 1952 auf-
gehoben und auf die Klage nicht eingetreten.
19. Extrait de l'arr( t de la IIe Cour eivile du 27 juin 1952
dans la cause Dame Gerbex contre Crausaz.
Indemnite selon l'art. 151 al. 1 et pension alimentaire selon l'art.152
00.
L'epoux qui estime avoir droH a une pension alimentaire ou a une
rente destinee a compenser la perte du droit qu'il avait a etre
entretenu par son conjoint doit, sinon eiter la disposition legale
sur laquelle il fonde sa pretention, du moins articuler les faits
qui permettent de savoir a quel titre il la falt valoir.
Art. 55 Zetere b in fine OJ.
S'il s'est borne devant Ia derniere juridiction cantonale a reclamer
une pension en vertu de l'art. 152 ee, sans alleguer de faits
permettant d'admettre que cette pension serait eventuellement
due en vertu de I'art. 152 ee, il n'est pas recevable a invoquer
cette derniere disposition dans son recours au Tribunal federal
Entschädigung nach Art. 15P und Bedürftigkeitsrente nach Art. 152
ZGB.
Hält sich ein Ehegatte für berechtigt, bei der Scheidung eine
Rente wegen Bedürftigkeit oder als Ersatz für den Anspruch
auf Unterhaltsgewährung durch den andern Ehegatten zu ver-
langen, so hat er, wenn nicht die Gesetzesnorm, auf die er den
Rentenanspruch stützen will, so doch wenigstens die Tatsachen
anzuführen, die den Rechtsgrund des Anspruchs erkennen
lassen.