BGE 74 IV 25
BGE 74 IV 25Bge01.07.1926Originalquelle öffnen →
Strafgeeetzbueh. No 7.
ausser dem klaren Wortlaut der Bestimmung gewichtige
Gründe
für diese Auslegung sprechen. Art. 59 Abs. 2
StGB muss so ausgelegt werden, da.ss·er mit dem übrigen
Bundesrecht· in Einklang steht. Das wäre aber nicht mehr
der ]'all, wenn er auch auf Geld angewendet würde, das
durch Vermischung Eigentum des Täters geworden ist.
Die Anwendung auf solches Geld hätte zur Folge, dass die
Geschädigten, die doch in diesem Falle nur eine Schaden-
ersatzforderung gegen den Täter haben, gegenüber allen
übrigen Gläubigern desselben privilegiert
wären, auch
gegenüber solchen, die durch eine bloss zivilrechtlich
unerlaubte
Handlung geschädigt worden sind (vgl. hier-
über die eingehenden Erörterungen in BGE 53 I 386
Erw. 2). Sodann wären Beträge, die
von den Geschädigten
nicht beansprucht würden, Jtls dem Staate. verfallen dem
Zugriff der Gläubiger überhaupt entzogen, ja unter Um-
ständen sogar den Geschädigten selbst, wenn diese nämlich
ihre Ansprüche, die gegebenenfalls erst nach 10 Jahren
verjähren (Art. 60 OR}, nicht innert der in Art. 59 Abs.
2 StGB vorgesehenen Fünfjahresfrist geltend machen.
Es bestehen keine Anhaltspunkte, die es ·erlauben, aus
Art. 59 Abs. 2 StGB einen solchen Eingriff in das eid-
genössische Zivil-und Schuldbetreibungs-und Konkurs-
recht abzuleiten dergestalt, dass ein Vollstreckllngspri-
vileg zugunsten bestimmter Gläubiger geschaffen und
Vermögen des Täters dem Zugriff anderer Gläubiger
'entzogen
würde; qer Wortlaut der Bestimmung spricht
vielmehr dagegen. Bei dieser Auslegung muss allerdings
in Kauf genommen werden, dass der Täter gelegentlich
im Genusse des unrechtmässig erlangten Vorteils bleibt,
nämlich dann, wenn sich die durch die strafbaren Hand-
lungen Geschädigten nicht mehr feststellen lassen. Indes-
sen
handelt es sich dm~h um verhältnismässig seltene
Fälle,
und wo dies zum vomeherein mit Sicherheit fest-
steh:t, wie z.B. bei Weimalschungen durch Händler, wo
eine grosse
Anzahl von Wirtshausgästen die letzten Endes
Geschädigten sind, kann der Richter bei der Bemessung
swarg-tzbuch. N• 8.
der Busse berücksichtigen, dass dem Täter der unrecht-
mässige Gewinn nicht von Geschädigten abgefordert
werden
kann.
Demnach erkennt der Kassatiomhof :
Die Beschwerde wird abgewiesen.
s. Ar.r6t de la Cour de eassatlon penale du 16 avril UMS dans
Ia. cause Mlnistere pubHe federal contre Vallat.
An. 281: PPF et '!2 eh. 2 al. 2 OP.
En :matiere de contmventions aux lois fiscales de la Confed6-
ration, la prescription de l'action p0nale peut tre interrompue
indefiniment.
An. 281: BStP untl '12 Zijf. 2 Abs. 2 SIGB. .
Bei den "Übertretungen fiskalischer Bundesgesetze kann die
V erfo1gungsverjäbrUilg ohne zeitliche Grenzen immer wieder
unterbrochen werden ; es gibt keine absolute Verjährung.
An. 281: PPF 6 n. cifra 2, Clp. 2 OP. .
In materia di contravvenzioni alle leggi fiscali della Confedeone
la prescrizione dell'azione penale puo essere interrotta. mde-
finitamente.
A. -Le 5 janvier 1944, la Direction generale des
douanes a
infüge a Vallat, en vertu des art. 76 eh. 2 et
77 LD, une amende de 425 fr„ pour avoir tente, le 17
decembre 1943, d'exporter en fraude vingt montres en or.
Vallat ne s'etant pas soumis Q. ce prononce, la cause a
ete defär6e au president du Tribunal du district de Por-
rentruy, qui a confirm.e l'amende, par jugement oontu-
macial
du 7 juin 1945. Tout en appelant de ce jugement,
le
condamne a demande a etre releve du defaut. L6 presi-
dent du Tribunal de district a rejete cette demande, le
30 septembre 194 7, sur quoi la premiere Chambre penale
de Ja ,Cour supreme du canton de Berne a juge, le 18
decembre 1947, que, la prescription a.bsolue etant acquise
(art.
72 eh. 2 al. 2 CP}, aucune suite ne serait donnee
a l' affaire.
26 Strafgesetzbuch. No 8. B. -Contre cet arret, le Ministere publie föderal se pourvoit en nullite. n eonteste l'applicabilite de l'art. 72 eh. 2 al. 2 aux infraetions douanieres. 0. -Le ·mandataire de Vallat a renonce a presenter des observations. Oonsiderant en droit :
), la commission du Conseil des Etats · pour la revision de la loi sur la procedure penale föderale invita le procureur general de la Confederation a soumettre a la eommission de redactio.Il un texte s'harmonisant avec l'art. 69 du projet de Code penal, l'actuel art. 72 CP (proees-verbal III p. 19). Le proeureur general proposa l'adjonetion de l'alinea suivant: « L'aetion penale sera en tout cas prescrite lorsque le delai ordinaire sera depasse de moitie ». La commission de redaction ne l'a pas adopt6, estimant qu'il ne eonvenait pas, en matiere fiseale, de prevoir un delai 3. l'expiration duquel la prescription · serait necessairement aequise (proces-verbal III p. 2 et 7). L'idee d'instituer un delai absolu de preseription n'a pas ete reprise devant les Chambres. Il s'ensuit que l'art. 284 PPF se tient au systeme des interruptions indefinies Strafgesetzbuch. No 9. 27 de la prescription. Oe systeme est reste en vigueur grace A la reserve inscrite a l'art. 333 al. 1 CP.
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