BGE 73 II 123
BGE 73 II 123Bge17.10.1930Originalquelle öffnen →
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Obligationenrecht.
N0 19.
streitbares, rechtlich schutzwürdiges Interesse bestand
bei
der Um.wapdlung einer Einzelfirma oder Kollektiv-
oder Kom.manditgesellschaft in eine A.-G. das Nachfolge-
,
verhältnis in Erscheinung treten zu lassen und so den der
früheren Firma innewohnenden Goodwill vor dem Unter-
gang
zu bewahren. Die rev. Verordnung II von 1918 über
das Handelsregister erklärte daher bei solchen· Umwand-
lungen die 'Übernahme der früheren Firmabezeichnung in
die Firma der neuen A.-G grundsätzlich als zulässig. Das
rev. OR ging in Art. 950 Aha. 2 noch einen Schritt weiter,
indem
es vom Erfordernis eines rechtlichen Nachfolgever-
hältnisses absah
und die Aufnahme von Personennamen
ganz allgemein gestattet, sofern die Bezeichnung «Aktien-
gesellschaft
I) beigefügt und die aJ1gemeinen Grundsätze
der Firmenbildung (Wahrheit, Aussc:bluss von Täuschungs-
gefahr) beobachtet werden. Es genügt daher schon jede
irgendwie geartete rechtliche oder
auöh bloss tatsächliche
Beziehung zwischen der Init Namen genannten Person und
dem Unternehmen. Es wäre nun aber gewiss paradox,
wenn man im Hauptfall, um dessentwillen man die Auf-
nahme von Personennamen in die Firma einer A.-G. über-
haupt gestattete, nämlich im Falle des Bestehens eines
'Nachfolgeverhältnisses, der A.G. die Berufung auf ein
solches verwehren wollte,
sofern es.nicht noch durch einen
besonderen Zusatz, wie « vormals 1), «Nachfolger von I)
oder dergl., ausdrücklich hervor.gehoben ist. Eine solch
strenge Auslegung
von Art. 953 Abs. 2 OR hätte überhaupt
zur Folge, dass eine Firmenbildung von der Art der hier
in Frage stehenden (Hunziker & Co. A.-G.) als unzulässig
angesehen
werden müsste. Denn Art. 950 Abs. 2 gestattet
wohl die Aufuahme eines Personennamens in die Firma
derA.-G., so dass zwar die Firm,abildung « G. Hunziker
A.-G.» statthaft wäre; er erlaubt aber nicht die Aufnahme
der Firma einer Kollektiv-oder Kommanditgesellschaft;
denn hiebei . wird niht nur ein Personenname, sondern.in
Verbindung
daInit auch noch der Zusatz «( & Co.» mit
übernommen. Die Übernahme einer Firmabezeichnung als
Prozessreoht. N° 20.
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ganzes wird vielmehr eben durch Art. 953 Aha. 2 OR
geregelt.
Auf Grund dieser Erwägungen ist soInit die Beklagte
befugt, sich für die Bildung Un'er Firma auf Art. 953 Abs. 2
OR zu berufen.
IV. PROZESSRECHT
PROC:EDURE
20. Urteil der ll. ZivIlabteilunu vom 3 • .JnIl 1947
i. S. Lipper gegen Boeseh & Cle. In Liq.
RooiBion Art. 1371it. b OG.Tatsachen, die erst seit dem frühem
Pro~ eingetreten sind. faUen nicht in Betracht.
Revision. Art. 137 lettre b OJ. Las faits survenus apres le proces
·ne sont pas pm en consideration.
RooiBione. Art. 137, lett. b OGF. I fatti avvenuti dopo iI processo
non. sono presi in (lOnsidera.zione.
Aus demPatbutaM:
Lipper belangte die Firma Boosch & Oie. auf Heraus-
gabe von Schuldbriefen mangels gutgläU:bigen Pfander-
werbes
von einem Gültenhändler, der sie veruntreut hatte.
Das Bundesgericht billigte der' Beklagten Init Urteil vom
5. April 1944 guten Glauben beim Pfanderwerbe zu und
wies die Klage ab (BGE 70 II 103). Mit dem vorliegenden
Gesuch beantragt Lipper die Revision dieses Urteils und
die ;Verurteilung der Firma Boosch & Oie. (nunmehr in
Liquidation) zur unbeschwerten Herausgabe der Schu:ld-
briefe.
Als Revisionsgrund ruft er Art. 137 lit. bOG an.
Es sei als neue Tatsache zu berücksichtigen, dass die
Gesuchsgegnerin
in einem gegenwärtig hängigen Prozesse
gegen
ihn zugegeben habe, dass ihre· Pfandsicherheiten
124 Prozessrecht. No 20. ~inerzeit entgegen der Annahme des Bundesgerichtes rocht zur Deckung ihrer Forderungen ausgereicht hätten. . Femer folge aus dem Beweisergebnis . im Strafverfahren gegen Vogel, dass die Gesuchsgegnerin beim Pfanderwerb nicht habe gutgläubig sein können. Das Bundesgericht zieht in Erwägung :
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Markenschutz. N0 21.
Demnach. erkennt das B'lI/rule8gericht :
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen.
Vgl. auch Nr. 14. -Voir aussi n° 14.
V. MARKENSCHUTZ
PROTEOTION
DES MARQUES
DE FABRIQUE
21. Arrt de Ja Ire Cour clvile du 17 juin 1947 dans Ia cause
Davldoff & oe contre Calsse autonome de gestion des bons
de Ia defense nationale, d'exploitation industrielle des tabaes
et d'amortissement de Ja dette publlque.
Portee de l'enregistrement international d'une marque opere sur
la base d'un depöt fait 8. l'etranger. Art. 7 LMF, 5 de I'Arran.
gement de Madrid, 6 de 1a Convention d'Union de Paris (con.
aid. 1).
Casdans lesque]s une indicationde provenance peut etre utilisee
es ») gebildeten Marke, wenn Fabrikation
und Verkauf der damit bezeichneten Ware Gegenstand eines
Monopolrechtes zu Gunsten des Markeninhabers sind (Erw. 2).
Befugnis des Klägers, die Vorschriften des MSchG und des UWG
kumulativ anzurufen (Erw 8).
Porta dell'iscrizione d'nna marca estera nel registro inter-
DaZlonale dene marche. Art. 7 LMF, art. 5 delI'Accordodi
Markenschutz. N0 21.
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Madrid, art. 6 dalla Convenzione d'Unione di Parigi (consid. 1).
Casi in cui e anunissibile come marca l'uso d'un'indicazione di
provenienza. Validita d'nna marca costituita da un'indicon;une. marque. Validite d'll!le marque constituee par une
mdicatlOn de ·provenance (<< clgarettes franaises») lorsque Ia
fabr,ication et la vente du produit auqueI elle se rapporte font
l'obJet d'un monopole au profit du titulaire de la marque
(consid. 2). . .
Fte pour Ie emandeur d'invoquer" concurremment les dispo-
. SltlOns de Ja 101 sur 1es marques de fabrique et celles de la loi
sur la concurrence deloyaJe (consid. 8).
Tragweite der Eintragung einer ausländischen Marke im inter.
nationalen Mal'kenregister. Art. 7 MSchG, Art. 5 des Madrider
ens, Art. 6 der Pariser,verbandsübereinkunft (Erw. 1).
Zulas!'llgkelt der Verwendung emer Herkunftsbezeichnung als
Marke, Gültigkeit einer durch eine Herkunftsbezeichnung
(<< cigarettes franboone
di provenienza (e cigarettes frane!'l »), quando 1& fabbrica-
zione e la vendita deI prodotto cui essa si riferlsee sono l'oggetto
d'un monopolio a favore deI titolare deUa marca (consid.2).
Facolta dell'attore d'invocare cumuJativamente le dispoaizioni
della legge sulle marche di fabbrica e quelle della Jegge sulla
concorrenza slaale (consid. 8).
A. -Le monopole des tabacs existe en France depuis
le
decret-loi du 29 decembre 1810. TI s'applique a. l'achat,
a. 1a fabrication et a. 10. vente. L'exploitation du monopole
a. eM confiee par une loi du 7 aout 1926 a. 1a « Caisse auto-
nome de gestion des bons de la. defense nationale, d'exploi-
tation industrielle des tabacs et d'amo'rtissement de la
dette· publique», etablissement public jouissant de 10. per-
sonnalije civile et de l'autonomie financhre (designe
ci-dessous en abrege: 10. Caisse).
Le 9 juillet 1930, le « Service d'exploitation industrielle
des
tabacs » ayant son siege au Ministere des Finances a.
Paris (designe ci-dessous en abrege: le SEITA) 0. fait
enregistrer
en France sous le n° 167.117 une marque
representant
un emballage avec les inscriptions : «20 Ciga-
rettes
franises n° 50, douces et aromatiques », et, ~ur les
cötes: {( Manufacture de l'Etat, France, serie D. n° 3,
Contributions indirectes, Cigarettes».
Cette
marque 0. eM enregistree au Bureau international
pour 10. protection de 10. proprieM industrielle le 17 octobre
1930 sous le n° 71.920, en faveur du SEITA .
Le 9· juillet 1930 le SEITA 0. fait en outre enregistrer
en France 8autres marques (nOS 167.108, 167.109, 167.111,
167.113, 167.114, 167.115, 167.119, 167.124), les
sept pre-
mieres pour des cigarettes, Ja derniere pour du tabac.
Elles comportent
toutes le mot {( caporaJ» (caporal ordi-
naire,
caporal superieur ou caporal doux). Lesmarquas
167.114 et 167.115 renferment entre autres 10. mention
« vente en Suisse».
Toutes ces marques ont eM enregistr6es au Bureau
internationalle 17 octobre 1930 en faveur du SEITA sous
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