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- Urteil vom 28. November 1948 i. S. Sutter' gegen Hunold
undKantomlnrlcht des Kantons Sehwyz.
Legitimation zur 8taatsrechtlichen Beschwerde (Art. 88 OG).
Wer. wegen Ehrverletzung' Klage auf Bestrafung des Täters
erhoben hat, ist zur staatsrechtlichen Beschwerd gegen ejn
freisprechendes Urteil selbst dann nicht legitimiert, wenn' die
Klage .nach dem massgebendenkantonalen , echt. inZivilpro
zessverfahren durchzuführen ist.
QualiU powr agir par la voie dtu recour8 de dro.it public (art. 880J).
Celui qui porte plainte penale pour delit contre l'honneur n'a
pas qualiM pour former un recoursde droit public' contre urr
Jugement. d'acquittement, mame lorsqut;l, d'apres le droit.
cahtonal applicable, l'affa.ire doit atre im!truite selon les regles
de la procedure civile. . .
Veste per interporre ricorso di diritto pubblico (art. 88 OGF); Chi
sporge querela penale pnr un reato contro l'on()re non,lla veste
per inoltrare un ricorso di diritto pubblico contro una sentenza
di assoluzione, anche se, giusta'il diritto cantoilale applica.bile;
la causa. dev'essereistruita secondo le norme delJ:a procedura
civile.
A. -Der Beschwerdeführer Johann Sutter-Leu reichte
gegenEmil HunoldcKlage wegen Ehrverletzungein .. Das
Bezirksgericht March erklärte den Beklagten der üblen
Nachrede
im Sinne von Art, 173 StGB schuldig, nahm aber
von. einer Bestrafung Umgang" auferlegte die Gerichts-
kosten beiden
Parteien je zur Hälfte und schlug die ausser-
rechtlichen Kosten wett. Sutter legte gegen diesen Ent-
scheid Berufung ein mit dem Antrag, der Beklagte sei zu
bestrafen und zur ;Bezahlung sämtlicher Gerichtskosten
sowie einer
Parteientschädigtmg an den Kläger zu verur-
teilen.Das Kantonsgericht von Schwyz wies die Berufung
ab und sprach den Beklagten, der nicht appelliert hatte,
von Amteswegen von Schuld und Strafe frei unter Auf
erlegung der zweitinstanzlichen Kosten an den Kläger.
B. -Mit rechtzeitiger staatsrechtlicher Beschwerde
beantragt Sutter; dieses Urteil des Kantonsgeriohts sei
aufzuheben
mit der Massgabe, dass der Beklagte der üblen
Nachrede scbuldig zu erklären
und zu bestrafen sei. Nach
schwyzerischer Rechtsauftassung habe der Staat an der
Verfolgung von Ehrverletzungen kein eigenes Interesse.
Verfahren. N!' 51. 293
Das komme darin zum Ausdruck, d.ass :Ehrverletzungs-
klagen
ohne Vorbehalt imZivilprozessverfahren( 2ZPO)
und daher gemäss der Verhandlungsmaxime ( 15 ff.
ZPO) durchzuführen seien.' Das' Kantonsgericht habe
durch die.' Freisprechung gegen die klare Vorschrift des
157
ZPOverstossenund dem Beklann in willkürlicher
Weise
mehr zugesprochen, als er selbst verlangtihabe.
Zudem habe es den Tatbestand willkürlich gewürdigt.
Das . Bundeagericht zieht in Erwägung :
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 69
I 17ff.; 70 I 78 ff.) ist der durch eine strafbare Handlung
Geschädigte nicht legitimiert, gegen einen Einstellungs,.
beschluss
oder ein .freisprechendes Urteil staatsrechtliche
Beschwerde
zu erheben; selbst wenn er im kantonalen Ver:-
fahren als ,Privatstrafkläger allein an Stelle des' nicht in
Funktion tretenden öffentliohen Anklägers aufgetreten ist;;
Im Urteil BGE 69 189 H. wurde entschieden,: dass zu sol:-
cher Beschwerde auch derjenige grundsätzlich nicht legi-
timiert sei, der wegen Ehrverletzung geklagt habe, doch
wurde dabei
offen gelassen, ob dies auch gelte, wenn die
Ehrverletzung
im Zivilprozessverfahren zu' verfolgen ist.
Da das nach 2 Abs.l schwyz. ZPO für die vom Beschwer-
deführer eingeklagte Ehrverletzung zutrifft, muss die Frage
heute entschieden werden. Sie ist zu bejahen. Der Staat
hat allerdings an der' Verfolgung von Ehrverletzungen irl
der Regel nur' ein geringes Interesse. Das älldert jedoch
nichts daran, dass die auf Bestrafung des Täters gerichtete
Klage des Verletzten, selbst wenn sie nach dem mass':
gebenden kantonalen Recht . im Zivilprozessverfahren
durchzuführen ist, eine
Strafklage darstellt' (weshalb z. B.
dem Beklagten von jeher die Berufung auf Art. 59 BVver-
sagt wurde.; BGE 14 S. 28, BURCK.1IARDT, Koniin. zux 1 V
R549).Der mit dieser Klage geltend gemachte sog Straf-
anspruch ist nach dem StGB. öffentlich-rechtlicher Natur
und stebt, a.ls Befugirls und Pflicbt zur Verh gung eiJ;tel'
Strafe,ausscbliesslich dem Staate zu,unabhängig vom
18' Staatareoill;.
Verfahren, das die Kantone. zu seiner Geltendmachung zur
Verfügung stellen. Daher kann der in seiner Ehre Verletzte,
wenn er im Wege des Zivilprozesses vorzugehen hat, wohl
durnh Rückzug der Klage (worin zugleich ein Rückzug
des Strafantrags liegt,Art. 31 StGB) von der Verfolgung
des
Täters absehen, ist aber, wenn der Täter einmal
rechtskräftig verurteilt wurde, nicht befugt, auf die Voll-
streckung des Urteils zu verzichten. Geht es somit auch
bei
der im Zivilprozessverfahren durchgeführten Ehrver-
letzungsklage ausschliesslich uni den staatlichen Straf-
anspruch, so kann ein Urteil, das diesen verneint, aus den
in BGE 69 I 17 ff. und 89 ff. näher ausgeführten Gründen
vom
Kläger nicht durch staatsrechtliche Beschwerde ange-
fochten werden. Dass ihm kantonale Rechtsmittel und die
Nichtigkeitsbeschwerde
an den Kassationshof des Bundes-
gerichts zur Verfügung stehen, ist be1anglos, denn die Legi-
timation
zur staatsrechtlichen Beschwerde ist davon unab-
hängig ; sie beurteilt sich selbständig nach den dafür auf-
gestellten Vorschriften des
OG (BGE 69 119 E. 1 am Ende,
59 I 80).
Demnach erkennt das B'Undesgerinkt :
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
62. Arrnt du 5 deoombre UMS dans la cause Nleoletcontre Cour
de eassadon
penaIe du canton de Frlbourg.
Recowr8 de droit public; delai. .
Que faut,il entendre par notification d'office au sens de l'art. 89
a1.20J t
L'envoi, prescrit par l'art.272 aI. 1 PPF, d'une expedition dem
.d6cision ne Iui est pas assimilabie.
Prist zur Btaat8rechtlichenBeschwerde. .
Nachträgliche. Zustellung der tscheidungsgr?nd on Amtes
,wegen (Art. 89 Aha. 2 OG). NIcht als solche gilt dIe m Art. 272
Aha. 1 BStrP vorgeschriebene . Zustellung einer schriftlichen
Ausfertigung des Entscheids;
Termine per l'inoltro ricor8o di diritto pubblieo.
ehe cosa devesi intendere per notificazione d'ufficio a' sensi
dell'art.89cp. 2 OGF? .
L'invio (prescritto dall'art. 272 cp. 1 PPF) deI testo scritto della
dooisione non e una notifica.zione a' sensi dell'art. 89 cp. 2 OOF.
Verfahren. N0 52.
Le Tribunal criminel de Ja GIAne a condamne Meinrad
Nicolet,
le 3 mai 1946, 8,14 mois d'emprisonnement en
vertu de l'art. 122CP. Par arret du 16 juin 1946, la Cour
de cassation panale du canton de Fribourg a rejete le
reooui's forme par le prevenu.
Nicolet
s'est pourvu. en nullite, le 4 juillet 1946, 8, ItL
Cour de' cassation . du. Tribunal federal. Invoquant l'art.
4 CF, il adepose, en outre.le 11 septembre 1946, un reoours
de droit public.
Ilreleve notamment qu'une expedition
oomplete
de l'arret attaque ne lui' a et6 oommuniquee
que le 12 aoilt.
Le
ProC1Irelir general du canton de Fribourg' a conclu
8, l'irrecevabiliteet, 'subsidiairement, au rejet du reoours.
OO'MüUranten droit:
- -Statuant que l'acte de recours doit, etre depose
dans
les trente jours des la communication, selon .le
droit cannnal , de l'arrete ou de la decision attaques,
l'art. 89 a1. 1 de la loi federale d'organisation judiciaire
du 16.decembre 1943 a oonsacre la jurisprudence fondee
'sur Pancien art. 178 eh. 3 OJ (RO 63 I 21, 39 I 55). 01,',
le Tribunal federal avait juge que, s'agissant de prononces
penaux, la lecture du dispositif en audience publique
equivalait, selon
la proeedure fribourgeoise, 8, la eom.mu-
nication prevue par cedernier article et constituait,des
lors, le point de d6part du delai da reoours (arret Vieceli
et Burgi du 9 juin 1933). Il en est done de meme sous
l'empire de
l'art.89 a1. 1 OJ nouv.
Presents 8, l'audience du 26 juin 1946, Nicolet et son
mandataire ont assiste 8, la lecture du dispositif de l'artet
rendu. Le delai de reeours institue par l'art .. 89 a1. 1 OJ
a oommence de oourir ce jour-la. Interrompu pa ,' les
feries judiciaires (art. 34 a1. 1 OJ), il expirait le 27 out
1946, alors que le recours a ettS remis a la poste le 11
septembre.
- -Nicolet conteste neanmoins avoir agi tardive-
ment. Ayant re9u, le 12 aout, une expedition complete
de l'arrete defer6, il invoque le 2
e
a1. de l'art. 89 OJ.