Binding effect of arbitral medical expert report

BGE 71 II 294Amtliche Sammlung des Bundesgerichts (BGE) / Band II15.06.1942Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The insured plaintiff challenged a medical commission report that had been agreed upon by the parties to determine the degree and duration of accident-related incapacity. He argued, in particular, that the report lacked sufficient reasoning. The Federal Court held that parties to an insurance contract may validly submit decisive factual matters to private expert-arbitrators and that such a report is only attackable in cases of manifest unfairness, arbitrariness, serious error, or an incorrect factual basis. The report here met the required standard because it identified the medical findings and the reasoning supporting its conclusion. The appeal was dismissed and the report treated as binding.

Omnilex-Regeste

Insurance contract; arbitral expert report and sufficiency of reasoning. Parties may validly agree to submit decisive factual elements for the establishment and quantification of the insurance claim, in particular the extent of disability, to private expert-arbitrators. A report rendered by duly appointed experts is binding unless the challenger proves manifest injustice, arbitrariness, serious negligence, substantial error, gross inequity, or an incorrect factual basis (consid. 1). The report need not contain a detailed discussion of all prior medical opinions; it suffices that it states the medical findings and the considerations underlying the assessment. Because the determination of degree and duration of incapacity is ultimately evaluative, brief but intelligible reasoning is adequate (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

Versicherungsvertrag. N° 68. frei -ist der Kläger demnach auf die Erfüllng in Deutsch- land angewiesen. Demnach erkennt das Bundesgericht: Soweit auf die Berufung eingetreten werden kann, wird sie abgewiesen und das Urteil des Kantonsgerichtes des Kantons St. Gallen vom 24. Mai 1945 bestätigt. 68. Auszug aus dem Urteil der ll. Zivilabtellung vom 13. De- zember 1945 i. S. Gutersohn gegen Schweiz. National-Ver- sicherungs-Gesellschaft. Schiedsmännerverl/rag. Mangelhafte Begründung des Schiedsgut- achtens f Oontrat designant des expert8-arDitres. Insuffisance des motüs sur lesquels est fonde le rapport des experts-arbitres ? Oonvenzione ehe designa dei periti-arbitri. Insufficienza dei motivi, su cui si basa iI rapporto dei periti-arbitri ? Der Kläger, der bei der Beklagten gegen Unfall ver- sichert ist, verunfallte im Januar 1940. Nachdem sein Zustand nacheinander von mehreren Arzten mit einander teilweise widersprechenden Ergebnissen begutachtet wor- den war, kam zwischen den Parteien eine Schiedsverein- barung zustande, lau.t welcher sie die Beurteilung des Grades und der Dauer der unfallbedingten Arbeitsunfähig- keit einer dreigliedrigen Ärztekommission übertrugen. Im Prozess will der Kläger das Gutachten dieser Kommission nicht gegen sich gelten lassen. Er rügt namentlich, dass es keine gehörige Begründung enthalte. Das Bundesgericht erklärt das Schiedsgutachten für verbindlich. Erwägungen: Die Parteien eines Versicherungsvertrages können gültig vereinbaren, dass bestimmte, für die Begründung und Bemessung des Versicherungsanspruches erhebliche Tat- sachen wie namentlich die Schadenshöhe endgültig durch private DrittpersQnen (Schiedsmänner) festgestellt werden Versiche1'Wl8svertrag. N° 68.

sollen. Ein Schiedsgutachten, das auf Grund einer solnhen Vereinbarung von gehörig bestellten Schiedsmännern er- stattet worden ist, kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nl1r angefochten werden, wenn der Nach- weis erbracht wird, dass es offenbar ungerecht, willkürlich, unsorgfältig, fehlerhaft oder in hohem Grade der Billigkeit widersprechend ist oder atd falscher tatsächlicher Grund- lage beruht (BGE 67 II 148). Dass dem Gutachten vom 15. Juni 1942 ein solcher Mangel anhafte, hat der Kläger, wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, nicht dargetan ... Das streitige Gutachten lässt sich insbesondere auch-nicht mangels gehöriger Begründung beanstanden. Die Arzte- kommission hat nicht etwa nur in nackten Zahlen an- gegeben, wie sie die unfallbedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit des Klägers beurteilt, was jede Über- prüfung von vornherein ausgeschlossen hätte und daher entgegen der Auffassung von ÜSTERTAG-HIESTAND (S. 192) kaum ohne weiteres hinzunehmen gewesen wäre, sondern sie hat angegeben, auf welchen ärztlichen BefUIid sich ihr Urteil gründet, und auf Grund welcher überlegungen sie dazu gelangte, eine lebenslängliche Invalidität als Unfall- folge zu verneinen. Dass diese Angaben knapp gehalten sind, und dass sich die Kommission mit den frühem Gutachten- die ihr vorlagen -nicht ausdrücklich auseinandergesetnt, sondern einfach das Ergebnis ihrer eigenen gründlichen Untersuchungen mitgeteilt hat, kann dem Gutachten nicht schaden; dies umsoweniger, als die zu entscheidende Frage nach dem Grade und der (voraussichtlichen) Dauer der Arbeitsunfähigkeit letztlich nur durch -eine Schätzung beantwortet werden kann, deren Richtigkeit sich nicht streng beweisen lässt. Das Gutachten vom 15. Juni 1942 ist daher für die Gerichte massgebend.

Schlagwörter

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Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the medical expert-arbitrators' report was binding on the parties

Extrahierter Entscheid

The report was binding because it was issued under a valid arbitration-style agreement by properly appointed experts and no exceptional defect was shown.

Extrahierte Begründung

Parties to an insurance contract may validly entrust decisive factual questions, such as the extent of disability, to private third persons. Such a report can be attacked only for manifest injustice, arbitrariness, serious carelessness, substantial error, high inequity, or reliance on an incorrect factual basis; none was proven.

Kernrechtsfrage

Whether the report was invalid for insufficient reasoning

Extrahierter Entscheid

No. The commission stated the medical findings on which it relied and the considerations leading it to deny lifelong invalidity; brief reasoning was sufficient in view of the evaluative nature of the assessment.

Extrahierte Begründung

The report was not a mere statement of numbers; it identified its medical basis and the reasons for its conclusion. The fact that it did not expressly discuss earlier reports did not impair it, especially because the issue of degree and duration of incapacity ultimately depends on an appraisal rather than strict proof.

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