BGE 68 III 76
BGE 68 III 76Bge26.10.1938Originalquelle öffnen →
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Schuldbetreibungs· und Konkursrecht. No 21.
laufen, bei welcher Gelegenheit der Schuldner die Vor-
nahme jener Handlungen in Erfahrung bringen konnte.
Der Rekurrent hat aoer diese Frist, wie bemerkt, unbe-
nützt verstreichen lassen.
21. Auszug aus dem Entscheid vom 14. SuB 1942
i. S. Bächtold.
G"!nd8tOOkverwertung. Bei Streit über die Be8tandteileigenscha.ft
1St das Verfahren betr. Zugehör entsprechend anzuwenden
(Art. 11 fi., 38 ff. VZG).
Wenn er der streitige to, si deve applicare
per analogm 180 procedura preVlsta per gh accessori (art. 11 e
sag., 38 e sag. RRF).
Se quindi l'oggetto litigioso e stato iscritto nell'elenco degli oneri
soltanto su domanda d'un interessato~ l'ufficio impartira. 80
quest';lltim? i~ termine pe~ int:odurre azione (a.rt. 19 lett. b
delle
IstruZlOnI per 180 reahzzazlOne forzata di fondi.)
A. -Als die Schuldnerin vor der Verwertung ihres
Grundstücks
ihre Himbeerpßanzungen nebst Pfählen weg-
nehmen wollte, widersetzte sich die Gläubigerin, ohne aber
beim Betreibungsamt Gehör zu finden, und führte daher
Beschwerde. Die obere Aufsichtsbehörde ordnete die nach-
trägliche Einleitung des Lastenbereinigungsverfahrens über
die Frage der Bestandteileigenschaft an. Darauf erklärte
das Betreibungsamt die Pflanzen samt Pfählen als Bestand-
teil der Liegenschaft und setzte auf Bestreitung der Schuld-
nerin hin der Gläubigerin mit Formular Nr. 23 Frist zur
Klage gemäss Art. 107 SchKG.
Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. No 21.
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B -Hiegegen beschwerte sich die Gläubigerin mit dem
Antrag, die Klagefrist sei
der Schuldnerin anzuset?;en.
Beide Aufsichtsbehörden wiesen die Beschwerde ab. Die
obere führt aus, nach dem früheren Beschwerdeentscheid
habe das Betreibungsamt das Verfahren nicht von vorne
neu aufzunehmen gehabt, sondern dort, wo es unterlassen
habe, dem Begehren
der Gläubigerin um Aufnahme der
fraglichen
Sachen als Bestandteile im Lastenverzeichnis
stattzugeben.
Mit der Ablehnung desselben habe es bereits
eine prima-facie-Entscheidung getroffen.
In analoger An-
wendung des in BGE 59 III 77 ausgesprochenen Grund-
satzessei die Klägerrolle derjenigen Partei zuzuschieben,
welche diese Entscheidung des Betreibungsamtes angreifen
wolle, also hier
der Gläubigerin. Diese Folgerung ergebe
sich
aber auch nach Art. 19 lit. b der Anleitung zur VZG,
wonach dann, wenn der streitige Gegenstand gemäss
Art. 11 Abs. 3 (oder Art. 38 Abs. 1) erst auf Verlangen eines
Beteiligten als Zugehör
in das Lastenverzeichnis aufge-
nommen worden ist, die Klagefrist (mit Formular Nr. 12)
demjenigen anzusetzen sei, der diese Aufnahme verlangte,
also hier der Gläubigerin.
O. -Mit dem vorliegenden Rekurse hält die Gläubi-
gerin an ihrem Antrag fest mit der Begründung, die Auf-
nahme der Pflanzen in das ergänzte Lastenverzeichnis
stelle
den berichtigten prima-facie-Entscheid des Betrei-
bungsamtes
dar, den mit Klage anzugreifen daher Sache
der Schuldnerin sei.
Die Schuldbetreibungs-und Konkurskammer
zieht in Erwägung :enstand erst. auf Verlangen eines
BeteilIgten als Bestandteil In das Lastenverzeichnis aufgenom-
men wurde, ist die Klagefrist die8em Beteiligten anzusetzen
(Art. 19 lit. b. der Anleitung zur VZG).
Realisation: f?"cee des di parte costitutiva ß'un oggeub. ·n cas. de .litige sur la qualite
da partUJ se, c'est a. ce.demier que l'office impartira
le delai pour ouvrir actIon (art. 19 htt. b des Instructions relati-
ves a. I'ORI). .
Realizzazione jorzata
di 8tabili. Qualora sorga una contestazione
sulla qualintegrante d un obJet, Il y 80 heu d'appliquer par ana-
logie 180 procedure prevue pour les accessoires (art. 11 ss 38 ss
ORI). '
Si des lors l'objet litigieux ri'a ete porte a. l'etat des charges qu'a.
la demde d'un iJ?-ter
78 Sehuldbetreibungs. und Konkursrecht. N0 21.
2. -Im vorliege:Q.den Falle hatte das Betreibungsamt
die Himbeerpflanzungen
nebst Pfählen deshalb nicht in
das Lastenverzeichnis aufgenommen, weil es sie nicht als
B"estandteile gelten lassen wollte. Zufolge des Begehrens
der Gläu bigerin und der gemäss dem Rekursentscheid vom
6. Mai 1942 erlassenen Ergänzungsverfügung des Betrei-
bungsamtes vom 13. Mai sind sie als solche aufgenommen.
Daher ist, wie schon die Vorinstanz zutreffend ausführt,
der auf den Fall des Streites um die Bestandteileigenschaft
auszudehnende Art.
19lit. b der Anleitung zur VZG anzu-
wenden, wonach Klagefrist demjenigen anzusetzen ist,
der die Aufnahme der neuen Gegenstände in das Verzeich-
nis verlangte. Freilich kann hieraus eine wenig sachgemäss
erscheinende Parteirollenverteilung resultieren,
dann näm-
lich, wenn das Betreibungsamt die Bestandteils-oder
Zugehöreigenschaft
aus offenbar unzutreffenden Gründen
abgelehnt
hat; denn hätte es sie (richtigerweise) von sich
aus
bejaht und die Gegenstände primär aufgenommen
(Art. II Abs. 2, 34 lit. a, 38 Abs. 2 VZG), so käme die
Klägerrolle dem die Bestandteileigenschaft Bestreitenden
zu (Art. 19 lit. a Anleitung). Allein dieausnahmslose An-
wendung des Art. 19 ist der einzige mögliche Weg, um zu
vermeiden, dass schon blOBS wegen der Parteirollenver-
teilung ein Beschwerdeverfahren durch drei Instanzen
hindurch geführt werde.
Wie
in Art. 19 lit. b der Anleitung ausdrücklich bmerkt
ist, hätte das Betreibungsamt für die Klagefristansetzung
das Formular VZG Nr. 12 statt des gewöhnlichen Nr. 23
verwenden sollen.
Der Irrtum ist aber ohne Bedeutung ;
die
Rekurrentin wird einfach das Klagebegehren entspre-
chend dem
Formular VZG Nr. 12 zu formulieren haben.
Demnach erkennt die Schuldbetr.-u. Konkur8kammer :
Der Rekurs wird abgewiesen.
Sehuldbetreibungs. und Konkursrecht (ZivilabteilungenI. N° 22. 79
IT. URTEILE DER ZIVILABTEILUNGEN
ARRETS DES SECTIONS CIVlLES
22. Arrat de Ia He Seetion civile du 26 mars 1942
dans Ia cause Kramer contre Saurin.
For de l'action en liberation de dette.
La disposition de l'art. 83 aI. 2 LP n'est pas de droit imperatif.
Les parties peuvent y deroger par convention, meme avant
l'introduction du proces.
Gerichtsstand der Aberkennungsklage.
Art. 83 Abs. 2 SchKG enthält keine zwingende Gerichtsstands-
norm. Die Parteien können eine abweichende Vereinbarung
treffen, auch schon vor Anhebung des Prozesses.
Fora dell'azione di disoonascimento di debito.
L'art. 83 cp. 2LEF non sancisc una norma di diritto imperatvo.
Le parti possono derogarvl contrattualmente anche pnma
d'iniziare Ia causa.
Ä. -Par contrat passe a Lausanne le 26 octobre 1938
la sociere Molinor S. A., ayant son siege a Lausanne, s'est
engagee solidairement avec Edouard Kramer, « demeurant
a Geneve», et Mario Saini, demeurant a Pontarlier, a
servir a Edouard Saurin, demeurant a Cagnes sjMer
(France), en echange de la cession de divers titres, une
rente annuelle et viagere de 6000 fr., ladite rente etant,
en cas de deces de Saurin, reversible pour la moitie, soit
3000 fr., en faveur de Dame Saurin, sa femme.
Par un second contrat passe le meme jour, egalement
a Lausanne, Kramer, reconnaissant devoir la somme de
10 000 fr. a Saurin, s'engageait en outre a servir a celui-ci
une rente annuelle et viagere de 600 fr., egalement rever-
sible a concurrence de la moitie en faveur de Dame Saurin
en cas de predeces de son mari.
L'un et l'autre contrats portent la clause suivante :
« Pour tous litiges qui pourraient naitre du present
contrat, les parties attribuent competence aux tribunaux
ordinaires de Lausanne, avec appIication de la loi suisse. »
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