Hotel-protection conditions must be examined ex officio

BGE 68 III 172Amtliche Sammlung des Bundesgerichts (BGE) / Band III20.10.1942Granted

Zusammenfassung

The Federal Court held that, under the 1941 hotel-protection ordinance, the concordat authority must examine the statutory conditions ex officio and the hotel owner must make his worthiness of assistance plausible. In particular, the authority must also consider unworthiness on its own initiative when the file discloses facts suggesting excessive private spending or other conduct inconsistent with deserving special public protection. The excerpt also contains instructions under Article 42 of the bank concordat ordinance: liquidators may, at their own risk, use provisional dividends more profitably for the liquidation, but must pay creditors on first demand; the ten-year limitation runs separately for each distribution.

Regest

Art. 1 lit. a et b de l'ordonnance du 19 décembre 1941 sur la protection de l'hôtellerie; examen d'office par l'autorité concordataire et vraisemblance de la dignité d'être secouru; art. 42 de l'ordonnance bancaire du 11 avril 1935. L'autorité concordataire doit vérifier d'office la réunion des conditions légales, indépendamment de l'attitude des créanciers ou de la société fiduciaire. La qualité du requérant pour bénéficier d'une mesure exceptionnelle doit être rendue vraisemblable et s'apprécie selon son comportement antérieur; des dépenses inutiles ou des prélèvements privés excessifs peuvent exclure la dignité d'être secouru. S'agissant des dividendes provisoires en liquidation bancaire, les liquidateurs peuvent les utiliser sous leur responsabilité, mais demeurent tenus au paiement immédiat sur première réquisition; la prescription décennale court séparément pour chaque droit au dividende et pour chaque distribution provisoire.

Gesamter Gesetzestext

172 Rechtliche Schutzmaasnahmen für die Hoteliudustne. N0 46. falls auf Ablauf der 8tundungsmassnahmen hin, geöffnet werden könnte, oder es müssen doch die nötigen Mittel vorhanden oder zugesichert sein, ja irgendwie zur Verfü- gung der durch die Stundung in Mitleidenschaft gezogenen Gläubiger oder eines Treuhänders gestellt werden, so dass spätestens auf den Ablauf der Stundung hin das Hotel zur Wiederaufnahme des Betriebes bereit gestellt werden kann. Hiefür müsste sogar eine blosse Verpachtung genügen, wenn einem hinreichend zuverlässigen Pächter der volle Unterhalt auferlegt werden könnte, oder wenn der Pacht- zins in erster Linie hiefür angelegt würde. Allein in dieser Beziehung vermag die Rekurrentin auch nicht den gering- sten Anforderungen zu entsprechen... (wird näher ausge- führt). Demnach erkennt die Schuldbetr.-u. Konkur8kammer: Der Rekurs wird abgewiesen. 46. Auszug aus dem Entscheid vom 9. Oktober 1942

  1. S. Hold und Genossen. Hote1schutzverordnung vom 19. Dezember 1941 : Die Voraussetzungen gemiiss Art. 1 sind von der Nachlassbehörde von tes. wegen zu prüfen, llD;abhängig von der Stellungnahme der GläubIger und der SchweIzerischen Hoteltreuhand-Gesel1- schaft. Würdigkeit es Hoteleigentümers (Art. 1, b) als besondere Voraus- setzung. - Ordonnance instituant des mesures juridiques temporaires en faveur de I'industrie höteliere et de la broderie du 19 decembre 1941 : L'autorite da concordat doit d'office rechercher si les conditions posees A l'art .. l er sont rea.lisees, quelle que soit I'attitude prise par les creanciers et la Societe fiduciaire suisse pour l'hötellerie. Le proprietaire de I'hötel doit notamment ren lre 'vraisemblable qu'il est digne d'une aide (art. l er leUre b). Ordina.nza 19 dicembre 1941 ehe istituisce misure giuridiche tel!lP?ran a favore del1'industria degli alberghi e di quella del.ncaml: L'autoritA dei coneordati deve esa.minare d'ufficio se sono soddi- atte le condnioni .previste dall'art. I, qualunque sia la posi- ZlOne press. dal creditori e della SoeietA fiduciaria dell'industria svizzera degli alberghi. In particolare il prorrietario dell'albergo deve rendere verosimile eh'egli EI degno d aiuto (art. 1 lett. b). Rechtliche Schutzmassnahmen für die Hotelindustrie. No 46. 173 A'U8 den ErwiJ,gungen : Im Anschluss an bisherige Krisenerlasse billigt die Verordnung vom 19. Dezember 1941 den Eigentümern von Hotels besondere Schutzmassnahmen zu, wozu ange- sichts der Notlage dieses Gewerbes nicht einmal eine zu- stimmende Gläubigermehrheit gefordert wird. Um solcher Hilfe, die sich als Ausnahmerecht darstellt, teilhaftig zu werden, muss der Gesuchsteller bestimmte Voraussetzun- gen erfüllen, nämlich : a) dass er ohne eigenes Verschulden infolge der Wirt- schaftskrise seine Verpflichtungen nicht mehr oder nicht mehr voll erfüllen kann ; b) dass er der HUfe würdig erscheint ; c) dass die beantragten Massnahmen geeignet sind, ihm die Fortführung oder die Bereitstellung des Betriebes zu ermöglichen. (Art. 1 der Verordnung). Diese Voraussetzungen sind vom Gesuchsteller glaubhaft zu machen. Sie sind also nicht einfach zu vermuten. Wenn Tatsachen, welche eine dieser Voraussetzungen in Frage stellen, aus den Akten hervorgehen, hat die Nach- lassbehörde dies von Amtes wegen zu beachten und nötigen- falls Abklärung zu schaffen, so gut wie hinsichtlich der Voraussetzungen der Genehmigung eines Nachlassvertra- ges nach Art. 306 Ziffer 1 SchKG. Das gilt insbesondere auch bei Beurteilung der Sanierungswürdigkeit. Der Ge- danke wäre unerträglich, dass öffentliche Mittel einem Hotelier zugute kommen sollten, der unwürdig ist. Diese allgemeinen Interessen hat die Nachlassbehörde zu wahren, gleichgültig ob die Gläubiger ebenfalls darauf Bedacht nehmen oder nicht, und gleichgültig ob die SHTG an den fu Betraoht kommenden Tatsachen Anstoss nimmt oder nicht. Hiet liegen übrigens bestimmte Behauptungen von Bürgen Vor, die sich den Gesuchsbegehren schon vor der Nachlä13sbehörde ausdrücklich widersetzten, und deren Afittagsrecht ausser Zweifel steht (vgl. Art. 35-39, 41, 42, 44, 45 der Verordnung). Unwürdigkeit ist nun stets dann anzunehmen, wenn der

Besondere Nachlaasverfahren (Banken). N0 47. Hotelier die Ausgaben nicht auf das äusserste einschränkt, bevor er seinen Gläubigern Opfer zumutet, sei es dass er unnötige Neuinvestitionen oder zu gros se Bezüge für sich selbst macht. Wer auf Kosten der Gläubiger gross lebt, ist der Sanierung nicht würdig. .. . . . . .. . .. . . .. . .. . . . .. .. . .. . .. . Ob die geschilderten Tatsachen kausal waren für die Nachlassbedürftigkeit, ist unerheblich. Die Frage nach der Würdigkeit (Art. 1 lit. b der Verordnung) ist unabhängig von der Frage, ob der Gesuchsteller seine Notlage ver- schuldet habe (Art. llit. a). Die Würdigkeit bestimmt sich darnach, ob der Gesuchsteller nach seiner bisherigen Hand- lungsweise den besondern Schutz verdient. Das ist abzu- lehnen, wenn er Vermögen oder Erträgnisse des Geschäftes ungeachtet bestehender Verbindlichkeiten für Unnötiges ausgegeben, insbesondere wenn er zu hohe Privatbezüge gemacht hat. Letzteres fällt übrigens teilweise ausserdem unter Art. 18 b der Verordnung. C. Besondere Nacblassverfahren (Banken). ProeMures speciales de concordat (Banques). WEISUNGEN DER SCHULDBETREIBUNGS- UND KONKURSKAMMER INSTRUCTIONS DONNEES PAR LA CHAMBRE DES POURSUITES ET DES FAILLITES 47. Instructions donnecs par la Chambre des poursuitcs etdes laHlites du Tribunal federal a la Commission de liquidation de la Banque de Montreux, Ie 28 novembre 1942. Art. 42 de l'oraonnance du Tribunal jediral concernant la proce- dure de concordat pour les banques et les caisses d'epargne du 11 avril 1935. '

  1. Si les liquidateurs estiment pouvoir utiliser d'une maniere plus profitable pour la masse las dividendes provisoires qui Besondere Nachlassverfahren (Banken). N° 47.

salon l'art. 42 al. 1 devraient tre normalement consignes, il leur est loisible de le faire sous leur responsabiliM, mais ils restent tenus de les payer aux ayants droit a premiererequi- sition. 2. Le delai de prescription de dix ans prevu a l'art. 42 al. 2 com- mence a courir pour chaque creancier du jour on nait son droit a la perception' du dividende. En cas de distributions provi- soires chacune d'elles fait courir un delai special. Tant que la liquidation n'est pas terminee, c'est aux liquidateurs et non pas a l'office des faillites a procMer a la repartition des dividendes c prescrits Ja. Verordnung des Bundesgerichts vom 11. April 1935 betreffend daIJ Nachla88Verfahren von Banken und SparkaIJsen:

  1. zu Art. 42 Abs. 1: Glauben die Liquidatoren, Beträge aus Abschlagsverteilungen, die nach dieser Vorschrift zu hinter- legen sind, nützlicher im Interesse der Liquidation veDVenden zu können, so tun sie es auf eigene Verantwortung. Sie bleiben zur Auszahlung an die Berechtigten auf erstes Begehren ver- pflichtet.
  2. zu Art. 42 Abs. 2 : Die hier vorgesehene Verjährung von 10 Jah- ren beginnt für jeden Gläubiger vom Tage der Entstehung seines Bezugsrechtes an zu laufen. Mit jeder Abschlagsverteilung kommt eine besondere Frist in Gang. Die u verjährten Betreff- nisse können, solange die Liquidation dauert, durch die Liqui- datoren statt durch das Konkursamt verteilt werden. Regolamento 11 aprile 1935 del Tribunale federale concernente la procedura del concordato per le banehe 6 113 caBS6 di risparm,io :
  3. ad art. 42 cp. 1 : Se i liquidatori ritengono di poter impiegare in modo pin utile aHa massa dividendi provvisori ehe secondo quest'articolo debbono essere depositati, possono impiegarli sotto loro responsabilita, restando tenuti a versarli immediata- mente agli interessati su loro richiesta.
  4. ad art. 41 cp. 2 : La prescrizione di dieci anni comincia a decor- rere per ogni creditore dal giorno in cui nasce il suo diritto alIa riscossione. In oaso di distribuzioni provvisorie, ciascuna di esse da inizio ad un termine speciale di prescrizione: I dividendi prescritti possono essere distribuiti, finche dura la liquidazione, dai liquidatori invece ehe dall'ufficio dei fallimenti. Par requete du 20 octobre 1942, la Commission de liqui- dation de la Banque de Montreux a demande a. la Chambre des poursuites et des faillites du Tribunal federal de deci- der: a) que les dividendes non pervus et non encore pres- crits et dus par la Banque de Montreux en liquidation concordataire ne devront etre consignes a la Caisse can- tonale des depots et consignations on aupres de la Banque Nationale Suisse qu'apres la clöture de la liquidation, b) que les dividendes prescrits sont acquis a. la Banque de Montreux en liquidation concordataire et seront repartis

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