BGE 65 I 156
BGE 65 I 156Bge08.09.1938Originalquelle öffnen →
Als Titel zur Eintragung kommt daher nur elIl: r,,<:htskräftIg~
Urteil in Betracht. Richterliche Weisungen, die swh auf em
solches Urteil stützen, sind von den Zivilstandsämtern lllcht
zu befolgen.
Desaveu (art. 252 ss. CC). Un .enfant ne pe.ut etre desavoue .que
par jugement. Les declatlOns des part16s et lef! transactlOns
intervenues en cours d mstance ne peuvent faIre passer de
l'etat d'enfant Iegit:hne a celui d'enft illegi?:hn. ,. ..
-Seul un jugement passe en force peut etre ~ ttre a l e de sllllples
injonctions du juge, qui ne constltuent pas un tel Jugement.
II disconoscirnento della paternitd (art. 252. e nscptwn.
Les officiers de l'etat civil ne pe';lvent terur compe. CC) pu~ esere
pronunciato solo mediante sentenza gmdizlale. Le dwhiara-
zioni e transazioni intervenute nel corso deI processo non
possono far passare i1 figlio dallo stato legitt:hno a quello
illegitt:hno. •
-Soltanto una sentenza cresciuta in giudicato puo essere un
titolo per l'iscriziO'J'U! .. Gli ufficiai dello .sta:to civile non poss~no
tener conto di ordilll emanantl dal gmdwe che non SI basmo
su una tale sentenza.
Der am 8. September 1938 geborene Hans Kuster,
dessen Mutter damals im Scheidungsprozesse stand, wurde
als eheliches Kind in das Zivilstandsregister eingetragen.
Der Ehemann hob Klage auf Unehelicherklärung des Kin-
des an. Einige Tage nach dem Vermittlungsvorstand
erklärte der die Beklagtschaft (Mutter und Kind) vertre-
tende Amtsvormund dem Vermittler, er anerkenne in
deren Namen und im Einverständnis mit dem zuständigen
'Waisenamt das Klagebegehren und bitte, das Kind als
aussereheliches
auf den Familiennamen der inzwischen ge-
schiedenen Mutter umschreiben zu lassen. Der Vermittler
leitete die Erklärung mit entsprechender Weisung an das
Zivilstandsamt. Dieses lehnte aber die nachgesuchte Ein-
tragung ab, weil ein solcher Vergleich keinen Eintragungs-
titel darstelle. Eine Beschwerde der Beklagtschaft beim
Regierungsrat hatte keinen Erfolg. Mit der vorliegenden
,
)
Registersacheu. N0 26.
157
verwaltungsgerichtlichen Beschwerde hält die Beklagt-
schaft am Begehren fest, das Zivilstandsamt sei zur Vor-
nahme der anbegehrten Eintragung anzuweisen.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung :
Ein in der Ehe geborenes Kind gilt für ehelich. Vorbe-
halten bleibt die gerichtliche Anfechtung der Ehelichkeit
nach Massgabe der gesetzlichen Voraussetzungen (Art. 253
ff. ZGB).
Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind,
darf dem Kinde die Ehelichkeit abgesprochen werden, und
nur durch den hiefür zuständigen Richter. Erklärungen
und Vereinbarungen der unmittelbar beteiligten Personen
vermögen die Anfechtungsklage und das gerichtliche
Urteil nicht zu ersetzen, auch wenn das Kind durch einen
Beistand vertreten ist und dessen Entschliessungen durch
vormundschaftliche Behörden genehmigt werden. Dem-
gemäss ist auch ausgeschlossen, dass im gerichtlichen Ver-
fahren die vom Kläger verlangte Rechtsgestaltung statt
durch Urteil des Richters durch Prozessvergleich herbei-
geführt werde. Die Aberkennung des ehelichen Standes
ist der Verfügung der Beteiligten schlechthin entzogen.
Klaganerkennung oder Vergleich erledigt die Streitsache
nicht im Sinne des Anfechtungsbegehrens ; vielmehr steht
der Richter alsdann vor übereinstimmenden Anträgen,
wodurch er der ihm obliegenden Entscheidung und der
Prüfung des gesetzlichen Tatbestandes nicht enthoben ist.
Dementsprechend ist denn auch in solchen Anfechtungs-
prozessen eine staatliche Intervention zulässig, um einer
ungerechtfertigten U nehelicherkläruug entgegenzutreten,
ohne Rücksicht auf die Stellungnahme der Beklagtschaft,
die eben um der öffentlichen Ordnung willen nicht mass-
gebend sein kann (BGE 39 II 10, 41 II 428, 44 II 224).
Diese
Grundsätze beherrschen auch da-s Verfahren eines
der Klageinreichung allenfalls vorausgehenden Aussöh-
nungsversuches. Eine verbindliche Aussöhnung im Sinne
des Klagebegehrens, mit rechtsgestaltender Wirkung, ist
nicht möglich. Steht der K1äger nicht von der Anfechtung
158
Verwaltungs-und Disziplinarrechtspflege.
ab, so muss er den Prozess durchführen, um zu der für
die Unehelicherklärung unerlässlichen gerichtlichen Ent-
scheidung zu gelangen.
Aus
den Bestimmungen über das aussereheliche Kindes-
verhältnis lässt sich für den vorliegenden Fall nichts Gegen-
teiliges folgern.
Die aussereheliche Vaterschaft kann, wie
durch Urteil, auch durch Anerkennung festgestellt werden
(Art_ 302 Abs. 2 ZGB) ; daher steht nichts entgegen, eine
auf Zusprechung mit Standesfolge gehende Vaterschafts-
klage durch Prozessvergleich zu erledigen. Hier aber han-
delt es sich um die Überführung eines Kindes von der
ehelichen in die uneheliche Nachkommenschaft, die nur
durch den Richter ausgesprochen werden kann.
Demnach hat das Zivilstandsamt mit Recht die Vorle-
gung eines rechtskräftigen Urteils über die Anfechtungs-
klage als Ausweis
über die Unehelicherklärung verlangt.
An die Weisung des Friedensrichters, die sich auf kein
Urteil stützte, hatte es sich nicht zu halten.
Demnach e:rkennt das B,ttndesgericht .-
Die Beschwerde wird abgewiesen.
27. Arret de la II" Seetion eivile du 13 septembre 1939
dans la cause Gianadda contre Semblanet.
Registre joncier. Recours. .
Le recours prevu aux art. 12 et sibiIe
il ricorso pre,risto dagli art. 102 e seg. ORF, ma devesl pro-
muovere causa davanti al giudice.
Registersachen. No 27.
159
A. -Durant l'enquete qui prt3ceda l'introduction du
registre foncier dans la commune de Martigny, Robert
Gianadda a demande au conservateur du registre l'ins-
cription d'une servitude de passage sur la parcelle n° 568
du plan, appartenant a Auguste Semblanet, au profit de
la parcelle n° 616 dont il etait proprietaire. En depit de
l'opposition de Semblanet et apres avoir par deux fois
refuse
de faire droit a cette requisition, le conservateur
finit cependant par y consentir au vu des titres produits
parle mandataire de Gianadda qui garantissait l'existence
de la servitude.
A vise de l'inscription, Semblanet protesta immediate-
ment, sur quoi les organes charges de la confection du
registre deciderent, a la suite d'un nouvel examen et d'une
descente sur. les lieux, de radier la servitude, ayant cons-
tate, disent-ils, que les titres invoques ne permettaient pas
de l'inscrire d'office.
Gianadda a recouru au Conseil d'Etat du Valais, auto-
rite de surveillance du registre.
Par decision du 21 avrill939, le Conseil d'Etat a rejete
le recours en relevant que le conservateur n'avait pas viole
la loi et que la question de fond n'etait pas de la compe-
tence de l'autoriM de surveillance.
B. -Par acte depose en temps utile, Gianadda a forme
un recours de droit administratif contre. la decision du
Conseil d'Etat en concluant au retablissement de l'ins-
cription. Celle-ci, soutient-il, ne pouvait etre radiee sans
son consentement.
Le Departement federal de Justice et Police a conclu a
l'irrecevabilite du recours.
Considerant en dmit.-
Aux termes des art. 102 et sulv. ORF, il n'y a de recours
a l'autorite de surveillance que contre « la gestion» du
conservateur, autrement dit en raison de la maniere dont
il s'acquitte de ses fonctions (art. 102), contre les decisions
par lesquelles il ecarte une requisition d'inscription, d'an-ui:. ORF n'est pa;s
faire prononcer qu'une mscrlptIOn ou une radiatIOn ont ete
operees sans justification suffisante. Ce moyen ne peut etre
souleve que par la voie judiciaire.
Grundb1wh, Beschwerdelührung.
Die Rüge eine Eintragung oder Löschung sei ohne genügenden
Grund' vorgenommen worden, ist nicht durch Beschwerde
gegen den Grundbuchverwalter (Art. 102 ff der Grundbuch-
verordnung), sondern durch gerichtliche Klage geltend zu
machen.
Regirstro jondiario. Ricorso. .
Per far dichlarare che un'iscrizione 0 una canceliazIOne sono
state eseguite senza giustificazione sufficiente non e ammuvert pu
Programmgesteuerter Zugriff
API- und MCP-Zugriff mit Filtern nach Quellentyp, Region, Gericht, Rechtsgebiet, Artikel, Zitat, Sprache und Datum.