BGE 63 II 18
BGE 63 II 18Bge14.05.1936Originalquelle öffnen →
18 Obligationenrecht. No 5. neue Schuldnerin zu haften, kann entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht gehört werden. Denn dieses Verhal- ten war für die Klägerin offenbar insofern bestimmend, als sie es nun unterliess, sofort und direkt gegen die Bürgen vorzugehen. Hiezu wäre sie, da Solidarbürgschaft vorlag, befugt gewesen, ohne sich vorerst um die Wiedereintragung der gelöschten Kommanditgesellschaft bemühen zu müssen. Ob die Bürgen zu Recht oder Unrecht bei der Frage der Beschlussfähigkeit der Gläubigerversammlung nicht mit- gezählt wurden, ist ohne Bedeutung, wie es auch uner- heblich wäre, wenn sie zur Gläubigerversammlung über- haupt nicht zugelassen worden wären. Massgebend ist einzig und allein, dass ihre Absicht, an der Gläubigerver- sammlung teilzunehmen, den Rückschluss auf ihren Willen zur Zustimmung zur Schuldübernahme gestattete. Unstichhaltig ist schliesslich auch, entgegen der Ansicht der Vorinstanz, der Einwand der Bürgen, sie hätten dem Notar Morgenthaler keinen Auftrag gegeben, den Brief vom 24. Oktober 1933 zu schreiben. Massgebend ist, dass die Bürgen den Notar mit der Besorgung der ganzen Ange- legenheit, d. h. mit der Wahrung ihrer Interessen im Kon- kurs der Aktiengesellschaft, beauftragt hatten. Infolge- dessen müssen sie nach der Regel von Art. 396 Abs. 2 OR seine Rechtshandlungen gegen sich gelten lassen. 5. Orteil der I. Zivi1a.bteilung Tom 19. Februar 1937 i. S. Escher und Konsorten gegen Verband aer Genolsensch&ften Konkordia aer Schweiz.
20 Obligationenrecht. N0 5. Das :Bundesgerickt zieht in Erwägung :
Dass die Beklagten in einem Vertragsverhältnis zum klägerischen Verband gestanden hätten, wird mit Recht nicht behauptet, sodass eine Vertragsklage im engern, eigentlichen Sinne des Wortes entfällt. 4. -Das OR räumt den Gläubigern einer Genossenschaft in Art. 714 nur ganz ausnahmsweise direkte Anspruche gegenüber den Mitgliedern des Vorstandes sowie gegenüber den Liquidatoren ein. So zunächst einmal bei Verletzung der in Art. 704 Abs. 1 OR statuierten Pflichten «( Ergibt sich J dass die Forderungen der Genossenschaftsgläubiger nicht mehr durch die Aktiven gedeckt sind, so liegt dem Vorstande, bezw. den Liquidatoren die Verpflichtung ob, die Zahlungen sofort einzustellen und dem Gerichte behufs Eröffnung des Konkurses hievon Anzeige zu machen ») ; Obligationenrecht. N° 5. 21 ferner bei Widerhandlungen gegen die Liquidationsbestim- mungen der Art. 712 und 713 OR. Der klagende Verband stützt seine Anspruche indessen auf keine dieser Gesetzesbestimmungen. Vielmehr ver- langt er ausschliesslich deshalb Schadenersatz, weil nach seinem Da:fürhalten unter der Führung der Beklagten Misswirtschaft, insbesondere in der Form unvorsichtigen Kreditierens, getrieben worden ist. Das soll zum Konkurs der Konsumgenossenschaft Konkordia Raron und zur Schädigung der Gläubiger geführt haben. Anspruche des klagenden Verbandes gegenüber den Beklagten sind daher nur denkbar, wenn die Voraus- setzungen der Art. 41 ff. OR verwirklicht sind. 5. - Wer einem.andern widerrechtlich Schaden zufügt, sei es mit Absicht, sei es aus Fahrlässigkeit, wird ihm zum Ersatz verpflichtet (Art. 41 Abs. 1 OR). Diese Gesetzes- bestimmung hat indessen ausschliesslich unmittelbaren Schaden im Auge (vgl. OSERjSClIöNENBERGER, Art. 41 N. 52, BEOKER, Art. 41 N. 78, GMÜR in der ZSR n. F. 22, 639 sowie BGE 52 II 263 ; in Bezug auf die analoge Ord- nm:: g des deutschen Rechtes vgl. statt vieler: Entschei- dungen des Reichsgerichts in Zivilsachen 82 190). Im vorliegenden Falle wurde durch das anfechtbare Verhalten der Beklagten in erster Linie nur die in Konkurs geratene Genossenschaft Konkordia geschädigt, und die Beeinträchtigung des Forderungsrechtes des Klägers stellt sich bloss als Reflexwirkung hievon· dar. Unter solchen Umständen entsteht für die Gläubiger des Verletzten kein direkter Schadenersatzauspruch gegenüber dem Schädiger (vgl. auch v. 1'uHR, Allgemeiner Teil des OR, 1 § 48 I 343 f.). Die Klage muss daher schon aus diesem Grunde im vollen Umfang abgewiesen werden. Zum nämlichen Schluss gelangt man übrigens auch auf Grund folgender überlegungen: Forderungen wirken, weil sie bloss relative Rechte sind, nur unter den am Schuldverhältnis Beteiligten. Ihre Beeinträchtigung durch Dritte ist nicht widerrechtlich. Anders könnte es sich
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Obligationenreeht. No 6.
höchstens dann vrhalten, wenn das Gesetz für den kon-
kreten TatbestanQ ausdrücklich etwas anderes bestimmen
oder sofern es sich um absichtliche Schädigung unter
Verstoss gegen die guten Sitten handeln würde (vgl. BGE
52 II 375 ff. und Gum., Obligationenrecht, 2. Aufl. S. 91
i. f.). Von einer absichtlichen Schädigung kann indessen
in casu keine Rede sein, und es vermag, wie schon in an-
derem Zusammenhang ausgeführt worden ist, der An-
spruch des Klägers auch nicht auf eine gesetzliche Sonder-
bestimmung
gestützt zu werden.
Wenn also die Beklagten für allfalliges Verschulden
nicht haftbar gemacht werden können, so hat der Kläger
sich das selbst zuzuschreiben. Denn das Gesetz bot ihm
die Möglichkeit, seine Rechte gestützt. auf Art. 260 oder
eventuell 269 SchKG zu wahren.
Demnach erkennt das Bundesgericht :
Die Hauptberufungen werden gutgeheissen, die An-
schlussberufung abgewiesen ; demzufolge
wird die Klage
des Verbandes der Genossenschaften Konkordia der
Schweiz gegen alle Beklagten im vollen Umfange abge-
wiesen.
6. Arrit da 1& Ire Section civile du 11 m&1'S 1937
dans la cause SPOrtdr'BS A.:-G. contre Sport-BuS. A.
Action en radiation d'une raison sociale (art. 873 CO). fondee
sur l'insuffisance des caracteres distinctifs de la raison plus
rOOente. Action admise. La regle selon Iaquelle il faut se montrer
moins severe pour les raisons de commerce que pour les marques
de fabrique ne se justifie pas lorsqu'il s'agit du moins de
societes anonylnes. Importance des circonstances teIles que
proximiM des sieges sociaux, buts des societes, genres d'activiM.
A. -La soci6M demanderesse a eM inscrite au registre
du commerce de BaIe le 11 septembre 1929 sous la raison
{( Sportdress A.-G. I). Son but est la confection de vete-
ments de sport et d'articles de sport.
Le 26 juin 1935, a 6M constituee a DeIemont une soci6M
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anonyme ayant pour but la confection et la vente de
manteaux de sport en gabardine pour hommes, femmes
et enfants. Cette socitte s'est fait inscrire au registre du
commerce de DeIemont sous la raison ({ Sport-Rex S. A. ))
et « Sport-Rex A.-G. I).
Il a eM etabli qu'en fait l'activite des deux societes ne se
limite
pas seulement a la confection de vetements, mais
comprend aussi la vente de leurs produits. Il s'agit toute-
fois de vente en gros.
B. -Par demande du 14 mai 1936, la socieM Sportdress
A.-G. a
ouvert action contre la soci6M Sport-Rex S. A.
devant le Tribunal de commerce du Canton de Berne en
concluant avec d6pens a ce qu'iI plaise au Tribunal inter-
dire a la defenderesse de se servir a l'avenir de la raison
sociale
Sport-Rex S. A. et ordonner la radiation de cette
raison dans le registre du commerce.
La demanderesse fondait son actionsur l'art. 876 al. 2CO.
Elle soutenait que la raison de la defenderesse ne se
distinguait pas assez nettement de la sienne pour subsister
a cöte d'elle. Les deux raisons, disait-elle, se presentent
a peupres sous Ia meme forme et elles rendent a l'oreille
le meme son. Il y a donc grand danger qu'on les confonde.
Des confusions se sont du reste d6ja produites et c'est
ainsi que des clients de la demanderesse ont econduit des
commis voyageurs
qui venaient en son nom pour les avoir
pris pour des representants de la maison d6fenderesse.
Le danger est d'autant plus grand que l'activiM des deux
societes est, en partie en tout cas, la meme.
La d6fenseresse a coneIu au deboutement de la deman-
deresse.
Elle a conteste qu'iI y ait eu des confusions et
conteste egalement qu'iI puisse meme y avoir de con-
fusions :
Les deux raisons se distinguent, suivant elle, tant
au son qu'a la vue et par leur signification propre. Elle a
excipe en outre du fait que le mot sport est un mot du
langage courant, c'est-a-dire un bien commun. Quant au
mot Rex, il constituait une designation de fantaisie dont
l'adjonction au mot Sport suffisait a distinguer la raison
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