BGE 61 II 225
BGE 61 II 225Bge02.01.1928Originalquelle öffnen →
224 Famili&nrecht. No 51. Demn;ach erkennt da8 Bundesgericht : Die Berufung wird begründet erklärt, das Urteil des Appellationshofes des Kantons Bem vom 22. März 1935 aufgehoben, die Hauptklage abgewiesen und die Wider- klage zugesprochen. 51. Beschluss der 11. Zivilabteilung vom ale November 1935 i. S. Müller-Biland. ZGB Art. 145: Prozesskostenvorschusspflicht des Ehemannes für die Ehefrau im Scheidungsprozess. N.ach Einsicht der Berufung des Klägers gegen das seine Scheidungs- klage abweisende Urteil des Obergerichtes des Kantons Luzem vom 30. September 1935, der Gesuche der Beklagten vom 7. November, es sei der Kläger zu verhalten, ihr sofort einen Kostenvorschuss von 320 Fr. zur Sicherstellung ihrer bundesgerichtlichen Anwaltskosten zu bezahlen, eventuell sei ihr für das bundesgerichtliche Verfahren das Armenrecht mit Armen- anwalt zu bewilligen, hat da8 Bundesgerilfht in Erwägung : dass gemäss Art. 78 OG zum Erlass vorsorglicher Mass- regeln auf Grund von Art. 145 ZGB während der Anhän- gigkeit beim Bundesgericht die kantonalen Behörden aus- schliesslich zuständig bleiben, dass das Armenrechtsgesuch durch eine vorsorgliche Massregel, wie sie von der Beklagten in erster Linie bean- tragt wird, jedoch nicht· beim Bundesgericht selbst bean- tragt werden kann, gegenstandslos werden wird, dass die Beklagte, der eine zum Teil anerkannte Frauen- gutsersatzforderung in erheblichem Betrage zusteht, für Familienrecht. No 52. 225 die (nicht vorzuschiessenden) Gerichtskosten ohnehin nicht das Armenrecht erhruten könnte, beschlossen : Das Gesuch der Beklagten wird abgewiesen. 52. Artet de Ia IIe Seation civile du 22 novembre 1935 dans la cause lIagnauer contre Ducrey-IIeer.
226 Familienreeht. Na 62. Dame Ducrey requit par 10. suite la ratifica.tion judi- cia.ire de cette convention. Le defendetlr Hagnauer s'y opposa en contestant 10. competence des tribunaux valaisans et en aJIeguant que la convention ne devait pas etre ratifiee. B. -Par jugement du 27 mars 19351e Tribunal cantonal du VaJa.is se declara competent et ratifia 10. convention. O. -Hagnauer recourut en reforme contre cejugement. OonsüUrant en droit:
228 Obligationenrecht. No 53. une condition necessaire de leur validite. Cette regle ne s'applique toutefois qu'aux conventions relatives aux effets economiques du divorce (dans l'arret Reber s1;lSmentionne, il s'agissait precisement d'une convention semblable) et non a celles qui modifient sur des points importants les mesures prises par le juge du divorce en ce qui concerne l'exercice de la puissance paternelle et les relations personnelles entre parents et enfants. Dans ce cas, l'interet de ces derniers exige le maintien du contröle judiciaire. La ratifioation du juge est donc indispensable a la validite des oonventions relatives a ces questions. En l'espece il n'est pas douteux que la convention dont la ratification est demandee modifie les mesures prises par le juge du divoroe en ce qui concerne l'exercioe de la puissance pat.ernelle et les relations du pere et de l'enfant. Elle laisse, il est vrai, subsister en prinoipe la puissance paternelle du pere, auquel le juge du divoroe l'avait attribuee, mais elle prevoit la renonciation du re- oourant a des elements importants de cette puif sance, tels que la garde, l'entretien, l'instruction et l'education de l'enfant, qu'il confie a la grand'mere maternelle de cette derniere en ne reservant sur ces points au pere que certains droits strictement definis. La ratification du juge est donc indispensable a la validite de cette convention. II. OBLIGATIONENRECHT DROIT DES OBLIGATIONS 53. Auszug aus dem Orteil der I. Zivilabteilung vom 25. September 1935 i. S. Walll gegen Dr E. und Frau S. H a f t bar k e i t der G e seil s c h a f t s 0 r g a n e gegen- über den Gläubigern der Gesellschaft, Art. 674 OR. Voraus- setzung ist eine a b sie h t 1 ich e Schädigung (Erw. 1). Art. 674 schliesst die Haftbarkeit aus Art. 41 OR nicht aus (Erw. 2). Obligationenrecht. No 53. 229 Grundsätze für die S 0 h ade n sb e r e c h nun g bei uner- laubter Handlung, begangen durch absiohtliche Täuschung (Erw.3). Bemessung des Ersatzes nach Art. 43 und 44 OR (Erw.4). A'U8 dem Tatbestand : A. -Im Frühjahr 1926 wurde die Metallhütte P ... A.-G. gegründet. Zweck des Unternehmens war die Verwertung und Verarbeitung von MetaIlrückständen und Altmetall nach besonderen Verfahren, die von der Firma Querner & Francke, der Vorgängerin der A.-G., in diese eingebraoht wurden. Einziges Verwaltungsratsmitglied war Rechts- anwalt E., der Vater der beiden heutigen Beklagten, die nach dessen Tod in den ursprünglich gegen ihn angehobe- nen Prozess eintraten. Im Oktober 1927 trat der Kläger auf Grund eines von den Aktionären Kiefer und Ludwig erlassenen Zeitungs- inserats, in welchem Kapital für ein neues Unternehmen der Metallbranche gesucht wurde, mit der A.-G. in Unter- handlungen; diese wurden auf Seiten der Gesellsohaft zunächst von Kiefer und Ludwig, später auch von E. geführt, der dann allerdings vom 20. Dezember 1927 an krank war und den Verhandlungen nicht mehr beiwohnte, sondern lediglich den in der Folge am 2. Januar 1928 abgeschlossenen Darlehensvertrag unterzeiohnete. Danaoh gewährte der Kläger der Gesellschaft ein Dar- lehen von 100,000 Fr., das später unter gewissen Umstän- den in Aktienkapital umgewandelt werden sollte. Als Sioherheit trat ihm die A.-G. Kundenguthaben im Gesamt- betrag von 125,000 Fr. ab ; ausserdem übernahmen Kiefer und Ludwig die Ausfallbiirgschaft für den Betrag, für den der Kläger « nach Durohführung einer Zwangsbetreibung gegen die A.-G. » zu Verlust kommen sollte. Dem Vertrag lagenausser den mündlichen Auskünften, die dem Kläger im Laufe der Verhandlungen gemacht wur- den, die folgenden, dem Kläger übergebenen DokutnenM zugrunde:
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