BGE 60 III 122
BGE 60 III 122Bge20.05.1926Originalquelle öffnen →
122 Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. No 33. neben dem Kasten Anspruch, erheben könne, hat die Vorinstanz aus Gründen entschieden, denen das Bundes- gericht nur beistimmen kann. Indessen ist die endgültige Auswahl unter den im Rekursantrag genannten Gegen- ständen der Vorinstanz vorzubehalten, an welche die Sache ja ohnehin zurückgewiesen werden muss zur Ent- scheidung darüber, ob der Konkursverwaltung zu bewil- ligen sei, ein billigeres Ersatzstück zur Verfügung zu stellen. Demnach erkennt die 8chuldbetr.-u. Konkur8kammer: Der Rekurs wird dahin begründet erklärt, dass die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurück- gewiesen wird. 33. Entscheid vom 17. September 1934 i. S. Wyss. Es ist nicht bundesrechtswidrig, wenn eine kantonale Aufsichts- behörde ihren eine verspätete Beschwerde gutheissenden Entscheid von sich aus aufhebt, sobald sie ihres Versehens gewahr wird. Ne viole pas le droit federaIl'autoriM de surveillance qui annule de son propre chef, aussitöt qu'elle s'est aper9ue de son erreur, Ia decision par laque11e elle a admis une plainte formee trop tard. Un 'autoritä. di vigilanza, ehe, appens accortssi deI suo errore, annulia di moto proprio una decisione co11a quale ha ammesso un ricorso tardivo, non lede il diritto federale. Durch Entscheid vom 26. Juni 1934 hat die kantonale Aufsichtsbehärde eine am 17. Mai geführte Beschwerde gegen eine am 27. April 1933 aufgenommene und am 10. Mai 1933 zugestellte Retentionsurkunde teilweise gutgeheissen, im übrigen aber abgewiesen. Dagegen hat die kantonale Aufsichtsbehörde dann am 10. Juli 1934 « in Wiedererwägung ihres Entscheides vom 26. Juni 1934 in Erwägung ... , dass die Schuldnerin erst am 17. Mai 1934 Beschwerde geführt hat und die nützliche Schuldbetreibnngs-und Konkursrecht. No 33. 123 Frist in diesem Zeitpunkt bei weitem überschritten war », ihren Entscheid vom 26. Juni 1934 aufgehoben und ist auf die Beschwerde der Rekurrentin nicht eingetreten. Hiegegen richtet sich der vorliegende Rekurs vom 17. Juli 1934. Die 8chuldbetreibung8-und Konkur8kammer zieht in Erwägung .- Die Vorinstanz hat bei ihrer Entscheidung vom 26. Juni die Beschwerde als rechtzeitig geführt angesehen, weil sie davon ausgegangen ist, dass die Retentionsurkunde am 27. April 1934 aufgenommen und daher erst wenige Tage vor der Beschwerdeführung zugestellt worden sei. Wegen dieser im Widerspruch sowohl zur bei den Akten liegenden Retentionsurkunde als auch zur Vernehmlassung des Betreibungsamtes stehenden tatsächlichen Annahme hätte der Vermieter den Entscheid der Vorinstanz mit Erfolg an das Bundesgericht weiterziehen können. Indes- sen kann keine Verletzung von Bundesgericht darin gefunden werden, dass die Vorinstanz wen Entscheid von sich a,us aufgehoben hat, sobald sie ihr Versehen gewahr wurde, zumal es noch vor Ablauf der Rekursfrist geschehen zu sein scheint. Wäre er übrigens auch schon formell rechtskräftig gewesen, so würde er ja an dem Mangel gelitten haben, dass die Vorinstanz die in den Akten liegende Tatsache der nicht erst wenige Tage, sondern mehr als ein Jahr vor der Beschwerdeführung erfolgten Zustellung der Retentionsurkunde aus Versehen gar nicht gewürdigt hat, welcher Mangel nach dem Bun- deszivilprozessrecht (Art. 192 Ziff. 1 lit. c) einen Nichtig- keitsgrund darstellt. Welches die Gründe der Nichtigkeit kantonaler Beschwerdeentscheide seien, wird freilich zu- nächst vom zutreffenden kantonalen Beschwerdeverfah- rensrecht bestimm~t. Indessen ist es keinesfalls eine Verletzung von Bundesrecht, wenn eine kantonale Auf- sichtsbehärde einen eigenen Fehler als Grund der Nichtig- keit wer Entscheidung gelten lässt, der nach dem Bundes-
124 Schuldbetreibungs-und Konkursrecht (Zivilabteilungen). N0 34. zivilprozessrecht diese :Bedeutung hätte. Und da ferner das :Beschwerdeverfahren nicht als reiner Parteiprozess unter den am' :Betreibungsverfahren beteiligten Personen ausgestaltet ist, lässt es sich auch nicht von :Bundesrechts wegen beanstanden, wenn eine kantonale Aufsichtsbehörde einen Nichtigkeitsgrund, sobald sie ihn erkennt, selbst von Amtes wegen zur Anwendung bringt und ihre darauf gestützte Entscheidung einfach aufhebt, auch ohne dass dies von dem dadurch benachteiligten :Beteiligten durch ein bezügliches Revisionsgesuch besonders verlangt wor- den ist. Demnach erkennt die SchUldbetr.-u. Konkurskammer : , Der Rekurs wird abgewiesen. II. URTEILE DER ZIVILABTEILUNGEN ARR:I!:TS DES SECTIONS CIVILES 34. Arrät da 1& IIme Section ci riie du 28 juin 1934 dans la cause Mettler contre von Steiger. Action en repetition de l'indu. L'action en repetition de l'indu exercee par letiers debiteur qui pretend ne pas devoir Ja somme qu'il a payee au creancier saisissant n'est recevable contre le creancier saisissant que si ce dernier a poursuivi le tiers debiteur en son nom personnel et en qualite de cessionnaire de la creance saisie, c'est-il.-Wre s'il a et6 fait application de l'art. 131 aI. 1. Dans le cas de l'art. 131 al. 2, au contraire, I'action du tiers debi- teur ne peut etre dirigee que contre le debiteur principal. (Art. 86, 131 al. 1 et 2 LP). Die Rückforderungsklage seitens des Drittschuldners, der die an den Pfändungsgläubiger bezahlte Summe nicht zu schulden behauptet, ist .gegen den Pfändungsgläubiger nur zulässig, wenn dieser den Drittschuldner in seinem eigenem Namen und als Zessionar der gepfändeten Forderung betrieben hat, d. h. wenn Art. 131 Aha. I SchKG angewandt worden ist. Schuldbetreibungs-und Konkursrecht (Zivilabteilungen). No 34. 125 Im Falle des Art. 131 Abs. 2 dagegen kann die Rückforderungs- klage des Drittschuldners nur gegen den Hauptschuldner gerichtet werden. (Art. 86, 131 Abs. 1 und 2 SchKG). Azione in rVpetizione dell' indebito. L'azione in ripetizione delI' indebito promossa da! terzo debitore, che pretende di non dovere la somma da esso pagata al credi- tore pignorante, e proponibile contro il creditore pignorante solo se costui ha promosso l'esecuzione contro il terzo debitore in proprio e in qualitA di cessionario deI credito pignorato : in altri termini, solo se e stata fatta applicazione deU' art. 131 cap. 1 LEF. NelI' ipotesi invece delI 'art. 131 cap. 2, l'azione precitata puo essere intentata solo contro il debitore principale (Art. 86, 131 cap. 1 0 e 2° LEF). A. -Le demandeur MettIer, ingenieur a Geneve, etait au service de la Maschinenfabrik Rosswein A. G. (par abreviation: Romag) a Rosswein (Saxe). Des difficultes etant survenues entre parties, un proces s'est engage entre elles devant le Tribunal de St-Gall. TI a ere termine par une transaction conclue le 20 mai 1926 sous les anspices du President et homologuee par le Tribunal. Cette tran- saction porte en resume ce qui suit :
Les brevets de MettIer demeurent la propriere de la Romag. 4. Mettier est libre de travailler a sa guise. S'il veut vendre des machines fabriquees d'apres les brevets cedes a la Romag, celle-ci les Iui livrera a un prix de faveur qui sera inferieur de 5 % aux prix qu'elle fait a ses represen- tants a l'etranger. B. -Le defendeur Walther A. von Steiger, ingenieur a Zurich, se pretendant creancier de la Romag, a fait sequestrer a Geneve en mains de MettIer la creance de sa debitrice Romag contre MettIer. A la suite de ce sequestre il a fait notifier un commandement de payer de 5000 fr. a la Romag; il a obtenu la main-Ievee de l'opposition;
Programmgesteuerter Zugriff
API- und MCP-Zugriff mit Filtern nach Quellentyp, Region, Gericht, Rechtsgebiet, Artikel, Zitat, Sprache und Datum.