BGE 59 III 253
BGE 59 III 253Bge14.08.1930Originalquelle öffnen →
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~ehuldootreibungs. und KouIrursrecht. o 61.
Betreibung auf Pfandverwertung zulässig sei, dies binnen
10 Tagen seit Zustellung des Zahlungsbefehls durch
Beschwerde geltend zu machen habe. Diese Vorschrift
gilt auch da, wo der Schuldner gegenüber einer gewöhn-
lichen
Betreibung die Einrede der Pfandversicherung durch
Fa u s t pfand erheben will (vgl. BGE III 243, ferner
Ziff. 4
der auf dem Zahlungsbefehl aufgedruckten « Er-
läuterungen »). Damit, dass hier positivrechtlich der
Beginn der Beschwerdefrist auf den Tag der Zustellung
des Zahlungsbefehls verlegt wurde, ist implicite die
Auffassung des
Rekurrenten abgelehnt, dass der Zeitpunkt
der Erlangung der Kenntnis von der Pfandbestellung
massgebend sei.
Wohl wird der Schuldner in der Regel
schon bei
der Zustellung des Zahlungsbefehls über den
Bestand von Pfandrechten aufgeklärt sein. Aber nicht
das ist der Grund der jetzigen RegehlIlg, sondern die
Notwendigkeit, dass
einmal-und zwar schon zu Beginn
des Verfahrens -
fes1-stehel' muss, welche Betreibungsart
durchzuführen sei. Es würde aller Verfahrensökonomie
widelsprechen
und unter Umständen auch Interessen
Dritter verletzen, wenn noch nach Jahr und Tag und erst
nach Durchführung von Widerspruchsprozessen eine ge-
wöhnliche
Betreibung nur deswegen aufgehoben werden
könnte, weil der Schuldner nachträglich einer Pfand-
bestellung auf die Spur kam und dies nun geltend macht.
Das Gesetz bezw. die Verordnung stellen dem Schuldner
die
auf die Zustellung des' Zahlungsbefehls folgenden
10 Tage zur Verfügung, binnen welcher er sich die Kennt-
nis der Tatsachen zu verschaffen hat, aus welchen sich
Gründe für die Erhebung eines Rechtsvorschlages oder
einer Beschwerde ergeben können. Gelingt ihm dies nicht
in dieser Frist und bleibt der Zahlungsbefehl unangefoch-
ten, so nimmt das angefangene Verfahren seinen Lauf.
Dem Schuldner wird damit nicht Unmögliches oder Un-
billiges zugemutet, wenn man von ihm verlangt, dass er
sich nach Empfang eines Zahlungsbefahls u. a. auch die
Frage vorlege, ob für die Forderung etwa von Mitverpflich-
Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N0 62. 253
teten -jemand auders 'wird hiefür praktisch kaum in
Betracht kommen -ohne sein Wissen Pfänder auch zu
seinen Gunsten bestellt worden seien, und dass er sich
darüber sofort sowohl beim Gläubiger wie auch bei den
Mitverpflichteten erkundige.
2.
-Eine Wiederherstellung der einmal abgelaufenen
Beschwerdefrist
kennt das Gesetz nicht, gleichgültig, aus
welchem Grmld die Frist nicht gewahrt wurde -im Gegen-
satz zur Regelung des Rechtsvorschlages (vgl. Art. 77
SchKG). Eine analoge Anwendung dieses Art. 77 auf die
Beschwerde
ist indessen grundsätzlich ausgeschlossen
(BGI 47 III 81 am Schluss). Hievon abgesehen wäre auch
zu sagen, dass ein Rechtsvorschlag nur dann nachträglich
zugelassen werden
kann, wenn der Schuldner durch Gründe,
welche ausserhalb seiner Person liegen, am rechtzeitigen
Handeln verhindert war; der blosse Umstand, dass er
erst später vom Rechtsvorschlagsgrund Kenntnis erhielt,
genügt dafür nicht (vgl. JAEGER No. 2 zu Art. 77 SchKG).
Demnach erkennt die Bchuldbetr.-u. Konkurskammer :
Der Rekurs wird abgewiesen.
ß2. Auszug a.us dem Entscheil vom 4. Dezember 1933
i. S. Schneider.
B e t r e i b u n g g e g e 11 ein e Ehe fra. u.
Auch auf Grund eines der Ehefrau allein zugestellten Zahlungs-
befehles kann Pfändung des in der ehelichen Wohnung befind.
lichen Hausrates verlangt werden.
La saisie des ustensiles de menage se trouvant au domicile conjugal
peut etre requise meme en vertu d'un commandement de payer
notifie uniquement a la femme.
11 pignommento degli arredi domestici siti al domicilio eoniugale
pue essere chiesto auche in forzn cl'nl1 precetto esecutivo
notificato soltanto aBa moglie.
Das Betreibungsamt hat nicht auszuscheiden, was Son-
dergut der Ehefrau, was eingebrachtes Gut und was Eigen-
254 Schuldbetreibungs-und Konkursrecht (Zivilsbteilungen). N° 63.
tum des Ehemannes sei. Auch in einer ausschliesslich
gegen die
Ehefrau gerichteten Betreibung kann Pfändung
des Hausrates verlangt werden, da die Ehefrau an den
in der ehelichen Wohnung befindlichen Gegenständen mit
dem Ehemann Gewahrsam hat (vgl. BGE 57 III 180).
Dem
Ehemann bleibt es dann uberlassen, seine der Pfän-
dung entgegenstehenden Rechte (Eigentum oder Nutzung)
geltend zu machen, worauf das Widerspruchsverfahren
nach Art. 106/107 SchKG einzuleiten ist und der Richter
die Entscheidung zu treffen hat (BGE 58III 185).
H. URTEILE DERZIVILABTEILUNGEN
ARR:H:TS DES SECTIONS CIVILES
63. Arrit de la IIe Section eivile du la7 oetobre 1933
dans la cause BesanQon contre «La Forelotiere» S. A-
et La Banque Cantona.le Neuehiteloise.
Tram !ranco-SUÜJ8e du 15 juin 1869.
L'action tendant a faire declarer nuls ou inopposables 8,1a masse
les actes du failli qui ont eu pour· effet de soustraire au droit
de gage general des cr6anciers tel ou tel element de son patri-
moine (action revocatoire des art. 285 et.suiv. LP) doit, en pl'in-
eipe, se juger d'apres le droit sous l'empire duquel 180 faillite
80 ete dec1ar6e.
Il en est sp6cialement ainsi de l'aetion intentee par le syndie d'une
faülite ouverte en France. C'est done le droit franQais qui r6git
une teIle action.
Gerichtsstandsvertrag mit Frankreich, vom
15. Juni 1869.
Die Klage auf Nichtig-oder Anfechtbarerklärung von Rechts-
handlungen des Kridars, welche bezw~kten, bestimmte Aktiven
dem Beschlagsrecht der Masse zu entziehen (Anfechtungskla.ge
gemäss Art. 285 f. SchKG) beurteilt sich grundsätzlich nach
dem Recht, gestützt auf welches der Konkurs eröffnet wurde.
Insbesonders ist auf eine von der Konkursverwaltung eines in
Frankreich eröffneten Konkurses eingeleitete derartige Klage
das französische Recht anwendbar.
-Schuldbetreibungs-und Konkursrecht (Zivilsbteilungen). No 63. 56
OonfJe!flZione franco-BVizzera del 15 giugno 1869.
L'azioue tendente a far dichiarare nulli 0 non opponibili alla ma.ssa.
gli atti deI fallito che ebbero 1a conseguenza di sottrarre e.l
diritto di peguo generale dei creditori certi elementi deIl'attiVo
del debitore (azione revocatoria. degIi art. 285 e sag. LEF),
dev'essere giudicata a stregua del diritto sotto il cui impero
il fallimento fu dichiarato.
eiö e il caso singolarmente dell'azione proposta dal siuda.co di un
fallimento aperto in Francia: l'azione e quindi retta dal diritto
francese.
A. -Ulysse Calame et Henn Bolliger exploitaient a.
Gilley (Doubs), sous la raison sociale « Scierie electrique
de Gilley,
Calame et Bolliger» un commerce de bois. Ils
possedaient egalement un etablissement au Locle, connu
sous le
nom de « Scierie du Verger ». Par jugement du
24 septembre 1930, le Tribunal de premiere instance du
Doubs, siegeant en matiere de commerce, a declare la
Societe Calame et Bolliger en etat de faillite. Par jugement
du 9 octobre 1930, il areporte au 14 avril 1930 la date
de la cessation des payements de la faillite Calame et
Bolliger. Par jugement du 17 ferner 1931, il a enfin declare
en etat de faillite Ulysse Calame et Henri Bolliger, pris
individuellement, et fixe la date de la cessation de leurs
payements a. la meme date que celle fixoo pour la societe.
Le 3 juillet 1931, le Tribunal cantonal de Neuchatel
a accorde
l' exequatur aces trois jugements.
Le 27 avril1932, Albert Besan90n, huissier a. Pontarlier
qui avait eM designe comme syndic de la faillite de la
Societ6 Calame et Bolliger et des faillites individuelles
des
deux associes, a, en cette qualite, ouvert action contre
la Societ6 anonyme « La Forestiere » au Locle devant le
Tribunal cantonal de NeuchateI areffet: 1° de faire
prononcer
la nullit6 de deux actes de vente aux termes
desquels
la Societ6 Calame' et Bolliger, d'une part, avait,
en date du 14 aout 1930, vendu a la defenderesse les
immeubles
nOs 2033, 2419, 2987 et 3257 du cadastre du
Locle, 511 et 46 du cadastre de la Chaux-du-Milieu,et
Henri Bolliger, d'autre part, vendu egalement a la defen-
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