BGE 58 III 83
BGE 58 III 83Bge09.02.1932Originalquelle öffnen →
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Sclmldbetreibungs-und KonkuNrecht. o 20.
dagegen gegenüber einem bösgläubigen Erwerber des
gepfändeten Gegenstandes weiterhin wirksam bleibt. Er-
satzstücke (für veräusserte oder untergegangene gepfändete
Sachen) fallen nur auf Grund einer neuen, gerade auf sie
bezüglichen
Pfändungsverfügung in den Pfändungsnexus.
2. Kann daher der Wagen « Jordan» nicht schon auf
Grund des Anschlusses der Gruppe Nr. 477 an die Pfän-
dung für die Gruppe Nr. 464 als gepfändet gelten, so
fragt sich, ob es am 26. Oktoberjl2. November zu einer
(erstmaligen) Pfändung dieses Wagens für die Gruppe
NI'. 477 gekommen sei. Auch das ist jedoch mit der Vor-
instanz zu verneinen: Sowohl aus dem Wortlaut der
Pfändungsurkunde als auch aus dem Verhalten des Be-
treibungsbeamten anlässlich der Entdeckung des Tausches
geht eindeutig hervor, dass der Beamte am 26. Oktoberjl2.
November nicht etwa glaubte, den « Jordan» zu pfänden
und dabei irrtümlich den Wagen als « Essex » bezeichnete,
sondern dass er die Pfändung des « Essex» verfügte,
allerdings
in der irrigen Annahme, derselbe befinde sich
immer noch im Besitz und Eigentum des Schuldners.
Wohl kann vermutet werden, dass der Beamte, wenn
ihm damals der wahre Sachverhalt bekannt gewesen wäre
-und diese Kenntnis hätte er bei vorschriftsgemässem
Vollzug
der Pfändung sofort erlangt -den « Jordan »
gepfändet hätte. Allein das ist eben tatsächlich nicht
geschehen. Ohne ausdrückliche Pfändungserklärung des
Amtes gegenüber dem Schuldner kommt eine Pfändung
nicht zustande; aus was für Gründen die Erklärung
unterblieb, ist dabei unerheblich.
3. Auch durch die vom Betreibungsamt verfügte amtliche
Verwahrung des « Jordan» kam keine Pfändung dieses
Wagens zustande. Die amtliche Verwahrung ist lediglich
eine Massnahme zur Sicherung einer Pfändung, hat daher
nicht selbst die Bedeutung einer Pfändung, sondern setzt
den Bestand einer Pfändungsverfügung bereits voraus.
Der « Jordan» konnte nur durch eine ausdrückliche,
förmliche
Nachpfändung in den Pfändungsnexus einbezo-
Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N0 21.
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gen werden. Warum eine solche bis heute nicht vor-
genommen wurde, ist unerklärlich; an einem dahinzie-
lenden Gläubigerantrag fehlte es jedenfalls nicht. Aus-
drücklich ist dabei aber festzustellen, dass eine Nach-
pfändung nicht etwa, wie der Rekurrent meint, nur zu
Gunsten der Gruppe NI'. 477 erfolgen wird. Da man es
dabei
mit einer Na.chpfändung, nicht blos einar Ergän-
zungspfändung im Sinn von Art. HO Abs. I SchKG zu
tun hat, steht dem Anschluss neuer Gläubiger binnen
der Frist des Art. HO Abs. 2 SchKG nichts entgegen.
Allerdings kann dadurch das Betreibungsergebnis zu
Ungunsten des Rekurrenten beeinflusst werden; es geht
jedoch nicht an, den Eintritt eines solchen Schadens
dadurch zu verhindern, dass andere Gläubiger in ihren
gesetzlichen Rechten verkürzt werden. Dem Rekurrenten
bleibt daher nichts anderes übrig, als gegebenenfalls den
Betreibungsbeamten für einen Schaden gemäss Art. 5
SchKG verantwortlich zu machen.
Demnach erkennt die Schuldbetr.-u. KonkurskarTJmer:
Der Rekurs wird abgewiesen.
21. Arret du 12. Mai 1932 dans la cause ltegamey.
Contrat de vente contelllnt une stipulation en vertu de laquelle
l'acheteur s'engage a servir une rente au vendeur. Cette rente
est reiativement insaisissable, conformement a l'art. 93 LP.
Kaufvertrag, durch welchen sich der Känfer verpflichtete, dem
Verkänfer eine Rente zu bezahlen: diese Rente ist gemäss
Art. 93 SchKG relativ unpfändbar.
Contratto di compera-vendita, nel quale e stipulato, ehe il corn-
pratore si obbliga aHa prestazione di una rendita a favore deI
venditore : questa rendita e pignorabile solo in. modo relativo
a sensi delI 'art 93 LEF.
A. -Dans une poursuite dirigee contreRegarriey
par Benoit Seligmann, l'office des poursuites a flaisi, le
8chuldb"treihun~d-und Konkursrel'ht. N° 21. 9 fevrier 1932, « en mains de M. F. Baumgartner, impri- meur, .. , une somme de 100 fr. par mois, a forme de la convention passee avee ee debiteur ... )). B. -Sur plainte de Regamey, l'autorite inf6rieure de surveillanee a annuIe ladite saisie par pronone6 du 3 mars 1932. Ce prononee est motive eomme il suit: Le d6biteur a vendu naguere a Baumgartner l'impri- merie qu'il possedait a Lausanne. L'aequereur a pris l'engagement de lui sernr une rente de 200 Ir. par mois jusqu'a la fin de l'annee 1932. James Regamey n'a pas d'autres ressources que eette rente. TI ne peut plus tra- vailler. Or la somme de 200 fr. par mois doit etre consi- deree comme un minimum indispensable pour un homme de 70 ans, ayant souvent besoin de soins et se trouvant ainsi expose ades depenses suppIementaires. G. -Sur reeours du ereaneiar, l'autorite eantonale a annule ee prononee et retabli la saisie de 100 Ir. par mois. Elle a eonsidere que las mensualites de 200 fr. dues par Baumgartner au debiteur Regamey etaient versees en paiement du prix de vente de l'imprimeria ; qu'il s'agissait done d'un paiement par aeomptes, soit d'une ereanee saisissable et non pas d'une rente ou autre revenu perio- dique au sens de l'art. 93 LP. D. -Le debiteur a reeouru au 'Tribunal federal en demandant l'annulation de ce prononce et le maintien de celui de l'autorite inferieure. Gonsidirant en droit :
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