BGE 57 I 127
BGE 57 I 127Bge01.04.1918Originalquelle öffnen →
126 Staatsrocht. einander bestehen. Die militärische Untersuchung bezweckt die Feststellung der Vorgänge im Hinblick auf deren militärrechtliche Bedeutung vom Gesichtspunkt des Art. 16 MO aus, wofür der bürgerliche Untersuchungsrichter nicht zuständig ist; eine bürgerliche Untersuchung kann sich auf dieselben Vorgänge als Tatbestände von Delikten des kantonalen Strafrechts beziehen, wobei die militä- rische Untersuchung keinerlei präjudizierende Wirkung hat. Die Frage a.ber, ob vom Standpunkt des militärischen Rechts aus hier richtig vorgegangen worden ist, ob eine eigentliche Untersuchung zu führen oder der Tatbestand in anderer Weise abzuklären ist, hat mit der Abgrenzung der beiden J urisdiktionen nichts zu schaffen und kalill daher vom Bundesgericht im Kompetenzkonfliktsverfahren des Art. 223 MStrG von. vornherein nicht geprüft werden. 3. - Der Rekurrent hat auch noch den Art. 58 BV angerufen. Soweit er mit dem verfassungsmässigen Richter die bürgerliche Strafbehörde meint, deckt sich dieser Beschwerdegrund mit Art. 223 MStrG. Soweit der Rekur- rent damit innerhalb des militärischen Verfahrens ein unrichtiges Vorgehen rügen will, kann darauf wiederum nicht eingetreten werden. Es würde sich dabei um einen Beschwerdegrund des staatsrechtlichen Rekurses handeln. Dieser ist aber nur gegeben gegenüber kantonalen, nicht auch gegenüber eidgenössischen Behörden (OG Art. 178 1 ). Demnach erkennt das Bundesgericht: Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf ein- getreten werden kann. Bundesrechtliehe Abga.ben. N° 2Q. B. VERWALTUNGS- UND DISZIPLINARRECHTSPFLEGE JURIDICTION ADMINISTRATIVE ET DISCIPLINAIRE I. BUNDESRECHTLICHE ABGABEN CONTRIBUTIONS DE DROIT FEDERAL 20. Arret du 26 mars 1931 dans Ia cause Thiebaud contre Nenchitel. 121 Art. 2 lit. a. LTM: : Il y a lieu de considerell comme «inca.pahles de suhvenir a. leur existence par leur travail », au sens de cet .a.rticle -et par consequent comme dispenses de Ja. taxe mili- taire lorsqu'ils n'ont pas de fortune -ceux qui, a raison da leurs infirrnites, ne gagnent pas le minimum (600 fr.) qui, d'apres 1110 loi, est necessaire a. l'existence. A. -Le recourant n'appartient pas a I'armee. Le fisc neuchatelois ayant refuse, pour l'annee 1930, de le liberer . completement de l'impöt militaire -maintenu a la taxe personnelle -sa mere recourut au President de la Commission cantonale de recours en matiere fiscale. Elle fit valoir que son lils etait maladif et «peu debrouillardll, qu'il trouvait difficilement du travail et qu'il n'avait pas gagne en 1929 plus de 300 fr., y compris 90 fr. d' allocations de chömage. B. -Par decision du 15 janvier 1931, le President de la Commission a rejete le pourvoi. Il a estime que l'etat maladif de Thiebaud et les difficultks qu'il rencon- trait a ga.gner sa vie ne permettaient pas de le dispenser
128 Verwaltungs-und Diszipluiarrechtspflege. de la taxe personnelle. Aux termes de l'art. 2lit. a LTM. cette exemption n'aurait pu lui etre accordee que s'il s'etait trouve dans l'impossibilite absolua da subvenir a son existence. C. -Thiebaud a interjete, par l'entremise de sa mere, un recours de droit administratif tendant a ce que le Tribunal federal annule la decision du 15 janvier 1931. Il a joint au pourvoi une declaration du dispensaire anti- tuberculeux du district de La Chaux-de-Fonds certifiant qu'il a eM ampuM du pied droit atteint de tuberculose, et qu'il est incapable de travailler d'une f3.90 n reguliere, etant par surcroit debile mental. L'Administration federale des Contributions et le President de la Commission neuchateloise de recours en matiere fiscale concluent au rejet du pourvoi. Considerant en droit:
130 Verw .. ltung. und Disziplinarrechtspflege. rant n'est pas en mesure de gagner ce minimum. Il s'en- suit qu'il est au benefice de l'art. 2 lit. a LTM et ne doit donc pas meme la taxe personnelle. Par ces ILotUti, le Tribunal jideraJ prononce : Le recours est admis et le recourant est exonere du paiement de la taxe militaire pour l'annee 1930. 21. Auszug aus t1em tl'rteil vom 19. Kärz 1931 i. S. Büchler und Eonsorten gegen eidg. Steuerverwaltung. S t e III p e lab gab e n. Gewinnanteile, die den Mitgliedern einer Genossenschaft auf Grund ihres genossenschaftlichen' Beteiligungsrechtes ausgerichtet werden, unterliegen der eid- genössischen Stelllpelabgabe auf Coupons, auch, wenn die Genossenschaft keine besonderen Ausweise für die Geltend- roachung des Gewinnbeteiligungsanspruchs (Coupons oder andere Urkunden) ausgegeben hat. (Tatbestand gekürzt.) A. -Die am 16. Januar 1891 gegründete Genossenschaft « Vereinsdruckerei » mit Sitz in Bern (SHAB 1891, Nr. 22 vQm 2. Februar 1891) be- zweckt nach ihren Statuten vom 18. November 1922 den Betrieb einer oder mehrerer Buchdruckereien und die Herausgabe von Zeitungen, speziell des (i Anzeigers für die Stadt Bern » (Art. 1). Das notwendige Genossenschafts- kapital wird durch die Genossenschafter beschafft. Die Höhe des Beitrages eines jeden Genossenschafters wird durch die Genossenschaft bestimmt (Art. 4). Der Gewinn- anteil eines Genossenschafters richtet sich nach der Höhe seiner Beteiligung am Genossenschaftskapital (Art. 25, Abs. 3). Mitglieder der Genossenschaft sind diejenigen Firmen und Personen, die ihr zur Zeit angehören oder in Zukunft durch die Generalversammlung als solche aufge- nommen werden (Art. 28, Abs. 1). Die Aufnahmebedin- gungen, insbesondere die Art und Grösse der von ihnen Bundesrechtliche Abgaben. N° 21. 131 zu leistenden Beiträge, werden in jedem einzelnen Fall von der Generalversammlung in Würdigung aller Verhältnisse festgestellt (Art. 29, Satz 2). Einem ausgeschlossenen Genossenschafter wird der nach seiner Kapitalbeteiligung auf den letzten 31. Dezember berechnete Anteil am Rein- vermögen der Genossenschaft innerhalb 6 Monaten seit dem Ausschluss ohne Zins ausbezahlt (Art. 32). -Zur Zeit besteht die Genossenschaft aus 8 Mitgliedern, von denen 4 über je 2 Anteilrechte, 4 über je ein Anteilrecht an der Genossenschaft (im Ganzen 12 Anteile) verfügen. Die Genossenschaft hat am 23. März 1918 an die Mit- glieder 12 Obligationen ausgegeben. Sie lauten: « Obligation. Die Vereinsdruckerei Bern anerkennt Herrn . ..... ein Kapital von 40,000 Fr. (Vierzigtausend Fran- ken) schuldig zu sein und verpflichtet sich, dasselbe mit 5 % jährlich zu verzinsen. Das Kapital ist unkiindbar und wird nur nach gegenseitiger Verständigung zurück- bezahlt. Eine Verpfändung oder Abtretung dieser Obliga- tion ist ungültig ». In den Bilanzen der Genossenschaft wird ein Posten « Obligationen 480,000 Fr. » aufgeführt. In den Jahren 1922-1929 wurde auf diesen Obligationen ein Zins von 7 % ausgerichtet. Ausserdem haben die Genossenschafter Gewinnanteile bezogen, welche sich 1922 bis 1929 zwischen 10,500 Fr. und 19,000 Fr. pro Anteil und Jahr bewegen. Die Genossenschaft hat in den Jahrcsaufstellunuen für die eidgenössischen Stempelabgaben nur die Zinsas schüttungen auf die Obligationen mit jährlich 33,600 Fr. angegeben. Die Abgabe wurde von der Steuerverwaltung jeweilen zum Satz von 3 % (Abgabe auf Coupons von Stammanteilen) festgesetzt und von der Abgabeschuld- nerin entrichtet. Weiterhin hat die Genossenschaft im Jahre 1928 eine Abgabe von 7200 ,Fr. auf einem Stamm- kapital von 480,000 Fr. (vor dem 1. April 1918 ausgegebene Stammkapitalanteile) bezahlt. Nicht angemeldet und bisher nicht versteuert wurden die erwähnten besonderen Ge- winnausschüttungen.
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