BGE 55 II 50
BGE 55 II 50Bge19.02.1929Originalquelle öffnen →
5Q Prozessrecht. N° 13. VI. PROZESSRECHT PROC:EDURE 13. Beschluss der I. Zivilabteilung vom 2a. Janua.r 1929 i. S. Henkel Sv Co .A -G. gegen Nyffenegger. Be~ufung und kantonale Appellation in Markenrecht,sprozessen, m denen mit der markenrechtlichen Kla.ge eine solche a.us unlauterem Wettbewerb verbunden wird. Aussetzung des bundesgerichtlichen Entscheides bis zur vollständigen Erle- digung der Sache durch die kantonalen Instanzen. Tatbestand (gekürzt) : Die Klägerin, Henkel & Co A.-G., Basel, fabriziert und vertreibt u. a. ein Waschmittel « Persil». Das Wort c( Persil» wurde am 30. März 1908 und die ganze « Persil »- Etikette mit Angabe der Farben am 12. Mai 1921 im schweizerischen Markenregister eingetragen. Der Beklagte vertreibt seit ca. 10 Jahren ein von ihm hergestelltes Waschmittel unter der Bezeichnung « Miggi» in einer nach Form, Farbe und. Text dem « Persil »-Paket der Klägerin ähnlichen Verpackung. Die Bezeichnung « Miggi » ist am 25. August i908 von einem K. Heberle und die « Miggi » -Etikette am 22. Dezember 1917 durch einen Jos. Jeschonek im schweizerischen Markenregister eingetragen worden. Im Oktober 1927 reichte die Firma Henkel & Co A.-G. beim Amtsgericht Luzern-Stadt gegen NyfIenegger Klage ein, mit den Begehren um Löschung der «Miggi j) -Marke und -Etikette, Untersagung der weitem Verwendung der nachgeahmten Verpackung durch den Beklagten, Beschlagnahme und Vernichtung der noch vorhandenen Packungen, Verurteilung des Beklagten zu Fr. 10,000 Schadenersatz und Genugtuung und Veröffentlichung des Urteils. Prozessrecnt. :x o 13. 51 Mit Urteil vom 18. Oktober 1928 hat das Amtsgericht Luzern-Stadt, als einzige Instanz. gemäss Art. 29 MSchG, die Klage teilweise geschützt. Gegen dieses Urteil haben beide Parteien die Berufung an das Bundesgericht erklärt. Gleichzeitig hat die Klägerin mit Bezug auf die Schaden- ersatz-und Genugtuungsforderung auch die Appellation an das Obergericht des Kantons Luzern ergriffen. Das Bundesgericht hat die Aussetzung seiner Ent- scheidung bis nach Erlass des obergcrichtIichen Urteils beschlossen, aus folgenden E1"Wägungen : Die Klägerin klagt sowohl wegen Verletzung ihrer Rechte an der Marke « Persil» (Art. 24 MSchG), als auch wegen widerrechtlicher Schädigung, insbesondere durch unlauteren Wettbewerb (Art. 48 OR), und wegen unbefug- ter Beeinträchtigung in ihren persönlichen Verhältnissen (Art. 28 ZGB und 49 OR). Nach der luzernischen Gerichts- organisation entscheidet das Amtsgericht als einzige kan- tonale Instanz über den erstern Anspruch aus Marken- rechtsverletzung, während sein Entscheid mit Bezug auf die auf das gemeine Recht gestützten Ansprüche im Wege der Appellation an die obere kantonale 'Instanz weiterziehbar ist, welche Möglichkeit denn auch die Klä- gerin benutzt hat. Aus dieser kantonalrechtlichen Kom- petenzausscheidung, in Verbindung mit dem Umstande, dass das Obergericht die Aussetzung seiner Entscheidung über die Appellation bis nach Erlass des bundesgericht- lichen Urteils beschlossen hat, würde sich die Unzukömm- lichkeit ergeben, dass sich das Bundesgericht allfällig mit den in einem Prozesse geltend gemachten und aus einem einheitlichen Tatbestande hergeleiteten Klage- ansprüchen in zwei besonderen Verfahren zu befassen hätte. Eine solche Doppelspurigkeit ist nicht nur aus Gründen der Prozessökonomie, sondern namentlich auch mit Rück- sicht auf die Gefahr allfälliger Unstimmigkeiten in der Tatbestandsfeststellung durch zwei letztinstanzliche kanto-
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nale Gerichte zu vermeiden. Vernünftiger-und zweck-
mässigerweise muss die Beurteilung
der in der gleichen
Sache vor Obergericht mit Bezug auf die Klageansprüche
aus Art. 48, 49 0& und 28 ZGB hängigen Appellation
vorausgehen,
damit alsdann die sämtlichen streitigen
Ansprüche dem Bundesgericht in einem Verfahren zur
Entscheidung unterbreitet werden können. Freilich sieht
Art. 77 OG die Möglichkeit der Aussetzung des bundes-
gerichtlichen Entscheides über die Berufung nur für den
Fall der gleichzeitigen Pendenz eines ausserordentlichen
kantonalen Rechtsmittels -Nichtigkeitsbeschwerde,
Revisions-
und Erläuterungsgesuch -vor. Indessen er-
heischen ähnliche Zweckmässigkeitsgründe, wie sie dieser
Bestimmung zugrunde liegen,
auch unter Verumstän-
dungen der vorliegenden Art eine Lösung in dem Sinne :
zuerst die obere
kantonale Instanz über die in ihre Kom-
petenz fallenden Klageansprüche entscheiden zu lassen,
und bis dahin die bundesgerichtliehe eurteilung auszuset-
zen.
Es entspricht dies auch einem allgemeinen Grund-
satze des OG, wie er sich aus Art. 58 OG ergibt, dass im
Interesse der Vereinfachung des Verfahrens und der Kosten-
ersparnis die
Berufung an das Bundesgericht regelmässig
nur einmal stattfinden soll, und daher erst in dem Stadium,
in welchem die Streitsache dem Berufungsrichter in ihrem
ganzen, an sich berufungsfähigen Umfange unterbreitet.
werden kann (vgL BGE 54.n 50).
14. Arret de 1a. IIe Section civile du aa mara 1929
dans la cause Ba.nque cantonale de Berne
contre President d1l 'rribunal du distriet de Porrentruy.
Art. 86 chiffre 4 et 90 OJF. -Point da depart du delai da reoours
an matiire d'annulation da titres au porteur.
A. -Par requete du 8 aout 1925, Jules Roy-Mercier.
a Vandoncourt (Dpt du Doubs), a demande au President
Prozessrecht. N0 14.
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du Tribunal de Porrentruy da proceder aux publications
necessaires
en vue de l'annulation d'un bon de eaisse
de la Banque cantonale de Herne, a 4% %, Serie Ba,
No 4850, emis le 30 novembre 1916, au porteur, par la
succursale de Porrentruy de la Banque cantonale de
Berne, bon de caisse d'un montant de 500 fr.
Donnant suite a cette requete, le Vice-President du
Tribunal a fait publier trois fois dans Ja Feuille officielle
du commerce la sommation de produire le titre, con-
formement
aux dispositions des art. 851 et 852 CO. Toute-
fois, une erreur a eM eommise dans Ja designation du
titre, et 100 publieations, au lieu d'indiquer qu'il s'agissait
du No 4850 de la serie Ba, portaient Ia mention « serie A,
N° 4850 )).
A l'expiration du delai de trois ans a compter de la
premiere publication, Ie President du Tribunal de Por-
rentruy, constatant que le bon de caisse No 4850 serie Ba
n'avait pas eM produit, a prononce l'annulation de ce
titre au porteur, soit du bon de caisse N° 4850 serie Ba
de la Banque cantonale de Berne, par jugement du 26 de-
cembre 1928.
En application de l'art. 855 CO, le dispositif de ce
jugement a eM pubJie dans la Feuille officielle suisse
du commerce Ie 3 janvier 1929.
B. -Par Iettre du 7 janvier 1929, la Banque cantonale
de Berne demanda au President du Tribunal de Porrentruy
de Iui indiquer la date de la premiere som~ation concernant
l'anmtlation du titre serie Bq, No 4850 de 500 fr. a 4%%,
emis le 30 novembre 1916 par Ia succursale de Porrentruy.
Elle d6clarait qu'elle n'avait pas eu connaissance de la
perte de ce titre, qui avait d'ailleurs ete rembourse le
17 juin 1925 deja.
Le President du Tribunal Iui repondit le 7 fevrier que
la premiere publication avait eu lieu dans Ia Feuille offi-
cielle suisse
ducommerce du 4 septembre 1925, a la requete
de Jules Roy-Mercier.
O. -Par acte en date du 19 fevrier 1929, Ia Banque
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