BGE 54 III 75
BGE 54 III 75Bge03.10.1912Originalquelle öffnen →
74 Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N° 17. bende Gläubiger als Rechtsnachfolger des oder eines der für die Empfangnahme der Betreibungsurkunden in Betracht kommenden Vertreter der Körperschaft handelt. Allein diese allgemein, ohne jeden Vorbehalt gefasste Vorschrift, wonach für eine Aktiengesellschaft, eine Genossenschaft oder einen im Handelsregister einge- tragenen Verein jedes Mitglied der Verwaltung oder des Vorstandes, sowie jeder Prokurist als deren Vertreter gilt, an welchen in den gegen jene gerichteten Betrei- bungen die Zustelluug der Betreibungsurkunden erfolgt, gestattet nicht, den Gläubiger zu verpflichten, solchen- falls ausdrücklich die Zustellung der Betreibungsur- kunden an einen anderen Vertreter der Körperschaft als den Zedenten der in Betreibung gesetzten Forderung zu ve:.langen -sofern ein solcher überhaupt vorhanden ist. Ubrigens wird der Vertreter der Körperschaft, welcher die in Betreibung gesetzte Forderung abgetreten hat, durch Zustellung der Betreibungsurkunden, beson- ders des Zahlungsbefehles, an ihn selbst noch nicht in die Zwangslage versetzt, entweder gegen seine eigenen Interessen oder gegen diejenigen der Körperschaft zü handeln, sofern es ihm möglich ist, die zugestellten Urkunden an einen anderen der allfällig in Mehrheit vorhandenen Vertreter weiterzugeben. Indessen kann die Gültigkeit der an ihn erfolgten Zustellung nicht davon abhängen, ob er dies tue oder nicht. Der angefochtene Entscheid kann endlich auch nicht etwa unter dem Gesichtspunkte der Kollusion bestätigt werden; denn wenn auch mit der Vorinstanz anzunehmen ist, dass Ryser offenbar in der Absicht, die von ihm präsidierte Genossenschaft in Konkurs geraten zu lassen, von der Betreibung der Rekurrentin gegen sie keinem anderen Vorstandsmitgliede Kenntnis gegeben hat, so ist doch nicht dargetan, dass er die Betreibung zufolge einer mit der betreibenden Gläubigerin getroffenen Abrede geheim gehalten habe, und ebenso- wenig, dass die Abtretnng seiner Forderung an die Rekurrentin simuliert wäre. Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N° 18. Demnach erkennt die Schuldbetr.-und Konkurskammer : Der Rekurs wird begründet erklärt, der angefochtene Entscheid (sowie derjenige der unteren Aufsichtsbe- hörde) aufgehoben und die Beschwerde der Schuldnerin abgewiesen. 18. Sentenza 29 marzo 1928 nella causa Sutermdder. Termine di eseomio dato dall'ufficio ad un inquilino dopo r aggiudieazione. Ove l'ufficio abbia realizzato uno stabile senza stipulare ehe Ie pigioni 0 gli affitti passino all'aggiudicatario (conf. tuttavia art. 50 RRF) 0 senza disdirli, gli inquilin i ed affit- tuari hanno la faeolta di prevalersi dei termini di disdetta di eui agli art. 259 resp. 281 CO (eons. 1). Competenza deI giudiee e non delle autorita di eseeuzione per decidere della natura deI contratto e dell'epoca del- l'escomio (eons. 2). A datare dall'aggiudicazione l'ufficio non e phi legitimato a prendere provvedimenti qualsiasi nei confronti degli inquilini (cons. 3). Art. 50 RRF: 259 ed 281 CO. Ausweisung eines Mieters oder Pächters durch das Betreibungs- oder Konkursamt nach durchgeführter Versteigerung der Liegenschaft: Hat das Amt eine Liegenschaft verwertet, ohne die Miet- und Pachtverträge dem Erwerber zu überbinden (vg1. Art. 50 VZG) oder zu kündigen, so können sich die Mieter und Pächter auf die in Art. 259 und 281 OR vorgesehenen Kündigungsfristen berufen (Erw. 1). Über die Natur des Vertrages und die Kündigungsfrist zu entscheiden sind die Gerichte und nicht die Aufsichts- behörden zuständig (Erw. 2). Nach dem Zuschlag ist das Amt nicht mehr befugt, irgend- welche Vorkehren gegen Mieter und Pächter zu treffen (Erw. 3). Art. 50 ORI, 259 et 281 CO. Conge donne par roffice a un Iocataire ou a un fermier apres l'adjudication des immeubles. Lorsque l'office a reaJise un immeuble sans stipuler que les baux a loyer ou a ferme seraient repris par l'adjudicataire (art. 50 ORI) ou sans resilier lesdits baux, les locataires ou fermiers sont endroit de se prevaloir des delais de conge prevus aux art. 259 et 281 CO (consid. 1).
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n appartient au juge, et non pas aux autorites de surveillce
de se prononcer sur la nature du contrat et sur le delai d
conge (consid. 2).
A
pair du moment de l'adjudication, l'office n'est plus en
drOlt de prendre aucune mesure concemant les locataires
ou fermiers (consid. 3).
Ritenuto in linea di latto :
A. -Mediante contratto deI 6 maggio 1923, il Dr.
Hans Dreher in Lugano nominava Guglielmo Suter-
querelata decisione l' Autorita di Vigilanza
ha respmto 11 gravame asserendo : Il ricorrente non ha
mai notificato all'ufficio la pretesa che vanta attualmente
seister ad amministratore di una sua proprietfl sita
m Melano e gli conferiva, tra altro,il diritto di abitarvi
3-4 Ioeali, eontro diverse prestazioni da parte deI Suter-
meister. L'art. 6 deI eontratto dispone: « In easo di
vendita dello stabile, il presente contratto ed i diritti
che ne risultano per le parti diventano senz'altro ca-
duchi. » .
Con lettera 6 dicembre 1927 l'uffieio di esecuzioni
e fallimenti di Lugano diffidava
G. Sutermeister a
sgombrare i locali occupati nello stabile Dreher ehe
nel frattempo, era
statovenduto a pubblico idcant
cd aggiudicato a Domenico Spinedi,· investito, in base
al capitolato d'asta, deI possesso immediato dei ben i
acquistati.
B. -Da questo provvedimento Sutermeister si
aggravo dall'Autorita cantonale di Vigilanza doman-
d.and?e. l'annullamento. Il contratto deI 6 maggio, asse-
nva Ilpeorrente, non prendefa fine che col 31 dicembre
1928. Esso non fu mai oggetto di disdetta, ne da parte
deI propritario Dreher, ne da parte dell'ufficio, per eui
deve contmuare a svolgere la sua efficacia fino aHa
scadenza.
C. -. Collllo stabile realizzato. Il contratto 6 maggio, eui il
rcorrente fa eapo, non e stato iselitto nel registro fon dia-
flO: non e quindi opponibile al terzo deliberatario.
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Considerando in diritto :
-Il ricorrente sostiene a ragione che la questiolle, se e quando egli sara tenuto di sgombrare i locali in dis- corso, e di competenza deI giudice e non ddl'ufficio 0 delle autorita di vigilanza. Infatti, la controversia e in- dubbiamente di diritto materiale: per risolverla, il giudice dovra esaminare, se il contratto 6 maggio 1923 eosti·- tuisee realmente un contratto di locazione (dj pigionc o di affitto), e non piuttosto una convellzione eoncernente l'amministrazione di uno stabile, di niun effetto nei riguardi dell'aggiudicatario; 0 se si tratta di un affitto, dalla vendita reso senz'altro eaduco (conf. clausola 6 deI contratto, lett. A). Ma tutti questi quesiti non soggiaciono aHa competenza dell'ufficio ne delle autorita di vigilanza. D'altro canto, dal giorno dell'aggiudicazione in poi, l'ufficio non era piiI legittimato a prendere provvedi- menti qualsiasi nei eonfronti degli inquilin i od affittuari. Siffatta facolta poteva spettare solo al deliberatario, il quale, coll'iscrizione della vendita nel registro fondiario,
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e stato immesso nel possesso degli stabili acquisiti.
Ond'e che l'ufficio non aveva qualita per assegnare
aI ricorrente un termine
di escomio e che quindi la diffida
8 dicembre 1927 dev' essere
annullata.
La Camera Esecuzioni e Fallimenti pronuncia:
Il ricorso e ammesso nel senso dei considerandi.
11. KREISSCHREffiEN DES GESAMTGERICHTES
CIRCULAIRES
DU TRffiUNAL FEDERAL
Nachstehend werden die heute noch wichtigen Kreisschreiben
aus den Jahren 1912 und 1913 abgedruckt, die seinerzeit
weder in die Amtliche Sammlung der bundesgerichtlichen
Entscheidungen noch in den Nachtrag zur Sammlung der
Eidgenössischen Erlasse über Schuldbetreibung und Konkurs
aufgenommen worden sind.
19. Xreisschreiben (Circula.ire) Nr. 2 vom 7. November 1912.
Frist für die öffentliche BekanntII)achung von Steigerungen
beweglicher Sachen.
Die Schuldbetreibungs-mid Konkurlmmmer des
Bundesgerichts hat kürzlich Gelegenheit gehabt, sich
über die Frage auszusprecherr, ob nicht für die öffentliche
Bekanntmachung der Steigerung beweglicher Sachen
durch die Betreibungsämter auch eine Minimalfrist
eingehalten werden müsse.
Sie
hat dabei, anknüpfend an die Vorschrift in Art.
125 Abs. 3 SchKG, wonach der Schuldner, der Gläubiger
und die beteiligten Dritten mindestens drei Tage vor
der Steigerung von Ort und Zeit derselben in Kenntnis
zu setzen sind, entschieden, dass in gleicher Weise auch
die ö f f e n t I ich e Aus k ü n dun g m i n d e-
s t e n s d
re i Tag e vor her zu erfolgen habe, weil,
Schuldbetreibungs-und Konkursrecht (Kreisschreiben). N° 19. 79
wenn die Publikation erst in letzter Stunde erfolgt,
weder ein richtiger Besuch der Steigerung garantiert
erscheint, noch dem Steigerungspublikum die nötige
Zeit
zur Verfügung steht, um sich auf die Steigerung
vorzubereiten (Entscheid vom 3.
Oktober 1912 in Sachen
Suter).
Mit Rücksicht darauf, dass noch vielerorts diese
Publikation erst am Vortage, manchmal auch erst einige
Stunden
vor der Gant vorgenommen wird, geben wir
Ihnen
hiemit von diesem Entscheide Kenntnis und
ersuchen Sie, den unteren Aufsichtsbehörden und den
Betreibungsämtern Ihres Kantons vom Inhalt dieses
Kreisschreibens Mitteilung zu machen
und die Betrei-
bungsämter einzuladen,
in Zukunft im angegebenen
Sinne zu verfahren.
Delai pour la puhlication officielle d' encheres d' obj ets mobiliers.
La Chanibre des Poursuites et des Faillites du Tribunal
federal a eu recemment l'occasion de se prononcer sur
la question de savoir si les offices de poursuites n
doivent pas observer un deIai minimum pour les publI-
cations d'encheres d'objets mobiliers.
S'inspirant
dc la disposition de l'art. 125 aI. 3 LP,
d'apres laquelle le debiteur, le creancier et les tiers
interesses doivent tre informes au moins trois jours
a l'avance des jour, heure et lieu de la vente, la Chambre
des Poursuites
et des Faillites du Tribunal federal a
decide que les publications devront egalement avoir lieu
au moins lrois jours
it. l'avance, car il est certain que si
1'on
n'y procede qu'au dernier moment, on supprime
toute garantie d'une frequentation convenable des
encheres
par le public et les amateurs n' ont pas le temps
necessaire pour se preparer
a y participer (Arrt du
3 octobre 1912
en l'affaire Suter).
Comme, actuellement, ces publications ont lieu, dans
un grand nombre de localites, la veille des encberes
seulement, et parfois meme quelques heures avant
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