BGE 54 III 197
BGE 54 III 197Bge15.12.1927Originalquelle öffnen →
196 Schuldbetreibungs-und KonkursrechL N0 43.
riellen Recht beherrscht werden. So zunächst die Frage,
ob
der russische Staat Eigentum und überhaupt Privat-
rechte an in der Schweiz befindlichen Gegenständen
haben könne -welche übrigens nicht so sehr mit der
Frage nach der Anerkennung der Sowjetregierung, als
vielmehr
mit der Frage nach der Anerkennung der
Existenz der Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken
als
Staates im Zusammenhang stehen dürfte. Ferner
(eventuell) die Frage, ob wegen der Nichtanerkennung
der Sowjetregierung seitens der Schweiz diese Regierung
und ihre Organe nicht als legitimiert angesehen wprden
können,
für den von ihr geleiteten Staat Eigentums-
ansprachen an in der Schweiz befindlichen und hier
in ein Zwangsvollstreckungsverfahren einbezogenen
Ver-
mögensstücken zu erhben und gerichtlich geltend zu
machen, gleichgültig, ob es sich
um solche Vermögens-
gegenstände handle, welche sich
der russische Staat durch
die Sozialisierungsmassnahmen angeeignet
habe, oder
andere, bezüglich welcher dies kaum' der Fall sein wird.
Gerade dass es
nicht zur Zuständigkeit der Aufsichts-
behörden gehört,
zu derartigen Legitimationsfragen Stel-
lung zu nehmen, hat die Oberaufsichtsbehörde bereits
ausgesprochen (BGE 54
III S. 153). Sollte einerseits
anerkannt werden, dass die Union der Sozialistischen
Sowjetrepubliken
Eigentum in' der Schweiz haben kann,
anderseits aber verneint werden, dass die gegenwärtige
russische Regierung
oder ihre Organe solches Eigentum
geltend machen können, so würde der Fall vorliegen,
dass einem Vermögen die nötige Verwaltung fehlt,
dem nach dem Vorgange von BGE 51 11 S. 259 durch
Anordnung einer Verwaltungsbeistandschaft beizukom-
men wäre, um die Durchführung des Widerspruchs-
prozesses
zu ermöglichen. Vorderhand aber können der
widersprechenden Rekurrentin Parteirechte nicht abge-
sprochen werden.
4.
-Zur sofortigen Entscheidung über die streitig
gebliebene Gewahrsamsfrage
auf Grund des einseitigen
Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N° 44. 197
Vorbringens des Beschwerdeführers kann sich das Bundes-
gericht nicht entschliessen ; daher ist die Sache zurück-
zuweisen.
Demnach erkennt die Schuldbetr.-und KQnkuFskammer:
Der Rekurs wird begründet erklärt, der angefochtene
Entscheid aufgehoben und die Sache zurückgewiesen.
44.
Auang &111 dem Intscheidmn 3. J'IIli 1998
i. S. Stucker-SbiDden.
Kompetenzanspruch gemäss Art. 92
Z i f f e r 3 S. c h KG. B e ruf 0 der G ewe r b e-
b e
tri e b (U n t ern e h m u n g) ,
Der Betrieb einer Wer k s t ä t t e n a n lag e (mechanische
Werkstätte), die einen Gesamtschätzungswert von 5750 Fr.
aufweist, stellt keinen Beruf gemäss Art. 92 Ziff. 3 SchKG
dar (Erw. 1).
Die Frage. ob im Betrieb einer Maschine bezw. einer ganzen
Anlage ein Beruf oder aber ein Gewerbebetrieb zu erblicken
sei, weil dieser den Bei zug f rem der A r bei t s-
k
räf te erheischt, richtet sich nicht darnach, wie die
betr. Maschine bezw. Anlage tatsächlich vom Schuldner
betrieben wird, sondern ausschlaggebend ist, wie eine
Maschine bezw. Anlage der betreffenden Art ihrer gesamten
Konstruktion und Zweckbestimmung, sowie ihrem Umfange
gemäss n 0 r mal e r w eis e betrieben wird (Erw. 2).
Objets insaisissables. Art. 92 chiffre 3 LP. Profession ou entre-
prise?
L'exploitation d'un atelier mecanique, dont !'installation est eva-
Iuee a 5750 fr., ne constitue pas l'exercice d'une profession
au sens de I'art. 92 chiffre 3 LP (consid. 1).
Pour resoudre, la question de savoir si l'exploitation d'une
machine ou d'une installation mecanique doit etre consideree
comme l'exercice d'une profession, ou comme Ulle entreprise
parce qu'elle exigerait de la main-d'auvre elrangere, il faut
tabler, non point sur la faöll dont le debiteur exploite en
lait la machine ou I'installation dont il s'agit, mais sur la
maniere dont une machine ou installation de ce genre devrait
etre exploitee normalement, d'apres sa construction, son
importance et sa destination (consid. 2).
AS 54 HI -1928 16
198 Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N° 44. Oggetti impignorabili. Art. 92, cU. 3 LEF. Professione 0 impresa? L'esercizio di un laboratorio meccanico, di cui l'impianto e stimata a 5750 fehi. non costituisce l'esercizio di una professione a mente dell'art. 92 cif. 3 LEF (cons. 1). Per sapere, se l'impiego di una macchina 0 di un impianto meceanico dev'essere considerato come l'esercizio di una professione ° di un' impresa perehe esigerebbe mana d'opera di lerzi, occorre basarsi, non sul modo in cui il debitore usa in fatto deI macchinario 0 dell'impianto meccanico, ma sul modo in cui macchina 0 impianti simili dovrebbero normalmente essere impiegati secondo la loro eostruzione, importanza e destinazione (cons. 2).
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