BGE 51 III 98
BGE 51 III 98Bge17.07.1924Originalquelle öffnen →
98 Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. No 26.
U. KREISSCHREIBEN DES GESAMTGERICHTS
N° 16.
C
IRCULAIRE DU TRIBUNAL FEDERAL. N° 16.
26. Xreisschreiben Nr. 16 vom 3. A.pril 19S5.
Gläubigerbezeichnung bei Betreibungen, die von einer Erb-
gemeinschaft resp. Gemeinderschaft eingeleitet. werden.
Schuldnerbezeichnung bei Betreibungen gegen eme Erb-
schaft.
Wir haben uns schon früher dahin ausgesprochen, dass
eine Betreibung, in der das Subjekt, für das die Betrei-
bung durchgeführt wird, nicht klar und unzweideutig
bezeichnet wird, nichtig
und daher jederzeit von Amtes
wegen aufzuheben sei (vgl. AS 43 IU S. 177 f.). Dies
gilt auch für den Fall, wo für eine Mehrheit von Gläu-
bigern Kollektivbezeichnungen verwendet werden, es
wäre denn, dass es sich
um eine Gesellschaftsfirma
(eine Kollektiv-oder
Kommnditgesellschaft) handelt,
unter der die in Frage stehenden Gläubiger nach dem
Zivilrecht als
Inhaber eines· besonderen Gesellschafts-
vermögens Rechte erwerben und Verbindlichkeiten ein-
gehen,
vor Gericht klagen und verklagt werden können.
Es kommt oft vor, dass Erb eng e m ein s c h a f-
te n gemäss Art. 602 ZGB oder Ge me i nd e r-
s c h a f t e n gemäss Art. 336 ZGB bei Anhebung von
Betreibungen sich blosser Kollektivbezeichnungen be-
dienen wie :
«X's Erben », « Erben des X)), « Erbschaft
X)), «Erbengemeinschaft X ll, «Gemeinderschaft ss
Art. 602 ZGB als auch bei Gemeinderschaften gemass
Sehuldbetreibungs-und Konkursrecht. N° 26. 99
Art. 336 ZGB derartige Kollektivbezeichnungen, da
es sich hiebei weder um juristische Personen noch um
Gesellschaftsfirmen (Kollektiv-oder Kommanditgesell-
schaften) handelt, u n
gen ü gen d seien und dass die
betreibenden Gemeinder alle einzeln aufzuführen seien
und zwar selbst dann, wenn ein~r derselben gemäss
Art.
341 ZGB als Haupt und damit als Vertreter der
Gemeinderschaft bezeichnet worden ist. Auch spielt
ein allfälliger
Eintrag der Gemeinderschaft im Handels-
register für diese Frage keine Rolle.
Da Betreibungen, die unter Missachtung dieser Vor-
schrift eingeleitet wurden, wie bereits bemerkt, n ich -
tig und daher jederzeit von Amtes
weg e n auf z u heb e n s i n d, ersuchen wir Sie,
die Betreibungsämter Ihres Kantons -
unter ausdrück-
lichem Hinweis
auf die schweren Folgen, die die Nicht-
beachtung dieser Vorschrift für die betreibenden Gläu-
biger nach sich zieht -anzuhalten,
nur noch Betrei-
bungsbegehren entgegenzunehmen, auf denen die be-
treibenden Gläubiger a
11 e ein z ein aufgeführt sind.
Bei diesem Anlass möchten wir auch noch
auf eine
weitere Ungenauigkeit hinweisen, die sich häufig
in
den Betreibungsbegehren bei der Bezeichung des be-
triebenen S c h u I d n e r s vorfindet
und deren sofor-
tige Abklärung durch das Betreibungsamt,
vor Erlass
des Zahlungsbefehls,
zur Vermeidung von U nzukömm-
lichkeiten absolut notwendig erscheint.
Wenn Betreibungsbegehren
nur gegen « die Erben
des X)) oder « X's Erben» eingereicht werden, so ist
dies eine ungenügende Bezeichnung des Schuldners,
sofern die
Erben persönlich betrieben werden wollen.
Diese sind vielmehr
mit Namen speziell zu bezeichnen,
damit einem jeden nach Vorschrift von Art. 70 SchKG
ein besonderer Zahlungsbefehl zugestellt werden kann.
Nur wenn die Erbschaft als solche gemäss Art. 49
SchKG betrieben werden will, genügt die Zustellung
ein e s Zahlungsbefehls an einen der Erben. Ob aber
AS 51 III -1925
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u. a. Wir haben uns nun in einem neulichen EntscheIde
(in Sachen Gebr. Keller & Kons. gegen das
Betreungs
amt Luzern vom 5. März 1925, AS51 UIS. 57f.) dahm aus-
gesprochen, dass sowohl bei Erbengemeinschaften gem
ENTSCHEIDUNGEN DER SCHULDBETRElliUNGS- UND KONKURSKAMMER ARRm DE LA CHAMBRE DES POURSUITES ET DES FAlLLlTES 27. Anit du 15 mai l!!5 dans la cause SchhDppi. Contra! d' assurance: La liquidation de la part afferente a l'un des conjoints dans un contrat « d'assurance mixte sur deux tetes. conclu par deux epoux doit s'effectuer, par analogie, suivant les regles prevues pour le cas de eaJisar- tion de parts de communaute. A. -Le 19 avril 1919, les epoux Schlreppi-Velen ont contracte' aupres de « La Genevoise ll. compagnie d'assurance sur la vie, « une assurance mixte' sur deux tetes avec participation aux benefices ». Aux' termes de la police, la compagnie, moyennant le versement d'une prime annuelle de 567 fr. 20, s'engageait a payer aux epoux Schlreppi la somme de 10,000 fr. le 2 avril 1939, s'ils etaient encore en vie acette date, ladite &omme devenant toutefois exigible au cas de' predeces de run d'eux et devallt etre alors immediatement payee au survivant, « ou a defaut aux enfants des contraetants ». Lucien Schlreppi a ete declare en: etat de faillite le 17 juillet 1924. La police a ete portee a rinventaire pour une valeur ile rachat de 1532 fr. AS 51 III -1925 9
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