BGE 51 II 327
BGE 51 II 327Bge19.06.1925Originalquelle öffnen →
326 Obligationenrecht. N° 52. eventuell noch als unschädlich angesehen werden müsste. In der Berufung der Beklagten auf den Fristablauf kann deshalb ein Verstoss gegen Treu und Glauben nicht . erblickt werden. Unerheblich ist, ob die Käuferin. wie die Klägerin behauptet, einen Schaden deshalb nicht erlitten habe, weil ihr die Ware an dem auf den Frist .. ablauf folgenden Tage zur Verfügung stand, da nicht ein Schadenersatzanspruch der Beklagten, sondern einzig deren Rücktrittsberechtigung im Streite liegt. 2. -Fragen kann es sich somit nurmehr, ob die Beklagte zu ihrem Vorgehen nach Art. 107 OR befugt war. In der Vertragsabrede : Lieferfrist: 10. April 1924 lag die Vereinbarung eines bestimmten Lieferungster- mins im Sinne von Art. 190 OR, und es ist dadurch, zumal auch die weitere Voraussetzung eines kaufmännischen Verkehrs zutrifft, ein Fixgeschäft begründet worden. Gemäss Art. 102 Abs. 2 OR ist daher die Klägerin mit dem Ablauf des Stichtages ohne weiteres in Verzug gekommen. Hieran ändert der Umstand nichts, dass die Beklagte durch ihr weiteres ausdrückliches Behar- ren auf der Realleistung die Vermutung des Art. 190 Abs. 1 OR entkräftet und das Fixgeschäft in ein Nach- fristgeschäft umgewandelt hat ; ·denn die Folge hievon war für sie lediglich die, dass sje nun zwecks Ausübung der Rechte aus Art. 107 OR zur Fristsetzung verpflichtet war. Eine solche aber hat sie zugleich mit einer Mahnung am 28. April 1924 erlassen. Auch wenn man im Sinne der Behauptung der Klägerin annimmt, -was die Vorinstanz angesichts des von Anfang an vertraglich festgelegten Bestimmungsortes Basel mit Recht als un- wahrscheinlich bezeichnet, -die Beklagte habe sich im Hinblick auf ihre Säumnis in der Erteilung von Versands- instruktionen am 18. März 1924 mit der Erstreckung der Lieferfrist auf Anfang Mai einverstanden erklärt, war diese Fristansetzung, trotzdem sie schon vor Ende April erfolgte, rechtswirksam, sofern nur eine Berech- tigung der Beklagten bestand, auf das Ende der Nach- ObHgationenrecht. N° 53. 327 frist Lieferung zu verlangen, der angesetzte Zeitpunkt m. a. W. ein angemessener war. Diese Voraussetzung trifft zu. Gestützt auf die Mitteilung der Klägerin im Schreiben vom 9. April 1924, das Blei sei von Antwerpen abgegangen, durfte die Beklagte, insbesondere auch mit Rücksicht auf die ursprünglich ausbedungene Liefer- frist, mit dem Eintreffen der Ware auf den 5. Mai rechnen. Ein längeres Zuwarten war ihr umsoweniger zuzumuten, als es sich um eine nicht unerheblichen Preisschwan- kungen unterworfene Ware handelte, und die Fristan- setzung nicht bezweckt, den für die Ware vertraglich vorgesehenen Zeitraum neuerdings zu bewilligen, sondern den Schuldner nur davor bewahren will, dass ihm die Erfüllungshandlung unerwarteter Weise durch Verzicht auf die Realleistung verunmöglicht werde. 3.-............... . Demnach erkennt das Bundesgericht: Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 27. März 1925 bestätigt. 53. Arrit de 1a Ire Section civile du 10 septembra 1925, dang la cause Dupanloup contre Cecoli. Droll applicable. -En droit international prive. l'aetion civile fondee sur un delit ou quasi-delit appelle imperative- ment l'application de Ja loi du lieu ou rade a ete commis. Des 10rs. s'agissant d'un delit conunis a l'etranger, le reeours en retorme au Tribunal federal est irreeevable (56 et 57 OJF). Attendu que. le 26 aoilt 1923, entre Annecy et Cru- seilles (Haute-Savoie), rautomobile de Cecoli a atteint et blesse mortellement dame Dupenloup. epouse du demandeur ; que Dupenloup a ouvert action devant les tribunaux
328 Ob1igatioDenreeht. Ne 53. de Geneve, for du domicile du defendeur, et reclame a celui-ci une indemnite de 1442.0 fr. ; que le Tribunal de premiere instance, le 13 ianvier 1925, et la Cour de Justice civile de Geneve, Je 19 juin 1925. ont. tous deux, rejete la demande en oonsiderant que l'accident n'etait point dti a une faute de Cecoli; que Dupenloup recourt en reforme au Tribunal federni, dans le sens de l'adjudication des fins de sa demande. En droit: Attendu qu'aux termes de l'art. 56 OJF, le Tribunal fMeral peut etre saisi d'un recours en reforme dans les causes civiles jugees par les tribunaux cantonaux en application de lois jMerales ou qui appellent l'appli- cation de ces lois ; que le recours n'est accorde que pour violation de la loi IMirale par le tribunal cantonal (art. 57 al. 1 OJF) ; Attendu que la presente action en dommages-interets est fondee sur l'allegatioD d'un delit ou quasi-delit a la charge du defendeur; qu'il est admis, tant par la doctrine que par la juris- prudence fMerale constante qu'en droit international prive les obligations delictuelles' appellent imperative- ment l'application de la loi du lieu OU I'acte a ete commis (RO 22 p. 486 et 1170; 35 II p. 480; 38 II p. 460 ; 43 II p. 315; cf. dans le meme sens WElSS, Traite theorique et pratique de droit international prive, 2 e Mit. t. IV p. 417 note 2 et references ; VALERY, Manuel de droit international prive, p. 971 a 976; PILLET, TraiM pratique de droit international prive, t. II p. 312 et suiv.; PILLET et NIBOYET. Manuel de droit international prive, p. 609; JETTEL, Handbuch des internationalen Privat-und Strafrechtes, p. 110; v. BAR, Theorie und Praxis des internationalen Privatrechts,
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