BGE 51 II 257
BGE 51 II 257Bge29.09.1920Originalquelle öffnen →
256 F: m i si "'42..
vorher; denn das Gesetz stellt eiBZigauf die KeBBtms
von der Zabbmgsuniabigkeit ~ die gegeheneDfaDs
schon vor der Eriiffnung des Nabbssverfahrens bestehen
kann. Im vorliegenden Fall waren zudem weder die
Abtretung der Forderung an den Beklagten noeh deSseD
Verrechnung aus den Akten des Naehlassverfabreos
ersichtlich, da seine Frau ihre Kontokorrentforderung
selbst angemeldet batte; von einer Billigung der Ver-
rechnung
durch die Annahme des Nachlassvertrages
könnte bei dieser Sachlage ohnehin
nicbt die Rede sein.
. Übrigens müsste die Anwendbarkeit der Vorschrift
des Art. 214 SehKG auf den Nachlassvertrag mit Vennö-
gensabtretung an die Gläubiger auch ganz abgesehen
von den vorstehenden Erörterungen über die besondere
Rechtsnatur dieser VOl'S{:hrift ausgesprochen werden.
und zwar gestützt auf Art. 1 ZGB. Ein dringendes Be-
dürfnis erheischt. dass auch beim Naehlassvertrag mit
Vennögensabtretung an die Gläubiger die Ausplünde-
rung der Aktivmasse. soweit sie in Guthaben besteht,
durch Schiebungen der erwähnten Art verhindert und
die Gleichbebandlung der Gläubiger gesichert wird.
Dieses Ziel
lässt sich nur durch die Anwendung des Art
214 SchKG erreichen (in letzterer Beziehung insofern.
als den Gläubigem des Gemeinschuldners die Gelegenheit
zu vorteilhafter Abstossung ihrer Forderungen an dessen
Schuldner
abgeschnitten wird). Es kann denn auch
keinem ernstlichen Zweifel unterliegen, dass, wenn beim
Erlass
des SchKG das Institut des Nachlassvertrages
Dlit Vemiögensabtretung an die Gläubiger bereits bekannt
imd praktisch bedeutsam gewesen wäre wie heute, die
Anwendung des
Art. 214 auf den Nachlassvertrag mit
Vennögensabtretung an die Gläubiger angeordnet wor-
den
wäre.
. Ob nun die tatsächlichen Voraussetzungen der An-
fecbtung der Verrechnung vorliegend zutreffen. insbe-
Sondere ob die subjektiven Momente auf Seite des
Beklagten vorbanden waren,· brauchtrucht untersUcht
zu werden, nachdem sich die Klage, soweit sie noch strei-
Famllienrecht....N° 43. 257
tigist, bereits aus den in Erw. 1 angeführten GrÜnde.n
als begründet erweist. Immerhin mag bemerkt werden.
dass hier gleichwie
für die Anwendung des Art. 288
SchKG schon der Eventualdolus genügt.
-.3. -ln .quantitativer Beziehullg besteht kein Streit
JIlebr. sodass der Bemfungsantrag ohne weiteres zuzu:-
sprechen ist •...
Demnach erkennt das Bundesgericht :
Die Berufung wird begründet erklärt, Dispositiv 1
Satz 2 des Urteils des Obetgerichts des Kantons Zürich
vom 18. Februar 1925 aufgehoben und der Beklagte
verurteilt, der Klägerin weitere .17,721 Fr. nebs.t
Zins zu 6 % seit 30. Juni 1921 und 1/
8
% Kommission
per Quartal zu bezahlen .....
43. htralt·c1t l'anit ae 1& IIe Secticm eh'ne du 18 juin 19a5
dans la cause K. contre lL
Action en patemite. Inadmissibilite de l'exception fondee sur
le fait que les relations sexuelles auraient ete inoompletes.
Cest ä. tort que l'instance cantonale. pour rejeter les
conclusions de
la demande. a cru pouvoir faire etat des
e.plications donnees par Ie defendeur touehant le genre
de
precautions qu'il aurait prises lors de ses relations
avec Ia
mere du demandeur.
Des dispositions des
art. 314 et 315 Ce, iI resulte
tout d'abord qu'en matiere d'action en paternite il
eonvient de distinguer entre ce qui a trait ä. la justi&
eation du fait d' 00 decoule la presomption de paternite
et Ja preuve et l'importance des faits qui. dans tel cas
donn peuvent venir detruire cette presomptlon.
, Pour ce qui est du premier point, il suffit de se repol'l"a'
au texte de l'art. 314 Ce pour oonstaterque la loi n'exige
de Ja partie demanderesse aucmne auue preuve que celle
de Ja eohabitation du defendeur avec la mere de l'enfant
258 Familiemedlt. N-43-
durant ia riode critique. Et si 1'on se refere aux motifs
qui ont conduit Je legislateur a lODder 1a pr6somptifm
de paternite sur Ie senI fait de la oohabitation. iI apparait
clairement que ce mot doit ici s'entendre dans Ie sens Je
plus large. autrement dit qu'il suffit qu'U soit .simplement
possible que tel rapprochement sexnel donne et constant
ait ete la cause de la grossesse, pour que la partie deman-
deresse se trouve sans autre beneficierde Ia presomption
legale. Or si l'interruption du coit avant remission du
sperme constitne bien, il est vrai, un des moyens d·eviter
la conception, la medecine ensejgne anssi que l' efficacite
de ce moyen est loin d'mes expli-
cations pouvaient tre absolue mais, an contraire,
depend en lait de conditionstelles qu'i} n'est pas pos-
sible d'affirmer que des rapportsde ce genre ne sont pas
susceptibles de provoquer
la feoondation de la femme.
L'aveu du defendenr, mme pris avec les explications
dont i1 etait accompagne. suffisait donc en respece A
entrainer Ia presomption visee A l'art. 314 Ce.
Autreest le point de savoir si ces mtre invoquees A reffet de detruire
la presomption .. Une reponse afrIrmative ne pourrait
evidemment se jnstifier qu'antant, d'une part et d;une
maniere generale. qu'on voudrait reconnaitre que les
precautins du genre de eelles que Je defendeur pretend
avoir prises presenteraient un degre de seeurite suffisant
pour permettre
d'elev:er des doutes serieux sur la paternite
de celui
qui y aurait recouru et, en second lieu, qu'on
pourrait tre exactement renseigne sur les circonstances
particulieres
du C8S. Or le seul enonce de cette derniere
condition montre
qu'on ne saurait autoriser l'invocation
-d'une exception de cette nature, tout au moins lorsqu'elle
n'est pas corroboree par d'autres faits. et qu'il convient
d'adopter A cet egard la solution que Ie Tribunal federal
a dejA eonsacree A maintes reprises touchant l'exception
fondee sur r emploi des autres mo yens anticonception-
nels
(cf. RO 45 II p. (91).
Famtlienrecht. N<> 44.
44. tTrteil aer IL ZivUabteihmg vom 13 • .Tuli 1925
i. S. Vllbuchewitach gegen Waisenamt Zürich.
259
Anordnung einer Bei s t a n d s c h a f t über das von einem
Gläub!ger
einer früheren russischen Bankpktiengesel1schaft
arrestierte Guthaben derselben an einer schweizerischen
nd.ank insbesre Inanspruchnahme der Zuständigkeit
fur die schweizerischen Vormundschaftsbehörden (Erw. 1)
und Umschreibung der Fnnktionen des Beistandes (Erw. 2).
ZGB
Art. 393, 396 Abs. 2; Bundesgesetz über die zivU-
rechtlichen Verhältnisse der Niedergelassenen nnd Auf-
enthalter von 1891 Art. 32 f., 10 ff.
A. -Der Beschwerdeführer Moses Wilbuschewitsch
in Alexandrien nahm im Jahre 1918 in Zürich gegen die
Banque de Commerce de
Siberie für eine Forderung
von
105.000 Fr. einen Arrest heraus auf ein Guthaben
der genannten Bank an der Eidgenössischen Bank A.-G.
in Zürich im Betrage von rund 50,000 Fr. und hob gleich-
zeitig Betreibung an. Arresturkunde
und Zahlungs-
befehl wurden
in Petersburg bei der « 2. Abteilung der
Volksbank» abgegeben und von dieser laut vorliegender
Bescheinigung in Empfang genommen, ohne dass sie
jedoc Rechtsvorschlag erhoben hätte. Zur betreibungs-
rechtlIchen Verwertung des Guthabens ist es indessen
bis anhin noch nicht gekommen : Zunächst konnte wegen
der Unterbrechung des Postverkehrs
mit Russland die
Pfändungsurkunde nicht dorthin zugestellt
werden;
sodann wurde die -von der unteren Aufsichtsbehörde
verfügte Ediktalzustellung der Verwertungsallzeige durch
Rekursentscheid
der Schuldbetreibungs-und Konkurs-
kammer des Bundesgerichts vom 29. September 1920
als unzulässig bezeichnet, weil der Sitz der Schuldnerin
bekannt sei, und endlich wurde die nach Wiederaufnahme
des Postverkehrs
mit Russland erfolgte Postzustellung
der Abschrift der Pfändungsurkunde
und der Verwer-
tungsanzeige vom Obergericht des
Kantons Zürich als
kantonaler Aufsichtsbehörde über die Betreibungsämter
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