BGE 49 III 112
BGE 49 III 112Bge16.05.1923Originalquelle öffnen →
112
Schuldbetreibungs-und Konkursrecht. N0 27.
Demnach erkennt die Schuldbetr.-und Konkurskammer :
Der Rekms wird gutgeheissen und die Sache zur noch-
maligen Schätzung der Liegenschaft im Sinne der Er-
wägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.
27. Entscheid vom 19. Juni 193 i. S. Gemeindesteueramt lIenau.
Art. 93 SchKG: Lohnpfändung für Steuerforderungen.
Existenzminimum.
A.-Dem Rekursbeklagten wurde für eine Steuerforde-
rung der Gemeinde Henau der Gehalt mit 5 Fr. im Monat
gepfändet. Das
Obergericht hob auf Beschwerde hin mit
Entscheid vom 28. Mai 1923 diese Pfändung auf. Zur Be-
gründung ,vurde ausgeführt, dass der Rekurrent zusam-
men mit seiner Frau ein Einkommen von unter 300 Fr.
monatlich habe, während sich sein Existenzminimum
auf 306 Fr. bis 314 Fr. belaufe. Somit sei kein pfändbarer
Lohn vorhanden.
B. -Gegen diesen Entscheid beschwert sich das Ge-
meindesteueramt Henau
am 8: Juni beim Bundesge-
richt. Nach seinen Ausführungen ist das Existenz-
minimum zu hoch bemessen. Überdies müsse für Steuer-
forderungen deswegen eine Ausnahme gemacht werden,
weil ein entsprechender
Betrag bei dessen Berechnung
schon inbegriffen werde.
Die Schuldbetreibungs-und Konkurskammer zieht
in Erwägung :
dass die Bestimmung des Lohnbetrages, welcher als
Existenzminimum der Pfändung entzogen bleiben soll,
eine Ermessensfrage
ist und demnach gemäss Art 19
SchKG der Überprüfung durch das Bundesgericht. nicht
unterliegt;
Schuldbetreibungs-und KonkursrecHt. N0 28.
113
dass grundSätzlich das Existenzminimum ohne Rück-
sicht auf die
Rechtsnatur der Betreibungsschuld zu be-
messen ist und jedenfalls für Steuerforderungen hievon
keine Ausnahme gemaeht werden
kann;
und erkennt :
Der Rekurs wird abgewiesen.
28. Arret du ~O juin 1923
d3ns la cause Banque Galland & Cie,
Art. 198,232 chiff. 4 et 256 a1. 2 LP.
L'assemblee des creanciers ne peut decider qu'avec l'assenti-
ment du creancier gagiste l'utilisation du gage en vue d'en
percevoir les fruits pendant la procedure de faillite.
A. -Dans une poursuite en realisation de gage dirigee
contre Antoine Kaelin, proprietaire de l'Hötel-Pension
de
la Foret aMorgins, dame Magnan, aux droits de la-
quelle se trouve actuellement Me Isaac Marclay .. avocat
et notaire a Monthey, a ete reconnue titulaire d'un droit
de gage en premier rang sur les meubles de l'hötel et en
second
rang sur les immeubles, pour une creance d'envi-
ron 20 000 fr., le premier rang appartenant :i la Banque
Galland
& Oe a Lausanne.
Les premieres encheres ne donnerent pas . de resultat
et les secondes encberes, fixees au 24 octobre 1922, fu-
rent revoquees, le debiteur ayant ete declare en faiIlite
dans l'intervalle. La mise en vente des biens meubles et
immeubles fut fixee au 26 mars 1923, mais la Banque
Galland
ayant recouru contre les conditions de vente,
celle-ci
fut revoquee.
B. -Par lettre du 16 mai 1923, l'office des faillites de
Monthey avisait
la Banque Galland & Oe et lsaac Mar-
clay que, vu l'avancement de la saison, le recours depose
Programmgesteuerter Zugriff
API- und MCP-Zugriff mit Filtern nach Quellentyp, Region, Gericht, Rechtsgebiet, Artikel, Zitat, Sprache und Datum.