BGE 49 I 116
BGE 49 I 116Bge23.03.1923Originalquelle öffnen →
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Staatsrecht.
VI. DOPPELBESTEUERUNG
DOUBLE IMPOSITION
18. Urteil vom 16. Februar 19as
i. S. Henkel 8G Cie gegen beide Basel.
Fabrikationsunternehmen mit Fabrikationsbetrieb in einem
und kaufmännischen Teil des Betriebes in einem andern
Kanton. VerlegmJg des Reingewinns zur Besteuerung nach
den Erwerbsfaktoren Kapital und Arbeit. Die Gehälter
der Reisenden sind dabei dem kaufmännischen Betrieb
zuzurechnen.
A. -Die Rekurrentin Aktiengesellschaft Henkel & Oe
mit Sitz in Basel hat zum Zweck die Fabrikation und den
Vertrieb chemischer Produkte. Die Fabrikation
geht
in der basellandschaftlichen Gemeinde Pratteln vor
sich. Der kaufmännische Teil des Betriebes -Einkauf
der Rohmaterialien, Verkauf der Fabrikate usw. -
ist unbestrittenermassen ganz
in Basel konzentriert,
wo die Gesellschaft an der Elisabethenstrasse ebenfalls
eine Liegenschaft von bedeutendem
Werte besitzt.
Bei der Veranlagung der Rekurrentin
zur Einkommens-
steuer des
Jahres 1922 nach dem Verhältnis der in
beiden Geschäftsniederlassungen wirksamen
« Erwerbs-
faktoren » (Kapitalwert der produktiven Aktiven plus
Kapitalwert der Arbeitskräfte) ergab sich insofern
ein Anstand, als die Steuerkommission der Gemeinde
Pratteln unter· die zu kapitalisierenden Lohnaufwen-
dungen des dortigen Betriebs auch die Hälfte der Ge-
haltsbezüge der Reisenden (einschliesslich Teuerungs-
zulagen
und Gratifikationen) von zusammen 85,223 Fr.
90 Cts. einbezog und auf dieser Grundlage die Pratteln
zukommende Quote des Gesamteinkommens berechnete,
während die Rekurrentin den Standpunkt vertrat.
Doppelbesteuerung. N° 18. 117
dass diese Bezüge ganz zu den baselstädtischen Er-
werbsfaktoren gehören.
Eine Beschwerde gegen
die Taxation wies die Ge-
meindesteuerrekurskommission am 10. November 1922
ab und im gleichen Sinne erkannte am 6. Dezember
1922 der Regierungsrat von Baselland,
an den die Ge-
sllschaft die Sache weiterzog, mit der Begründung:
dIe Aufwendungen für die Reisenden entfielen örtlich
weder
auf Baselstadt noch auf Baselland, da sich die
Tätigkeit der Reisenden auswärts abspiele und einige
untr ihnen zudem in keinem der beiden Kantone Wohn-
sitz
hätten. Das örtliche Moment könne demnach für
die Zuscheidung nicht massgebend sein. Die wirt-
schaftlichen Erwägungen dagegen liessen die Reisenden
in erster Linie als im Dienste der Fabrikation stehend
erscheinen. Ihre Aufgabe bestehe
im Vertriebe der in
Pratteln hergestellten Erzeugnisse, wodurch sie mit
dieser Niederlassung in direktem Zusammenhang stün-
en, ud es werde infolgedessen durch den Erfolg
Ihres Wlrkens der Geschäftsgang der
Fabrik entscheidend
mit bestimmt. Baselstadt sei bei der Quotenvermitt-
lung ohnehin schon dadurch
im Vorteil, dass ihm ge~
stützt auf die örtlichen Erwägungen die Löhne des
gesamten in Basel arbeitenden kaufmännischen
Per-
sonals zukommen.!
Andererseits lehnte auch die baselstädtische
Steuer-
verwaltung ein Zurückkommen auf die Veranlagung
zur dortigen Ertragssteuer, bei der die Lohnbezüge
der Reisenden ganz
zu den baselstädtischen Erwerbs-
faktoren gerechnet worden waren, ab.
B. -Mit Eingabe vom 28. Dezember 1922 hat darauf
die A.-G. Henkel & Oe gegen den Entscheid des Re-
gierungsrats von Baselland vom 6. Dezember den staats-
rechtlichen Rekurs wegen Doppelbesteuerung ans Bun-
desgericht ergriffen mit dem Antrage, es sei in Aufhe-
bung des Entscheides die Rekurrentin als berechtigt
zu erklären, für die Steuerveranlagung inder Gemeinde
118 Staatsrecht. Pratteln die Gehälter der Reisenden als Steuerlaktor nicht zu berücksichtigen und der Anspruch von Basel- stadt auf vollen Einbezug dieser Gehälter unter die dortigen Erwerbsfaktoren anzuerkennen. C. -Der Regierungsrat von Baselland hat Abwei- sung des Rekurses beantragt, ohne den Erwägungen des angefochtenen Entscheides Neues beizufügen. Der Regierungsrat von Baselstadt hat sich dem Rekursbegehren angeschlossen. Die Geschäftsreisenden und Agenten sollen die Beziehungen mit den Abnehmern der Waren herstellen und unterhalten; sie erfüllen demnach im wesentlichen dieselbe Aufgabe wie die Korrespondenten, die auf schriftlichem Wege Verkaufs- offerten machen. Wie diese übten sie eine Tätigkeit aus, die zum Handel und nicht zur Fabrikation gehöre. Würde sich die Rekurrentin mit dem Vertriebe von Waren befassen, die den Abnehmern nicht vorgeführt zu werden brauchten, sodass das schriftliche Angebot genügen würde, so könnte kein Zweifel bestehen, dass das Personal, welches diese Offerten besorge, dem Orte zuzurechnen sei, wo es arbeite, d. h. wo sich im allgemeinen der kaufmännische Betrieb des Unter- nehmens abspiele, also hier dem Kanton Baselstadt. Die Frage könne aber nicht anders beantwortet wer- den, wenn es sich um die persönliche Überbringung von Offerten handle, wozu [die Reisenden verwendet würden. Das Bundesgericht zieht in Erwägung:
120 Staatsrecht.
Es ist aber nicht bestritten, dass der gesamte kauf-
männische Betrieb der Rekurrentin in der Basler Nieder-
lassung zusammengefasst ist, bezw. von dort aus vor
sich geht. Der Entscheid des Regierungsrats von Basel-
land und die durch ihn geschützte Einschätzung der
Gemeinde Pratteln sind deshalb in der Meinung aUfzu-
heben, dass bei der ihr zu Grunde liegenden Verlegung
des Gesamteinkommens aUf die beiden Kantone die
Gehaltshezüge der Reisenden g a
n z Basel zuzuschrei-
ben sind, was eine entsprechende Ermässigung der
in
Pratteln steuerbaren Einkommenssumme nach sieh
ziehen wird.!
Demnach erkennt das Bundesgericht:
Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gut-
geheissen und der angefochtene Entscheid des Re-
gierungsrates des Kantons Baselland vom
6. Dezember
1922 aufgehoben.
19. mit du a6 ma.i 1923
dans la cause Grundig contre Neuohatel.
Const. fed. arte 46 al. 2.: Le professeur de musique qui va
regulierement chaque semaine' passer deux ou trois jours
dans une commune d'un canton autre que celui de son
domicile pour y donner des lerolls particulieres peut y
tre impose sur le produit de cette activite.
Le recourant; Max Grundig, autrefois domicilie a La
Chaux-de-Fonds, reside depuis
10 ans environ a Ennenda
(Glaris)
Oll se trouve sa famille et Oll il exerce la profes-
sion de maUre de musique. Appele en 1922 ä. reprendre
la direction d'une
societe de chant de La Chaux-de-
Fonds, l'Helvetia, qu'il
avait deja dirigee lorsqu'il habi-
tait cette ville, il a accepte ce poste et se rend acette fin
chaque semaine
a La Chaux-de-Fonds. Cette direction
Doppelbesteuerung. N0 19.
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est retribuee par un traitement fixe de 1200 fr. II profite
en outre deses sejours a La Chaux-de-Fonds pour y
donner des
lec;ons particulieres de :inusique. Celles-ci ont
lieu soit au domicile de ses eleves soit dans le logement
qu'il occupe chez
une parente, 29 a Rue Courvoisier. Ces
lec;ons lui procurent un revenn d'environ 40 fr. par
semaine. 11 passe a cet effet trois jours par semaine a
La Chaux-de-Fonds, y compris le voyage aller et retour.
Les
lec;ons sont suspendues pendant les vacances (en-
viron trois mois).
Le 7
aotit 1922, Grundig a rec;u dn fisc nenchatelois
un bordereau d'impöt direct pour l'annee 19221e taxant
pour 50 000 fr. de fortune et 8000 fr. de ressources.
Sur recours de Grundig, le Conseil d'Etat de jNencha-
tel, par arrere du 27 fevrier 1923, a exonere le recourant
de
tout impöt sur la fortune et maintenu en principe
l'impöt sur les ressources en en rMuisant toutefois le
chiffre a 3000 fr. A l'appui de cette decision, le Conseil
d'Etat invoque le fait que le recourant exerce a La
Chaux-de-Fonds une profession liberale, a savoir qu'il y
dirige
la societe de chant l'Helvetia et y donne en outre
des lec;ons particulieres.
Par acte du 23 mars 1923, c'est-a-dire en temps utlle,
le recourant a
forme contre cet arrere un recours de droit
puhlic
au Tribunal federal. II conclut a ce qu'il plaise
an Tribunal fMeral declarer son recours bien fonde « en
ce sens que I'Etat de Neuchatel n'a pas le droit, ponr
l'annee 1922, d'imposer le recourant
sur ses ressources ».
II soutient que les dispositions de la loi cantonale sur
l'impöt direct ne lui sont pas applicables, attendu qu'il
n'est pas domicilie dans le canton de
Neuchatei et que
l'art. 13 de ladite loi ne viserait pas les professions
libe-
rales, et qu'en outre la decision attaqnee est contraire a
rart. 46 Constituton fMerale. le recourant etant impose
ä. Ennenda tant sur ses ressources que sur sa fortune.
Le
Conseil d'Etat de .Neuchatel a conclu an rejet du
recours, en invoquant notamment l'arrt rendu par la
AS 49 I -1928 9
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