BGE 47 III 117
BGE 47 III 117Bge11.10.1921Originalquelle öffnen →
116 Sanierung von Hotelunternehmungen. N0 35. 35. A.uszug aus dem Besohluss vom aa. September lSa1 i. S. Bürer. Die Ausdehnung des Pfandnachlassverfahrens auf andere als zum Fortbetrieb des Hotelgewerbes notwendige oder mit solchen gemeinsam verpfändete Grundstücke durch die Nachlassbehörde ist für das Schätzungsverfahren nicht verbindlich. Gemäss Art. 19 HPfNV werden zur Durchführung des Pfandnachlassverfahrens Geldmittel der Eidgenos- senschaft in Anspruch genommen. Die Ausdehnung des Verfahrens .auf andere als Hotelgrundstücke würde daher eine bestimmungswidrige Verwendung von Bundes- mitteln nach sich ziehen. Demnach kann es den Nach- lassbehörden nicht zustehen, im Einverständnis mit den Beteiligten das Pfandnachlassverfahren auch mit Bezug auf andere als zum Fortbetrieb des Hotelgewerbes not- wendige oder mit solchen gemeinsam. verpfändete Grundstücke zu eröffnen, und wenn es dennoch ge- schieht, ist ihr Entscheid für das Schätzungsverfahren nicht massgebend. Vielmehr ist es Aufgabe des mit der Leitung des Schätzungsverfahrens betrauten Bundes- gerichtes, eine bestimmungswidrige Verwendung von Bundesmitteln dadurch zu verhindern, dass es das Schätzungsverfahren gegebenenfalls auf diejenigen Grundstücke einschränkt, für welche das Pfandnach- lassverfahren überhaupt zuiässig ist. Dies trifft bezüg- lich der Villa Julia und des Wohnhauses mit Scheune nicht zu (vergl. Beschlüsse der Schuldbetreibungs-und Konkurskammer vom 24. Mai und 1. Juni), und sie können deshalb für das P fan d nachlassverfahren weiter nicht in Betracht fallen. Mit Recht hat daher die Schätzung~k(jmmisdon eine Schätzung derselben nicht vorgenommen. ••• OFDAG Offset-, Formular-und Fotodruck AG 3000 Bem A. Schuldbetreibungs-und KonkursrechL. PoursuiLe et faillite. I. ENTSCHEIDUNGEN DER SCHULDBETREIBONGS- UND KONKURSKAMMER ARRßTS DE LA CHAMBRE DES POURSU ITES ET DES FAILLITES. 36. Arret du SO juillet 1921 dans la cause Flotron et consorts. Art. 19 LP. La decision du commissaire au sursis refusant de laisser participer aux deliberations un creancier qui n'a pas fait sa production eu tcmps utile, n'est pas une mesun' susceptible d'etrc defCree au Tribunal fMeraI. La societe anonyme «( Fabrique d'Ebauches "t a Lancy (Geneve). ayant obtenu un sursis concordataire, un delai a He fixe aux creanciers. conformement a l'art. 300 LP. ppur indiquer leurs creances au commissaire. Dn certain nombre de creanciers n'ont pas produit dans le delai fixe. Le 14juin 1921.lorsde l'assembleedescreanciers.parl'or- gaue de leur representant, Me Nahrath, ils ont neanmoins sollicite du commissaire l'autorisation de prendre part aux deliberations. Le commissaire ayant refuse de faire droit a cette demande. Hs ont porte plainte a l' auto rite de surveillance en concluant a ce qu'il fUt enjoint au commissaire de tenir compte dans son rapport des voix qu'ils avaient donnees pour l'acceptation du concordat. Par decision du 9 juillet 1921.l'autorite de surveillance des offices de poursuite pour dettes et de faillite du can- ton de Geneve a rejete la plainte. estimant qu'en presence AS 47 In -1922 9
118 Scbuldbeueibungs-und Konkursrecht. N° 36. du texte formel de rart. 300 LP le commissarre ne pou- vait proceder autrement qu'ill'avait fait. C'est contre cette decision qu'est dirige le present recours. Les recourants soutiennent que l'instance can- tonale a donne de l'art. 300 LP une interpret:>tion trop formaliste et rigoureuse et qu'il suffit en realite que les creanciers se presentent a l'assemblee durant Ia delibe- ration pour avoir le droit de participer aux votations. Considerant en droit : C'est aux autorites de concordat qu'il incombera de trancher definitivement Ia question de savoir si le projet de concordat areuni les majorites legales et s'U y a lieu de tenir compte a cet egard des voix et des creances des recourants. Cela etant, -le Tribunal federal n'a evidemment pas qualite pour donner au commissaire des diredions sur Ia fa!;on de supputer les suffrages emis Iors de l' as- semblee. Ce la equivaudrait en effet a prejuger Ia ques- tion du succes de Ia procedure de concordat, alors que cette question doit arriver intacte devant l'autorite chargee d'en juger. Au surplus, i1 y a lieu de relever egalement que Ia mesure critiquee ne constitue 'pas une decision suscep- tible de faire l'objet d'un recours au Tribunal federal (art. 19 LP), car le rapport que le commissaire aura a presenter a l'autorite de c9ncordat n'est, comme Ia loi l'indique elle-meme, qu'un « avis )1, destine sans doute a eclairer les juges mais que ceux-ci sont libres de suivre ou de rejeter. La Chambre des Pourslliles el des Faillites prononce: Il n'{'st pas entre en matii're sur le recours. Scbuldbetreibungs-und Kunkursrecht. N° 37. 37. Auszug a.us dem Entscheid vom 11. Oktober 1921 i. S. de Wene .. 119 Kompetenz der Schuldbetreibungs-und K 0 n kur s kam m er, olme dass ein Rekurs vorliegt. an die K 0 n kur s ä m t e r all g e m ein eWe i s u n gen z u e r t eil e n. In ein einzelnes Konkursverfahren kann das Bundesgericht dagegen nur auf Grund eines gegen die Verfügung eines kantonalen Amtes gerichteten Rekurses eingreifen. Das Bundesgericht hat allerdings die Oberaufsicht über das ganze Betreibungswesen und ist daher befugt sich im allgemeinen über die Amtsführung der Aemter ohne speziellen Rekurs durch Inspektionen zu orien- tieren und gestützt darauf 'Weisungen zu erteilen. In ein einzelnes Konkursverfahren dagegen kann es nur . eingreifen auf Grund eines gegen die Verfügung eines kantonalen Amtes gerichteten Rekurses. Hievon darf, wenn nicht das Verfahren anarchisch werden soll, nicht abgegangen werden. Die Kantone alleiR haben die Disziplinarbefugnis über die Konkursbeamten, sie al- lein auch sind für die Geschäftsführung der Beamten verantwortlich. Wenn .daher zwar ihnen das Rt.cht zugestanden werden mag, ohne dass Beschwerde er- hoben worden wäre, in ein pendentes Verfahren einzu- ~eifen, um eine Schädigung zu verhüten oder schon gestifteten Schaden nach Möglichkeit wieder gutzu- machen und damit auch ihre Haftung zu vermeiden, so kann dagegen, da eine solche Ersatzpflicht für den Bund nicht in Frage kommt, dem Bundesgericht, das keinerlei Disziplinarbefugnis hat, dessen Aufgabe sich vielmehr darauf beschränkt, für die gleichmässige An- wendung des Gesetzes zu sorgen, eine solche Kompe- tenz nicht zustehen. Dazu kommt übrigens im vorlie- genden Fall, dass das Konkursverfahren gegen den Beschwerdeführer bereits abgeschlossen ist. Schon aus diesem Grunde erscheint daher ein Eingreifen des Bundes- gerichts ausgeschlossen.
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