Civil complaint inadmissible; Art. 59 BV not applicable

BGE 47 II 112Amtliche Sammlung des Bundesgerichts (BGE) / Band II09.02.1921Dismissed

Zusammenfassung

The defendant Inderbitzin challenged the Lucerne Obergericht's jurisdiction in a collection claim by Kreditanstalt and relied on Art. 59 BV. The Federal Tribunal held that Art. 59 BV is not a federal norm whose non-application can be complained of by civil complaint; it is a constitutional guarantee enforceable only by public-law constitutional remedy. Since the cantonal court had in any event examined that provision, the complaint could not succeed. The Federal Tribunal therefore did not enter into the complaint.

Regest

Art. 87 Ziff. 1 OG; Art. 59 BV; civil complaint based on non-application of federal law: Art. 59 BV is not a jurisdictional norm whose alleged non-application can be invoked by civil complaint. It merely grants the defendant a constitutional guarantee to be sued in the canton of domicile, a protection enforceable by staatsrechtlicher Rekurs, not by civil complaint. Where the cantonal court has expressly examined Art. 59 BV, any alleged incorrect interpretation lies outside the scope of review in civil complaint proceedings (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

bserve. C'est la solution que le canton du Valais a adopte. Il est exact que dans d'autres cantons(Zurich pnr exemnle), l'application des regles legales sur les dlstances a observer dans les constructions pent faire l'objet d'une action civile. mais c'est le droit cantonal qui prevoit expressement cette faculte, et les cantons sont libres de prescrire au contraire la voie administra- tive sans que, pour cela, le droit f )dera soit viole. n ne s'agit donc pas en I'espece d'une cause civile appelant l' application du droit federal. Partant le re- cours estirrecevable (art. 56 et 57 OJF). Le Tribuna1lederal prononce: 11 n'est pas entre. en matiere sur le recours. 22. Orten der II. ZivUa.bteilung vom 4. lW 1001 i. S. Ind.erbitzin gegen ICred.ita.nata.lt. OG Art. 87 Ziff.1. Z i v il r e c h t li c h eB e s c h wer d e wegen Nichtanwendung eidgenössischer R e c h t s n 0 r m e n: Art. 59 BV kann als nicht ange- wandte Nonn nicht in Betr'acht fallen. A. -Mit Urteil vom 9. Februar 1921 hat das Ober- gericht des Kantons Luzern die Nichteintretenseinrede die der in Zürich domizilierte Beklagte Inderbitzfu gegen die VOll der Klägerin aus einern Kontokorrent- verhältnis gegen ihn erhobene Leistungsklage geltend gemacJ;1.t hatte, abgewiesen. . B. -Hiegegen richtet sich die vorliegende zivilrecht- hnhe Beschwerde, mit der der Beklagte beantragt., s .sel der von der Klägerin angerufene luzernische Richter -auf Grund des Art. 59 BV als un'zuständig zu erklären. Prozessrecht. Nu 22.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung: Die zivilrechtliche Beschwerde ist zwar nach der neue- ren Praxis des Bundesgerichts auch zulässig gegen Kom- petenzentscheide, sofern die Nichtanwendung eidge- nössischen Rechts in Frage steht. Als nicht angewendete eidgenössische Norm kann jedoch Art. 59 BV, den der Beklagte angerufen hat, nicht in Betracht kommen. Art. 59 bestimmt nicht direkt die Zuständigkeit eines Richters, er ist nicht selber Gerichtsstandsnorm, sondern gibt nur dem Beklagten eine gewisse Garantie, dass er in, seinem Wohnsitzkanton beurteilt wird, diese ver- fassungsmässige Garantie aber kann nur auf dem Wege des staatsrechtlichen Rekurses geltend gemacht werden. Von der Nichtanwendung eidgenössischen Rechtes kann aber im vorliegenden Falle auch deswegen nicht die Rede sein, weil die Vorinstanz Art. 59 gar nicht unangewendet gelassen, sondern audrücklich geprüft hat, ob die Ge- richtsstandsabrede mit Rücksicht auf die bundes- gerichtliche Praxis zu Art. 59 BV geschützt werden könne. Ob dabei Art. 59 richtig oder unrichtig inter- pretiert wurde, kann im zivilrechtlichen Beschwerde- verfahren nicht überprüft werden. Demnach erkennt das Bundesgericht : Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. AS 4' H -19'!1 8

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