BGE 45 III 177
BGE 45 III 177Bge28.03.1917Originalquelle öffnen →
176
Entscheidungen
dariiber zu machen, inwieweit eine die Rückgewähr in
natura ausschliessende Verfügung seitens der Beklagten
tatsächlich stattgefunden habe
und welche Bereicherung
sie daraus gezogen haben, war der Kläger nicht gehalten,.
Da die Verpflichtung zum Ersatze des Wertes, bezw. der
Bereicherung nur eine eventuelle, für den Fall der Un-
möglichkeit der RückgeWähr der Sache in natura be-
stehende ist und daher, um zu einer präsenten zu werden,
die vorhergehende Feststellung dieser
Unmöglichkeit
voraussetzt, konnte er damit zuwarten, bis im Wege
der Vollstreckung des die Anfechtungsklage grundsätzlich
gutheissEmden Urteils ermittelt sein werde, inWiefern die
Beklagten noch in der Lage sind, ihren Verpflichtungen
durch unmitteare Rückerstattung nachzukommen
oder nicht. Sollte alsdann über die Beträge, welche die
Beklagten
statt dessen aus dem Titel der Bereicherung zu
ersetzen haben, keine Einigung
zWischen den Parteien
erzielt
werden können, so wird er zu deren Feststellung
neuerdings den Klageweg zu beschreiten haben. Dann-
zumal wird
auch zu entscheiden sein, wie sich in dieser
Beziehung die Behauptungs-und Beweislast
. zwischen
den
Parteien verteilen wird (vergl. JAEGER zu Art. 291
Nr.7 i. f.).
Für die Frage, inwiefern die' Beklagten andererseits
Anspruch auf Rückgabe der dem Schuldner gemachten
Gegenleistungen haben,
ist massgebend Art. 291 Abs. 1
SchKG. Im vorliegenden Verjahren ·besteht kein Anlass
dazu Stellung zu nehmen, da irgendwelche Rechts-
begehren nach dieser Richtung nicht gestellt
worden sind.
Mit diesen Verdeutlichungen inbezug auf die aus der
Gutheissung der Anfechtung sich ergebenden Folgen
ist
das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.
Demnach erkennt das Bundesgericht:
Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des
Obergerichts des Kantons Solothurn
vom 19. März 1919
im Sinne der Erwägungen bestätigt.
38. Än'it da 1 .. IIe Sect.ion civila 411 95 jm 1919
dans la cause Ha101 contre Blanchard.
177
Responsabilite des preposes aux poursuites (art. 5 LP). -
Ordonnance de sequestre.
Attedu que ,le recurant a intent au prepose aux
poursUles de I arrondissement da la Singine, a Tavel,
une
.actIon en 2000 fr. de domrnages-interets. basee sur
l falt qua le defendeur, en ne donnant pas suite irnrne-
dlatement
a. une requisition de sequestre formulee par le
demandeur le
11 septembre 1916 aurait commis une
faute
.qui. l'obligrait. en vertu de I'art. 5 LP. a reparer
1e preJudice SUbl par le creancier ;
Consideran,t. que I'art. 5 LP se rapporte uniquement a
la responsabllite des preposes pour le dornrnage cause
par leur faute dans l' exercice des fonctions que leur attri-
bue
la loi fM.erale ;
qe 1a LP ne Iace a l'oint dans les attributions du pre-
P?se
aux poursmtes Iordonnance de sequestre ; qu'elle
dIspose a ,contrairt. 23 que les cantons designent
les atontes chargees d autoriser le sequestre (art. 271
et .SUlV.), et que, d'apres l'art. 6 de la loi cantonale
d:eecution de la LP, le canton de Fribourg a confie
cette fonction au prepose ;
que le
prepose aux poursuites de Tavel n'ayant par
conseqent p~ agi en l' espece comme organe de la
poursmte, maIS comme autorite de sequestre en vertu
de Ia competence que Iui confere le droit cantonal,
sa responsabilite releve de
ce droit et non point de l' art. 5
LP (cf. JAEGER, Comment. LP art. 273, note 1);
que le passage du commentaire de Jaeger (note 3
sous
art. 272 LP) invoque par le recourant -« Sie (die
Arrestverfügung)
ist nicht als ein Urteil in einem Zivil-
rechtsstreit' zu behandeln, sondern hat den Charakter
einer rein betreibungsrechtlicheu Massnahme » -a trait
a la qUestiOl1 de savoir si la decision de sequestre est une
. AS 45 111 -19HI
13
Ent,,-llf'idungen lllcsure du droH dt poursuite Oll est assimilable a Ul1 jugc- lUellt soumis aux voies da recours du droit de procedure eivil (Zeitsehr. hern. J. v. 45 p.335), mais ne dit nulle- ment que l'autorisation du sequestre ressortit au preposc en sa qualite d'organe de poursuite institue par Ia loi federale ; que, s'agissant des 10rs de l'application du droit call- tonal, 1e present recours n' est pas recevable. Le Tribunal /ederal prononce : Il n'est pas entre en matiere sur le recours. 39. UrteU der IX. ZlvilabteUung vom aa. Oktober 1919 i. S. Aarga.uiache Kühlen A.-G. gegen Sichler. Anfechtungsklage nach Art. 286 SchKG : Berechnung der sechsmonatlichen Frist nach dem Datum der Grundbuch- eintragung. - ·Ob ein Missverhältniss zwischen den beiden Leistungen vorliegt, ist Schätzungsfrage ; Ueberprüfbarkeit der rechtlichen Grundlagen des· kantonalen Schätzungs- entscheides. -Massgebend für die Schätzung ist der Ver- kehrswert. -Grundsätze für dessen Bestimmung. A .. -Der Beklagte J. I-!ächler-Suter, Mechaniker, kaufte laut Vertrag vom 8. August 1916 von seinem 73-jährigen Vater Johann Hächler-HäuptU in Rohr dessen auf 25,770 Fr. geschätztes Heimwesen samt Inventar zum Preise von 19,000 Fr. Der Kaufvertrag wurde am 22. September an das Grundbuchamt Aarau abgesandt. Die Eintragung erfolgte jedoch erst am 3. Oktober 1916, da zuvor die Löschungsbewilligungen von Pfand- gläubigern eingeholt werden mussten. Im Mai 1917 wurde Johann Hächler-Häuptli von der Klägerin, der Aargauischen Mühlen A.-G., für eine Bürgschaftsschuld von 3000 Fr., die er ihr gegenüber 1 der Ziv1lkammern. N° 39. 179 am 30. Januar 1914 zu Gunsten seines Schwiegersohnes A. Frischknecht eingegangen war, betrieben. Die Gläu- bigerln erhielt jedoch einen vom 28. März 1917 datierten Verlustschein zugestellt mit der Erklärung des Betrei- bungsamtes, dass der Schuldner infolge der Veräussernng seiner Grundstücke und der Verwendung des Erlöses ·zur Tilgung von Verpflichtungen keinerlei Vermögen mehr besitze. Darauf focht die Aargauische Mühlen A.-G., gestützt auf Art. 286 und 288 SchKG den Kaufvertrag an mit der Begründung, der Kaufpreis stehe mit der Schätzung und -dem ·wirklichen Werte des Kaufgegenstandes in einem offensichtlichen Missverhältnis. Mit der Veräus- serung des Heimwesens hätten die Vertragsparteien den Zweck verfolgt, die Gläubiger Johann Hächlers zu be- nachteiligen. B.-Durch Urteil vom 7. Juni 1919 hat das Obergericht des Kantons Aargau -im Gegensatz zur ersten Instanz- die Klage abgewiesen. Den Motiven ist zu entnehmen : Bei der· Beurteilung der Frage, ob das angefochtene Rechtsgeschäft in den nach Art. 286 SchKG massge- ben den Zeitraum von sechs Monaten vor der Pfändung, also hier in die" Zeit zwischen dem 28. September 1916 lind dem 28. März 1917, falle, sei nicht auf das Datum der Eintragung im Grundbuch abzustellen, da dieses keine Handlung des Schuldners bilde, sondern auf den Tag der Anmeldung beim Grundbuchamt (AS 42 III S. 176). Diese, d. h. die Absendung des Kaufvertrages an den Grundbuchführer, sei jedoch schon am 22. Sep- tember 1916 erfolgt. Demnach müsse der aus Art. 286 SchKG hergeleitete Klaganspruch als verwirkt bezeichnet werden. - Für die weitere Frage aber, ob das angefoch- tene Rechtsgeschäft im Sinne des Art. 288 SchKG zum Zwecke der Gläubigerbenachteiligung abgeschlossen wor- den sei, komme als gewichtigstes Indiz ein allfäligs offensichtliches Missverhältnis zwischen den bei den LeI- stungen in Betracht.
Programmgesteuerter Zugriff
API- und MCP-Zugriff mit Filtern nach Quellentyp, Region, Gericht, Rechtsgebiet, Artikel, Zitat, Sprache und Datum.