BGE 44 III 70
BGE 44 III 70Bge16.12.1916Originalquelle öffnen →
70 Entscheidungen der Schuldbetre1bungs- ,genügt es daher bei Beantwortung der Frage, ob das Pfand nach Eintritt normaler Zeiten für die Pfandfor- 'derungen Deckung. biete, neben den Kapitalbeträgen noch denjenigen Teil der gestundett.'n Zinsen einzustelle-n, ·dessen Abzahlungstermine nach dem vorgelegten Til- ,gungsplane in die Zeit nach dem 31. Dezember 1922 fallen . . Demnach beschliessi die Schuldbetr. u. Konkurskammer :
Der Oberexperte hat seinen Befund auf die vor-
-stehenden Instruktionen zu stützen und dem Bundes-
gericht einzureichen, das alsdann das weit.ere anordnen
wird.
21. Entscheid vom 10. Juni 1918 i. S. Xeller gegen Saoh-
walter der .6..-00. Elektrische :Bahn :B1'\1D118n-Korsohaoh.
Nachlassvertrag von Eisenbahnunternehmungen nach Bundes-
. gesetz vom 25. September 1917. Alle Schulden, die dem
Nachlassvertrag unterliegen und deren Entstehungstat-
bestand der Stundungsbewilligung zeitlich vorangeht,
dürfen nicht bezahlt werden, solange als nicht feststeht,
welche Opfer die Gläubiger bringen müssen ..
A. -Durch Beschluss des Bundesgerichts vom 2. Mai
1918 wurde der A.-G. EleKtrische Bahn Brunnen-Mor-
'schach die Nachlassstundung im Sinne von Art. 55 fi.
des Bundesgesetzes vom 25. September 1917 über Ver-
pfändung und Zwangsliquidation von Eisenbahn-und
Schifiahrtsunternehmungen bewilligt.
Am 21. Mai 1918 hat der Sachwalter auf ein Gesuch
der Nachlassvertragsschuldnerin hin,
es· sei ihr die Be-
zahlung einer Rechnung der Annoncen-Expedition Keller
& Oe in Luzern von 176 Fr. 50 Cts., datiert den 23. Mz
1918, für die Inserierung der Einladung zur General-
. versammlung der Gesellschaft zu bewilligen, (! in Erwä-
. 'und Konkurskammer. N° 21.
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gung. dass derartige Auslagen nicht zu den eigntlichen
Eisenbahnbetriebskosten gehören, verfügt: DIe vorge-
legte Rechnung der Annoncen-Expedition Keller, darf
nicht bezahlt werden. l)
B. -Mit der vorliegenden Beschwerde verlangt die
Firma Keller & Cie Aufhebung dieser Verfügung, mit
der Begründung, dass eine Betriebsschuld in Frage stehe,
und die Bezahlung daher bewilligt werden müsse.
Die. Schuldbelr.-u. Konkurskammer zieht in Erwägung:
Nach Art. 57 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 25. Sep-
tember 1917 über Verpfändung und Zwangsliquidation
von Eisenbahn-und Schiffahrtsunternehmungen hat der
Sachwalter dafür zu sorgen, dass die Unternehmung nur
,die zur Aufrechterhaltung des Betriebes erforderlichen
Zahlungen
vornimmt. Hieraus und aus Art. 52 Ziff.2
.ebenda, wonach die unverkürzte Bezahlung der Kosten
des Betriebes w ä h ren d des Ver f a h ren s (d. h.
des Nachlassverfahrens) sicherzustellen ist, erhellt, dass
eine Vollbefriedigung
von Forderungen, welche ZUl Zeit
der Stundungsbewilligung schon zu Recht bestunden,
nicht zulässig ist, und nur solche Schulden voll bezahlt
werden dürfen, welche zur Aufrechterhaltung des Be
triebes seit diesem Zeitpunkte kontrahiert worden sind.
Es kann sonach für vor der Stundungsbewilligung ein ..
gegangene Schulden darauf nichts ankommen, ob sie aus
dem' Betriebe herrühren oder nicht und es braucht daher
im vorliegenden Falle auch nicht untersucht zu werden,
ob eine Betriebsschuld
in Frage steht ; denn es dürfen
überhaupt alle Schulden, die dem Nachlassvertrag unter-
liegen und deren Entstehungstatbestand der Bewilligng
der Nachlassstundullg zeitlich vorangeht, solange ncht
voii bezahlt werden, als nicht feststeht, welches Opfer die
Gläubiger nach den Bestimmungen des achlassvetrages.
bringen müssen. Im vorliegenden Falle hegt nnn em ver-
bindlicher Entwurf für den Nachlassvertrag noch nicht
vor, vielmehr muss dieser dem Bundesgericht erst innert
AS 44 III -t918
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72 Entscheidungen der Schul4betreibungs-
.einer Frist von drei Monaten von der Stundungsbewilli-
gung an eingereicht werden, sodass also zur Zeit noch
ungewiss' ist, ob die Kurrentglä.:.biger überhaupt voll
befriedigt werden können. oder ob sie sich mit einer
Dividende begnügen müssen.
Ausgenommen davon sind natürlich die
in Art. 52
aufgezählten Schulden, deren unverkürzte Bezahlung.
im Nachlassvertrag sichergestellt werden muss. Dabei
handelt es sich jedoch
nur um eine scheinbare Ausnahme;.
denn der Bezahlung dieser Schulden steht deshalb nichts'
entgegen, weil
sie überhaupt nicht unter den Nach!ass-
vertrag fallen. .
Selbst wenn übrigens das Gesetz die genannten
posi-.
tiven Vorschriften nicht aufgestellt hätte, so könnte der
von den Beschwerdeführern vertretenen Auffassung.
trotzdem nicht beigetreten werden; denn die Unzulässig-
keit einer verschiedenen Behandlung von vor der Stun-
dungsbewilligung eingegangenen Betriebs-und andern
dem Nachlassvertrag
untertehenden Kurrentschulden.
ergibt sich schon aus dem allgemeinen Grundsatze des.
Konkursrechtes, dass alle Gläubiger gleichen
Ranges.
gleich behandelt werden müssen, welcher Grundsatz, da
der Nachlassvertrag nichts anders ist. als ein Surrogat.
des Konkurses
(AS 25 11 S. 955 ;J!6 II S. 196 ; 33 I S. 444 ;.
42 III S. 462) auch für ihn gelten muss:
Demnach erkennt die Schuld'iJetr.-u. Konkurskammer :
Die Beschwerde wird abgewiesen.
22. Ilxtrait cie l'arrit du la juin 1918 dans la cause ZaVallonl_
Revocation du sursis general aux ,poursuites. Obligation de
verser les acomptes en mains du commissaire.
Les pieces du dossier et les allegations du recourant
lui-meme excluent la possibilite de maintenir 1e sursis.
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und Konkurskammer. N· 23. 73
TI resu1te, en effet, des quittances produites que1es
versements mensuels de 200 fr. efiectues par le debiteur
en mains de l'Office des poursuites et non pas entre les
mains
du commissaire du sursis. se rapportent ä une
poursuite en cours, vraisemblablement a une poursuite
en realisation de gage, a laquelle la mesure du sursis ne
s'applique pas. Or les versements imposes au debiteur
lors de l'octroi
du sursis sont evidemment destines ä
desinteresser les creanciers dont les pretentions font l'ob-
jet de cette mesure et noQ. pas a payer des dettes aux-
quelles le sursis ne s'etend '·Pa. Rien dans 1e dossier ne
pennet d'admettre que le recouiant ait verse ponctuelle-
ment au commissaire du sursis 1es acomptes ordonnes par
le president du Tribunal de la Sarine aux fins de les repar-
tir aux creanciers vises par le sursis. Dans ces conditions,
1e juge a revoque ä juste titre le sursis en application de
l'art. 15 a1. 2 de l'ordonnance federale du 16 decembre
1916concernant le sursis
general aux poursuites.
De
plus. le recourant prouve, avec pieces a l'appui.
qu'il a paye directement, durant le, sursis, certains crean-
ders qui ne pouvaient pas 1e poursuivre pendaQ.t que cette
mesure etait 'en vigueur. Mais cet argument se retourne
contre
1e recourant, car en efiectuant ces paiements il a
favorise certains d'entre ses creanciers au detriment des
autres,
et par ce motif ega1ement le sursis devait etre
'revoque.
23. Benttu& 17 guigno 1918 nella causa Chi~ Comolopo.
Evasa l'esecuzione con atto di insufficiente ofTerta,l'ufficio
e tenuto a restituire al creditore n titolo di credito rimes-
sogli
per ,l'esecuzione in via di realizzazione di pegno ove
questo titolo non sia una carta-valore, ne una cartella
tpotecaria ne una rendita fondiaria.
La camera esecuzioni e jallimenti considerando:
ehe nt'll'esecuzione N° 11419 promossa contto Can-
dolft Natale
in Comologno per realizzazione di pegno
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