BGE 44 III 19
BGE 44 III 19Bge23.01.1918Originalquelle öffnen →
18 Entseheidungeri der Schuldbetreibung&-
will nun aber gar' nicht diesen Zweck erreichen, sondern
jetzt schon, während der Kriegszeit, die Liegenschaften,
die seine Hauptaktiven bilden, versilbern. Er verlangt
die Stundung
nur zu dem Zwecke, um die infoJge von
Betreibungen in Aussicht. stehende Zwangsverwertung
zu verhüten. weil er glaubt, dass er durch freihändigen
Verkauf auch in der gegenwärtigen Zeit einengrössern
Erlös erzielen könne. Hiefür ist aber die Betreibungs-
stundung
nicht geschaffen worden ; sonst könnte sie jeder
Schuldner
in Anspruch nehmen, der während des Krieges
vor
der betreibungsrechtlichen Verwertung steht.
Dazu kommt, dass die Stundung die Zwangsverwer-
tung der Liegenschaften nicht verhindern. könnte. weil,
wie sich aus dem Güterverzeichnis ergibt, eine Reihe von
Hypothekarzinsell, für die die Liegen&chaften pfandrecht-
licl~ haften, schon seit zwei Jahren verfallen sind und
daher für diese trotz einer Stundung die Betreibung auf
Pfandverwertung nach Art. 9 und 10 BStV durchgeführt
werden kann.
Und da diese Liegenschaften sein Haupt-
vermögen darstellen und diese jetzt zur Kriegszeit ver-
wertet werden m ü s sen, wobei ein für die Chirogra-
phargläubiger verwendbarer
Überschus ausgeschlossen
ist.
so ist eine Vollbefriedigung seiner Gläubiger auf alle
Fälle ausgeschlossen
und damit fehlt auch die erste
Voraussetzung für die
BewiIligung einer Stundung. .
Endlich könnte die Stundung
auch deshalb nicht be-
willigt werden, weil kein 'Anhaltspunkt dafür besteht.
dass
der Rekurrent allen seinen Gläubigern bis 30. Juni
1918 Abschlagszahlungen leisten könnte. ohne solche
aber eine Stundung nach Art. 2 des Bundesratsbeschlusses
betreffend Befristung
der allgemeinen Betreibungsstun-
dung . vom 23. November 1917' nicht mehr zulässig ist.
Der
Rekurrent hat allerdings erklärt, er wolle 500 Fr.
abzahlen. Allein die beigefügte Bemerkung zeigt, da&S er
keineswegs sicher ist, eine solche Zahlung leisten m
können. Er hat selbst zugegeben, dass er keine flüssigen
Mittel besitze. und nach der Feststellung der Vorinstanz.
und Konkurskammer. N0 5.
, l
besteht keine Aussicht darauf. dass die Fertigung des
vom Rekurrenten abgeschlossenen Liegenschaftskaufes zu
Stande komme
und der Käufer seine Verpflichtungen
erfülle.
5.
Eztrait d8 l'arrit du al ftvrier 1918 dans la cause Eggis
S ais i e. Le <iroit du debiteur poursuivi a la revendication
d'une chose ne peut faire l'objet d'une saisie.
D'une faon generale, le pretendu droit du debiteur
poursuivi a la revendication d'une chose ne peut faire
l'objet d'une saisie, et l'office ne doit pas donner suite
a une requisition de cette nature. La saisie, il est vrai.
peut comprendre non seulement des creances mais
d'autres droits appartenant au debiteur vis-a-vis de tiers,
puisque l'article
91 LP oblige le debiteur a indiquer a
l'officier qui y procMe « tous ses biens, creances et autres
drots compris ». Mais il resulte d'autres textes que le
drOlt
tendant a obtenir la remise d'une chose ne rentre
pas dans la ategorie de droits vises par I'art. 91 : aux
termes des art. 106 et suivants la questioll de savoir si une
chose appartient ou non au debiteur poursuivi doit etre
tranchee par le juge, prealablement a sa realisation au
profit du creancier poursuivallt, et a cet effet la chose doit
etre isie elle:neme, meme lorsqu'elle ll'est pas en
posseSSlOn du deblteur et que celui-ci Oll un tiers affirment
qu'il
n'a pas de droit sur elle. Si donc le creancier poursui-
vant pretend qu'un objet trouve chez un tiers n'appattient
pas en realite a ce tiers, lequel est tenu de le livrer au
debiteur poursuivi, en d'autres termes que le debiteur est
en droit de le revendiquer. le creancier a non seulement
le droit, mais le devoir
de faire saisir la chose elle-meme,
afin que le tiers puisse affirmer son
droit de propriete et
forcer le creancier al'actionner en conte station de ce droit
et a prouver a eet effet que la chose appartient en realite
au debiteur poursuivi et non pas au tiers possesseul'.
20 Entscheidungen der Schuldbetreibungs-
Le dbiteur poursuivi a Up. interet evident et digne de
protectIon que cette procedure soit observee. Car s'il est
vraiment proprietaire, il doit pouvoir e?tiger que Ia chose
elle-meme soit realisee, et non seulement un droit de
revendication conteste. Or, teIle serait la consequence
du procede sanctionne en l'espeee par l'instance cantonale:
saisie
du «droit de revend,iquer I), vente aux encheres de
ce droit et, par consequent, dans le cours ordinaire des
choses,
produit bien inferieur a celui de Ia vente de la
chose elle-meme.
Quant au creancier, il ne saurait se soustraire par cette
voie detournee a l'obligation qui lui incombe d'actionner,
avanttout,le tiers en remise de la chose, s'il entend se faire
payer sur elle, soutenant qu'elle appartient en realite au
debiteur poursuivi. .
Le tiers possesseur enfin qui se pretend proprietaire
de Ia chose peut exiger egalement que la procedure de
revendication, teIle qu'elle est prevue aux articles 106
et suivants, soit observee avant toute realisation au
profit du creancier poursuivant.
6. AaRS aus aem Intscheia vom. 9'1. lebraar 19l8
i. S. !trDascoDi.
Ein Schuldnerder durch unredliche Handlungen seine Gläu-
biger benachteillgt hat, kann keine allgemeine Betreibungs-
stundung beanspruchen.
Es ergibt sich aus der Vermögensaufstellung vom
18. Juni 1917, dem Güterverzeichnis und dem Gutachten
des gerichtlichen Experten, dass der Rekurrent kurz
vor Einreichung des Stundungsgesuch,es den Hauptteil
seiner unbelasteten Aktiven, nämlich das Geschäfts-
inventar, der Aktiengesellschaft Bernasconi ohne Über-
bindung der Geschäftsschulden abgetreten hat und dass
ihm hiefür Aktien übergeben wurden, deren Nomi-
. und Konkurskammer. Ne> 7.
:Zl
nalbetrag zwar den in den Büchern eingesetzten Wert
des Inventars erreicht, denen aber schon unmittelbar
nach der Gesellschaftsgründung nur ein Wert von etwa
16% des Nominalbetrages beigemessen worden ist.
Damit wurde den Kurrentgläubigern ihre Hauptdeckung
entzogen. Sodann steht fest, dass der Rekurrent von den
erhaltenen Aktien 61 Stück im NomiaIbetrage von
30,500 Fr. sogleich gewissen Gläubigern an Zahlungs-
statt übergab. Beide Handlungen, die Veräusserung
von Aktiven und die Zahlung einzelner Schulden, wurden
vom Rekurrenten im Bewusstsein seiner Überschnldung
vorgenommen. Auf die
Wohltat der allgemeinen l3etrei-
bungsstundung können aber nur Schuldner Anspruch
erheben, die Gewähr für eine gleichmässige Befriedigung
aller Gläubiger bieten. Wenn auch nicht ausdrücklich
in der Verordnung ausgesprochen, so ergibt sich dieser
Grundsatz doch aus der allgemeinen Erwägung, dass
nur der Schuldner, zu dem die Gläubiger das Vertrauen
haben können, dass er nach Möglichkeit eine Vermin-
derung ihrer Deckung zu vermeiden suche, eine so aus-
serordentliche Vergünstigung, wie die allgemeine Betrei-
bungsstundung beanspruchen darf.
7.lntsoheid. vom 21. Kirz 1918 i. S. Iaraelitlaoher Bpitalverein
Die Bestimmung des Art. 64 SchKG findet auch für die Zu~
stellung an den Vertreter einer juristischen Person oder Ge-
sellschaft entsprechende Anwendung.
A. -Der rekurrierende Israelitische Spitalverein in
Basel ist eine juristische Person. Als sein Sitz ist im Han-
delsregister die Wohnung des Präsidenten Isaak Dreyfus-
Strauss eingetragen. Ein besonderes Geschäftslokal besitzt
der Verein nicht. Am 23. Januar 1918 wurde gegen ihn
von Frau Emma Soland eine Betreibung eingeleitet.
Der Zahlungsbefehl wurde in der Wohnung des
Präsiden-
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