Art. 2 ZGB cannot found federal appeal in cantonal-law dispute

BGE 44 II 444Amtliche Sammlung des Bundesgerichts (BGE) / Band II14.07.1904Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Tribunal held that an alleged misapplication of Art. 2 ZGB does not by itself open federal appellate review where the underlying corporate dispute is to be decided under cantonal law. Because Art. 2 ZGB is merely an application norm and not a standalone rule governing a legal relationship, the appeal could not be used to challenge a cantonal-law judgment. The appeal was therefore not admitted.

Omnilex-Regeste

Art. 57 OG; Art. 2 ZGB; cantonal-law dispute and federal appeal competence: Art. 2 ZGB is not a substantive rule governing an autonomous legal relationship, but a general norm of application to be observed within disputes governed by federal private law. In a controversy decided under cantonal law, an alleged violation of Art. 2 ZGB cannot found federal appellate jurisdiction. To admit an appeal on that basis would permit cantonal-law disputes to be carried to the Federal Tribunal contrary to the statutory scheme. If a violation of Art. 2 ZGB were nonetheless assumed, the Federal Tribunal could not decide the matter on the merits but would have to remand for a new decision under cantonal law (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

indeterminee, robjet d'un recours en reforme a l'issue d'un proces auquel ils ne SOllt plus partie et dans lequel 'leur situation pourra avoir ete compromise par Bocquin sans qu'ils aient eu les moyens de se defendre contre ce risque. I1 y a donc in interet certain a ce que le Tribunal fooeral tranche en retat actuel de la procedure la question de la responsabilite de Lugrin Oe. Du reste, dans l'arret du 14 juillet 1904, rendu en la cause Rosenbaum c. Fischer et consorls (RO 30 II p. 433 et suiv.) semblable a la pre- sente espece, le Tribunal federal a deja considere comme constituant un jugement au fond, susceptible de faire l'objet d'un recours en reforme, une decision cantonale, en tant qu'elle avait vide definitivement le litige en ce qui concernait run des codefendeurs. Cette jurisprudence doit etre confinnee. . Par tous ces motifs il y a lieu d'elltrer eIl matiere SUt' le recours ..... 78. Auszug aus dem 'OrteU der 11. ZivilabteUung vom SO. Oktober 1918 i. S. Eirseck'sche Produktions-und Xonsumgenossenscha.ft gegen Korporation er Lehen- und Gewerbsinteressenten am St. Albanteich. Art. 57 OG. Liegt eine Verletzung von Bundeszivilrecht vor, wenn in einer nach kantonalem Recht zu beurteilendeR Streitigkeit eine Verletzung von Art. 2 ZGB geltend ge- macht wird? Die vorliegende Korporationsstreitigkeit war nach kantonalem Recht zu beurteilen (Art. 59 ZGB) und di Vor- instanz hat. gestützt auf dieses, die Klage zugesprochen. Die Beklagte hat gegen dieses Urteil rechtzeitig und forrnrichtig die Berufung an das Bundesgericht ergriffen mit dem Antrag auf Abweisung der Klage ; sie macht eine Verletzung von Art. 2 ZGB geltend. Das Bundesgericht ist auf die Berufung nicht einge- treten, Prozessreeht. N° 78.

in Erwägung: Die BerufungskJägerin kann die Zuständigkeit des Bundesgerichts auch nicht dadurch begründen, dass sie behauptet, das angefochtene Urteil verletzte Art. 2 ZGB, also eine Vorschrift des Bundeszivilrechts. Art. 2 ZGB ist nicht ein selbständiger Rechtssatz, der ein bestimmtes Rechtsverhältnis regelt, sondern bloss eine Rechtsan- wendungsnorm, die bei allen Rechtsverhältnissen zu beachten ist, die sich nach eidgenössischem Privatrecht richten. Somit kann aber eine Verlet,zung der Qundes- rechtlichen Vorschrift von Art. 2 ZGB uur geltend ge- macht werden, wenn auch das streitige Rechtsverhältnis selbst nach eidgenössischem Recht zu beurteilen ist. Wolltt: das Bundesgericht auf Berufungen eintreten, die nur eine unrichtige Anwendung von Art. 2 ZGB rügen, so wäre die Folge davon die, dass die Streitigkeiten kantonalen Rechtes, hinsichtlich deren die übrigen Berufungsvoraus- setzungen vorhanden sind, an das Bundesgellcht weiter- gezogen werden könnten, was aber offenbar vom Gesetze nicht gewollt ist. Das bundesgerichtliehe Urteil wäre in. solchen Fällen übrigens auch ohne Sanktion; denn das Bundesgericht dür::tte, wenn es eine Verletzung von Art. 2 ZGB als gegeben erachtet. nicht selbst entscheiden, sondern es müsste die Sache an die Vorinstanz zurück- weisen, damit sie -wiederum nach kantonalem Recht - neu entscheide. Es stünde aber nichts entgegen, dass die kantonale Instanz ihr früheres Urteil bestätigen würde mit der Begründung, dass nach dem massgebenden kanto- nalen Recht nicht anders entschieden werden könne, als sie es getan. Das Bundesgericht seinerseits wäre nicht in der Lage, auf eine neue Berufung hin, hiegegen einzu- schreiten, weil es die Anwendung des kantonalen Rechtes durch das lcintonale Gericht nicht zu überprüfen hat.

Schlagwörter

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Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether a federal appeal is admissible when the challenged judgment concerns a dispute governed by cantonal law and the only federal-law complaint is an alleged violation of Art. 2 ZGB.

Extrahierter Entscheid

No. Art. 2 ZGB is only an application norm and cannot, by itself, ground federal appellate jurisdiction in a dispute otherwise governed by cantonal law.

Extrahierte Begründung

Art. 2 ZGB does not regulate an autonomous legal relationship; it must be applied within disputes governed by federal private law. Allowing an appeal solely for misapplication of Art. 2 ZGB would improperly bring cantonal-law disputes before the Federal Tribunal. If such a violation were found, the Federal Tribunal would in any event have to remand, not decide the cantonal-law dispute itself.

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