BGE 43 II 553
BGE 43 II 553Bge25.02.1916Originalquelle öffnen →
552 Prozessrecht. N° 72. derung und des Pfandrechts im Vorverfahren schon erhalte, und der überhaupt in alleil Teilen die gleiche Rechtsstellung wie der Betriebene einnimmt (vergl. AS 42 III S. 1 ff. und 67; Pr a xis 5 Nr. 38,57, 162 und 177). 2. -Stellt sich aber die angefochtene Entscheidung nicht als Haupturteil dar, so kann auf die Berufung nicht eingetreten werden und ist dem Sistierungsantrag des KWgers keine Folge zu gebel1. Demnach hat das Bundesgericht erkannt: Auf die Berufung \vird nicht eingetreten. --a- OfDAG Offset-, Formular-und Fotodruck AG 3000 Bem
554 Famillenrecht. N° 73. Urteil des Zürcher Obergerichts in Sachen der Eheleute Ginghello (abgedruckt in der Schweiz. Juristenzeitung XII S. 32 f.) abgewiesen hat, weil nach Art. 8 der Haager internationalen Uebereinkunft betreffend Ehescheidung bei Eheleuten von ungleicher Staatsangehörigkeit ihr letztes gemeinsames Gesetz als Gesetz ihres Heimat- staates anzusehen sei und daher hier das italienische Gesetz in Betracht komme, das die Scheidung nicht kenne. C. -GE'gen den Entscheid des Obergerichts hat die Klägerin rechtzeitig und formrichtig diE' Berufung an das Bundesgericht ergriffen, mit dem Begehren, die Klage sei gutzuheissen. Das Bundt'sgericht zieht inErwägung:
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F,amilienreeht. N° 73.
ausländischen Erfüllungsortes anzuwenden wäre, der
schweizer Richter doch die Anwendung einer z. B. den
Wucher befördernden oder die wirtschaftliche Existenz
einer
Person vernichtenden Norm des ausländischen
Rechts (z. B. Konkurrenzverbot) verweigern kann.
Und
zwar ist die Berufung auf den inländischen ordre public
auch gegenüber einer auf Staatsvertrag beruhenden An-
wendung fremden Rechts zulässig, wenn es sich um a11-
?emene Staats.vertragsnormen handelt, denen gegenüber
Im EInzelfall eIne Berufung
aut das öffentliche Wohl als
Ausnahme gerechtfertigt ist. Wenn
-aber, wie hier, der
Staatsvertrag selber in einem besonders genannten Ein-
zelfall die Anwendung des ausländischen Rechts aus-
drücklich
verlangt, so wird dadurch der schweizerische
ordre pubIic einschränkE"nd umschrieben,
mit der Folge,
ds& der schweizer Richter die Anwendung des auslän-
dIschen Rechts nicht
mit der Begründung ablehnen kann,
dass es nach seiner Auffassung dem öffentlichen Wohl
widerspreche,
da sonst die Bestimmung des Staatsver-
trages
in ihr Gegenteil verkehrt würde (vergl. TRAVERS,
Convention de La Haye relative au divorce, No'207).
2. -Ist somit im vorliegendem Fall Art. 8 der Kon-
vention, der sowohl die Schweiz als Italien angehören,
zur Anwendung zu bringen,
so -haben die Vorinstanzen
die. Klage
mit Recht abgewiesen. Denn als letztes ge-
meInsames
Gesetz der Parteien im Sinne dieser Bestim-
mung kann,
da die Klägerin' während der Dauer ihrer
Ehe und bis zu ihre~-Wiedereinbürgerung im Kanton
St. Gallen Italienerin gewesen ist, nur das italienil.che
Recht in Frage kommen, das gemäss Art. 148 ff. Ce. die
gänzliche Scheidung nicht kennt.
Demnach
hat das Bundesgericht
erkannt:
Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Ober-
gerichts des
Kantons Zürich vom 6. Juni 1917 bestätigt.
Familienrecht. N° 74.
74. Arrit 4. la II· SeotioD oi.tlt 4. 14 novembre 1917
dans la cause B., defendeur,
contre
K. et J. 1'., demandeurs.
ce art. 314 al. 2 et 315. -La presomption de paternite
resultant de la cohabitation du defendeur avec la mere de
renfant cesse lorsqu'il est etabU que eette derniere a eu
pendant l'epoque critique des relations sexuelles avec un
autre homme. -Notioil de l'inconduite pendant cette mme
priode. .
A. -H. N., nee le 16 juin 1897, est entree le 10 octo-
bre 1914 comme domestique chez B.
Des le printernps 1915 et jusqu'a ftn juin ou CQmmell,ce-
ment de juillet de la meme annee, H. N. et B. ont
entretenu des relations sexuelles. Le 25 fevrier 1916, H. N.
a acoouche d'un gar~on qui fut inscrit au registre de l'etat
civil de Cully sous le nom de J. N.
TraV'ailleuse, mais de oonduite tres Iegere; elle provo-
quait les domestiques de son patron, en particulier J. K.
Un jour, a la flll de juin ou au oommencement de juillet
1915, entre midi
et une heure, alors que K. etait cou-
ehe sur son lit au grenier, H. N. l'a reveille en le cha-
touillant, puis a
eu des relations sexuelles avec lui. Le
matin de ce meme jour, elle en avait entretenu paur la
derniere fois aV'ec son patron.
B. -Par exploit du 5 septembre1916, H. N. a intente
une action en paternite contre B. devant le Tribunal
civil du district de LavQux. Elle conclut a ce que le
defendeur soit condamne, a lui payer une somme de
446 fr. 30
et a servir a l'enfant une pension mensuelle
de 30 fr. des sa naissance jusqu'a l'age de 6 ans, de 50 fr.
de 6
a 15 ans et de 60 fr. de 15 a 18 ans.
Le
defendeur a cOllclu a liberation des fins de 1a de-
mande.
C. -Le Tribunal du district de Lavaux a, par jugc-
ment du 3 septembre 1917, condamne le defendeur a
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