BGE 37 I 587Amtliche Sammlung des Bundesgerichts (BGE) / I12.10.1911Granted
Emil Lehmann sought enforcement in Luzern for rent arising from the lease of furniture and asked for a deadline with a warning of contract termination. The enforcement office issued a payment order on Form 21 but deleted part of the standard warning. After Tritsch objected and Lehmann obtained provisional legal opening, the office refused to continue enforcement, and the cantonal supervisory authority upheld that refusal. The Federal Court held that rent enforcement under Art. 282 SchKG is also available without a pledge, that the warning in Art. 69 no. 4 SchKG is not an essential element of the payment order, and that the deletions could not deprive the payment order of its legal effects. The appeal was therefore allowed and the office ordered to continue enforcement.
Art. 282 SchKG; Art. 69 SchKG; rent enforcement without pledge and effect of omitted warning in payment order. The enforcement of rent claims is not confined to realization of a retention or pledge right, but may proceed as ordinary debt enforcement when no such right is asserted. The warning under Art. 69 no. 4 SchKG is not a constitutive element of the payment order; it serves only to inform the debtor generally of the statutory consequences. Deletions or additions in a validly designated payment order that seek to restrict its statutory effects are ineffective. Any defect is in any event cured where the debtor lodges objection (consid. 1-3).
Betreibung habe daher nur den Charakter einer Intimation zur Vertragsaufhebung. B. Hierüber erhob der Rekurrent Beschwerde mit dem Be gehren, das Betreibungsamt sei anzuhalten, die Betreibung fortzu setzen. Mit Entscheid vom 12. Oktober 1911 wies die obere kan tonale Aufsichtsbehörde die Beschwerde ab, indem sie zur Begrün dung folgendes ausführte: Die Auffassung der ersten Instanz, daß die mit der Androhung der Vertragsauflösung verbundene Be treibung für Mietzinse stets auf Pfandverwertung gerichtet sein müsse, sei zwar unrichtig. Wenn keine Pfandobjekte vorhanden seien, müsse vielmehr die gewöhnliche Betreibung durchgeführt werden. Nach Art. 69 SchKG gehöre nun aber die Androhung, daß, wenn der Schuldner weder dem Zahlungsbefehl nachkomme noch Rechtsvorschlag erhebe, die Betreibung ihren Fortgang nehmen werde, zu den wesentlichen Bestandteilen des Zahlungsbefehls. Infolge der Streichungen des Betreibungsamtes auf dem Formular liege daher kein Zahlungsbefehl im Sinne des Gesetzes und daher auch keine gültige Betreibung vor. C. Diesen Entscheid hat der Rekurrent unter Erneuerung seines Begehrens rechtzeitig an das Bundesgericht weitergezogen. Die Schuldbetreibungs und Konkurskammer zieht in Erwägung:
haltes anfechtbar ist, hat die vom Gesetz gegebene Rechtswirkung, auch wenn er Zusätze oder Streichungen enthält, die diese Wirkung einschränken sollen (AS Sep. Ausg. 6 Nr. 23 ). Demnach hat die Schuldbetreibungs und Konkurskammer erkannt: Der Rekurs wird gutgeheißen und demgemäß das Betreibungs amt Luzern unter Aufhebung des Vorentscheides angewiesen, die Betreibung Nr. 5291 gegen Oskar Tritsch fortzusetzen.