Appeal inadmissible for insufficient value in dispute

BGE 35 II 364Amtliche Sammlung des Bundesgerichts (BGE) / Band II15.06.1908Inadmissible

Zusammenfassung

Goldschmidt appealed to the Federal Court against a Luzern cantonal judgment dismissing his action for negative declaratory relief against a rent claim of CHF 537.50. The Federal Court held that the value in dispute was only the single rent installment contested, not the aggregate of all future rent payments under the lease. Article 54(2) OG applies only where the existence of the recurring claim as such is disputed. Because the amount therefore remained below the minimum appeal value, the court did not enter into the appeal.

Regest

Art. 53, 54 Abs. 2 and 59 OG; value in dispute in actions concerning recurring lease payments. Art. 54 Abs. 2 OG on the capital value of recurring performances applies only where the right to the recurring performance is disputed as such; if only a single instalment is contested, the amount in dispute is determined by that instalment alone under Art. 53 OG. The aggregate of future instalments is not relevant in such a case. If the resulting amount does not reach the statutory minimum of Art. 59 OG, the federal appeal is inadmissible (consid. on valuation of the claim).

Gesamter Gesetzestext

  1. Arteil vom 21. Mai 1909 in Sachen Goldschmidt, Kl. u. Ber. Kl., gegen Bär Weber, Bekl. u. Ber. Bekl. Berufungsstreitwert: Art. 53, 54 Abs. 2 u. 59 0G. Das Bundesgericht hat, da sich ergeben: A. Mit seiner vorliegenden Klage verlangt der Kläger Ab erkennung einer Forderung des Beklagten im Betrage von 537 Fr. 50 Ets. (nebst Verzugszins und Betreibungskosten) als dem Miet zins für die Zeit vom 1. Mai bis 15. Juni 1908 für das vom Kläger gemäß Mietvertrag mit dem Beklagten vom 21. August 1906 auf die Dauer von 6 Jahren (15. März 1907 bis 15. März
  1. um einen Jahreszins von 4300 Fr. gemietete Geschäfts magazin an der Pfistergasse in Luzern. B. Über diesen Anspruch hat das Obergericht des Kantons Luzern durch Urteil vom 31. März 1909 erkannt: Die Klage sei abgewiesen. C. Gegen dieses Urteil hat der Kläger rechtzeitig die Be rufung an das Bundesgericht erklärt und Gutheißung der Klage beantragt. Dabei hat er sich zur Begründung des Berufungsstreit wertes auf die Bestimmung des Art. 54 Abs. 2 OG berufen, mit der Behauptung, jener Streitwert entspreche danach dem Gesamt betrage aller für die Zeit bis zum Ablauf des Vertrages der Par teien noch ausstehenden Mietzinsraten; in Erwägung: Die Bestimmung des Art. 54 Abs. 2 OG, wonach zur Er mittlung des Streitwertes für die bundesgerichtliche Instanz als Wert wiederkehrender Nutzungen oder Leistungen der mutmaß liche Kapitalwert anzunehmen ist, trifft hier nicht zu. Sie be schlägt, wie die bundesrätliche Botschaft zum OG, vom 5. April 1892, übereinstimmend mit den Motiven des Hafnerschen Vor entwurfes, ausdrücklich betont (BBl 1892 II S. 306; vergl. da zu Th. Weiß, Berufung, S. 59) nur den Fall, wo nicht bloß die einzelne Leistung oder Nutzung, sondern das Forderungsrecht im ganzen streitig ist. Den Gegenstand der vorliegenden Klage aber bildet nicht das Recht der Beklagten aus dem Mietvertrag der Partein bis zu dessen normalem Ablauf, als solches, das aller dings auf den Gesamtbetrag aller vertragsgemäß noch ausstehen den Mietzinsraten zu bewerten wäre, sondern, nach der unzwei deutigen Formulierung des Klagebegehrens, vielmehr nur der An spruch des Beklagten auf die einzelne Mietzinsrate für die Zeit vom 1. Mai bis 15. Juni 1908. Der Streitwert entspricht des halb hier nach der Regel des Art. 53 OG einfach dieser Miet zinsrate von 537 Fr. 50 Cts. und erreicht somit den gesetzlichen Mindestbetrag des Berufungsstreitwertes von 2000 Fr. (Art. 59 OG) nicht; erkannt: Auf die Berufung des Klägers wird nicht eingetreten.

Schlagwörter

value in disputerecurring paymentsleaseappeal admissibilityminimum threshold