Art. 41 Abs. 1 SchKG; solidary obligations and pledge enforcement: In debt enforcement, the relevant point is the individual obligation of the pursued solidary debtor, not the solidarity debt as such. A debtor may demand realization of pledged assets only if his own obligation is pledge-secured. A pledge constituted solely by a co-debtor does not, absent special indications, entitle the pursued solidary debtor to insist on enforcement by realization of the pledge. The mode of execution is thus determined separately for each solidary debtor in light of his personal legal position (consid. 1).
rates, Archiv II, Nr. 100 und 140) nicht im Widerspruch zum Civilrecht; sie bestimmt nur, wie der Gläubiger befriedigt wer den soll, und dies zu bestimmen ist Sache des Vollstreckungs verfahrens. Da der Gläubiger zugibt, daß das Pfandrecht an den alten Wechseln noch zu Recht bestehe, so hat er den Schuld ner auf Pfandverwertung zu betreiben und es fällt dabei nicht in Betracht, ob die betriebene Forderung eine Wechselforderung ist oder nicht. II. Gegen diesen Entscheid hat Gregor Stächelin den Rekurs an das Bundesgericht ergriffen mit dem Antrag auf Aufhebung desselben und Abweisung der Beschwerde des Elias Maier. Es wird behauptet, der angefochtene Entscheid beruhe auf einer un richtigen Anwendung des Art. 41 des Betreibungsgesetzes, der keine civilrechtliche Bedeutung habe, sondern nur bestimme, in welcher Reihenfolge das Pfand als Teil des schuldnerischen Ver mögens in Anspruch genommen werden könne; werde hievon ausgegangen, so sei klar, daß Elias Maier sich nicht auf die Faustpfandbestellung berufen könne, da diese von Sagnol ausge gangen sei; handle es sich aber um einen Grundsatz des Civil rechtes, so kämen auch die Grundsätze des Obligationenrechtes, speziell Art. 811 zur Anwendung, was wiederum dazu führen würde, daß Maier nicht verlangen könne, auf Pfandverwertung betrieben zu werden. III. Elias Maier antwortete hierauf: Die Pfandbestellung durch Sagnol sei in Gegenwart des Gläubigers und des Mit schuldners Maier erfolgt, und es sei der Wille der Parteien ge wesen, daß das Pfand für die Forderung hafte, gleichgültig, ob zuerst der Schuldner Sagnol oder Maier für den Wechselbetrag in Anspruch genommen würde. Die Unterschrift des Maier sei überhaupt eine Gefälligkeitsunterschrift gewesen. Es könne somit ruhig behauptet werden, daß Sagnol in diesem Falle das Pfand zu Gunsten seines Mitschuldners bestellt habe. Art. 41 des Be treibungsgesetzes schreibe die Betreibung auf Pfandverwertung vor, ohne Unterschied, ob das Pfand vom Schuldner oder von einem Dritten bestellt sei. Die Schuldbetreibungs und Konkurskammer zieht in Erwägung: Die Solidarobligation, die objektiv, in Hinsicht auf den Gegen stand der Leistung, einheitlich ist, löst sich subjektiv, in Hinsicht auf die Schuldner, in ebenso viele einzelne Verpflichtungen auf. Im Zwangsvollstreckungsverfahren trilt die subjektive Seite der Solidarobligation in den Vordergrund, indem es sich hiebei darum handelt, die bestehenden Verpflichtungen in das Vermögen der ein zelnen Solidarschuldner zu exequieren. Demgemäß ist jeder Soli darschuldner besonders zu beireiben und kommt es auch bei der Frage nach der Art der Betreibung, ob Betreibung auf Pfändung oder auf Konkurs, ob ordentliche Konkurs oder Wechselbetreibung ob Betreibung auf Pfandverwertung oder auf das ganze Ver mögen, auf die persönlichen Verhältnisse jedes einzelnen Schuld ners bezw. auf die Art seiner Verpflichtung an. Was speziell die Frage betrifft, ob der betriebene Solidarschuldner verlangen könne, daß die Betreibung auf Pfandverwertung gehe, so ließe allerdings die Fassung von Art. 41 des Betreibungsgesetzes eine andere Auslegung zu, nämlich die, daß es darauf ankomme, ob die Solidarforderung als solche durch Pfand gedeckt sei, gleich viel, von wem und zu wessen Gunsten das Pfand bestellt wurde. Allein das Gesetz konnte und will auch bloß die Zwangsvoll streckung für Forderungen in das Vermögen des oder der Schuld ner ordnen; es kann daher, wenn es in Art. 41 von pfandver sicherten Forderungen spricht, nur die zu exequierende Forderung, bei Solidarforderungen also die subjektive Verpflichtung der ein zelnen betriebenen Schuldner im Auge haben. Es muß sich daher in Solidarverhältnissen bei jedem einzelnen der in Betreibung gesetzten Schuldner fragen, ob seine Verpflichtung durch ein Pfand versichert sei oder nicht. Im vorliegenden Falle ist erstellt, daß die Pfänder für die Wechselforderung des Gregor Stächelin einzig von Louis Sagnol bestellt worden sind. Da die Faustpfand verschreibung nicht erwähnt, daß sie auch für Maier erfolge und da auch sonst bestimmte Anhaltspunkte dafür fehlen, daß Sagnol die Pfänder auch für die Verpflichtung seines Mitschuldners Maier geben wollte, muß angenommen werden, daß er mit der Verpfändung nur seine Verpflichtung sicherstellen wollte. Der
Mitschuldner Maier kann sich deshalb im Exekutionsverfahren nicht darauf berufen, daß seine Verpflichtung ebenfalls durch Pfand gesichert sei, und seine Beschwerde erweist sich danach als unbe gründet. Demnach hat die Schuldbetreibungs und Konkurskammer erkannt: Der Nekurs wird gutgeheißen und in Aufhebung des Ent scheides der kantonalen Aufsichtsbehörde die Beschwerde des Elias Maier abgewiesen.