Appeal against supplementary benefits decision dismissed as inadmissible in part

200 2016 1155Verwaltungsgericht05.12.2016Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Bern Administrative Court, acting through a single judge, dealt with an appeal by A. against the Cantonal Compensation Office’s supplementary benefits decision. The appellant attacked a reminder letter, made broad claims against several authorities, alleged an unlawful reduction of benefits since 1 January 2015, and complained that premium reductions were paid directly to the health insurer. The court held that the reminder letter was not an appealable decision, that the broader claims and the reduction complaint lacked an appealable object, and that direct payment to the insurer was expressly required by Art. 21a ELG. The appeal was dismissed insofar as it was admissible; no costs or party compensation were ordered.

Omnilex-Regeste

Art. 21a ELG; appealability and admissible object of challenge in social insurance proceedings; a mere reminder requesting designation of a postal or bank account for secure payment of benefits is not an appealable administrative decision. Judicial review presupposes a contested decision and compliance with procedural formalities; absent such an object, the court does not enter into the matter. Where the statute expressly provides for direct payment of premium reductions to the health insurer, such payment is lawful and cannot be challenged on that ground (consid. 2-5). A court may dispense with a written exchange of submissions where the case is manifestly unfounded and the applicable cantonal law so permits (consid. 6).

Gesamter Gesetzestext

200 16 1155 EL

KOJ/SAW/CES

Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 5. Dezember 2016

Verwaltungsrichter Kölliker

Gerichtsschreiberin Winiger

A.________

Beschwerdeführer

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern Abteilung Ergänzungsleistungen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern

Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Dez. 2016, EL 16/1155, Seite 1

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

Mit Schreiben vom 27. November 2016 gelangte A.________ (Beschwerdeführer) an das Verwaltungsgericht. In der Folge wurde ihm Frist zur Verbesserung gesetzt (vgl. prozessleitende Verfügung vom 29. November 2016). Innerhalb derselben hat der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. Dezember 2016 weitere Belege zu den Akten gereicht.

Soweit der Beschwerdeführer den „Einspracheentscheid im November 2016“ beanstandet und die Barauszahlung von Rentenleistungen verlangt, nimmt er Bezug auf ein Erinnerungsschreiben der Ausgleichskasse des Kantons Bern (AKB bzw. Beschwerdegegnerin) vom November 2016, mit welchem er aufgefordert wurde, zwecks sicherer Auszahlung der Leistungen ein Post- oder Bankkonto anzugeben. Dieses Schreiben ist kein taugliches Anfechtungsobjekt, insoweit ist auf die Eingabe nicht einzutreten.

Nicht einzutreten ist auf die Eingabe mangels eines Anfechtungsobjekts und Erfüllung der Formvorschriften des Weiteren, soweit der Beschwerdeführer „Verwaltungsklage“ gegen diverse Behörden – insbesondere gegen mehrere Krankenkassen – erhebt.

Der Beschwerdeführer erwähnt sodann die Verfügung der AKB vom 23. September 2016 und den gestützt darauf ergangenen Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2016. Mit diesen Verwaltungsakten hat die Beschwerdegegnerin die Ergänzungsleistungen des Beschwerdeführers ab Oktober 2016 festgesetzt. Soweit der Beschwerdeführer eine widerrechtliche Kürzung der Ergänzungsleistungen seit 1. Januar 2015 geltend macht, wurde darüber nicht verfügt und ist auf die Eingabe ebenfalls nicht einzutreten.

Unter Bezugnahme auf den erwähnten Einspracheentscheid beanstandet der Beschwerdeführer schliesslich die Auszahlung der Prämienverbilligungen an den Krankenversicherer statt an ihn selber. Die direkte Auszahlung der Prämienverbilligung an den Krankenversicherer ist indessen in Art. 21a des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom 6. Oktober 2006 (ELG; SR 831.30) ausdrücklich vorgeschrieben. Die entsprechende Anordnung der AKB ist deshalb nicht zu beanstanden.

Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet und daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

Auf einen Schriftenwechsel ist unter den gegebenen Umständen zu verzichten (Art. 69 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG, BSG 155.21] e contrario; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 69 N. 8).

Verfahrenskosten sind nicht zu erheben und eine Parteientschädigung ist nicht auszurichten.

Da zur Hauptsache auf die Eingabe offensichtlich nicht eingetreten werden kann und der im Rahmen des Eintretens massgebliche Streitwert weniger als Fr. 20'000.-- beträgt, fällt das vorliegende Urteil in die Zuständigkeit des Einzelrichters (Art. 57 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 [GSOG; BSG 161.1]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteientschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):

A.________

Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Ergänzungsleistungen

(inkl. Doppel der Eingaben des Beschwerdeführers vom 27. November 2016 [mit Beilagen] und 2. Dezember 2016 [mit Beilagen])

Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter:Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.

Schlagwörter

supplementary benefitsappealabilityinadmissibilityformal requirementspremium reductiondirect paymentsocial insurancesingle judge

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appellant's filing was admissible against the November 2016 reminder letter and for cash payment of benefits.

Extrahierter Entscheid

The reminder letter was not an appealable decision, so the court could not enter into the complaint on that point.

Extrahierte Begründung

Only an appealable administrative act can be challenged; a reminder to provide a bank or postal account for secure payment is not such an act.

Kernrechtsfrage

Whether a broad 'administrative action' against various authorities, including health insurers, was admissible.

Extrahierter Entscheid

The filing was inadmissible to that extent because no appealable object existed and the formal requirements were not met.

Extrahierte Begründung

The complaint lacked a proper challenged decision and did not satisfy procedural formalities.

Kernrechtsfrage

Whether the alleged unlawful reduction of supplementary benefits since 1 January 2015 could be examined.

Extrahierter Entscheid

The court did not enter into this complaint because no decision on such a reduction had been issued.

Extrahierte Begründung

Judicial review requires a contested administrative decision; the cited reduction was not the subject of the objection decision of 28 October 2016.

Kernrechtsfrage

Whether direct payment of premium reductions to the health insurer rather than to the appellant was unlawful.

Extrahierter Entscheid

The arrangement was lawful and could not be objected to.

Extrahierte Begründung

Art. 21a ELG expressly requires direct payment of premium reductions to the health insurer.

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