Social assistance reimbursement claim reduced by agreement

200 2014 750Verwaltungsgericht25.08.2014Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Bern Administrative Court partly resolved a social assistance dispute after the social service appealed a decision of the Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland. The dispute concerned a reimbursement claim of CHF 901.50 for an ambulance ride and the offsetting of remaining benefits. After the respondents stated that they were willing to bear the disputed amount themselves, the court approved the joint request and reduced the reimbursement amount in the challenged decision to CHF 1,970.50. It also ordered that no court costs be charged and no party compensation be paid.

Omnilex-Regeste

Art. 120 Abs. 2 OR; approval of a joint request on appeal and costs in social assistance proceedings; where the parties’ common request corresponds to the case file and the lawful situation, the appellate court may approve it and modify the contested disposition accordingly (consid. on the reimbursement amount). A claimed set-off issue is not finally decided if the existence of the counterclaims depends on parallel proceedings. Under Art. 53 SHG, no procedural costs are charged; under Art. 104 Abs. 3 in conjunction with Art. 2 Abs. 1 lit. a and Art. 32 VRPG, a public authority acting as appellant is not entitled to party compensation.

Gesamter Gesetzestext

200 14 750 SH

GRD/IMD/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 25. August 2014

Verwaltungsrichter Grütter

Gerichtsschreiber Imhasly

A.________

Beschwerdeführer

gegen

B.________

Beschwerdegegner

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen

Vorinstanz

betreffend Entscheid vom 16. Juli 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Aug. 2014, SH/14/750, Seite 1

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

Am 5. September 2013 verfügte der A.________ (nachfolgend Sozialdienst bzw. Beschwerdeführer) einerseits über B.________ (nachfolgend Ehepaar B.________ bzw. Beschwerdegegner) zustehende Sozialleistungen und andererseits über Rückerstattungsansprüche des Sozialdienstes gegenüber dem Ehepaar B.________. Mit Entscheid vom 16. Juli 2014 (shbv 64/2013) hiess das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland (nachfolgend Regierungsstatthalteramt bzw. Vorinstanz) eine dagegen erhobene Beschwerde teilweise gut.

Mit Eingabe vom 14. August 2014 erhob der Sozialdienst Beschwerde gegen den Entscheid des Regierungsstatthalteramts. Er beantragt die Abänderung des angefochtenen Entscheids insoweit, als die Vorinstanz die Rückerstattungspflicht der Beschwerdegegner hinsichtlich einer Rechnung in der Höhe von Fr. 901.50 für eine Ambulanzfahrt verneint hat. Bezüglich des den Beschwerdegegnern zustehenden Restguthabens wird Verrechnung geltend gemacht.

Mit Beschwerdeantwort vom 19. August 2014 erklären sich die Beschwerdegegner sinngemäss bereit, den umstrittenen Betrag von Fr. 901.50 selber zu tragen.

Damit liegt ein gemeinsamer Antrag vor, der gestützt auf die Akten der Rechtslage entspricht und gerichtlich zu genehmigen ist.

Soweit die Beschwerdegegner vorbringen, der Beschwerdeführer sei nunmehr verpflichtet, die ihnen nach Abzug der Rückerstattungsforderung im Betrag von Fr. 901.50 zustehenden Leistungen in der Höhe von Fr. 1'970.50 auszubezahlen, sind sie darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer – wie erwähnt – diesbezüglich Verrechnung mit Rückerstattungsforderungen gegenüber den Beschwerdegegnern geltend macht, welche diesen Betrag übersteigen (Verfahren SH/2014/3 und SH/2014/7). Ob die Forderung in der Höhe von Fr. 1'970.50 aufgrund der Verrechnungserklärung des Beschwerdeführers erloschen ist (Art. 120 Abs. 2 des Schweizerischen Obligationenrechts [OR; SR 220]), hängt vom Ausgang der Verfahren SH/2014/3 und SH/2014/7 ab.

Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 53 des Gesetzes vom 11. Juni 2001 über die öffentliche Sozialhilfe [Sozialhilfegesetz, SHG; BSG 860.1]). Der Beschwerdeführer hat als Verwaltungsbehörde keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 104 Abs. 3 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 lit. a Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]).

Dieser Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird aufgrund des gemeinsamen Antrages gutgeheissen und der Forderungsbetrag gemäss Dispositiv-Ziffer 2 des angefochtenen Entscheids auf Fr. 1'970.50 reduziert.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteikosten zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):

A.________ (samt eingereichten Akten)

B.________

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland

Der Einzelrichter:Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.

Schlagwörter

social assistancereimbursementset-offjoint requestcourt costsparty compensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the reimbursement claim for an ambulance ride should be reduced to CHF 1,970.50 following the parties' joint request.

Extrahierter Entscheid

The appeal is allowed and the amount of the claim is reduced to CHF 1,970.50 in accordance with the joint request and the file.

Extrahierte Begründung

The joint request corresponded to the legal situation based on the record and could therefore be approved judicially.

Kernrechtsfrage

Whether procedural costs or party compensation should be awarded.

Extrahierter Entscheid

No court costs are charged and no party compensation is awarded.

Extrahierte Begründung

Under the applicable social assistance and administrative procedure rules, no costs are levied and the administrative authority is not entitled to party compensation.

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