Municipal vote on zoning plan and development fund

100 2015 60Verwaltungsgericht30.04.2015Partially Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A citizen challenged a Grindelwald municipal assembly decision approving zoning-plan changes for the Jungfraubahn V-project, arguing that a newly announced development fund and related procedural issues violated voting freedom, the unity of matter, and municipal law. He also sought suspension due to related criminal proceedings and attacked the municipality's counsel's participation. The court rejected all main substantive objections, held that no suspension or disqualification was required, but overturned the lower authority's award of party costs to the municipality. It imposed reduced court costs on the complainant and ordered the municipality to pay part of his appeal costs.

Omnilex-Regeste

Art. 34 Abs. 2 BV; Art. 38 VRPG; Art. 108a VRPG; voting freedom and suspension of proceedings in communal voting matters: A municipal assembly vote is annulled only if a procedural defect is serious and could have affected the result. Short-notice political information, even on a contractually linked development fund, does not violate voting freedom where it concerns only one element within a broader planning package and the electorate is sufficiently informed during the assembly. A suspension is unwarranted unless the pending other proceedings are capable of deciding facts or legal questions relevant to the appeal. Mutwillious litigation alone does not justify shifting party costs to a municipality absent exceptional overload or complexity (consid. 2, 5-8).

Gesamter Gesetzestext

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten hat das Bundesgericht am 29. September 2015 abgewiesen, soweit es darauf eingetreten ist (1C_297/2015).

100.2015.60Upubliziert in BVR 2015 S. 581

HAT/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. April 2015

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa

Verwaltungsrichter Daum, Häberli und Rolli

Gerichtsschreiber Röthlisberger Brandenburg

A.________ vertreten durch Rechtsanwalt …

Beschwerdeführer

gegen

Einwohnergemeinde Grindelwald handelnd durch den Gemeinderat, 3818 Grindelwald vertreten durch Fürsprecher B.________

Beschwerdegegnerin

und

Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli Schloss 1, Postfach 276, 3800 Interlaken

betreffend Beschluss der Gemeindeversammlung vom 24. Oktober 2014 (Entscheid des Regierungsstatthalteramts Interlaken-Oberhasli vom 28. Januar 2015; gbv 2/2014)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.04.2015, Nr. 100.2015.60U,

Seite 1

Sachverhalt:

A.

An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung der Einwohnergemein­de (EG) Grindelwald vom 24. Oktober 2014 war über das Traktandum «Über­bauungsordnungen und Zonenplanänderung» zu beschliessen, welches das aktuelle Ausbauprojekt der Jungfraubahn Holding AG (sog. «V-Projekt») ermöglichen sollte. Die Anwesenden stimmten dem Antrag des Gemeinderats, die Zonenplanänderung und die Überbauungsordnun­gen zu beschliessen, mit 1'046 Stimmen gegen 419 Stimmen zu.

B.

Gegen diesen Beschluss der Gemeindeversammlung erhob A.________ am 20. November 2014 Beschwerde beim Regierungsstatthalter von Interla­ken-Oberhasli, der das Rechtsmittel mit Entscheid vom 28. Januar 2015 abwies, soweit darauf einzutreten sei. Weil der Regierungsstatthalter zu­dem auf eine mutwillige Beschwerdeführung schloss, auferlegte er A.________ Verfahrenskosten und verpflichtete ihn, der EG Grindelwald die Par­teikosten zu ersetzen.

C.

Am 24. Februar 2015 hat A.________ Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht mit dem Antrag, der Entscheid des Regierungsstatthalters vom 28. Januar 2015 sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die­sen zurückzuweisen. Eventuell sei der Entscheid hinsichtlich der Kosten­verlegung aufzuheben. Weiter beantragt A.________, das verwaltungs­ge­richtliche Verfahren sei einzustellen bis zum Abschluss des Vorverfahrens in den Strafsachen C.________ gegen A.________ sowie A.________ gegen C.________ und Fürsprecher B.________.

Die EG Grindelwald beantragt mit Beschwerdeantwort vom 20. März 2015, den Sistierungsantrag abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei; sodann sei A.________ zu verpflichten, die voraussichtlich entstehenden Verfah­rens- und Parteikosten vorzuschiessen. Die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Der Regierungsstatthalter von Interlaken-Oberhasli schliesst mit Vernehmlassung vom 3. März 2015 auf Abweisung der Beschwerde.

A.________ hat am 29. März 2015 unaufgefordert zur Beschwerdeantwort Stellung genommen und beantragt, diese aus den Akten zu weisen; zudem sei Fürsprecher B.________ zur Niederlegung seines Mandats auf­zu­fordern.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht beurteilt kantonal letztinstanzlich Beschwer­den betreffend kommunale Wahl- und Abstimmungssachen (Art. 74 Abs. 2 Bst. c des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Der Beschwerdeführer ist in der EG Grindelwald stimmberechtigt und hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen (vgl. Art. 79b VRPG). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist nicht von einer geradezu rechtsmissbräuchlichen Beschwerdeführung im Sinn von Art. 45 VRPG auszugehen (hinten E. 8.1; vgl. auch Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 45 N. 4), weshalb auf das frist- und formgerecht erhobene Rechtsmittel einzutreten ist.

1.2 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren bestimmt sich der Streitgegenstand anhand der im angefochtenen Entscheid getroffenen Anordnungen einerseits und der dagegen formulierten Anträgen (allenfalls unter Rückgriff auf die Begründung) andererseits (statt vieler BVR 2011 S. 391 E. 2.1). Hier hat der Beschwerdeführer die uneingeschränkte Aufhe­bung des angefochtenen Entscheids des Regierungsstatthalters beantragt (vgl. vorne Bst. C) und so an sich die gesamte im Dispositiv getroffenen Regelung in den Streit gelegt. Das entsprechend gestellte Begehren wird in der Begründung der Beschwerde jedoch präzisiert und dabei wesentlich eingeschränkt: Der Beschwerdeführer anerkennt nämlich die Richtigkeit des Nichteintretensentscheids der Vorinstanz ausdrücklich, soweit er «raum­planungs- und umweltrechtliche Rügen» erhoben habe (gemeint sind die Rechtsbegehren 3-5 der vorinstanzlichen Beschwerde vom 20.11.2014; Beschwerde, Rz. 7). Weiter akzeptiert der Beschwerdeführer, dass der Re­gierungsstatthalter auf das Rechtsbegehren 2, den «Entwicklungsfonds […] aufzuheben resp. nicht zu genehmigen», nicht eingetreten ist (Beschwerde, Rz. 8). Vor Verwaltungsgericht ficht er mit seinem Hauptantrag also letztlich bloss die Abweisung (soweit darauf einzutreten sei) seines Rechtsbegeh­rens 1 an, den Beschluss der Gemeindeversammlung zu Überbau­ungs­ordnungen und Nutzungsplan aufzuheben. Der Eventualantrag richtet sich gegen die vorinstanzliche Kostenverlegung und verlangt die Aufhebung des angefochtenen Entscheids, soweit der Beschwerdeführer zur Bezahlung von Verfahrenskosten und Parteikostenersatz verpflichtet wird (vgl. Be­schwerde, Rz. 9).

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG). Da eine Streitigkeit von grund­sätzlicher Bedeutung vorliegt, urteilt es in Fünferbesetzung (Art. 56 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichts­behörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

2.

Zunächst ist über den Antrag zu entscheiden, das verwaltungsgerichtliche Verfahren zu sistieren.

2.1 Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, zwei «Strafsachen» könn­ten sich auf den Ausgang des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens auswirken. Zum einen sei dies die von ihm selber gegen … C.________, und ge­gen B.________ als Rechtsvertreter der EG Grindelwald einge­reichte Strafanzeige, die angebliche «Verletzungen des Geschäfts- und Amtsgeheimnisses» betrifft (vgl. act. 1C, Beilage 9). Zum andern nennt er die von C.________ gegen ihn und seinen Bruder angestrengte Strafun­tersuchung, die sein «Verhalten […] gegenüber der Jungfraubahn Holding AG» zum Gegenstand habe (Anzeige wegen Erpressung, Drohung und Missbrauchs einer Fernmeldeanlage; vgl. act. 1C, Beilage 12). – Die Ge­meinde bestreitet einen möglichen Einfluss dieser Strafuntersuchungen auf das vorliegende Beschwerdeverfahren.

2.2 Die instruierende Behörde kann von Amtes wegen oder auf Antrag das Verfahren einstellen, wenn dessen Ausgang vom Entscheid eines an­dern Verfahrens abhängt oder wesentlich beeinflusst wird oder wenn im andern Verfahren über die gleiche Rechtsfrage zu befinden ist (Art. 38 VRPG). Eine Einstellung ist namentlich dann angezeigt, wenn über das Vorliegen von Sachumständen oder von rechtlichen Voraussetzungen, die für den Verfahrensausgang massgebliche Bedeutung haben, im Rahmen eines andern Verfahrens entschieden wird (Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 38 N. 4). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers liegt hier keine solche Konstellation vor, da nicht ersichtlich ist, inwiefern der Ausgang des verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens von den beiden erwähnten Strafverfahren abhängen könnte. Vor Verwaltungsgericht liegt das korrekte Zustandekommen des Beschlusses der Gemeinde­ver­sammlung von Grindelwald zum Traktandum «Überbauungsordnungen und Zonenplanänderung» im Streit. Gerügt wird insoweit vorab, dass die politi­sche Willensbildung aufgrund einer «Verknüpfung» der Vorlage mit einem geplanten «Entwicklungsfonds» mangelhaft erfolgt sei (vgl. hinten E. 5). Inwiefern die Klärung dieser Rechtsfrage von den «Strafsachen» beein­flusst werden könnte, ist nicht ersichtlich: Die Strafanzeigen betreffen nach den Ausführungen des Beschwerdeführers einerseits Verhaltenswei­sen im Rechtsmittelverfahren – also Vorgänge, die sich nach der Gemeind­e­versammlung vom 24. Oktober 2014 zugetragen haben – und anderseits die persönlichen Kontakte zwischen den Beschuldigten. Von keiner Seite wird eine Beeinflussung des Entscheids der Stimmbürgerschaft durch jene Vorgänge behauptet, die Gegenstand der Strafanzeigen bilden.

2.3 Letztlich macht der Beschwerdeführer also nicht geltend, in den «Strafsachen» würden Sachumstände oder rechtliche Voraussetzungen geklärt, die für die Beurteilung des Hauptantrags relevant seien. Das Be­schwerdeverfahren wäre im Übrigen selbst dann nicht einzustellen, wenn dem Beschwerdeführer gefolgt und eine Verbindung zwischen Strafanzei­gen und verwaltungsgerichtlichem Beschwerdeverfahren in der Sache an­genommen würde. Behauptet wird ein Zusammenhang nämlich allein in Bezug auf den gestellten Eventualantrag, der die Kostenverlegung be­schlägt (vgl. vorne E. 1.2). Der Beschwerdeführer macht geltend, aus den Strafverfahren könne erhellen, ob die Anfechtung des Gemeindeversamm­lungsbeschlusses tatsächlich rechtsmissbräuchlich bzw. mutwillig gewesen sei, wie es die Vorinstanz angenommen habe. Zudem beruhe die diesbe­zügliche Sachverhaltsfeststellung des Regierungsstatthalters auf Beweis­mitteln, die aus deliktischen Handlungen stammten, was im Strafverfahren gegen C.________ und Fürsprecher B.________ zu klären sei (Be­schwerde, Rz. 18 und 41 f.; Stellungnahme vom 29.3.2015, Rz. 6). Mit die­sen Vorbringen vermag der Beschwerdeführer indes selbst bezüglich des Eventualantrags keine Abhängigkeit des Verfahrensausgangs von den Straf­verfahren darzutun: Die Beurteilung der Frage, ob die Beschwerdefüh­rung im vorinstanzlichen Verfahren mutwillig war, hängt von vornherein nicht davon ab, ob im Vor- oder Umfeld des Prozesses gegen Bestimmun­gen des Strafgesetzbuches verstossen wurde. Sie richtet sich vielmehr danach, ob die vom Beschwerdeführer vorgetragenen Einwände ernsthaf­ter Natur waren und ob ein legitimer Anlass zur Beschwerdeerhebung be­stand, wobei es insoweit nicht nur auf die persönlichen Beweggründe des Beschwerdeführers ankommt. Über die Mutwilligkeit der Beschwerdefüh­rung lässt sich hier sodann entscheiden, ohne dass auf die angeblich un­verwertbaren Beweismittel (vgl. Beschwerde, Rz. 10 ff.) abzustellen wäre (dazu hinten E. 7.2). Deshalb braucht nicht erörtert zu werden, ob das Ver­waltungsgericht die Frage der Zulässigkeit der betreffenden Beweismittel selbständig beurteilen könnte (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 19 N. 9), oder ob – wovon der Beschwerdeführer auszugehen scheint – insoweit ein Entscheid der Strafverfolgungsbehörden abzuwarten wäre.

2.4 Nach dem Gesagten kommt den vom Beschwerdeführer erwähnten Strafuntersuchungen für den Ausgang des vorliegenden Beschwerdever­fahrens keine Bedeutung zu, weshalb der Sistierungsantrag abgewiesen wird.

3.

Der Beschwerdeführer verlangt weiter, die Beschwerdeantwort sei aus den Akten zu weisen und Fürsprecher B.________ zur Niederlegung seines Mandats für die Beschwerdegegnerin aufzufordern. Zur Begründung bringt er vor, bei Fürsprecher B.________ bestehe ein persönlicher Interes­senkonflikt, weil gegen ihn eine Strafuntersuchung geführt werde, die mit dem vorliegenden Verfahren in Zusammenhang stehe. Vor dem Hinter­grund dieses Interessenkonflikts sei die eingereichte Beschwerdeantwort «als nichtig zu betrachten» (Stellungnahme vom 29.3.2015, Rz. 7 f.).

3.1 Mit diesen Vorbringen macht der Beschwerdeführer nicht primär ein disziplinarisches Fehlverhalten des Rechtsvertreters der Gemeinde gel­tend; für die Beurteilung eines solchen Einwands wäre denn auch nicht das Sachgericht, sondern die Anwaltsaufsichtsbehörde zuständig (vgl. Art. 12 Bst. b des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 [KAG; BSG 168.11]). Vielmehr bestreitet der Beschwerdeführer die Berechtigung von Fürsprecher B.________, die Gemeinde in der vorliegenden Rechtsache gültig zu vertreten. In der Tat kann einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt die Interessenvertretung im Einzelfall untersagt werden, wenn bezüglich des betreffenden Mandats ein Interessenkonflikt vorliegt. Bei der entsprechenden Anordnung handelt es sich nicht um eine Diszip­linarmassnahme, sodass dafür grundsätzlich die mit der Rechtssache be­fasste Behörde zuständig ist; anders verhält es sich nur dann, wenn das kantonale Anwaltsrecht die entsprechende Kompetenz ausdrücklich der Aufsichtsbehörde zuweist (BGE 138 II 162 E. 2.5.1 [Pra 101/2012 Nr. 108]; vgl. auch Chappuis/Pellaton, Conflits d'intérêts: autorité compétente pour en juger et voies de recours, in Anwaltsrevue 2012 S. 316 ff.). Dies trifft für den Kanton Bern nicht zu: Die Zuständigkeit der Anwaltsaufsichtsbehörde wird in Art. 12 KAG geregelt und umfasst die Führung des Anwaltsregisters und der EU/EFTA-Anwaltsliste (Bst. a), die Disziplinaraufsicht (Bst. b) so­wie den Entscheid über die Befreiung vom Berufsgeheimnis (Bst. c). Die Kompetenz, einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt wegen eines konkreten Interessenkonflikts die Prozessberechtigung im Einzelfall zu ent­ziehen, wird mithin nicht der Anwaltsaufsichtsbehörde zugewiesen (auch nicht implizit, vgl. den Vortrag des Regierungsrats betreffend das Kantonale Anwaltsgesetz, in Tagblatt des Grossen Rates 2006, Beilage 4, S. 5 f. und 10 f.). Deshalb bleibt hiefür das Sachgericht zuständig, was sachgerecht ist und unnötige verfahrensrechtliche Weiterungen vermeidet (vgl. François Bohnet, Conflits d'intérêts de l'avocat et qualité pour recourir du client et de son adversaire: derniers développements, in SJZ 2014 S. 236). Dem Ein­wand des Beschwerdeführers ist demnach im Rahmen des vorliegenden Verfahrens nachzugehen.

3.2 Begründet wird das Vorliegen eines «widerrechtlichen Inte­res­sen­konflikts» im Sinn von Art. 12 Bst. c des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61) damit, dass im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht zu beantworten sei, ob sich Fürsprecher B.________ als Rechtsvertreter der EG Grindelwald unrechtmässig verhalten habe, was gleichzeitig Gegen­stand des hängigen Strafverfahrens gegen ihn bilde. Nun wurde aber ge­rade erörtert, dass die vom Beschwerdeführer ins Feld geführten «Strafsa­chen» für das vorliegende Verfahren unerheblich sind (vorne E. 2.2 f.; vgl. auch hinten E. 7.2). Weiter wäre ohnehin nicht ersichtlich, wie der Um­stand, dass bezüglich der Art und Weise, wie Fürsprecher B.________ sein Mandat für die Gemeinde führt, ein Strafverfahren anhängig gemacht wurde, zu einem Interessenkonflikt im Sinne von Art. 12 Bst. c BGFA füh­ren könnte. Es besteht deshalb weder Anlass, von einer «Nichtigkeit» der von ihm für die Beschwerdegegnerin verfassten Beschwerdeantwort auszu­gehen noch diese aus den Akten zu weisen.

4.

Gegen den angefochtenen Entscheid bringt der Beschwerdeführer zu­nächst vor, der Regierungsstatthalter habe zwingendes bernisches Verfah­rensrecht verletzt, indem er die Beschwerde abgewiesen habe, soweit da­rauf einzutreten sei.

4.1 Er macht geltend, eine sachgerechte Anfechtung setze Klarheit dar­über voraus, ob die gestellten Rechtsbegehren materiell abgewiesen wür­den oder ob auf sie gar nicht eingetreten werde. Das Vorgehen des Regie­rungsstatthalters verletze deshalb die Begründungspflicht gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101). Zudem halte Art. 72 Abs. 1 VRPG unmissverständlich fest, dass nur dann in der Sache entschieden werden könne, wenn auf die Beschwerde eingetreten werde. Fehle es an einer Sachurteilsvoraussetzung, habe keine materielle Beurteilung stattzu­finden. Deshalb hätte der Regierungsstatthalter auf die Beschwerde nicht eintreten dürfen, zumal er davon ausging, der Beschwerdeführer hätte seine Rüge betreffend den «Entwicklungsfonds» noch während der Ge­meindeversammlung vortragen müssen; unterbleibe eine sofortige Bean­standung von Verfahrensfehlern, sei eine spätere Anfechtung von Be­schlüssen gemäss Art. 49a Abs. 3 des Gemeindegesetzes vom 16. März 1998 (GG; BSG 170.11) ausgeschlossen.

4.2 Weshalb der Beschwerdeführer beanstandet, dass die Vorinstanz sein Anliegen materiell geprüft hat, anstatt auf die Beschwerde (gänzlich) nicht einzutreten, ist nicht nachvollziehbar; durch einen Nichteintretensent­scheid wäre er nicht besser gestellt als er es durch die angefochtene Ab­weisung seines Begehrens ist. Das Vorgehen des Regierungsstatthalters ist allerdings ohnehin nicht zu beanstanden: Es trifft zwar zu, dass – logisch betrachtet – nur dann ein Entscheid in der Sache getroffen werden kann, wenn alle Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und dementsprechend auf das Rechtsmittel eingetreten wird. Es stellt jedoch eine verbreitete Praxis der Rechtsmittelbehörden und, entgegen der Auffassung des Beschwer­deführers, keine «Unsitte» dar, wenn das Erfüllen oder Nichterfüllen einer Sachurteilsvoraussetzung nicht gänzlich klar erscheint, die Eintretensfrage aus prozessökonomischen Überlegungen offenzulassen und die Be­schwer­de abzuweisen (vgl. Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 74. Christoph Bürki, Verwaltungsjustizbezogene Legalität und Prozessökonomie, Diss. Bern 2011, S 86). Ein solches Vorgehen trägt der dienenden Funktion des Prozessrechts Rechnung und verhindert insbeson­dere, dass den Rechtsuchenden eine (allerdings abschlägige) Beurteilung in der Sache ohne Not vorenthalten wird. Das gilt gerade bei einer Laienbe­schwerde, wie sie der Regierungsstatthalter hier zu beurteilen hatte. Auch im Licht von Art. 72 Abs. 1 VRPG ist diese Prozesserledigung zulässig und wird deshalb nicht nur vom Bundesgericht, sondern ebenfalls vom Verwal­tungsgericht gelegentlich gewählt.

4.3 Des Weiteren liegt im Umstand, dass der Regierungsstatthalter die Beschwerde unter teilweiser Offenlassung der Eintretensfrage abgewiesen hat, keine Verletzung der Begründungspflicht (zum Begriff BGE 136 I 229 E. 5.2; BVR 2013 S. 407 E. 3.2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 52 N. 5 f.): Im angefochtenen Entscheid werden die massgebenden Überle­gungen ausführlich erläutert, so dass sich der Beschwerdeführer über des­sen Tragweite ein Bild machen konnte. Inwiefern eine sachgerechte An­fechtung allein darum verunmöglicht worden sein soll, weil die Vorinstanz das Vorliegen einer Sachurteilsvoraussetzung in Zweifel gezogen, aber letztlich nicht verbindlich verneint hat, ist nicht nachvollziehbar. Zusammen mit der Begründung bringt das Dispositiv des angefochtenen Entscheids jedenfalls klar zum Ausdruck, dass der Regierungsstatthalter die Be­schwerde, soweit die Abstimmung über das Traktandum «Überbauungs­ordnungen und Zonenplanänderung» betreffend, materiell geprüft und ab­gewiesen hat, obschon er an der Zulässigkeit der vorgetragenen Rüge zwei­felte.

5.

In der Sache macht der Beschwerdeführer eine Verletzung der Abstim­mungs­freiheit geltend und beruft sich insoweit auf Art. 34 Abs. 2 BV. Er beanstandet, dass an der Gemeindeversammlung kurzfristig eine Ergän­zung des mit den Initiantinnen des «V-Projekts» geschlossenen Infra­struk­turvertrags präsentiert worden sei. Er bezieht sich dabei auf den Ver­tragszusatz, mit dem die Errichtung eines «Fonds zur nachhaltigen Ent­wicklung in den Gemeinden Grindelwald und Lauterbrunnen» (nachfolgend: Entwicklungsfonds) vereinbart wurde. Aus diesem Fonds, den die Jung­fraubahn Holding AG mit einem jährlichen Beitrag von Fr. 200'000.-- ali­men­tieren wird, sollen in den Gemeinden Grindelwald und Lauterbrunnen Projekte im Allgemeininteresse unterstützt werden (vgl. S. 16 des Proto­kolls der Gemeindeversammlung; act. 1C, Beilage 2).

5.1 Der Regierungsstatthalter hat erwogen, die Einwände des Be­schwerdeführers gegen den Entwicklungsfonds beträfen nicht den Be­schluss der Gemeindeversammlung als solchen. Es sei nicht über den Inf­ra­strukturvertrag zu befinden, sondern eine Abstimmung betreffend Über­bauungsordnungen und Zonenplanänderung traktandiert gewesen. Zwar bestehe zwischen diesem Geschäft und dem vom Gemeinderat vorgängig abgeschlossenen Infrastrukturvertrag ein politischer Zusammenhang, der Vertrag bilde aber nicht Bestandteil des angefochtenen Beschlusses. So stelle auch der als Ergänzung des Infrastrukturvertrags präsentierte Ent­wicklungsfonds bloss ein politisches Argument für die Annahme der Vor­lage dar. Im Umstand, dass die Ankündigung des Entwicklungsfonds kurz­fristig erfolgt sei, liege keine Rechtsverletzung (angefochtener Entscheid, S. 4 f.). – Der Beschwerdeführer wendet ein, der neu vereinbarte Entwick­lungsfonds sei untrennbar mit der Planungsvorlage verknüpft und die Stimm­berechtigten hätten deshalb nicht derart kurzfristig darüber informiert werden dürfen. Zudem sei die Schaffung eines Entwicklungsfonds erst er­läutert worden, als die Versammlung bereits 55 Minuten gedauert habe und die Anwesenden nicht mehr genügend aufnahmefähig gewesen seien. Eine unverfälschte Meinungsbildung sei unter diesen Umständen nicht möglich gewesen. Zudem setze die «Garantie der freien politischen Willensbildung» gemäss Art. 34 Abs. 2 BV voraus, dass die Stimmberechtigten «sämtliche Textdokumente einsehen könnten, die mit der Annahme einer Vorlage recht­liche Relevanz erlangen». Deshalb wäre unabdingbar gewesen, der Gemeindeversammlung den Originaltext des Zusatzes zum Infra­strukturvertrag vorzulegen; die mündlich und bloss summarisch erfolgte Information durch den Gemeindepräsidenten sei unzureichend gewesen. Ohnehin hätten die Stimmberechtigten gar nicht in dieser Form über die Vorlage abstimmen dürfen, da an der Gemeindeversammlung gemäss Art. 60 Abs. 3 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0) nur Änderungen «gegenüber den öffentlich aufgelegten Unterlagen beschlos­sen werden» dürften, die in der Zuständigkeit der Versammlung selber lä­gen. Sodann müsse für den Entwicklungsfonds ein neues Gemeinderegle­ment geschaffen werden; dass ein solches nicht gleichzeitig mit der Pla­nungsvorlage zur Abstimmung gelangt sei, verletze den Grundsatz der Ein­heit der Materie. Gleichzeitig liege darin eine «Verletzung der Zuständigkei­ten der Stimmberechtigten», da der «Entwicklungsfonds nun auf der Grund­lage eines blossen Infrastrukturvertrags errichtet werden» solle. Die genannten Mängel des Beschlusses der Gemeindeversammlung seien derart gravierend, dass der Regierungsstatthalter auch ohne entspre­chende Rügen von Amtes wegen hätte einschreiten müssen; Abstimmun­gen seien unabhängig von der Kausalität des Fehlers aufzuheben, wenn dieser besonders schwer wiege. Schliesslich wäre der Regierungsstatthal­ter auch als Aufsichtsbehörde über die Gemeinden zum Einschreiten ge­gen die Beschwerdegegnerin gehalten gewesen (Beschwerde, Rzn. 29-35).

5.2 Mit diesen Vorbringen macht der Beschwerdeführer jedenfalls vor Verwaltungsgericht nicht mehr nur eine Verletzung von Vorschriften über die Durchführung der Gemeindeversammlung geltend. Es braucht deshalb – auch mit Blick auf den Verfahrensausgang – nicht erörtert zu werden, ob er gestützt auf Art. 49a GG zur sofortigen Beanstandung an der Gemein­deversammlung vom 24. Oktober 2014 verpflichtet gewesen wäre, oder ob er dazu mangels juristischer Fachausbildung schuldlos gar nicht in der Lage gewesen wäre (zur Rügeobliegenheit gemäss Art. 49a GG vgl. Mar­kus Müller, in Kommentar zum bernischen GG, 1999, Art. 98 N. 1 ff.; Ueli Friederich, Gemeinderecht, in Müller/Feller [Hrsg.], Bernisches Verwal­tungsrecht, 2. Aufl. 2013, S. 245; VGE 2013/3 vom 23.9.2013, E. 2.2, 2011/160 vom 6.12.2011, E. 3.3).

5.3 Die in Art. 34 Abs. 2 BV als Grundrecht verankerte Abstim­mungsfreiheit garantiert, dass kein Abstimmungsergebnis anerkannt wird, das nicht den freien Willen der Stimmberechtigten zuverlässig und unver­fälscht zum Ausdruck bringt. Jede stimmberechtigte Person soll ihren Ent­scheid gestützt auf einen möglichst freien und umfassenden Prozess der Meinungsbildung treffen und entsprechend mit ihrer Stimme zum Ausdruck bringen können. Geschützt werden die Stimmberechtigten durch Art. 34 Abs. 2 BV insbesondere vor unzulässiger behördlicher Beeinflussung (vgl. statt vieler BGE 139 I 195 E. 2, 136 I 364 E. 2.1; BVR 2011 S. 529 E. 2.2). – Inwiefern dieses Grundrecht vorliegend verletzt worden wäre, ist nicht ersichtlich:

5.3.1 Zunächst ist nicht zu beanstanden, dass der Gemeindepräsident über den Zusatz zum Infrastrukturvertrag erst an der Gemeindeversamm­lung mündlich informiert hat. Die Vereinbarung mit der Jungfraubahn Hol­ding AG über den Entwicklungsfonds ist unbestrittenermassen am Tag der Versammlung getroffen worden, sodass eine frühere Information der Stimm­berechtigten nicht denkbar war. Weshalb es den Anwesenden nicht möglich gewesen sein sollte, das – doch relativ simple – Konzept des Fonds aufgrund einer mündlichen Präsentation ohne vorgängige schriftli­che Information zu erfassen, ist nicht ersichtlich. Jedenfalls liegt nicht be­reits darum eine Beeinträchtigung der Meinungsbildung der Stimmbürger­schaft vor, weil der streitige Vertragszusatz weder vorgängig bekannt ge­macht noch an der Versammlung schriftlich im Volltext abgegeben wurde. Der Beschwerdeführer behauptet zwar einen Anspruch der Stimmbe­rechtigten der EG Grindelwald auf generelle Einsichtnahme in relevante «Textdokumente», legt aber nicht dar, woraus sich ein solcher ergeben soll. Er verweist bloss pauschal auf die Bundesverfassung, deren Art. 34 Abs. 2 indes keinen entsprechenden Teilgehalt aufweist (zur Tragweite des Grundrechts vgl. Gerold Steinmann, in Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, Art. 34 N. 23 ff.). Das gemäss Art. 11 und 20 GG für die Vorbereitung und Durchführung der Abstimmung primär massgebende Recht der EG Grindelwald kennt ebenfalls keine Verpflich­tung der Behörden, die Stimmberechtigten über die öffentliche Auflage der Abstimmungsunterlagen hinausgehend mit Schriftstücken zu dokumentie­ren (vgl. insb. Art. 27 ff. der Gemeindeordnung der EG Grindelwald vom 8. Juni 2007 [GO] sowie das zugehörige Stimm- und Wahlreglement [An­hang II zur GO]). Im Übrigen brauchte die Zusatzvereinbarung betreffend den Entwicklungsfonds nicht etwa öffentlich aufgelegt zu werden; da an der Gemeindeversammlung ein Beschluss über planungsrechtliche Fragen zu fassen war, war sie für die Stimmbürgerschaft nicht derart wesentlich, dass eine vorgängige Auflage erforderlich gewesen wäre. Die Information an der Versammlung selber (vgl. sogleich E. 5.3.2) war ausreichend.

5.3.2 Sodann erscheint eine korrekte Meinungsbildung an der Gemein­deversammlung auch nicht durch den Umstand in Frage gestellt, dass über den Entwicklungsfonds (erst) im Anschluss an die Darstellung von Über­bauungsordnungen und Nutzungsplan informiert wurde. Der Gemeind­e­präsident hat die Schaffung des Fonds und die vorgesehene Verwendung der einzuschiessenden Mittel im Rahmen seiner Ausführungen zum Infra­strukturvertrag und zur diesem erwachsenen Kritik erläutert (vgl. S. 16 f. des Protokolls der Gemeindeversammlung; act. 1C, Beilage 2), was sach­gerecht war. Beim Entwicklungsfonds handelt es sich um einen von insge­samt acht Regelungspunkten des Infrastrukturvertrags (vgl. auch hinten E. 6.2), der seinerseits nur eines von zahlreichen Kriterien bildete, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bei der Beschlussfassung über das Traktandum «Überbauungsordnungen und Zonenplanänderung» zu be­rücksichtigen hatten. Eine Vorstellung des Entwicklungsfonds zu Beginn der Versammlung wäre angesichts von dessen beschränkter Bedeutung unangebracht gewesen. Die Präsentation des neuen Elements des Infra­strukturvertrags war zudem unbestrittenermassen sachlich gehalten und nicht geeignet, die Anwesenden in irgendeiner Form ungebührlich zu be­einflussen (vgl. zu diesem Aspekt auch BGE 135 I 292 E. 4.3). Ihr wurde genügend Raum gewährt; insbesondere wurde ein Bezug zum Anliegen hergestellt, von der Jungfraubahn Holding AG eine Art pekuniäre Mehr­wertabgabe zu erheben, das im Vorfeld der Gemeindeversammlung aus der Mitte der Stimmbürger­schaft formuliert worden war (es war vorgeschla­gen worden, von den Bah­nen Fr. 2.-- pro beförderten Passagier zu verlan­gen). Unerheblich ist, dass die Versammlung in diesem Zeitpunkt offenbar bereits gut fünfzig Minuten gedauert hatte. Sollten einzelne Anwesende bereits nicht mehr genügend aufnahmefähig gewesen sein, um das Kon­zept des Fonds zu erfassen, hätte es ihnen freigestanden, weitere Infor­mationen zu verlangen bzw. den Gemeindepräsidenten zur Wiederholung seiner Ausführungen aufzufor­dern.

5.4 Der Grundsatz der Einheit der Materie ist ein Teilaspekt des verfas­sungsmässig garantierten Anspruchs auf freie Willensbildung und unver­fälschte Stimmabgabe im Sinn von Art. 34 BV. Das daraus im Zusammen­hang mit Finanzvorlagen entwickelte Trennungsverbot besagt, dass Ge­genstände, die sich gegenseitig bedingen, nicht getrennt zur Abstimmung gebracht werden dürfen (BVR 2011 S. 314 E. 3.4), wie sich dies im Zu­sammenhang mit Ausgaben für die Gemeinden des Kantons Bern bereits aus Art. 102 der Gemeindeverordnung vom 16. Dezember 1998 (GV; BSG 170.111) ergibt. Der Beschwerdeführer sieht diesen Grundsatz – der primär vor der Umgehung des Referendums gegen Kreditbeschlüsse schützen soll – darum verletzt, weil die Gemeinde das (zu erstellende) Reglement über den Entwicklungsfonds nicht gleichzeitig mit der Planungsvorlage zur Ab­stimmung gebracht habe. Indes ist nicht ersichtlich, wieso die traktandierte Planungsvorlage und die reglementarische Umsetzung eines einzelnen Aspekts des Infrastrukturvertrags eine untrennbare Einheit bilden sollten. Von der Sache her besteht ohnehin keine zwingende Verbindung. Ein Verstoss gegen das Trennungsverbot kann deshalb ausgeschlossen wer­den, soweit dieses auf den vorliegenden Sachverhalt überhaupt Anwen­dung findet. Im Übrigen droht insoweit von vornherein keine Umgehung der Entscheidzuständigkeit der Gemeindeversammlung, wird diese doch zwin­gend über das Reglement betreffend den Entwicklungsfonds zu beschlies­sen haben (vgl. Art. 24 Bst. a GO).

5.5 Schliesslich ist nicht ersichtlich, inwiefern vorliegend der vom Be­schwerdeführer angerufene Art. 60 Abs. 3 BauG relevant sein könnte: Ge­mäss dieser Bestimmung ist den Betroffenen Kenntnis und Gelegenheit zur Einsprache oder Beschwerde zu geben, falls öffentlich aufgelegte Vor­schriften oder Pläne vor oder bei der Beschlussfassung oder im Genehmi­gungsverfahren geändert werden. Anders als geltend gemacht wurde hier indes keine «Änderung gegenüber den öffentlich aufgelegten Unterlagen beschlossen», zumal die Gemeindeversammlung die (unveränderte) Pla­nungsvorlage verabschiedet und nicht etwa über den Infrastrukturvertrag oder dessen (neuen) Zusatz abgestimmt hat. Zudem führt Art. 60 Abs. 3 BauG ohnehin nicht zu einer Beschränkung der Entscheidbefugnisse der Gemeindeversammlung, sondern verpflichtet die Behörden bloss zur Info­rmation der betroffenen Kreise, falls die aufgelegten Unterlagen nachträgli­che Änderungen erfahren.

5.6 Mithin leidet der streitbetroffene Beschluss der Gemeindeversamm­lung an keinem Mangel, weshalb der Regierungsstatthalter weder Anlass hatte, als Rechtsmittelinstanz (von Amtes wegen) einzuschreiten, noch aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers als Aufsichtsbehörde ge­mäss Art. 87 ff. GG tätig zu werden. Der Hauptantrag des Beschwerdefüh­rers erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

6.

Allerdings wäre der angefochtene Entscheid selbst dann nicht aufzuheben, wenn der Beschluss der Gemeindeversammlung im Zusammenhang mit dem neuen Entwicklungsfonds an einem Mangel leiden würde:

6.1 Werden bei der Durchführung von Abstimmungen Mängel festge­stellt, so ist der gefällte Beschluss nur dann aufzuheben, wenn die gerüg­ten Unregelmässigkeiten erheblich sind und das Ergebnis beeinflusst ha­ben könnten. Soweit sich die Auswirkung eines Verfahrensmangels nicht ziffernmässig feststellen lässt, ist dessen Einfluss auf das Abstim­mungsergebnis nach den gesamten Umständen zu beurteilen. Dabei wird namentlich auf die Schwere des festgestellten Mangels und dessen Bedeu­tung im Rahmen der gesamten Abstimmung sowie auf die Grösse des Stimmenunterschieds abgestellt (BGE 135 I 292 E. 4.4, 132 I 104 E. 3.3; BVR 2011 S. 529 E. 5.1).

6.2 Der Umfang der Leistungen, welche die Initiantinnen des «V-Pro­jekts» im Infrastrukturvertrag vom 12. August 2014 insgesamt zugesichert haben, ist sicherlich geeignet, die Meinungsbildung der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger betreffend Überbauungsordnungen und Zonenplanände­rung zu beeinflussen. Vor dem Hintergrund, dass sich die Jungfraubahn Holding AG insbesondere verpflichtet hat, in Grindelwald auf eigene Kosten sowohl ein Parkhaus mit 1'000 Plätzen zu bauen und zu betreiben als auch im Winter zusätzliche 1'300 Autoabstellplätze bereitzuhalten und ausser­dem die neue Zufahrtsstrasse, den neuen Fussweg und den Unterhalt der Schwarzen Lütschine zu finanzieren (vgl. Infrastrukturvertrag vom 12.8.2014, act. 4A1), erscheint die zusätzliche Errichtung eines Ent­wicklungsfonds, in den zugunsten beider vom «V-Projekt» betroffenen Ge­meinden jährlich Fr. 200'000.-- eingeschossen werden, nicht als die Mei­nungsbildung dominierender Aspekt. Selbst wenn die Meinungsbildung an der Gemeinde­versammlung durch die kurzfristige Präsentation des Fonds beeinträchtigt gewesen wäre, könnte der Beschluss deshalb an keinem schweren Mangel leiden; hiefür hat der Entwicklungsfonds von vornherein zu wenig Gewicht. Angesichts des klaren Stimmenverhältnisses von 71,5 % Ja- zu 28,5 % Nein-Stimmen ist nicht davon auszugehen, dass die Abstimmung anders ausgegangen wäre, wenn der Entwicklungsfonds an der Gemein­deversammlung anders oder gar nicht vorgestellt worden wäre. Der Regie­rungsstatthalter hatte deshalb ohnehin keinen Anlass einzuschreiten.

7.

Es bleibt der Eventualantrag zu beurteilen, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich der Kostenverlegung aufzuheben.

7.1 Die Vorinstanz hat erwogen, zwar seien Beschwerdeverfahren in kommunalen Wahl- und Abstimmungssachen gemäss Art. 108a Abs. 1 VRPG grundsätzlich kostenlos; der Beschwerdeführer habe aber mutwillig Beschwerde geführt, weshalb ihm dennoch Verfahrenskosten aufzuerlegen seien. Er habe mit dem Einreichen des Rechtsmittels primär versucht, die Jungfraubahn Holding AG zur Gewährung von finanziellen Vorteilen zu bewegen. Aus dem gleichen Grund lägen besondere Umstände vor, die den ausnahmsweisen Zuspruch eines Parteikostenersatzes an die Be­schwerdegegnerin rechtfertigten (angefochtener Entscheid, S. 6 f.). – Der Beschwerdeführer wendet ein, der Regierungsstatthalter stütze seine An­nahme, die Beschwerdeführung sei rechtsmissbräuchlich bzw. mutwillig, «ausschliesslich auf Informationen und Dokumente, die widerrechtlich be­schafft» worden und deshalb unverwertbar seien (Beschwerde, Rz. 36; vgl. auch Rz 11 ff.). Zudem sei die Kostenauflage in Verletzung seines An­spruchs auf rechtliches Gehör erfolgt (Beschwerde, Rz. 37; vgl. auch Rz 19 ff.). Ferner sei es widersprüchlich, wenn die Vorinstanz seine Be­schwerde als «rechtsmissbräuchlich» bezeichne, aber keinen auf Art. 45 VRPG gestützten Nichteintretensentscheid fälle (Beschwerde, Rz. 38). Schliesslich habe er objektiv betrachtet Anlass zur Annahme gehabt, dass politische Rechte verletzt sein könnten, weshalb die Beschwerdeerhebung nicht mutwillig gewesen sei (Beschwerde, Rz. 39).

7.2 Diese Einwände des Beschwerdeführers sind nicht stichhaltig: Zu­nächst muss für die Beurteilung der Mutwilligkeit weder auf den SMS-Ver­kehr zwischen dem Beschwerdeführer und C.________ (act. 1C, Beilage 6) noch auf die Aktennotiz vom 10. Oktober 2014 über eine Besprechung zwi­schen den beiden (act. 1C, Beilage 5) zurückgegriffen werden; deshalb kann offenbleiben, ob diese Beweismittel berücksichtigt werden dürfen oder nicht. Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer die Jungfraubahn Holding AG von seiner «Geschäftsidee» zu überzeugen sucht, «gemein­sam ein … zu errichten und zu be­treiben» (Beschwerde, Rz. 10), ergibt sich seine Absicht, über das Rechtsmit­telverfahren bzw. die für das «V-Projekt» daraus resultierende Verzögerung Druck auszuüben, klar und deutlich aus seinem Schreiben vom 22. Dezember 2014. Darin erklärt er gegenüber Beschwerdegegnerin und Jungfraubahn Holding AG, das Planerlassverfahren zunächst mit seiner Abstimmungsbeschwerde, die er bis vor Bundesgericht zu ziehen gedenke, für rund drei Jahre «blockieren» zu wollen. Anschliessend werde er das Planerlassverfahren ebenfalls über vier Instanzen bis zum Bundesgericht führen, was «erfahrungsgemäss rund 3-5 Jahre beanspruchen» werde; zum Schluss signalisiert er «Dialogbereitschaft» (act. 4A3, Beilage 5), of­fensichtlich im Hinblick auf ein Entgegenkommen bezüglich seiner «Ge­schäftsidee». Dies hat auch die Vorinstanz nicht verkannt und für ihren Kostenentscheid ausdrücklich auf den Inhalt des Schreibens vom 22. Dezember 2014 Bezug genommen (S. 7 des angefochten Entscheids). Weiter kann von einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (vgl. Art. 21 ff. VRPG; Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; Art. 29 Abs. 2 BV) keine Rede sein, da der Beschwerdeführer nach durchgeführtem Schriftenwechsel ausdrücklich eingeladen wurde, Schlussbemerkungen einzureichen; weshalb in dieser Situation ein zweiter Schriftenwechsel erforderlich sein sollte (Beschwerde, Rz. 19), ist nicht erkennbar. Der Beschwerdeführer hat in seiner Eingabe vom 22. Januar 2015 auch zum Antrag der Gemeinde Stellung genommen, wegen mutwilli­ger Beschwerdeführung Verfahrenskosten zu erheben und ihr einen Par­teikostenersatz zuzusprechen. Er hat sich dabei aber auf pauschale Ein­wände beschränkt und insoweit bloss von «haltlo­sen Behauptungen» bzw. «infamen Unterstellungen» gesprochen. Auf diese unsubstantiierten Vor­bringen brauchte der Regierungsstatthalter in seiner Begründung nicht nä­her einzugehen. Ferner ist nicht nachvollzieh­bar, was der Beschwerdefüh­rer mit dem Hinweis, der Regierungsstatthalter hätte auf seine Beschwerde wegen Rechtsmissbrauchs nicht eintreten sol­len, zu erreichen hofft; eine Kostenauflage wegen mutwilliger Prozessfüh­rung wäre nicht weniger ge­rechtfertigt, wenn die Vorinstanz zum Schluss gekommen wäre, es sei ge­stützt auf Art. 45 VRPG ein Nichteintretensent­scheid zu fällen. Ebenso wenig ist schliesslich ersichtlich, welchen objekti­ven Anlass der Be­schwerdeführer für die Anfechtung des Beschlusses der Gemein­deversammlung gehabt haben sollte; weder im vorinstanzlichen noch im vorliegenden Verfahren hat er einen vertretbaren Einwand gegen die Rechtsmässigkeit der Abstimmung erhoben. Bei diesen Gegebenheiten und angesichts der offen erklärten Absicht des Beschwerdeführers, das «V-Projekt» zu «blockieren», hat der Regierungsstatthalter zu Recht auf eine mutwillige Prozessführung erkannt. Mithin ist die Erhebung von Verfahrens­kosten nicht zu beanstanden.

7.3 Gemäss Art. 108a Abs. 3 VRPG gelten für die Parteikosten die all­gemeinen Grundsätze, wobei Art. 104 Abs. 4 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Bst. b VRPG einen Ersatzanspruch der Gemeinden «in der Regel» ausschliesst. Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass eine Ge­meinde, die in Erfüllung einer ihr übertragenen öffentlichen Aufgabe ent­schieden hat, grundsätzlich in der Lage ist, ihren Rechtsstand­punkt in einem späteren Beschwerdeverfahren gegen die eigene Verfü­gung bzw. den eigenen Beschluss selber zu vertreten (vgl. BVR 2014 S. 14, nicht publ. E. 7 [VGE 2012/148-150 vom 30.9.2013]). Parteikostenersatz kann einer Gemeinde aus­nahmsweise dann gewährt werden, wenn eine be­sonders komplexe Ange­legenheit vorliegt (VGE 2010/342 vom 1.12.2010, E. 5.2) oder wenn die Gemeinde nicht in erster Linie hoheitliche Interessen wahrt, sondern – ins­besondere als Bau­herrin oder Grundeigentümerin – wie eine Privatperson betroffen ist (vgl. BVR 2014 S. 65 E. 9.2, 2001 S. 563 E. 4b). Zwar wurde verschiedentlich auch auf die Möglichkeit hin­gewiesen, dass eine unlautere bzw. que­rulatorische Prozessführung sei­tens Privater einen Anspruch des Gemein­wesens auf Parteikostenersatz begründen könnte (VGE 2013/92 vom 12.2.2014, E. 8.2, 2013/1 vom 26.11.2013, E. 4.2; vgl. Herzog/Daum, Die Umsetzung der Rechts­weggarantie im bernischen Gesetz über die Ver­waltungsrechtspflege, in BVR 2009 S. 23 mit Hinweisen auf die Gesetzes­materialien). Das VGer hat einen solchen Anspruch aber noch nie bejaht, sondern vielmehr ausdrück­lich offengelassen, in welchen Fallkonstellatio­nen die querulatorische Pro­zessführung überhaupt einen Parteikos­tenersatzanspruch der Gemeinde begründen könne (vgl. VGE 2010/342 vom 1.12.2010, E. 5.2). Ausgehend von der Überlegung, dass Gemeinden in aller Regel getroffene Ent­scheidungen in einem Rechtsmittelverfahren gegen rechtliche Einwen­dun­gen selber zu verteidigen vermögen, rechtfer­tigt es sich nicht, allein wegen der querulatorischen Einlegung eines Rechts­mittels Parteikostener­satz zuzusprechen. Es ist nicht einzusehen, weshalb die Ersatzfähigkeit von Anwaltskosten der Gemeinde im konkreten Einzelfall vom Umstand abhän­gen sollte, ob ihre Entscheidung mit ver­tretbaren Argumenten oder aus blosser Mutwilligkeit angefochten wurde. Die Beantwortung von queru­latori­schen Rechtsmitteln ist regelmässig mit wenig Aufwand verbunden und belastet eine Gemeinde nicht mehr, son­dern meist weniger stark als die Interessenwahrung in einem «gewöhnli­chen» Beschwerdeverfahren. An­ders kann es sich allerdings verhalten, wenn einzelne Personen nament­lich eine kleine Gemeinde mit einer ent­sprechend minimalen Verwal­tungsstruk­tur in eine Vielzahl von mutwilligen Verfahren verwickeln und so erhebliche Ressourcen binden. Diesfalls kann, ähnlich wie bei besonders komplexen Angelegenheiten, von einer Über­forderung der Gemeinde aus­gegangen werden, die den Beizug eines Rechtsanwalts bzw. eine Überwäl­zung der hiefür allfallenden Kosten auf die Verursacher rechtfertigt (vgl. auch BVR 2011 S. 458, nicht publ. E. 12.3.2 [VGE 2009/205 vom 18.2.2011]; VGE 2013/1 vom 26.11.2013, E. 4.2). Eine solche Situation liegt hier in­dessen nicht vor, wes­halb die Gemeinde, ungeachtet der mutwilligen Pro­zessfüh­rung durch den Be­schwerdeführer, keinen Anspruch auf Partei­kostenersatz für das vor­instanzliche Verfahren hat. Die Beschwerde ist insoweit begrün­det und der angefochtene Entscheid aufzuheben, soweit der Gemeinde Parteikostener­satz zugesprochen wird; deren Antrag auf Kostenersatz ist abzuweisen.

8.

8.1 Gemäss Art. 108a Abs. 1 VRPG erhebt das Verwaltungsgericht in kommunalen Abstimmungssachen vorbehältlich mutwilliger oder leichtferti­ger Prozessführung keine Kosten. – Nach dem Gesagten ist das Hauptbe­gehren, das sich gegen die Bestätigung des Beschlusses der Gemeinde­versammlung durch den Regierungsstatthalter richtet, als mutwillig zu be­zeichnen (vgl. vorne E. 7.2; vgl. auch E. 5); insoweit sind Verfahrenskosten zu erheben und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 108 Abs. 1 VRPG). Nicht mutwillig ist die Prozessführung demgegen­über im Eventualantrag, mit dem die vorinstanzliche Kostenauflage wegen mutwilliger Prozessführung angefochten wird. Obschon der Beschwer­deführer insoweit nur teilweise obsiegt (bezüglich des Parteikostenersat­zes; vgl. E. 7.3), sind hiefür gestützt auf Art. 108a Abs. 1 VRPG keine Kos­ten zu erheben. Mithin sind von der ordentlichen Pauschalgebühr für durch­schnittliche Verfahren von Fr. 3'000.-- Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- zu erheben und dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.

8.2 Der Ersatz der Parteikosten richtet sich gemäss Art. 108a Abs. 3 VRPG nach den allgemeinen Grundsätzen, also dem Unterliegerprinzip von Art. 108 Abs. 3 VPRG. Der Beschwerdeführer unterliegt vor Verwal­tungsgericht sowohl mit seinem Sistierungsantrag als auch mit dem Haupt­antrag, obsiegt aber mit seinem Eventualantrag teilweise; es ist insgesamt von einem Unterliegen zu vier Fünfteln auszugehen, weshalb die Ge­meinde ihm die Parteikosten im Umfang von einem Fünftel zu ersetzen hat. Der Parteikostenersatz ist nach den Kriterien von Art. 41 KAG i.V.m. Art. 11 der Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikos­tenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 168.811) festzulegen (Art. 104 Abs. 1 VPRG). Gemäss Art. 11 Abs. 1 PKV beträgt das Honorar in Beschwerdeverfahren Fr. 400.-- bis Fr. 11'800.-- pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand und der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG). Mit Blick auf den Tarif­rahmen sowie Tragweite und Komplexität des Rechtsstreits ist von einem Anwaltshonorar von Fr. 5'000.-- auszugehen, zuzüglich Auslagen von (ge­schätzt) Fr. 200.-- sowie Mehrwertsteuer. Die zu ersetzenden Parteikosten machen demnach Fr. 1'123.20 (inkl. Auslagen und MWSt) aus. – Der im Umfang von vier Fünfteln obsiegenden Gemeinde steht demgegenüber kein Parteikostenersatz zu (Art. 104 Abs. 4 VRPG; vgl. vorne E. 7.3). Da diese mangels ersatzfähiger Vertretungskosten keinen Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten hat, wird ihr Antrag, den Beschwerdeführer zur Sicher­stellung ihrer Parteikosten zu verhalten (vgl. Art. 105 Abs. 3 VRPG), gegen­standslos.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Das Gesuch um Sistierung des Verfahrens wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, dass Ziff. 3 des Entscheids des Regierungsstatthalters von Interlaken-Oberhasli vom 28. Januar 2015 aufgehoben und durch folgende Regelung ersetzt wird:

«3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.»

Soweit weitergehend wird die Beschwerde abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 2'000.--, werden dem Be­schwerdeführer auferlegt.

4. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, bestimmt auf eine Pau­schalgebühr von Fr. 5'616.-- (inkl. Auslagen und MWSt), zu einem Fünf­tel, ausmachend Fr. 1'123.20, zu ersetzen.

5. Das Gesuch der Beschwerdegegnerin, den Beschwerdeführer zur Si­cherstellung ihrer Parteikosten zu verhalten, wird als gegenstandslos ge­worden vom Geschäftverzeichnis abgeschrieben.

6. Zu eröffnen:

dem Beschwerdeführer

der Beschwerdegegnerin

dem Regierungsstatthalter von Interlaken-Oberhasli

Der Abteilungspräsident:Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün­dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.

Schlagwörter

voting freedommunicipal assemblydevelopment fundunity of matterprocedural suspensioninterest conflictmutwillious litigationparty costscost allocation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the administrative appeal proceedings should be suspended pending related criminal investigations.

Extrahierter Entscheid

The criminal proceedings had no bearing on the legality of the municipal vote or the cost issue, so suspension was unwarranted.

Extrahierte Begründung

The outcome of the public-law case did not depend on facts or legal questions to be decided in the criminal matters.

Kernrechtsfrage

Whether the municipality's lawyer had an interest conflict requiring the reply to be removed from the file.

Extrahierter Entscheid

No disqualifying conflict existed and the reply remained in the record.

Extrahierte Begründung

The alleged criminal investigation did not make the lawyer's participation in this case impermissible; attorney discipline was also not the issue before the court.

Kernrechtsfrage

Whether the municipal assembly vote violated voting freedom or the unity of matter because of the late presentation of the development fund.

Extrahierter Entscheid

No violation of voting freedom or the unity-of-matter principle was shown.

Extrahierte Begründung

The fund was only one element of the broader infrastructure agreement, the information given at the assembly was sufficient, and the vote related to the planning measures, not to the contract itself.

Kernrechtsfrage

Whether the lower authority had to intervene ex officio against the municipal vote or as supervisory authority.

Extrahierter Entscheid

No ex officio intervention was required.

Extrahierte Begründung

Because the vote was not vitiated by a legally relevant defect, there was no basis for annulment or supervisory action.

Kernrechtsfrage

Whether the respondent municipality was entitled to party costs before the lower authority.

Extrahierter Entscheid

No party-cost award to the municipality was justified.

Extrahierte Begründung

Although the complaint was deemed vexatious, the case was not so complex or burdensome as to justify shifting the municipality's legal costs to the complainant.

Kernrechtsfrage

Whether the complainant had to bear the administrative-court costs and to what extent party costs were payable on appeal.

Extrahierter Entscheid

The complainant bore reduced court costs and had to reimburse the municipality one fifth of its party costs; the municipality's request for security became moot.

Extrahierte Begründung

The main appeal was vexatious, but the challenge to the lower court's party-cost award succeeded in part, so costs were allocated accordingly.

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