Prisoners’ legal aid cannot be denied as a rule

WBE.2012.328Verwaltungsgericht / 3. Kammer26.06.2013

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

In an execution-related criminal matter, the administrative court examined a practice by which detainees were generally expected to pay minor court costs from their prison allowance and therefore received only partial legal aid. The court held that such a blanket practice violates the minimum constitutional guarantee of free legal assistance under Art. 29(3) BV. The excerpt shows that the lower court had limited legal aid and imposed reduced costs of CHF 150 on an unrepresented detainee.

Omnilex-Regeste

Art. 29 Abs. 3 BV; unentgeltliche Rechtspflege für Strafgefangene im Straf- und Massnahmenvollzug; eine generelle Praxis, wonach Inhaftierte wegen des Pekuliums geringfügige Verfahrenskosten grundsätzlich selbst zu tragen haben und deshalb nur teilweise unentgeltliche Rechtspflege erhalten, genügt dem verfassungsrechtlichen Mindestanspruch nicht. Die Bedürftigkeits- und Verhältnismässigkeitsprüfung ist einzelfallbezogen vorzunehmen; eine schematische Verweigerung vollständiger Rechtspflege ist unzulässig (E. 10.1 ff.).

Gesamter Gesetzestext

352 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2013 Damit ergeben sich aus den Akten keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass den Beschwerdeführer die Vollstreckung des Führerausweisentzugs ab Dezember 2013 weniger empfindlich treffen würde als die nun angeordnete Entzugsdauer von Juli bis Oktober 2013. 57 Vollstreckung Die Vorschriften über Rechtsstillstandsfristen gelten im Beschwerdeverfahren gegen Vollstreckungsentscheide. Urteil des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 26. Juni 2013 in Sachen A. gegen Gemeinderat B. (WBE.2012.328). 58 Unentgeltliche Rechtspflege im Straf- und Massnahmenvollzug Die Praxis, wonach Strafgefangenen grundsätzlich keine vollumfängliche unentgeltliche Rechtspflege gewährt wird, verletzt den verfassungsrechtlich garantierten Mindestanspruch gemäss Art. 29 Abs. 3 BV. Urteil des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 19. September 2013 in Sachen X. (WBE.2013.317). Aus den Erwägungen

10.1.

10.1.1.

Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege nur teilweise und auferlegte dem – anwaltlich nicht vertretenen – Beschwerdeführer reduzierte Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 150.00.

10.1.2.

Sie wies – unter Verweis auf unpublizierte frühere Regierungsratsbeschlüsse, welche ihrerseits auf einen publizierten Entscheid des Regierungsrats vom 24. Oktober 1983 (AGVE 1983, S. 470 ff.) verweisen – darauf hin, dass der Regierungsrat praxisgemäss Strafgefangene als in der Lage erachte, mit ihrem Pekulium geringe Verfahrenskosten zu bezahlen, weshalb er ihnen grundsätzlich auch keine

Schlagwörter

legal aidprison executionconstitutional minimumindigencecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the practice of generally denying full legal aid to prisoners in execution proceedings is compatible with Art. 29(3) BV.

Extrahierter Entscheid

A general practice under which prisoners are not granted full legal aid solely because they can use their small prison allowance is incompatible with the constitutional minimum guarantee in Art. 29(3) BV.

Extrahierte Begründung

The court held that the mere existence of a small personal allowance does not justify a blanket refusal of complete legal aid; the constitutional minimum must be assessed case by case.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.