Recusal and media pressure in disciplinary proceedings

RRB Nr. 2012-000280Übriges Gericht07.03.2012

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

In disciplinary proceedings concerning the revocation of a medical practice license, the Regierungsrat addressed recusal. It held that § 16(1)(e) VRPG corresponds to the federal recusal rules and that bias may be subjective or objective. External pressure, including media campaigns, can form part of subjective bias; the decisive question is whether the circumstances, assessed objectively and in context, are apt to arouse doubts as to impartiality.

Omnilex-Regeste

§ 16 Abs. 1 lit. e VRPG; Ausstand wegen Befangenheit im Disziplinarverfahren; subjektive und objektive Befangenheit sind zu unterscheiden. Subjektive Befangenheit kann sich aus Verhalten, Äusserungen oder äusserem Druck, namentlich medialen Kampagnen, ergeben. Massgebend ist, ob nach einer objektiven Gesamtwürdigung aller tatsächlichen und verfahrensrechtlichen Umstände Umstände vorliegen, die geeignet erscheinen, Misstrauen in die Unparteilichkeit der entscheidenden Person zu erwecken (vgl. auch Art. 10 Abs. 1 lit. d VwVG; Art. 34 Abs. 1 lit. e BGG).

Gesamter Gesetzestext

2012 Verwaltungsrechtspflege 373 IV. Verwaltungsrechtspflege

68 Ausstand

  • Einfluss von medialem und politischem Druck auf die Unvoreingenommenheit von Behördenmitgliedern im Rahmen eines Disziplinarverfahrens betreffend Entzug der Berufsausübungsbewilligung als Medizinalperson Aus dem Entscheid des Regierungsrats vom 7. März 2012 i.S. X. (RRB Nr. 2012-000280) Aus den Erwägungen

4.

Gemäss § 16 Abs. 1 lit. e VRPG darf am Erlass von Entscheiden nicht mitwirken, wer aus anderen als den in lit. a–d aufgezählten Gründen in der Sache befangen sein könnte. Diese Bestimmung lautet grundsätzlich gleich wie die entsprechenden bundesrechtlichen Regelungen (vgl. Art. 10 Abs. 1 lit. d VwVG und Art. 34 Abs. 1 lit. e BGG). In Lehre und Rechtsprechung wird zwischen subjektiver und objektiver Befangenheit unterschieden. Die subjektive Befangenheit betrifft Gegebenheiten, die in der Person und im Verhalten des Richters oder der Richterin bzw. des den Entscheid fällenden Behördenmitglieds ihre Ursachen haben. Darunter fallen etwa ein spezifisches Verhalten, Äusserungen, abschätzige Bemerkungen oder äusserer Druck beispielsweise durch Medienkampagnen. Voreingenommenheit und Befangenheit in diesem Sinn werden nach der Rechtsprechung angenommen, wenn sich im Einzelfall anhand aller tatsächlichen und verfahrensrechtlichen Gegebenheiten Umstände ergeben, die bei objektiver Betrachtung geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit der untersuchenden Person zu erwecken (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2008 (5a_206/2008) Erw. 2.1). Die

Schlagwörter

recusalbiasimpartialitymedia pressurepolitical pressuredisciplinary proceedingsmedical license

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether members of the authority had to recuse themselves because media and political pressure could create bias in a disciplinary proceeding to revoke a medical practice license.

Extrahierter Entscheid

Under § 16(1)(e) VRPG, recusal is required where circumstances could objectively raise doubts about impartiality; this may include external pressure such as media campaigns.

Extrahierte Begründung

The decision distinguishes subjective and objective bias. Subjective bias may stem from a decision-maker's conduct, statements, or external pressure. The test is whether, viewed objectively and considering all factual and procedural circumstances, the situation is capable of creating mistrust in impartiality.

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