Cross-appeal inadmissible; no binding effect of incorrect information shown

AGVE_2007_50Verwaltungsgericht / 1. Kammer31.12.2007

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The excerpt concerns an administrative dispute over land-registry execution in which the court held that a cross-appeal is inadmissible in administrative judicial review proceedings. It further held that the land registry office was not obliged to investigate on its own whether the transaction qualified as an arrondierung case; rather, the parties or the notary had to invoke and substantiate that ground before the first-instance authority. Because the appellants failed to do so, the appellate proceedings were caused by their omission, with correspondingly adverse cost consequences. The passage also introduces, but does not fully resolve, a good-faith issue concerning reliance on an incorrect prior statement.

Omnilex-Regeste

§ 20 Abs. 1 VRPG; § 33 Abs. 2 Satz 3 VRPG; im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren besteht keine Anschlussbeschwerde; bei landgrundbuchlichem Vollzug trifft das Grundbuchamt keine Pflicht, einen Arrondierungstatbestand aus den eingereichten Urkunden von Amtes wegen zu ermitteln. Die Geltendmachung und Substanziierung dieses Tatbestands obliegt den anmeldenden Vertragsparteien bzw. dem Notar. Unterlassen sie dies erstinstanzlich, können ihnen die Verfahrenskosten auferlegt und Parteientschädigungen verweigert werden. Die Verbindlichkeit einer unrichtigen behördlichen Auskunft setzt die hierfür entwickelten Voraussetzungen voraus (vgl. Erw. I/4, II/2).

Gesamter Gesetzestext

2007 Verwaltungsrechtspflege 217 S. 307 ff.; 1972, S. 328). Die vorgenommene Aufteilung in ein Verfügungs- und ein anschliessendes Erlassverfahren war denn auch für eine angemessene Kostenverlegung nicht erforderlich (siehe dazu hinten Erw. II/2). II/2. Die dem Grundbuchamt zum grundbuchlichen Vollzug eingereichten Unterlagen (Kauf-, Tauschvertrag mit Beilagen) werden praktisch nie eine Beurteilung erlauben, ob es sich um einen Arrondierungstatbestand handelt, und es ist dem Grundbuchamt nicht zumutbar, von sich aus danach forschen zu müssen (vgl. § 20 Abs. 1 VRPG: "Die Behörden prüfen den Sachverhalt unter Beachtung der Vorbringen der Beteiligten von Amtes wegen ..."). Die Vorinstanz hat zu Recht festgehalten, dass es Sache der anmeldenden Vertragsparteien (die damit geringere Kosten erreichen wollen) bzw. des Notars ist, gegenüber dem Grundbuchamt den Arrondierungstatbestand geltend zu machen. Die Beschwerdeführer haben dies im vorliegenden Fall unterlassen. ... Hätten die Beschwerdeführer den Arrondierungstatbestand bereits im erstinstanzlichen Verfahren beim Grundbuchamt geltend gemacht und belegt, hätte dieses auf die Abgabenerhebung von vornherein verzichtet. Es war ausschliesslich das saumselige Verhalten der Beschwerdeführer im erstinstanzlichen Verfahren, welches das Beschwerdeverfahren vor dem DVI überhaupt nötig machte; deshalb hätte das DVI die Verfahrenskosten sogar vollumfänglich den Beschwerdeführern auferlegen und Parteikostenersatz gänzlich verweigern können (§ 33 Abs. 2 Satz 3 VRPG; AGVE 1976, S. 307 ff.). 50 Anschlussbeschwerde.

  • Eine Anschlussbeschwerde ist im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren unzulässig (Erw. I/4). vgl. AGVE 2007 24 86 51 Treu und Glauben. Anspruch auf Veranlagung gemäss einer zuvor erhaltenen unrichtigen Auskunft?
  • Voraussetzungen für die Verbindlichkeit einer unrichtigen Auskunft.

Schlagwörter

administrative appealcross-appealland registrycost allocationgood faithincorrect informationarrondierung

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether a cross-appeal is admissible in administrative judicial review proceedings.

Extrahierter Entscheid

A cross-appeal is not admissible in administrative judicial review proceedings.

Extrahierte Begründung

The court states this explicitly and refers to the applicable case law.

Kernrechtsfrage

Whether the appellants could avoid the land-registry fee by proving an arrondierung case only at the appeal stage, and how costs should be allocated.

Extrahierter Entscheid

The land registry office was not required to investigate arrondierung ex officio from the submitted documents; it was for the parties or the notary to raise and substantiate the ground, and their failure to do so justified the cost consequences.

Extrahierte Begründung

Applications for land-registry execution rarely allow the authority to recognize an arrondierung case on their face, and the authority need not search for it on its own. Because the appellants omitted to invoke and prove it before the first-instance authority, they caused the appeal proceedings and could even have been charged full costs with no party compensation.

Kernrechtsfrage

Whether an incorrect prior administrative statement could bind the authority under the principle of good faith.

Extrahierte Begründung

The excerpt only indicates that the court addresses the prerequisites for the binding effect of an incorrect statement, but the actual holding is not contained in the provided passage.

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