Invoice marked "netto 30 days" as default notice

AGVE_2003_6Handelsgericht / 1. Kammer31.12.2003Modified

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

In a debt enforcement dispute between U. K.-H. and M. K., the court addressed when default interest begins to run. It held, departing from earlier practice, that an invoice bearing the note "netto 30 Tage" is itself a default notice within the meaning of Art. 102(1) OR. The court further clarified that an agreed due date under Art. 102(2) OR does not exclude the operation of Art. 105(1) OR. The plaintiff’s request for definitive enforcement with 5% interest was therefore sufficient in principle as to the starting point of default interest.

Omnilex-Regeste

Art. 102 Abs. 1 und 2, Art. 105 Abs. 1 OR; Verzugsauslösende Mahnung und Verzugszins bei Rechnung mit Vermerk "netto 30 Tage". Eine Rechnung mit dem Zahlungsziel "netto 30 Tage" ist in Abweichung von der bisherigen Praxis als Mahnung zu qualifizieren, welche den Schuldner in Verzug setzt und den Verzugszins auslöst. Der Verfalltag nach Art. 102 Abs. 2 OR schliesst die Anwendung von Art. 105 Abs. 1 OR nicht aus; die dispositive Verzugszinsregel bleibt anwendbar. Die rechtliche Beurteilung des Verzugs und seiner Folgen obliegt dem Gericht von Amtes wegen, soweit der Sachverhalt unbestritten ist.

Gesamter Gesetzestext

38 Obergericht / Handelsgericht 2003 D. Obligationenrecht 6 Verzugsauslösende Mahnung (Praxisänderung) Rechnungen mit dem Vermerk "netto 30 Tage" gelten gleichzeitig als verzugszinsauslösende Mahnung im Sinne von Art. 102 Abs. 1 OR. Beschluss der 1.-5. Zivilkammer des Obergerichts und des Handelsgerichts

Die 1.-5. Zivilkammer des Obergerichts und das Handelsgericht haben gestützt auf den von Obergerichtsschreiber D. Rüetschi veröffentlichten Aufsatz "Zahlbar 30 Tage netto" (SJZ 2003 S. 341 ff.) beschlossen, dass eine Rechnung mit dem Vermerk "netto 30 Tage" in Abweichung von der bisherigen Praxis (AGVE 1998 Nr. 4 S. 34 ff.) als verzugszinsauslösende Mahnung zu qualifizieren ist. 7 Art. 102 Abs. 2 und 105 Abs. 1 OR. Die Verabredung eines Verfalltags gemäss Art. 102 Abs. 2 OR bedeutet nicht, dass das dispositive Recht von Art. 105 Abs. 1 OR keine Anwendung findet. Aus dem Entscheid des Obergerichts, 4. Zivilkammer, vom 26. März 2003 in Sachen U. K.-H. gegen M. K. Aus den Erwägungen 3. a) Die Feststellung des Eintritts des Verzugs und dessen Folgen sind Rechtsanwendung, weshalb der Antrag der Klägerin, definitive Rechtsöffnung sei zu erteilen für 5 % Zins "seit wann rechtens", genügt, sofern sich dies aufgrund des unbestrittenen Sachverhalts feststellen lässt. Die Vorinstanz berechnete den Verzugszins ab mittlerem Verfall mit der Begründung, die Parteien hätten einen Verfall-

Schlagwörter

default interestnotice of defaultpayment termdue datedebt enforcementcontract lawdefault

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether an invoice marked "netto 30 Tage" qualifies as a default notice triggering default interest under Art. 102(1) OR.

Extrahierter Entscheid

Yes. Such an invoice is to be treated as a default notice and therefore triggers default interest, departing from prior practice.

Extrahierte Begründung

The chamber followed a published view that the payment term "netto 30 Tage" communicates a due date and, in practical effect, also serves the function of a reminder for default purposes.

Kernrechtsfrage

Whether an agreed due date under Art. 102(2) OR excludes application of Art. 105(1) OR to default interest.

Extrahierter Entscheid

No. An agreed maturity date does not exclude the application of the dispositive rule of Art. 105(1) OR.

Extrahierte Begründung

The existence of a fixed due date does not displace the statutory default-interest regime; therefore interest runs according to the default rules once default has occurred.

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