Civil plaintiff counsel has no right to schedule investigative acts

AGVE_2000_25Strafgericht / Beschwerdekammer22.02.2000Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The excerpt contains three Aargau criminal-procedure holdings. First, the civil complainant’s lawyer is entitled to be informed of investigative dates under § 130(2) StPO but has no right to negotiate or fix them with the investigating officer. Second, where an accused is acquitted and costs are charged to the reporter, the state must pay the acquittal compensation under § 140(1) StPO and then seek reimbursement from the reporter under § 140(2) StPO. Third, in a private prosecution for breach of a general prohibition, the complainant must identify the defendant by name; if he does not, refusal to entertain the complaint or to open an investigation is not a denial of justice.

Omnilex-Regeste

§ 130 Abs. 2 StPO; right to be informed of investigative dates does not include a right to coordinate the scheduling with the investigating officer. § 140 Abs. 1 and 2 StPO; when an acquitted accused is entitled to compensation and costs are shifted to the reporter, the compensation is to be paid by the state, which retains recourse against the reporter. § 184 Abs. 2 StPO; in private prosecution the complainant must name the defendant, and the court president does not commit a denial of justice by refusing to entertain a complaint lacking such identification, since the judge is not required to investigate unknown offenders except under narrowly defined exceptional circumstances.

Gesamter Gesetzestext

80 Obergericht 2000 24 § 130 Abs. 2 StPO. Dem Anwalt des Zivilklägers steht mit dem Recht auf Bekanntgabe der Termine von Untersuchungshandlungen kein Recht auf Terminabsprache mit dem Untersuchungsbeamtem zu (E. 4a). Aus dem Entscheid des Obergerichts, Beschwerdekammer in Strafsachen, vom 9. Mai 2000 i.S. M.H.

(Sachverhalt und Erwägungen: siehe AGVE 2000 21 73) 25 § 140 Abs. 1 und 2 StPO, Kostenauflage. Wenn bei Freisprechung des Angeklagten die Kosten dem Anzeiger überbunden werden, hat der Staat dem Angeklagten die Entschädigung auszurichten und diese Kosten danach vom Anzeiger zurückzufordern. Aus dem Entscheid des Obergerichts, 2. Strafkammer, vom 22. Februar 2000 in Sachen StA und Zivilkläger gegen E. M. und S. M. Aus den Erwägungen Die Angeklagten machen in ihrer Anschlussberufung geltend, es könne nicht Sache eines freigesprochenen Angeklagten sein, sich bezüglich der zugesprochenen Entschädigung noch mit dem Anzeiger auseinandersetzen zu müssen. Dem ist beizupflichten. Es geht nicht an, den Angeklagten bei einer Ueberbindung der Kosten auf den Anzeiger schlechter zu stellen, als wenn die Kosten auf die Staatskasse genommen werden. Die freigesprochenen Angeklagten sind deshalb nicht auf den Kostenersatz durch den Anzeiger zu verweisen, sondern es ist ihnen die Entschädigung gemäss § 140 Abs. 1 StPO durch den Staat auszurichten, der diese dann gemäss § 140 Abs. 2 StPO seinerseits vom Anzeiger wieder einfordern kann (Urteil des Obergerichts, 3. Strafkammer, vom 3. Juni 1999, i.S. StA/P.K. mit Verweis auf Brühlmeier, Kommentar zur aargauischen Strafprozessordnung, 2. A., Aarau 1980, S. 287).

2000 Strafprozessrecht 81 26 § 184 Abs. 2 StPO In der Privatstrafklage wegen Übertretung eines allgemeinen Verbotes muss der Kläger den Beklagten namentlich bezeichnen. Unterlässt er dies, liegt in der Nichtanhandnahme der Klage und Weigerung des Gerichtspräsidenten, ein Ermittlungsverfahren gemäss 183 StPO einzuleiten, keine Rechtsverweigerung. Aus dem Entscheid der Inspektionskommission vom 1. Dezember 2000 i.S. Y. Aus den Erwägungen 2. Der Beschwerdeführer macht sinngemäss eine Rechtsverweigerung von Gerichtspräsident X. geltend, weil dieser seine Privatstrafklagen vom 9. respektive 11. Juni 2000 nicht an die Hand nehmen wolle. (...) a) (formelle Rechtsverweigerung; vgl. AGVE 2000 16 61, Ziff. 2/a) b) Gerichtspräsident X. führte in seinem Schreiben an den Beschwerdeführer vom 16. Juni 2000 aus (...), eine Anhandnahme der Klagen sei nicht möglich, wenn der Kläger die fehlbaren Lenker nicht namentlich bezeichne, da dem Richter die Ermittlung der Lenker nicht obliege. Diese Gesetzesauslegung ist nicht zu beanstanden. Die Strafprozessordnung (StPO; SAR 251.100) verweist die Ahndung der Übertretung eines allgemeinen Verbotes gemäss §§ 309 ff. der Zivilprozessordnung (ZPO; SAR 221.100) in das Privatstrafverfahren (§ 181 Abs. 1 Ziff. 9 StPO) und § 184 Abs. 2 StPO verlangt vom Kläger im Privatstrafverfahren, den Beklagten zu bezeichnen sowie einen Antrag bezüglich des Strafmasses zu stellen. Die richterliche Anordnung eines Ermittlungsverfahrens bei unbekannter Täterschaft kann nur bei einem schweren Angriff auf die Ehre, den Kredit oder ein anderes Rechtsgut, welches durch die in § 181 Abs. 1 Ziff. 1-6 StPO aufgeführten Gesetzesbestimmungen

Schlagwörter

criminal procedureinvestigative actscivil complainantacquittal compensationcost allocationprivate prosecutiondenial of justiceunknown offender

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether civil complainant's counsel has a right to agree on dates of investigative acts with the investigating officer.

Extrahierter Entscheid

The counsel has only a right to be notified of the dates; there is no right to coordinate or fix the dates with the investigating officer.

Extrahierte Begründung

§ 130(2) StPO grants notice of investigative dates, but does not extend to a participatory right to schedule them.

Kernrechtsfrage

Whether, after acquittal, costs may be shifted to the person who reported the case while the acquitted defendant must still pursue compensation directly from that person.

Extrahierter Entscheid

No. The acquitted defendant is to be compensated by the state; the state may then recover the compensation from the reporter under § 140(2) StPO.

Extrahierte Begründung

An acquitted defendant must not be put in a worse position when costs are transferred to the reporter than when they are borne by the state treasury.

Kernrechtsfrage

Whether a private criminal complaint for breach of a general prohibition must name the defendant individually, and whether refusal to proceed without such naming is a denial of justice.

Extrahierter Entscheid

The complainant must name the defendant specifically; if he does not, the court president's refusal to initiate the case or to open an investigative proceeding is not a denial of justice.

Extrahierte Begründung

§ 184(2) StPO requires designation of the defendant and a penalty request in private prosecution; the judge is not obliged to identify unknown offenders, except in limited cases involving serious attacks on protected interests.

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