B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Abteilung III C-4618/2022
Abschreibungsentscheid vom 30. September 2025 Besetzung
Einzelrichterin Viktoria Helfenstein, Gerichtsschreiberin Rahel Schöb.
Parteien
Aquilana Versicherungen, Bruggerstrasse 46, 5401 Baden,
Einsiedler Krankenkasse, Kronenstrasse 19, Postfach 57, 8840 Einsiedeln,
Sumiswalder Krankenkasse, Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald,
Genossenschaft Krankenkasse Steffisburg, Unterdorfstrasse 37, Postfach, 3612 Steffisburg,
CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfallver- sicherung AG, Bundesplatz 15, 6002 Luzern,
Atupri Gesundheitsversicherung AG, Laupenstrasse 18, Postfach, 3001 Bern,
Avenir Krankenversicherung AG, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, Zustelladresse: Rechtsdienst, Rue des Cèdres 5, Postfach, 1919 Martigny Groupe Mutuel,
Krankenkasse Luzerner Hinterland, Luzernstrasse 19, 6144 Zell LU,
ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart,
Vivao Sympany AG, Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel,
Genossenschaft Glarner Krankenversicherung, Abläsch 8, Postfach, 8762 Schwanden GL,
Cassa da malsauns LUMNEZIANA, Postfach 41, 7144 Vella,
KLuG Krankenversicherung, Gubelstrasse 22, 6300 Zug,
EGK Grundversicherungen AG, Birspark 1, 4242 Laufen,
sanavals Gesundheitskasse, Valléstrasse 146E, Postfach 18, 7132 Vals,
Genossenschaft KRANKENKASSE SLKK, Hofwiesenstrasse 370, Postfach 5652, 8050 Zürich,
sodalis gesundheitsgruppe, Balfrinstrasse 15, 3930 Visp,
vita surselva, Bahnhofstrasse 33, Postfach 217, 7130 Ilanz,
Verein Krankenkasse Visperterminen, Dorfstrasse 66, 3932 Visperterminen,
Caisse-maladie de la Vallée d'Entremont société coo- pérative, Place centrale 5, 1937 Orsières,
Stiftung Krankenkasse Wädenswil, Industriestrasse 15, 8820 Wädenswil,
Krankenkasse Birchmeier, Hauptstrasse 22, 5444 Künten,
SWICA Krankenversicherung AG, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,
Galenos AG, Binzmühlestrasse 95, 8050 Zürich,
rhenusana, Widnauerstrasse 6, 9435 Heerbrugg,
Mutuel Assurance Maladie SA, Rue des Cèdres 5, Postfach, 1919 Martigny Groupe Mutuel, Zustelladresse: Rechtsdienst, Rue des Cèdres 5, Postfach, 1919 Martigny Groupe Mutuel,
AMB Assurances SA, Route de Verbier 13, 1934 Le Châble VS, Zustelladresse: Rechtsdienst, Rue des Cèdres 5, Postfach, 1919 Martigny Groupe Mutuel,
Philos Krankenversicherung AG, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, Zustelladresse: Rechtsdienst, Rue des Cèdres 5, Postfach, 1919 Martigny Groupe Mutuel,
Assura-Basis SA, Avenue Charles-Ferdinand-Ramuz 70, Case postale 533, 1009 Pully,
Visana AG, Weltpoststrasse 19, Postfach, 3000 Bern 16,
Agrisano Krankenkasse AG, Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG,
sana24 AG, Weltpoststrasse 19, Postfach, 3000 Bern 16,
vivacare AG, Weltpoststrasse 19, Postfach, 3000 Bern 16,
alle vertreten durch tarifsuisse ag, Römerstrasse 20, Postfach 1561, 4500 Solothurn, diese vertreten durch MLaw Andreas Miescher, Rechtsan- walt, Aarejura Rechtsanwälte Solothurn AG, Bielstrasse 9, Postfach 130, 4502 Solothurn, Beschwerdeführerinnen,
gegen
Kantonsspital Winterthur, Brauerstrasse 15, Postfach 834, 8401 Winterthur, vertreten durch lic. iur. Michael Waldner, Rechtsanwalt, und MLaw Barbara Meier, Rechtsanwältin, Vischer AG, Schüt- zengasse 1, Postfach, 8021 Zürich 1, Beschwerdegegnerin,
Regierungsrat des Kantons Zürich, Staatskanzlei, Neumühlequai 10, Postfach, 8090 Zürich, handelnd durch Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, Stampfenbachstrasse 30, 8090 Zürich, Vorinstanz.
Gegenstand
Krankenversicherung (KVG), Tarif für stationär erbrachte akutsomatische Leistungen des Kantonsspitals Winterthur, Basisfallwert nach SwissDRG, Festsetzung; RRB des Kan- tons Zürich Nr. 1153 vom 31. August 2022.
C-4618/2022 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Regierungsrat des Kantons Zürich (nachfolgend: Vorinstanz) mit Beschluss vom 31. August 2022 (RRB 1153/2022) für stationäre akutso- matische Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, die nach SwissDRG abgerechnet werden, für das Kantonsspital Winterthur (KSW) einerseits und die von der CSS Kranken-Versicherung AG, der Ein- kaufsgemeinschaft HSK AG und der tarifsuisse ag vertretenen Kranken- versicherer anderseits mit Wirkung ab 1. Januar 2020 einen Swiss DRG- Basisfallwert von Fr. 9'900.– festsetzte (vgl. Akten im Beschwerdeverfah- ren [nachfolgend: BVGer-act.] 1, Beilage 2), dass die von der tarifsuisse AG vertretenen Krankenversicherer (nachfol- gend: Beschwerdeführerinnen) am 10. Oktober 2022 Beschwerde gegen den erwähnten Beschluss erhoben haben (BVGer-act. 1), dass die Beschwerdeführerinnen einen Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– geleistet haben (BVGer-act. 5), dass die zuständige Instruktionsrichterin den Schriftenwechsel im Be- schwerdeverfahren durchgeführt und auch die Fachberichte der Preisüber- wachung und des Bundesamtes für Gesundheit sowie die Schlussbemer- kungen der Verfahrensbeteiligten eingeholt hat, dass die Beschwerdeführerinnen am 22. Januar 2025 sowie die Beschwer- degegnerin am 23. Januar 2025 jeweils einen übereinstimmenden Antrag auf Sistierung des Verfahrens C-4618/2022 stellten, da zwischenzeitlich eine (mündliche) Tarifeinigung zwischen den Parteien über die strittigen Tarifjahre habe erzielt werden können (BVGer-act. 20 und 21), dass die Instruktionsrichterin das Beschwerdeverfahren C-4618/2022 mit dem Einverständnis der Vorinstanz mit Verfügung vom 12. Februar 2025 bis zum 31. Dezember 2025 sistierte (BVGer-act. 22-25), dass die Beschwerdeführerinnen am 25. März 2025 und die Beschwerde- gegnerin am 27. März 2025 einen unbefristeten Tarifvertrag mit der Ver- tragsnummer 10.500.2695O, gültig ab 1. Januar 2020, betreffend die Leis- tungsabgeltung nach SwissDRG für akut-stationäre Behandlungen ge- mäss dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) unterzeich- net haben (BVGer-act. 26, Beilage 2),
C-4618/2022 Seite 5 dass die Vorinstanz mit Beschluss vom 2. Juli 2025 (RRB 700/2025) den erwähnten Tarifvertrag genehmigte (BVGer-act. 26, Beilage 1 Ziff. I.6), dass die Vorinstanz das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 11. Juli 2025 im Beschwerdeverfahren C-4618/2022 über die Genehmi- gung des Tarifvertrages zwischen den Beschwerdeführerinnen und der Be- schwerdegegnerin informierte und darum ersuchte, die Sistierung aufzu- heben und das Verfahren als gegenstandslos geworden abzuschreiben (BVGer-act. 26), dass die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 18. Juli 2025 der Abschrei- bung des Verfahrens C-4618/2022 infolge Gegenstandslosigkeit zuge- stimmt und das Gericht ersucht hat, auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten oder deren Höhe angemessen zu reduzieren und den Par- teien hälftig aufzuerlegen sowie die Parteikosten wettzuschlagen (BVGer- act. 28), dass ausserdem die Beschwerdeführerinnen mit Eingabe vom 23. Juli 2025 dem Antrag der Vorinstanz auf Abschreibung des Verfahrens C-4618/2022 infolge Gegenstandslosigkeit unter hälftiger Teilung der Ver- fahrenskosten und Wettschlagung der Parteikosten beigepflichtet haben (BVGer-act. 29), dass gegen den RRB 700/2025 vom 2. Juli 2025 innert der im Beschluss genannten Rechtsmittelfrist beim Bundesverwaltungsgericht keine Be- schwerde eingegangen ist, dass die Sistierung des Beschwerdeverfahrens C-4618/2022 demnach aufzuheben und im einzelrichterlichen Verfahren als durch aussergerichtli- chen Abschluss des Tarifvertrags 10.500.2695O und dessen Genehmi- gung durch die Vorinstanz mit RRB 700/2025 vom 2. Juli 2025 gegen- standslos geworden abzuschreiben ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG), dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, de- ren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung diesbezüglich nach dem materiellen Grund für das formelle Verhalten zu fragen ist und insofern unerheblich ist, wer die Prozesshandlung vornimmt, welche zur Abschrei- bung führt (vgl. Urteil des BGer 2C_564/2013 vom 11. Februar 2014 E. 2.4;
C-4618/2022 Seite 6 vgl. auch Urteil des BGer 8C_60/2010 vom 4. Mai 2010 E. 4.2.1), und die Frage, wie die Prozessaussichten vor Eintritt der Gegenstandslosigkeit zu würdigen gewesen wären, irrelevant ist, sofern die Gegenstandslosigkeit durch eine Partei bewirkt wurde (Urteil 8C_60/2010 E. 4.2.1), dass vorliegend die Beschwerdeführerinnen und die Beschwerdegegnerin durch die Unterzeichnung des Tarifvertrags 10.500.2695O gleichermassen die Gegenstandslosigkeit bewirkt haben, wobei in diesem Zusammenhang – mit Blick auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. dazu auch Urteile des BVGer C-605/2022 vom 13. August 2024, C-4524/2022 vom 17. Oktober 2023 und C-4488/2022 vom 17. Oktober 2023) – nicht ausschlaggebend sein kann, auf welchen Tarif sich die Par- teien letztlich geeinigt haben, dass die bisher aufgelaufenen Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– bei die- sem Verfahrensausgang je zur Hälfte den Beschwerdeführerinnen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind, dass der von den Beschwerdeführerinnen zu tragende Anteil an den Ver- fahrenskosten von Fr. 1'000.– dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– zu entnehmen und der Restbetrag von Fr. 4'000.– zurückzuer- statten ist, dass vor diesem Hintergrund die Parteikosten wettzuschlagen sind (vgl. Art. 15 i.V.m. Art. 5 VGKE), dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversiche- rung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, gemäss Art. 83 Bst. r des BGG unzulässig und das vorliegende Urteil somit endgültig ist.
C-4618/2022 Seite 7 Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Sistierung des vorliegenden Verfahrens wird aufgehoben. 2. Das Beschwerdeverfahren C-4618/2022 wird zufolge aussergerichtlicher Einigung und Vertragsgenehmigung durch die Vorinstanz als gegenstands- los geworden abgeschrieben. 3. 3.1. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– werden je zur Hälfte den Be- schwerdeführerinnen und der Beschwerdegegnerin auferlegt. 3.2. Der von den Beschwerdeführerinnen zu tragende Anteil an den Ver- fahrenskosten von Fr. 1'000.– wird dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– entnommen. Der Restbetrag von Fr. 4'000.– wird zurückerstat- tet. 3.3. Die Beschwerdegegnerin hat innert 30 Tagen ab Erhalt des vorliegen- den Entscheides Fr. 1'000.- zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen. 5. Dieser Entscheid geht an die Beschwerdeführerinnen, die Beschwerde- gegnerin, die Vorinstanz, das BAG und die Preisüberwachung.
C-4618/2022 Seite 8
Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:
Viktoria Helfenstein Rahel Schöb
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