21Bl141/18m•LG Linz 21Bl141/18m
BESCHLUSS
Das Landesgericht Linz als Vollzugsgericht hat durch den Vorsitzenden Hofrat Dr. Benedikt Weixlbaumer und die weiteren Senatsmitglieder Oberstleutnant Andreas Hinterleitner und Dr. Klaus-Peter Bittmann über die Beschwerde des H***** C***** K***** vom ***** gegen die Ablehnung einesAusgangsansuchens gemäß § 99a StVG in nichtöffentlicher Sitzung entschieden:
Der Beschwerde wird nicht Folge gegeben.
Begründung:
Der am ***** in , ***** geborene H C***** K***** verbüßt in der Justizanstalt ***** die über ihn mit Urteil des Landesgerichtes ***** zu ***** vom *****, rechtskräftig seit *****, verhängte Freiheitsstrafe im Ausmaß von ***** Monaten. Urteilsmäßiges Strafende ist der ***** (ON 2).
Verfahrensgegenständlich ist ein Ansuchen des Strafgefangenen auf Bewilligung eines Ausganges gemäß § 99a StVG für die Dauer von ***** Stunden, konkret für den Zeitraum *****, welches damit begründet wurde, dass er diesen Ausgang für die Erledigung persönlicher Angelegenheiten wie den Grabbesuch seiner Mutter zu Allerseelen, zur Regelung von wirtschaftlichen Angelegenheiten wie der Wohnungssuche und zur Regelung seiner sozialen Angelegenheiten wie etwa den Besuch des Vereins Neustart benötige.
Dieses Ersuchen wurde mit einer der Anstaltsleiterin zuzurechnenden Entscheidung vom ***** aufgrund des belastenden Vorlebens und der raschen Rückfälle von H***** C***** K*****in der Vollzugskonferenz am ***** abgelehnt.
Gegen die Ablehnung seines Ansuchens richtet sich die Beschwerde des H***** C***** K***** vom *****, welche am ***** beim zuständigen Vollzugsgericht eingelangt ist. In der Beschwerde führt der Strafgefangene im Wesentlichen aus, dass die Ablehnung seines Ansuchens vermutlich persönliche Gründe hätte. Die ablehnende Entscheidung wirke sich negativ auf seine Resozialisierung aus, da er dringende Angelegenheiten bezüglich der Wohnsituation und der Arbeit nicht erledigen könne. Außerdem arbeite er als Hausarbeiter und seit etwa 10 Monaten in der Anstaltsküche. Er habe keine einzige Ordnungswidrigkeit begangen und würde in ihn gesetztes Vertrauen keinesfalls missbrauchen.
In der stellungnehmenden Berichterstattung der Anstaltsleiterin wird das durch mehrere Vorstrafen getrübte Vorleben des Beschwerdeführers dargelegt und weiters ausgeführt, dass dem Strafgefangene K***** bei der BE-Anhörung am , bei der auch der Soziale Dienst anwesend war, eventuell eine bedingte Entlassung nach Verbüßung von 2/3 der Strafe bei Vorliegen einer stationären Therapiezusage in Aussicht gestellt wurde. Bis zur Stellungnahme der Anstaltsleiterin am ***** wäre jedoch noch keine Bestätigung oder schriftliche Zusage für einen stationären Therapieplatz eingelangt. Außerdem gebe es keinen Hinweis, dass H C***** K***** einen Termin bei Neustart ***** habe. Der Grabbesuch der Mutter wäre auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich und sei daher nicht als unaufschiebbare persönliche Angelegenheit eingestuft worden. H***** C***** K***** habe durch seine ***** Vorstrafen ein belastetes Vorleben und sei trotz mehrerer Haftstrafen immer wieder rückfällig geworden. Zudem sei er laut Festlegungen des Landesgerichtes ***** vom ***** (21 BL *****) besonders gefährlich.
Am ***** nahm H***** C***** K***** zur Äußerung der Anstaltsleiterin Stellung und erklärte ergänzend zu seinem Ansuchen, eine schriftliche Ausfertigung der Zusage für einen Therapieplatz sei ihm telefonisch von Frau K***** von der Einrichtung ***** zugesagt worden, er würde diese am ***** erhalten. Beim Verein Neustart sei nach seinen Erfahrungen hinsichtlich grundlegender Erstgespräche in den Bereichen Wohnungs-, und Arbeitssuche keine Terminvereinbarung notwendig. Der Grabbesuch sei aufschiebbar, hätte aber aufgrund des Feiertages höhere Bedeutung für ihn und wäre ein menschlicher Akt gewesen. Außerdem habe er bei Ausgängen im Zuge der letzten Inhaftierung keine missbräuchlichen Handlungen begangen und besuche seit einem Jahr freiwillig eine Psychotherapie um seine Persönlichkeit zu stabilisieren. Die soziale Isolierung durch die lange Inhaftierung würde ihn resozialisieren.
Der Beschwerde kommt keine Berechtigung zu. Rechtlichen Ausführungen ist voranzustellen, dass die Strafregisterauskunft des H***** C***** K***** bereits ***** Einträge, darunter ***** einschlägige Vorstrafen aufweist. Bereits ***** Mal wurden bedingte Entlassungen ausgesprochen, die widerrufen werden mussten.
Gemäß § 99a StVG ist einem im Sinne des § 99 Abs 1 StVG nicht besonders gefährlichen Strafgefangenen auf sein Ansuchen höchstens zweimal im Vierteljahr zu gestatten, die Anstalt für höchstens zwölft Stunden am Tag zu verlassen, wenn die voraussichtlich zu verbüßende Strafzeit drei Jahre nicht übersteigt und der Strafgefangene den Ausgang zu einem der im § 93 Abs 2 StVG genannten Zwecke, somit zur Regelung wichtiger persönlicher, wirtschaftlicher oder rechtlicher Angelegenheiten, sowie zur Aufrechterhaltung familiärer und sonstiger persönlicher Bindungen, benötigt.
Die Behörde hat zu diesem Zweck sowohl auf in der Vergangenheit gelegene Umstände, nämlich die Art und den Beweggrund der der Verurteilung zu Grunde liegenden strafbaren Handlungen und den Lebenswandel vor der Anhaltung, als auch auf die Aufführung während der Anhaltung bis zum Zeitpunkt der Entscheidung über den beantragten Ausgang Bedacht zu nehmen (Drexler, StVG4, § 99a Rz 8). Eine Vollzugslockerung ist schon dann nicht zu gestatten, wenn im Zeitpunkt der Entscheidung begründete Besorgnis besteht, der Verurteilte werde neuerlich gerichtlich strafbare Handlungen mit nicht bloß leichten Folgen begehen (§ 99a Abs 1 iVm § 99 Abs 1 StVG).
Konkret lässt sowohl das strafrechtliche Vorleben des Beschwerdeführers, als auch die der nunmehr vollzogenen Freiheitsstrafe zugrunde liegende Verurteilung wegen erheblicher Vermögensdelinquenz einen Missbrauch der Vollzugslockerung befürchten, war doch auch in der Vergangenheit der Vollzug mehrerer Freiheitsstrafen nicht geeignet H***** C***** K***** von neuerlichen Taten abzuhalten. Der Strafgefangene bezeichnete die von ihm zu besorgenden Angelegenheiten iSd § 93 Abs 2 StVG zwar genau, Gründe, warum deren Besorgung nicht schriftlich erledigt, oder bis zur Entlassung aufgeschoben werden können sind jedoch nicht ersichtlich. Insbesondere der Grabbesuch der Mutter ist nicht als derart vordringlich zu qualifizieren, als dass er einen Ausgang iSd § 99a StVG rechtfertigen könnte. Auch die Wohnungssuche und der Besuch des Verein Neustarts sind nicht als unaufschiebbare Angelegenheiten iSd § 93 Abs 2 StVG zu werten. Daran ändert auch nichts, wenn der Strafgefangene in der Eingabe vom ***** vorbringt, dass ihm eine bedingte Entlassung mit ***** zugesagt worden sein soll.
Im Hinblick auf die zu verbüßende Restzeit der Haftstrafe, das Missbrauchspotential, das Vorleben und die raschen Rückfälle ist daher der ablehnenden Entscheidung der Leiterin der Justizanstalt beizupflichten und der Beschwerde nicht Folge zu geben.
Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.