G20/2015 ua•Verfassungsgerichtshof G20/2015 ua
G20/2015 uaVerfassungsgericht08.10.2015
Gesundheitswesen, Gentechnik, Versicherungsrecht, Derogation materielle, Datenschutz, Privat- und Familienleben, VfGH / Individualantrag, VfGH / Formerfordernisse, VfGH / Prüfungsumfang
I.1. Die Wortfolgen "und Versicherern" und "oder Versicherungsnehmern oder Versicherungswerbern" in §67 des Bundesgesetzes, mit dem Arbeiten mit gentechnisch veränderten Organismen, das Freisetzen und Inverkehrbringen von gentechnisch veränderten Organismen und die Anwendung von Genanalyse und Gentherapie am Menschen geregelt werden (Gentechnikgesetz – GTG), BGBl Nr 510/1994, idF BGBl I Nr 127/2005, sowie der letzte Satz in §11a Abs1 des Bundesgesetzes vom 2. Dezember 1958 über den Versicherungsvertrag (Versicherungsvertragsgesetz – VersVG), BGBl Nr 2/1959, idF BGBl I Nr 34/2012, werden als verfassungswidrig aufgehoben.
2. Die Aufhebung tritt mit Ablauf des 31. Dezember 2016 in Kraft.
3. Frühere gesetzliche Bestimmungen treten nicht wieder in Kraft.
4. Der Bundeskanzler ist zur unverzüglichen Kundmachung dieser Aussprüche im Bundesgesetzblatt I verpflichtet.
II.Der Antrag des Verbands der Versicherungsunternehmen Österreichs wird zurückgewiesen.
III.Der Bund (Bundesministerin für Gesundheit) ist schuldig, den zweit- bis achtantragstellenden Parteien zuhanden ihrer Rechtsvertreterin die mit € 3.771,60 bestimmten Prozesskosten binnen 14 Tagen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.
Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.