VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI A 18 57 4. Kammer Einzelrichter Racioppi und Paganini als Aktuar URTEIL vom 28. November 2018 in der verwaltungsrechtlichen Streitsache A._____, vertreten durch Wolfgang Weber, Beschwerdeführerin gegen Steuerverwaltung des Kantons Graubünden, Beschwerdegegnerin betreffend Grundstückgewinnsteuer
2 - 1.Am 14. November 2018 (Datum des Poststempels) liess A._____ (nachfol- gend: Beschwerdeführerin) Einspruch (recte: Beschwerde) an das Verwal- tungsgericht des Kantons Graubünden gegen den Einspracheentscheid vom 1. November 2018 der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden erheben. Unter Verweis auf das in Kopie beigelegte der Steuerverwaltung eingereichte Schreiben vom 12. November 2018 bat sie das Verwaltungs- gericht, mit der Steuerverwaltung ihre Angelegenheit zu besprechen bzw. zu klären. 2.Mit prozessleitender Verfügung vom 16. November 2018 teilte der Instruk- tionsrichter der Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die entsprechenden Gesetzesbestimmungen mit, dass ihre Eingabe den gesetzlichen Anforde- rungen nicht genüge. Er forderte sie deshalb auf, die Beschwerdeschrift entsprechend zu ergänzen und sodann dem Gericht einzureichen. Für die Behebung der Mängel räumte der Instruktionsrichter der Beschwerdefüh- rerin eine nicht erstreckbare Nachfrist bis zum 5. Dezember 2018 ein, mit der Androhung, dass im Unterlassungsfall auf die Eingabe vom 12. Novem- ber 2018 (Poststempel: 14. November 2018) nicht eingetreten werde. Aus- serdem bat der Instruktionsrichter die Beschwerdeführerin, bis am 28. No- vember 2018 (Zahlungseingang beim Gericht) einen Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- zu leisten, mit der Androhung, dass im Unterlassungsfall auf die Beschwerde ebenfalls nicht eingetreten werde. 3.Am 27. November 2018 (Datum des Poststempels) liess die Beschwerde- führerin dem Verwaltungsgericht eine verbesserte Eingabe einreichen. Der Kostenvorschuss ging beim Verwaltungsgericht am 30. November 2018 ein.
3 - Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 1.1.Ist ein Rechtsmittel offensichtlich unzulässig oder offensichtlich begründet oder unbegründet entscheidet die oder der zuständige Vorsitzende in ein- zelrichterlicher Kompetenz (Art. 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwal- tungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). 1.2.Dass ein nicht bzw. nicht rechtzeitig geleisteter Gerichtskostenvorschuss das Nichteintreten auf die betreffende Eingabe bewirkt, wurde im Grund- satz bereits in regulärer Besetzung entschieden (vgl. nachstehende Erwä- gungen 2 und 3 in Anlehnung an die Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 15 32, U 15 39 und U 15 40). Da der vorliegende Fall in rechtlicher Hinsicht keine andersgearteten Abweichungen zu diesen bereits entschiedenen Fällen aufweist, handelt es sich bei der vorliegenden Beschwerde um ein offensichtlich unzulässiges Rechtsmittel, weswegen die Zuständigkeit des Vorsitzenden als Einzelrichter gegeben ist. 2.1.In Anwendung von Art. 74 Abs. 1 VRG kann die Behörde von der gesuch- stellenden, der beschwerdeführenden oder klagenden Partei einen Kosten- vorschuss verlangen. Für die Leistung des Kostenvorschusses ist der Par- tei eine angemessene Frist zu setzen (Abs. 2). Leistet die Partei den Kos- tenvorschuss trotz Androhung der Säumnisfolgen nicht fristgemäss, ist auf ihr Begehren nicht einzutreten (Abs. 3). Nach ständiger Rechtsprechung ist es im Interesse einer ordnungsgemässen Justizverwaltung zulässig, für die mutmasslichen Prozesskosten einen Vorschuss von demjenigen zu verlan- gen, der staatlichen Rechtsschutz in Anspruch nimmt; dies entspricht einer allgemeinen Praxis in den Kantonen und im Bund (BGE 124 I 244 E.4a). Wird die Gültigkeit eines Rechtsmittels kraft ausdrücklicher Vorschrift von der rechtzeitigen Leistung eines Kostenvorschusses abhängig gemacht, so kann darin grundsätzlich weder ein überspitzter Formalismus noch eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs erblickt werden. Das gilt jedenfalls
4 - dann, wenn die Parteien über die Höhe des Vorschusses, die Zahlungsfrist und die Folgen der Nichtleistung in angemessener Weise aufmerksam ge- macht wurden (so bereits BGE 96 I 523 E.4; bestätigt z.B. in den Bundes- gerichtsurteilen 1P.163/1997 vom 17. Juni 1997 E.2c und 1P.371/2004 vom 21. September 2004 E.4). Gemäss Art. 74 Abs. 3 VRG ist es somit grundsätzlich zulässig auf die Beschwerde infolge Nichtleistung bzw. nicht fristgemässer Leistung des gerichtlich geforderten Kostenvorschusses nicht einzutreten. 3.1.Vorliegend hat der Instruktionsrichter von der Beschwerdeführerin mit pro- zessleitender Verfügung vom 16. November 2018 die Leistung eines Kos- tenvorschusses von Fr. 2'000.-- bis zum 28. November 2018 verlangt, mit der Androhung gemäss Art. 74 Abs. 3 VRG, dass im Säumnisfall auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. Der Instruktionsrichter wies zudem darauf hin, dass die Zahlung des Kostenvorschusses bis zum 28. Novem- ber 2018 beim Gericht eingehen müsse. Dem Instruktionsrichter liegt der Rückschein (Zustellnachweis) der prozessleitenden Verfügung vom 16. November 2018 vor. Die Beschwerdeführerin hat am 26. November 2018 eine (verbesserte) Beschwerdeschrift verfasst, die am 27. November 2018 der Schweizerischen Post übergeben wurde und somit die angesetzte Nachbesserungsfrist wahrt. Dagegen ist der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss erst am 30. November 2018 auf dem Bank- konto des Verwaltungsgerichts bzw. der Finanzverwaltung des Kantons Graubünden eingegangen. 3.2.Gemäss Abklärungen des Gerichts erfolgte die Überweisung des Kosten- vorschusses über PostFinance von einem ausländischen Konto aus. Bei Überweisungen aus dem Ausland trägt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Rechtsuchende das Risiko dafür, dass der Kostenvor- schuss (innert Frist) auf dem Konto der Behörde eintrifft und dementspre- chend auf sein Rechtsmittel eingetreten werden kann. Somit ist nicht alleine
5 - massgeblich, ob das ausländische Konto vor Ablauf der Frist belastet wurde, sondern darüber hinaus erforderlich, dass der geforderte Betrag rechtzeitig dem Konto der Behörde gutgeschrieben wurde oder zumindest in den Einflussbereich der von der Behörde bezeichneten Hilfsperson (Bank oder Schweizerische Post) gelangte (Urteil des Bundesgerichts 4A_481/2016 vom 6. Januar 2017 E.3.1.2. m.H.). 3.3.Für die Rechtzeitigkeit der Zahlung des verlangten Kostenvorschusses ist vorliegend somit grundsätzlich das Datum des Zahlungseingangs auf dem Bankkonto des Gerichts (bzw. der Finanzverwaltung Graubünden) mass- gebend, wie in der prozessleitenden Verfügung vom 16. November 2018 auch explizit festgehalten. Der Kostenvorschuss wurde hier aber erst am