Quelldetails
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Rechtsraum
Schweiz
Region
Federal
Verfugbare Sprachen
Französisch
Zitat
CH_VB_001
Gericht
Ch Vb
Geschaftszahlen
CH_VB_001, 89.246
Entscheidungsdatum
13.06.1991
Zuletzt aktualisiert
25.03.2026
  1. Juni 1991 487 Parlamentarische Initiative. Berufsbildungsgesetz Abstimmung - Vote Für den Antrag der Kommission 20 Stimmen Für den Antrag Onken 18 Stimmen Abs. Ibis, 2-AI. Ibis, 2 Angenommen -Adopté Art. 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil national Angenommen -Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 31 Stimmen (Einstimmigkeit) Ad 90.085 Motion der Kommission Wohnungsbau. Bundesbeschluss Motion de la commission Construction de logements. Arrêté fédéral Wortlaut der Motion vom 10. Mai 1991 Der Bundesrat wird aufgefordert, alle Kreditbegehren, welche den gesetzlichen Bedingungen entsprechen, zu erfüllen. So- bald der Betrag des Rahmenkredites gemäss Artikel 1 er- schöpft ist, unterbreitet der Bundesrat dem Parlament einen Zusatzkredit, um die in der laufenden Periode von 1992 bis Ende 1996 gestellten Begehren zur Finanzierung des Woh- nungsbaus erfüllen zu können. Texfe de la motion du 10 mai 1991 Le Conseil fédéral est invité à satisfaire toutes les demandes de crédits présentées qui répondent aux conditions légales. Lorsque les montants alloués sous l'article premier seront épuisés, le Conseil fédéral présentera au Parlement un crédit supplémentaire pourfaire face durant la période allant de 1992 à fin 1996 aux demandes de financement de la construction de logements. Piller, Berichterstatter: Ich habe ausgeführt, wie es zu dieser Motion kam. Ihre Kommission ist der Meinung, dass diese Mo- tion in Form der Motion überwiesen werden müsse und dass es nicht angehe, sie als Postulat zu überweisen. In der Kom- mission wurde klar ausgeführt, dass nur die Motion in Verbin- dung mit den Beschlüssen des Bundesrates akzeptiert wer- den könne. Ich bitte Sie, die Motion zu überweisen. Ueberwiesen - Transmis An den Nationalrat-Au Conseil national #ST# 89.246 Parlamentarische Initiative (Cavedini) Berufsbildungsgesetz. Revision Initiative parlementaire (Cavadini) Loi sur la formation professionnelle. Révision Wortlaut der Initiative vom 5. Dezember 1989 Die Artikel 4 und 5 des Berufsbildungsgesetzes werden wie folgt geändert: Art. 4 (bisher) Titel Aufgaben der Kantone Abs. 1 Die Kantone sorgen für eine zweckmässige Organisation der Berufsberatung und unterhalten eine kantonale Zentralstelle. Abs. 2 Die Berater müssen sich über eine vom Bund anerkannte Fachausbildung ausweisen. Art. 4 (Vorschlag) Titel Aufgaben der Kantone Abs. 1 Die Kantone sorgen für eine zweckmässige Organisation der Berufsberatung und unterhalten eine kantonale Zentralstelle. Abs. 2 Die Kantone sind zuständig für die Ausbildung und Fortbil- dung der Berufsberater sowie für Dokumentation und Informa- tion. Abs. 3 Die Berufsberater müssen sich über eine kantonal anerkannte Fachausbildung ausweisen. Art. 5 (bisher) Titel Aufgaben des Bundes Abs. 1 Der Bund fördert die Berufsberatung. Abs. 2 Er sorgt in Zusammenarbeit mit den Kantonen und zuständi- gen Berufsverbänden für die Ausbildung und Fortbildung der Berufsberater. Er kann geeignete Institutionen zur Mitwirkung heranziehen und ihnen allenfalls die Ausbildung der Berufsbe- rater übertragen. Art. 5 (Vorschlag) Titel Aufgaben des Bundes Wortlaut Der Bund fördert die Berufsberatung, indem er den im öffentli- chen Interesse tätigen Einrichtungen, die im Auftrag der Kan- tone Aufgaben für eine ganze Sprachregion erfüllen, Beiträge gewährt. Texfe de l'initiative du 5 décembre 1989 Les articles 4 et 5 de la loi sur laformation professionnelle sont modifiés comme suit: Art. 4 (ancien) Titre Tâches des cantons Al. 1 II incombe aux cantons d'organiser l'orientation profession- nelle d'une manière adéquate et d'entretenir un centre canto- nal à cet effet.

Initiative parlementaire. Formation professionnelle48813juin1991 Al. 2 Les orienteurs doivent justifier d'une formation reconnue par la Confédération. Art. 4 (proposition) Titre Tâches des cantons Al. 1 II incombe aux cantons d'organiser l'orientation profession- nelle d'une manière adéquate et d'entretenir un centre canto- nal à cet effet. Al. 2 Les cantons sont responsables de la formation et du perfec- tionnement des conseillers d'orientation ainsi que de la docu- mentation d'information. Al. 3 Les conseillers d'orientation doivent justifier d'une formation reconnue sur le plan cantonal. Art. 5 (ancien) Titre Tâches de la Confédération Al. 1 La Confédération encourage l'orientation professionnelle. Al. 2 Elle s'occupe, avec la collaboration des cantons et des asso- ciations professionnelles compétentes, de la formation des conseillers d'orientation professionnelle et du perfectionne- ment de leurs connaissances. Elle peut appeler des institu- tions qualifiées à collaborer et leur confier, le cas échéant, le soin de former des conseillers d'orientation professionnelle. Art. 5 (proposition) Titre Tâches de la Confédération Texte La Confédération encourage l'orientation en allouant des sub- ventions aux organismes reconnus d'utilité publique qui effec- tuent des tâches, sur mandat des cantons, pour l'ensemble d'une région linguistique. Schriftliche Begründung Die Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen - die Prü- fung des zweiten Massnahmenpakets zu dieser Frage wird bald abgeschlossen sein - ermöglicht auch die Klärung der Situation auf dem Gebiet der Fachausbildung der Berufsbera- ter. Der politische Wille, die Berufsberatung der Zuständigkeit der Kantone zu unterstellen, ist dadurch klar zum Ausdruck gekommen, dass die Bundesbeiträge an die Kantone gestri- chen worden sind ; in Zukunft werden die Kantone die gesamte Finanzierung dieser Aufgabe übernehmen. Dieses vom Volk und den Kantonen gutgeheissene politische Konzept sollte somit in die Bundesgesetzgebung aufgenommen werden. Wir schlagen deshalb vor, die Hauptverantwortung der Kan- tone für die Fachausbildung und die Fortbildung der Berufs- berater sowie für die Dokumentation und Information im Be- rufsbildungsgesetz zu verankern. Dadurch kann auch die kan- tonale Fachausbildung anerkannt werden, die seit langem und auch heute noch je nach dem Bedürfnis der Kantone oder nach den Ausbildungsstrukturen unterschiedlich ausgestaltet ist. Der Bund könnte ausserdem die Berufsberatung, für die er sein Interesse bekräftigt hat, durch Beiträge an anerkannte Einrichtungen fördern, die im öffentlichen Interesse für eine ganze Sprachregion tätig sind. Im Gesetz soll also die Zuständigkeit der Kantone verankert werden, während sich der Bund auf Förderungsmassnahmen beschränkt, indem er Beiträge an Einrichtungen leistet, die im öffentlichen Interesse tätig sind. Développement par écrit La répartition des tâches entre cantons et Confédération, dont l'examen du 2ème train est actuellement en voie d'achève- ment, permet de clarifier également la situation dans le do- maine de la formation des conseillers d'orientation. La volonté politique de cantonaliser l'orientation professionnelle a été clairement exprimée par la suppression des subventions fédé- rales aux cantons qui assument dorénavant l'entier du finan- cement de ces activités. En conséquence, il convient de tra- duire dans la législation fédérale cette conception politique ex- primée par le peuple et les cantons. Nous proposons donc d'ancrer dans la loi elle-même la res- ponsabilité primordiale des cantons dans le secteur de la for- mation et du perfectionnement des conseillers d'orientation, ainsi que dans la documentation d'information. Cette proposi- tion permettra en outre de reconnaître les formations cantona- les qui, depuis très longtemps et aujourd'hui encore, sont l'ob- jet d'approches distinctes selon les besoins cantonaux ou les filières de formation. La Confédération pourrait en outre encourager l'orientation pour laquelle elle a répété son intérêt en allouant des subven- tions aux organismes qui seraient reconnus d'utilité publique et qui travailleraient pour l'ensemble des régions linguisti- ques. Il convient donc que la loi consacre la responsabilité des can- tons tandis que la Confédération se limiterait à des mesures d'encouragement en subventionnant des institutions d'intérêt public. Herr Onken unterbreitet im Namen der Kommission den fol- genden schriftlichen Bericht: Wir unterbeiten Ihnen hiermit gemäss Artikel 21ter des Ge- schäftsverkehrsgesetzes den Bericht der vorprüfenden Kom- mission über die von Ständerat Cavadini am 5. Dezember 1989 eingereichte parlamentarische Initiative. In Form eines ausgearbeiteten Entwurfs schlägt Ständerat Cavadini eine Re- vision der Artikel 4 und 5 des Berufsbildungsgesetzes vor mit dem Ziel, die Verantwortung für die Aus- und Weiterbildung der Berufsberater sowie für die Dokumentation und Informa- tion als alleinige Aufgabe und Kompetenz der Kantone gesetz- lich zu verankern. An ihrer Sitzung vom 3. September 1990 hat die Kommission Vertreter des Biga, der EDK, des Schweizerischen Verbandes für Berufsberatung und der kantonalen Zentralstellen für Be- rufsberatung eingeladen, zu den aufgeworfenen Fragen Stel- lung zu nehmen. An ihrer abschliessenden Sitzung vom 15. Oktober 1990 hat die Kommission den Initianten angehört. Begründung des Initianten vor der Kommission Die vorliegende Initiative ist nicht revolutionär. An erster Stelle machen wir Politik und haben in den letzten sechs bis sieben Jahren versucht, die Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen zu klären. Das Ergebnis dieser Klärung muss aber unmissverständlich sein: Wenn sich der Bund zurückzieht, werden die Kantone zuständig. Gerade darauf beruht der Fö- deralismus: Jeder ist in seinem Verantwortungsbereich Herr und Meister. Diese Initiative liegt auf der Linie der Bemühungen um die An- erkennung der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kanto- nen. Das Ziel ist zunächst ein politisches, dann ein institutio- nelles. Darüber ist man sich allerseits einig, aber nur unter der Bedingung, keinen Franken an Subvention zu verlieren. In die- sem Punkt scheint mir die Argumentation schlecht zu sein. Wird in einem Bereich etwas Wichtiges geändert, so ist klar, dass man auch das entsprechende Gesetz ändern muss. Konkret heisst das: Im ersten Paket Aufgabenteilung zwischen Kantonen und Bund hat dieser den Wunsch geäussert, sich von der Subvention der Berufsberatung zurückzuziehen, was einer Einsparung von 12 Millionen Franken gleichkommt. Das Gesetz ist jedoch nicht angepasst worden. Meine Idee zu dieser Initiative ist in diesem Kontext zu sehen: Man muss nicht davor zurückschrecken, dies oder jenes zu ändern. Man muss dabei vom Bund zu den Kantonen und auch in umgekehrter Richtung gehen können. Das Volk hat aber auch Bedenken gezeigt: so z. B. in bezug auf die Subven- tionierung der Stipendien. Ich war immer gegen Beiträge des Bundes an Stipendien; die Mehrheit des Volkes hat es aber vorgezogen, dem Bund diese Befugnis zu belassen, und ich beuge mich diesem Entscheid.

  1. Juni 1991489Parlamentarische Initiative. Berufsbildungsgesetz Die Berufsberatung ist auf den Schulbereich ausgerichtet, der ganz in die Zuständigkeit der Kantone fällt. Ein Grund, dass schon heute in den verschiedenen Landesteilen über die Aus- bildung der Schul- und Berufsberater nicht die gleiche Mei- nung herrscht: In den deutschsprachigen Kantonen sollen die Berater eine berufsbegleitende Ausbildung, in allen franzö- sischsprachigen Kantonen müssen sie einen Universitätsab- schluss haben. Seit mehr als zwanzig Jahren schon hat man noch kein gemeinsames schweizerisches Konzept gefunden, und man kann daher auch nicht von einem Ausbildungskon- zept für Berufsberater sprechen. Beidseits der Saane herrscht offensichtlich ein gewisser Mangel an gegenseitigem Ver- ständnis, namentlich in bezug auf die Rolle des SVB, der eine Dokumentationsstelle im Dienst der Kantone ist und vom Bund subventioniert wird. Der SVB wird in einem Teil der deut- schen Schweiz anerkannt, aber gar nicht von der welschen Schweiz, die nicht mehr mitmachen möchte. Es wäre wün- schenswert, diesbezüglich Ordnung zu schaffen. Aufgrund dieser Ausführungen erscheint es uns wünschens- wert, dass der Bund eine gewisse Anzahl Empfehlungen be- reithält. Von Vorschriften zu sprechen, wäre nicht vernünftig, da solche eine Verpflichtung beinhalten würden. Wir sind der Meinung, dass jeder Kanton nach seiner Vorstellung die Aus- bildung organisiert. Dies wird aber nicht jeder Kanton für sich allein machen können, da eine regionale Uebereinstimmung gefunden werden muss. Abschliessend ersuche ich Sie, auf unsere Initiative, deren An- liegen einfach ist, einzutreten: Da die Kantone allein für die Fi- nanzierung der Ausbildung der Berater zuständig sind, sollen sie auch für die Anerkennung dieser Ausbildung zuständig sein. Mit der Aufgabenteilung sollte Sache des Bundes blei- ben, was seine Sache ist; und dies soll auch für die Kantone gelten. Die Verbindung zwischen Bund und Kantonen sollte über Empfehlungen, Dokumentationsaustausch und beglei- tende Sekretariate hergestellt werden. Ausgangslage Die Initiative Cavadini zur Aenderung der Berufsberatungsarti- kel im Berufsbildungsgesetz (BBG) hat die vollständige Kanto- nalisierung - auch auf der Ebene der Diplomanerkennung - zum Ziel. Sie knüpft an einen im Jahre 1984 gefällten Ent- scheid an: Im Zusammenhang mit dem ersten Paket von Massnahmen zur Aufgabenteilung zwischen Bund und Kanto- nen war auch die Kantonalisierung der Berufsberatung disku- tiert worden. Derschliesslich gefällte Entscheid kam jedoch ei- ner reinen Sparmassnahme gleich: Im Rahmen des An- schlussprogramms über die Sparmassnahmen 1984, in Kraft seit dem 1. Januar 1986 (SR 611.02), wurden lediglich die fi- nanziell relevanten Artikel des BBG revidiert. Damit fielen die Bundesbeiträge an die Besoldungen der Berufsberater weg; subventioniert werden seither nur noch die Aus- und Weiterbil- dung sowie die Erstellung von Informations- und Dokumenta- tionsmaterial. Die Kantone erlitten eine finanzielle Einbusse von jährlich rund 12 Millionen Franken; zusätzliche Kompe- tenzen wurden ihnen jedoch nicht übertragen. Die Anhörungen vom 3. September 1990 machten deutlich, dass weder Einheitlichkeit noch Klarheit den Bereich der Be- rufsberatung kennzeichnen. Der Hauptgrund für das eher ver- wirrende Bild an Organen und Zuständigkeit liegt wohl darin, dass die Berufsberatung historisch gewachsen ist. Die Ge- setze sind nicht lückenlos. Die Uebersicht wird dadurch er- schwert, dass die Funktion der vielen interkantonalen und re- gionalen Organe, die in diesem Bereich tätig sind, zum Teil un- klar abgegrenzt oder umschrieben und die Verantwortlichkeit stark aufgesplittert ist. (Eine Arbeitsgruppe der EDK kam ebenfalls zum Schluss, dass die gewachsene Organisation zwar durchaus tauglich sei, klarere Kompetenzausscheidun- gen und bessere Formen der Zusammenarbeit jedoch er- reicht werden sollten.) Immer mehr zum Gegenstand von Auseinandersetzungen ist in den letzten Jahren die Stellung des Schweizerischen Ver- bandes für Berufsberatung (SVB) geworden, der-gestützt auf Artikel 5 Absatz 2 und Artikel 63 Absatz 1 BBG -vom Bund mit der Aufgabe betraut ist, Berufsberater aus- und fortzubilden sowie Informations- und Dokumentationsmaterial herzustel- len. Vor allem in der Romandie fehlt dem SVB die Anerken- nung. Mit ein Grund sind die vom Initianten dargelegten unter- schiedlichen Meinungen zwischen der Romandie und der Deutschschweiz, was die Ausbildung der Berufsberater be- trifft. Erwägungen der Kommission Vor diesem Hintergrund hatte die Kommission zu den folgen- den Forderungen der Initiative Stellung zu nehmen:
  2. die Aus- und Weiterbildung der Berufsberater sowie
  3. die Herstellung von Informations- und Dokumentationsma- terial in die Hand der Kantone zu legen;
  4. die eidgenössische Anerkennung der Berufsberaterdi- plome neu durch eine kantonale zu ersetzen;
  5. den Bund nur noch insofern einzubeziehen, als er bestimm- ten im Auftrag der Kantone tätigen Einrichtungen Beiträge ge- währt. Die Initiative zielt die Artikel 4 und 5 BBG an; einzubeziehen ist jedoch auch Artikel 63. Relativ rasch fand die Kommission zu einem ersten Konsens, nämlich dass das Berufsbildungsgesetz für den Bereich der Berufsberatung tatsächlich einer Revision bedarf. Nicht anschliessen konnte sie sich jedoch der Zielrichtung der strikten Kantonalisierung, die der Initiant einschlagen will. Zu Punkt 1 : Die heutige Formulierung (Art. 5 Abs. 2) gibt dem Bund eine Führungsrolle, die mit der angestrebten Stärkung der kantonalen Verantwortlichkeit kaum übereinstimmt. Die Zusammenarbeit mit den Kantonen und den zuständigen Be- rufsverbänden ist dem Bund gesetzlich vorgeschrieben, doch nimmt er vergleichsweise wenig Einfluss auf die Aus- und Wei- terbildung. (Von selten der Berufsberater ist vor der Kommis- sion der Wunsch geäussert worden, beim Biga eine eigene Dienststelle für die Berufsberatung vorzusehen.) Die Kommission ist der Auffassung, dass der durch den Fi- nanzbeschluss von 1984 eingetretenen Aenderung auch auf gesetzlicher Ebene Rechnung zutragen ist. Sie teilt jedoch die geäussertern Befürchtungen, dass durch eine konsequente Kantonalisierung der Aus- und Weiterbildung bald Unausge- glichenheiten in der Qualität der Ausbildung entstehen könn- ten und ein einheitliches Profil verlorenginge. Diesen Befürch- tungen ist durch Mindestvorschriften auf Gesetzesebene ent- gegenzutreten. Das qualitativ gute und international aner- kannte Niveau der schweizerischen Berufsberatung ist auch dem koordinierenden Einfluss des Bundes zu verdanken. Ein Abbau der Bundeskompetenzen auf diesem Gebiet kann vor allem nicht im Interesse der kleinen Kantone liegen. Unter dem Vorzeichen der Europafähigkeit muss die Einheitlichkeit der Ausbildung verstärkt und nicht abgebaut werden. Eine Kantonalisierung würde zudem auch den Wegfall sämtli- cher Bundesbeiträge mit sich bringen, da es nicht die Mei- nung sein kann, dass der Bund nur noch als Geldgeber auf- tritt, ohne Weisungs- und Kontrollrechte zu haben. Zu Punkt 2, Information, Dokumentation, Forschung, Entwick- lung: Entgegen dem Vorschlag des Initianten hält die Kommis- sion eine Verstärkung der Bundeskompetenzen im Bereich der Information und Dokumentation sowie der Forschung und Entwicklung für erforderlich. Im Sinne einer Anpassung an die heutigen gestiegenen Bedürfnisse und aus fachlichen und wirtschaftlichen Gründen sind diese immer bedeutender wer- denden Bereiche als gemeinsame Aufgaben von Bund und Kantonen zu vernetzen und gesetzlich zu verankern. Vor allem im Interesse der kleinen Kantone ist eine Regelung und Koor- dination durch den Bund-bzw. durch eine zentrale Stelle-er- forderlich. Im Gegensatz zur Aus- und Weiterbildung hat der Bund heute hier keine unmittelbare Verantwortung. Zu Punkt 3: Nach dem Berufsbildungsgesetz (Art. 4 Abs. 2) müssen sich die Berufsberater über eine vom Bund aner- kannte Ausbildung ausweisen. Diese Bestimmung ist 1978 auf Drängen der Berufsberater aufgenommen worden. Die Ab- gabe eines eidgenössisch anerkannten Diploms garantiert den Berufsberatern die Wählbarkeit in allen Kantonen. Der vom Initianten vorgeschlagene Schritt zur kantonal anerkann- ten Ausbildung wird von der Kommission eindeutig als Rück- schritt beurteilt: Ziel muss heute die Europakompatibilitätsein. Kantonale Ausweise, die keinen gesicherten Anspruch auf eid-

Initiative parlementaire. Formation professionnelle 490 13juin1991 genössische Anerkennung haben, werden im EG-Raum keine Akzeptanz finden. Motion der Kommission Der Kommission lagen zwei Kompromissvorschläge - eben- falls in Form ausgearbeiteter Entwürfe - vor. In der Diskussion zeigte sich jedoch erneut die Schwierigkeit, gesetzgeberische Arbeit allein innerhalb einer Kommission zu leisten. Auch die Neufassung der fraglichen Artikel bedarf noch umsichtiger Ab- klärung und Absicherung. Deshalb wurden die Kernpunkte aus beiden Vorschlägen in eine Motion eingebracht, die von der Kommission einstimmig verabschiedet wurde und mit der der Bundesrat beauftragt werden soll, eine Teilrevision des Be- rufsbildungsgesetzes vorzulegen. Im Rahmen der gemachten Ueberlegungen bringt die Motion die dreifache Stossrichtung nuanciert zum Ausdruck. Sie an- erkennt die veränderten Zuständigkeiten, fordert jedoch nicht einen rigorosen Rückzug des Bundes, sondern verankert seine wesentliche Koordinationsaufgabe (Mindestvorschrif- ten, eidgenössisch anerkannte Diplome), betont seine beson- dere Verpflichtung für Information, Dokumentation, For- schung und Entwicklung und setzt schliesslich ein Zeichen Richtung Europa, in dem die gut ausgebildeten schweizeri- schen Berufsberater nicht benachteiligt sein sollen. Die Kommission ist der Ueberzeugung, dass auf diese Weise der hohe Standard der Schweizer Berufsberatung weiterge- führt und zeitgemäss ausgebaut werden kann. M. Onken présente au nom de la commission le rapport écrit suivant: Nous vous soumettons, conformément à l'article 21 ter de la loi sur les rapports entre les conseils, le rapport de la commission chargée de donner un préavis sur l'initiative parlementaire dé- posée le 5 décembre 1989 sous forme de projet rédigé de tou- tes pièces par le conseiller aux Etats Cavadini. L'initiative de- mande une révison des articles 4 et 5 de la loi sur la formation professionnelle afin de donner aux cantons la compétence ex- clusive de la formation et du perfectionnement des conseillers en orientation professionnelle, ainsi que la responsabilité de la documentation et de l'information en la matière. Lors de sa séance du 3 septembre 1990, la commission a en- tendu à ce sujet l'avis de représentants de l'OFIAMT, de la Conférence des directeurs cantonaux de l'instruction publi- que, de l'Association suisse pour l'orientation scolaire et pro- fessionnelle, ainsi que des centres cantonaux d'orientation professionnelle. La commission a entendu l'auteur de l'initia- tive lors de sa séance finale du 15 octobre 1990. Développement de l'auteur de l'initiative devant la commission La présente initiative ne fait pas la révolution. Nous faisons avant tout de la politique, et nous avons voulu, au cours des six à sept dernières années, clarifier les tâches entre la Confédé- ration et les cantons. Mais cette clarification doit être nette: lorsque la Confédération se retire, les cantons deviennent maî- tres. C'est en cela que réside le fédéralisme: chacun a la maî- trise dans son domaine respectif de responsabilités. Cette initiative s'inscrit dans la perspective de la reconnais- sance de la répartition des tâches entre les cantons et la Confédération. Il y a d'abord un but politique, puis institution- nel. Là-dessus, tout le monde est d'accord, mais à condition de ne pas perdre un franc de subvention. Il est évident que lorsque l'on change une donnée importante, on doit modifier la loi concernée. Concrètement: dans le premier paquet de la répartition des tâ- ches entre les cantons et la Confédération, cette dernière a souhaité se retirer du subventionnement de l'orientation pro- fessionnelle, ce qui représente une économie de 12 millions de francs. La loi n'a cependant pas été modifiée en consé- quence. C'est dans ce contexte que j'ai eu l'idée de lancer cette initia- tive: il ne faut pas craindre de changer l'une ou l'autre chose. On doit pouvoir aller de la Confédération aux cantons et vice versa. Mais le peuple a aussi montré des craintes: ainsi, à pro- pos du subventionnement des bourses scolaires. J'ai toujours été opposé au subventionnement fédéral des bourses, mais la majorité du peuple a préféré en laisser la maîtrise à la Confédé- ration, et je m'incline. Dans le domaine de l'orientation, celle-ci porte sur le domaine scolaire, qui est intégralement du ressort des cantons. Il convient de constater que différentes parties de notre pays ne partagent pas les mêmes points de vue sur la façon de former les orienteurs scolaires et professionnels: pour les cantons alémaniques, la formation de l'orienteur doit se faire en cours d'emploi, et pour les cantons romands, il faut que l'orienteur ait fait l'université. Cela fait plus de vingt ans que l'on ne trouve pas de modèle commun, on ne peut donc pas parler d'un mo- dèle suisse d'orienteur. Il règne incontestablement une cer- taine incompréhension des deux côtés de la Sarine, en parti- culier sur le rôle tenu par l'ASOS, qui est une centrale de docu- mentation théoriquement au service des cantons, subvention- née par la Confédération. Si l'ASOS est reconnue dans une partie des cantons alémaniques, elle ne l'est absolument pas du côté romand, qui a demandé de s'en retirer. Pour conclure, il nous paraît souhaitable que la Confédération maintienne un certain nombre de recommandations. Parler de prescriptions, suppose une obligation, ce qui ne serait pas rai- sonnable. Chaque canton peut organiser la formation à son gré. Pourtant il ne pourra jamais le faire seul, il devra trouver un consensus régional. En conclusion, je vous invite à entrer en matière sur notre initia- tive, qui est simple dans son esprit: puisque les cantons sont seuls responsables du paiement de la formation des orien- teurs, ils doivent avoir la compétence de reconnaître cette for- mation. Comme on l'a voulu dans la répartition des tâches, ce qui est le fait delà Confédération doit rester son fait, et il doit en être de même pour ce qui incombe aux cantons. La jonction entre la Confédération et les cantons devrait se faire par voie de recommandations, de documentation et de secrétariats d'accompagnement. Situation actuelle L'initiative Cavadini, qui demande que les articles de la loi sur la formation professionnelle concernant l'orientation profes- sionnelle soient révisés, vise une cantonalisation complète de ce secteur, y compris pour ce qui est de la reconnaissance des diplômes. Elle se rattache à une décision prise en 1984 à l'oc- casion du premier train de mesures au titre de la nouvelle ré- partition des tâches entre la Confédération et les cantons. Si la cantonalisation de l'orientation professionnelle a bien été examinée, on se contenta finalement de prendre une mesure d'économie, incluse dans le programme complémentaire aux mesures d'économie de 1984, en vigueur depuis le 1 er janvier 1986 (RS 611.02), en modifiant simplement les articles de la loi précitée qui portent sur le financement. De ce fait, les contribu- tions fédérales au traitement des conseillers d'orientation fu- rent supprimées. Seules continuent à être subventionnés la formation et le perfectionnement, ainsi que l'établissement de matériel d'information et de documentation. Les cantons ont ainsi subi une perte financière de près de 12 millions de francs par an, sans qu'ils se voient attribuer de compétence supplé- mentaire. Les auditions du 3 septembre 1990 ont montré que le do- maine de l'orientation professionnelle ne se distingue ni par la clarté ni par l'uniformité. La principale cause de la situation confuse qui le caractérise, notamment en ce qui concerne la définition des organes et des compétences, tient à la crois- sance historique qu'a connue ce secteur et aux lacunes de la loi. Cette confusion est aggravée par le manque de netteté dans la délimitation des fonctions des nombreux organes intercanto- naux et régionaux et la forte fragmentation des responsabili- tés. (Un groupe de travail de la Conférence des directeurs can- tonaux de l'instruction publique est également parvenu à la conclusion que l'organisation actuelle fonctionne, certes, mais qu'elle nécessite une plus claire délimitation des compé- tences et une meilleure coordination). Le statut de l'Associa- tion suisse pour l'orientation scolaire et professionnelle a fait l'objet de nombreuses discussions ces dernières années. En vertu de l'article 5, alinéa 2 et de l'article 63, alinéa 1 de la loi

  1. Juni 1991 491 Parlamentarische Initiative. Berufsbildungsgesetz sur la formation professionnelle, cette association est manda- tée par la Confédération pour assurer la formation et le perfec- tionnement des conseillers d'orientation, ainsi que pour établir les matériels d'information et de documentation nécessaires. C'est surtout en Romandie que cette association est contes- tée. La cause principale tient aux vues divergentes concernant la formation des orienteurs entre Suisse allemande et Suisse française. Considérations de la commission Compte tenu de cette situation, la commission devait se pro- noncer sur les points suivants de l'initiative:
  2. cantonalisation de la formation et du perfectionnement des conseillers d'orientation;
  3. cantonalisation de l'établissement des matériels d'informa- tion et de documentation;
  4. remplacement de la reconnaissance fédérale des diplômes d'orienteur par une reconnaissance cantonale;
  5. maintien de la participation de la Confédération unique- ment dans la mesure où elle verse des contributions à des or- ganes mandatés par les cantons pour certaines tâches. Alors que l'initiative ne vise que les articles 4 et 5 de la loi, il convient de réviser aussi l'article 63. La commission s'est rapidement mis d'accord sur la nécessité de réviser la partie de la loi sur la formation professionnelle qui porte sur l'orientation professionnelle. Elle n'a pu cependant souscrire sans réserve à la cantonalisation totale voulue par l'auteur de l'initiative. Ad 1 : L'actuelle formulation de l'article 5, alinéa 2 donne à la Confédération un rôle dirigeant qui n'est guère compatible avec la volonté de renforcer la responsabilité cantonale. Si la collaboration entre la Confédération et les cantons ainsi que les associations professionnelles compétentes est prescrite par la loi, le rôle de l'Etat central en matière de formation et de perfectionnement est relativement minime. (Les représentants des conseillers d'orientation ont exprimé devant la commis- sion le souhait qu'un organe soit créé au sein de l'OFIAMT pour s'occuper spécifiquement de ce domaine). La commission est d'avis que la modification entrée en vi- gueur avec l'arrêté sur le financement de 1984 doit être prise en considération dans la loi. Elle partage néanmoins la crainte qu'une cantonalisation complète de la formation et du perfec- tionnement des orienteurs aboutisse à des inégalités dans la qualité de l'enseignement et donc à des disparités dans le ni- veau de ces professionnels. Pour répondre à cette crainte, il convient d'édicter des dispositions minimales dans la loi fédé- rale. Si la qualité et le niveau des conseillers d'orientation suis- ses sont internationalement reconnus, c'est aussi grâce à la coordination assurée par la Confédération. Un démantèle- ment des compétences fédérales dans ce domaine préjudicie- rait en particulier les petits cantons. Face à l'intégration euro- péenne, il faut renforcer l'uniformité de la formation, et non l'af- faiblir. En outre, la cantonalisation complète signifierait la cessation de tout financement par la Confédération, car on ne saurait ré- duire le rôle de la Confédération à celui de simple bailleur de fonds sans qu'elle ait de droit de directive ou de contrôle. Ad 2, Information, documentation, recherche et développe- ment: Contrairement à ce que propose l'auteur de l'initiative, la commission juge nécessaire de renforcer les compétences fé- dérales en matière d'information, de documentation, de re- cherche et de développement. Compte tenu du fait que les exi- gences se sont accrues, mais aussi pour des motifs profes- sionnels et économiques, ces secteurs prennent une impor- tance croissante. Ils doivent être considérés comme des tâ- ches communes de la Confédération et des cantons et traités comme tels dans la loi. Une coordination et une réglementa- tion par la Confédération ou par un organe central est dans l'intérêt des petits cantons en particulier. Toutefois, contraire- ment à ce qui se passe pour la formation et le perfectionne- ment, la Confédération n'a pas de responsabilité directe dans ces domaines. Ad 3: Selon l'article 4, alinéa 2 de la loi sur la formation profes- sionnelle, les conseillers d'orientation doivent justifier d'une formation reconnue par la Confédération. Cette règle a été adoptée en 1978 à l'insistance des conseillers d'orientation. La remise d'un diplôme fédéral leur permet d'exercer dans tous les cantons. La proposition de l'auteur de l'initiative de cantonaliser la reconnaissance des diplômes est considérée par la commission comme un net pas en arrière. L'eurocom- patibilité devient un impératif primordial. Des diplômes canto- naux sans reconnaissance fédérale n'ont guère de chance d'être acceptés dans l'espace européen. Motion de la commission Deux propositions de compromis, également sous forme de projets rédigés de toutes pièces, ont été déposées au sein de la commission. La discussion a cependant révélé une fois de plus la difficulté de procéder à des travaux législatifs dans le cadre d'une commission. Même une reformulation des arti- cles contestés nécessite des vérifications approfondies. C'est pourquoi les points principaux des deux propositions ont été repris sous forme de motion adoptée à l'unanimité et char- geant le Conseil fédéral d'effectuer une révision partielle de la loi sur la formation professionnelle. Tenant compte des diverses considérations, la motion re- prend, en les nuançant quelque peu, les trois objectifs princi- paux qui avaient été définis. Elle prend acte du transfert de compétences sans toutefois supprimer totalement la partici- pation de la Confédération, dont elle souligne au contraire le rôle coordinateur (sous forme de dispositions minimales et de reconnaissance fédérale des diplômes), ainsi que la mis- sion en matière d'information, de documentation, de recher- che et de développement. Enfin, elle tient compte de l'inté- gration européenne, face à laquelle les orienteurs suisses, par ailleurs bien qualifiés, ne doivent pas être défavorisés. La commission est persuadée que cette voie doit permettre non seulement de maintenir le haut niveau de compétence des orienteurs suisses, mais encore de l'améliorer, confor- mément aux exigences de notre époque. Antrag der Kommission Ohne Gegenstimme - bei einer Enthaltung - beschloss die Kommission, dem Rat zu beantragen, der Initiative keine Folge zu geben. Einstimmig verabschiedet hat die Kommission jedoch eine Motion, mit der der Bundesrat beauftragt werden soll: -Voraussetzungen zu schaffen, um mittels Mindestvorschrif- ten die von den Kantonen getragene Aus- und Weiterbildung gesamtschweizerisch gleichwertig zu gestalten;
  • Information und Dokumentation sowie Forschung und Ent- wicklung im Bereiche der Berufsberatung als eine gemein- same Aufgabe von Bund und Kantonen zu verankern;
  • Vorkehren zu treffen, dass die Diplome schweizerischer Be- rufsberater international anerkannt werden können. Die Kommission ersucht den Rat, diese Motion als verbindli- chen Auftrag an den Bundesrat zu überweisen. Proposition de la commission A l'unanimité, avec une abstention, la commission a décidé de proposer à son conseil de ne pas donner suite à l'initiative. La commission unanime a cependant adopté une motion chargeant le Conseil fédéral de:
  • fixer les conditions nécessaires, sous forme de prescriptions minimales, pour que les moyens de formation et de perfection- nement dont les cantons sont responsables soient conformes à un niveau identique pour toute la Suisse;
  • définir la responsabilité de l'information, de la documenta- tion, de la recherche et du développement en matière d'orien- tation professionnelle comme étant une tâche commune à la Confédération et aux cantons;
  • prendre des dispositions pour que les diplômes de conseil- lers d'orientation suisses soient internationalement reconnus. La commission prie son conseil de transmettre cette motion en tant que mandat impératif au Conseil fédéral.

Initiative parlementaire. Formation professionnelle492 13 juin 1991 Ad 89.246 Motion der Kommission Berufsbildungsgesetz. Teilrevision Motion de la commission Loi sur la formation professionnelle. Révision partielle Wortlaut der Motion vom 15. Oktober 1990 Mit dem Ziel, den hohen Standard der schweizerischen Be- rufsberatung weiterzuführen und auszubauen sowie Schwachstellen zu beheben, wird der Bundesrat beauftragt, den eidgenössischen Räten eine Teilrevision des Bundesge- setzes über die Berufsbildung vorzulegen. Dabei sind auf der Grundlage der veränderten Zuständigkeiten (Aufgabentei- lung) und der bisherigen Zusammenarbeit:

  1. Voraussetzungen zu schaffen, um mittels Mindestvorschrif- ten die von den Kantonen getragene Aus- und Weiterbildung gesamtschweizerisch gleichwertig zu gestalten;

  2. Information und Dokumentation sowie Forschung und Ent- wicklung im Bereiche der Berufsberatung als gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen zu verankern;

  3. Vorkehren zu treffen, dass die Diplome schweizerischer Be- rufsberater international anerkannt werden können. Texte de la motion du 15 octobre 1990 Dans le but de maintenir et d'améliorer le haut niveau de l'orientation professionnelle suisse et de pallier à ses lacunes, le Conseil fédéral est chargé de présenter aux Chambres une révision partielle de la loi sur la formation professionnelle. Se fondant sur les compétences modifiées (nouvelle répartition des tâches) et sur la coopération actuelle, il y a lieu:

  4. de créer, par le biais de prescriptions minimales, des condi- tions équivalentes pour toute la Suisse dans les domaines de la formation et du perfectionnement qui incombent aux can- tons;

  5. de consacrer tâche commune de la Confédération et des cantons, l'information et la documentation ainsi que la recher- che et le développement dans le domaine de l'orientation pro- fessionnelle;

  6. de prendre des mesures visant à faire reconnaître les diplô- mes des conseillers en orientation professionnelle à l'échelon international. Onken, Berichterstatter: Sie haben zu diesem Geschäft einen schriftlichen Bericht erhalten, der den Text der Initiative unse- res Kollegen Cavadini enthält, die Begründung dazu, die Er- wägungen der vorprüfenden Kommission, die Schlussfolge- rungen, die wir gezogen haben, und eine Kommissionsmo- tion. Wer sich für die Materie besonders interessiert, hat diesen Be- richt sicher gelesen und sich dazu vorbereitend seine Gedan- ken machen können. Ich kann mich hier also vergleichsweise kurz fassen, obwohl die Problematik an sich recht komplex ist, und lediglich nochmals unsere Ueberlegungen und die An- träge zusammenfassen. Die Initiative von Herrn Cavadini schlägt in Form eines ausfor- mulierten Entwurfes die Revision der Artikel 4 und 5 des Be- rufsbildungsgesetzes vor, mit dem Ziel, die Verantwortung für die Aus- und Weiterbildung der Berufsberater sowie für die In- formation und Dokumentation als alleinige Aufgabe und Kom- petenz der Kantone gesetzlich zu verankern. Es geht ihm also um eine völlige Kantonalisierung der Berufsberatung, auch - und das ist besonders problematisch - auf der Ebene der Di- plomanerkennung. Damit will er die Konsequenz ziehen aus einer Sparmass- nahme des Bundes, die seit dem 1. Januar 1986 die Bundes- beiträge an die Besoldung der Berufsberater wegfallen liess. Das hat eine finanzielle Einbusse von immerhin 12 Millionen Franken gebracht, ohne dass sich an der Zuständigkeitsord- nung irgend etwas geändert hätte, das heisst, die Kantone er- hielten weniger Geld, aber nicht mehr Kompetenzen, wie es ei- nerfolgerichtigen Aufgabenteilung entsprochen hätte. Die Frage ist nun: Ist eine so konsequente Scheidung der Zu- ständigkeiten, wie sie Herr Cavadini will, möglich und wün- schenswert? Wäre es der schweizerischen Berufsberatung zu- träglich, erstens die Aus- und Weiterbildung der Berufsberater und zweitens die Herstellung von Informations- und Doku- mentationsmaterial gänzlich in die Hand der Kantone zu le- gen, damit - drittens - die heutige eidgenössische Anerken- nung der Berufsberaterdiplome durch eine kantonale zu erset- zen und viertens den Bund nur noch als Beitragsspender an bestimmte, von den Kantonen beauftragte Einrichtungen vor- zusehen? In allen diesen vier Punkten lautet die Antwort Ihrer vorprüfen- den Kommission auf die aufgeworfene Frage: Nein. Es wäre weder wünschbar noch dem hohen Standard der schweizeri- schen Berufsberatung förderlich, wenn sich der Bund völlig daraus zurückzöge und seine bisherigen Funktionen, die der schweizerischen Berufsberatung sehr viel gebracht haben, preisgäbe.

  7. Aus der Aus- und Weiterbildung sollte sich der Bund unse- rer Auffassung nach nicht zurückziehen, weil er bisher - ohne einen wirklich prägenden, gestaltenden Einfluss darauf zu nehmen; er blieb ziemlich diskret- doch eine koordinierende, vereinheitlichende Funktion wahrgenommen hat. Ohne die- sen Rahmen, der gewisse Standards setzt, könnte - so be- fürchtet die Kommission - eine gewisse Unausgeglichenheit entstehen, könnte das einheitliche Profil verlorengehen, könn- ten von Kanton zu Kanton Niveauunterschiede auftreten. Das ist schon aus schweizerischer Optik, bei allem Respekt vor den föderalistischen Prinzipien, nicht erstrebenswert. Die Auf- fächerung mit ihren Unebenheiten läuft jedoch auch dem in- ternationalen Trend, der grössere Geschlossenheit und bes- sere Kompatibilität verlangt, exakt entgegen und ist also auch in dieser Hinsicht völlig unzeitgemäss und inopportun.

  8. Bei der Information, bei der Dokumentation, insbesondere aber auch bei Forschung und Entwicklung halten wir einen Rückzug des Bundes erst recht nicht für angezeigt. Im Gegen- teil: Die Aufgabenstellung ist vielfältiger und anspruchsvoller geworden. Vieles liegt in der Schweiz sogar brach und sollte aufgearbeitet werden. Wir sind zwar gut in der Berufsberatung, aber nicht überall Spitze, und es bedarf nach Auffassung der Kommission hier nicht allein der koordinierenden Hilfestellung des Bundes, sondern seines entschiedeneren Einsatzes, ge- rade auch zugunsten der kleineren Kantone, die von einer sol- chen Verpflichtung entlastet werden sollten, einer Verpflich- tung, die sie vermutlich überfordern würde. Es bedarf hier also eines engen Miteinanders von Bund und Kantonen.

  9. Heute müssen sich die Berufsberater über eine vom Bund anerkannte Ausbildung ausweisen. Das hat keineswegs zu ei- ner völligen Nivellierung geführt. Es gibt durchaus unter- schiedliche Wege, die erforderliche Qualifikation zu erlangen, namentlich zwischen der Deutschschweiz und der Romandie gibt es deutliche Unterschiede. Aber es war ein eidgenössisch anerkanntes Diplom, und es bot damit Gewähr für ein allge- mein respektiertes Niveau und auch für die Wählbarkeit in sämtlichen Kantonen. Der Schritt zu nur noch kantonal aner- kannten Ausbildungsgängen ist in den Augen der Kommis- sion ein Rückschritt, und zwar allein schon im schweizeri- schen Kontext, doch noch viel mehr vor dem Hintergrund der europäischen Entwicklung, bei der wir unbedingt sicherstel- len sollten, dass unsere gut ausgebildeten Berufsberaterinnen und Berufsberater nicht benachteiligt werden. Aus dieser Beurteilung hat die vorprüfende Kommission zwei Anträge abgeleitet:

  10. Einstimmig und bei einer Enthaltung beantragt Ihnen die Kommission, die parlamentarische Initiative Cavadini nicht zu überweisen, ihr also keine Folge zu geben. Wir haben zwar für den Anknüpfungspunkt des Vorstosses Verständnis, eben diesen Wegfall der Bundessubventionen, aber wir halten die daraus abgeleitete Konsequenz, nämlich eine rigorose Kanto- nalisierung unter Preisgabe der heutigen, gewachsenen Ord- nung, für verfehlt und in ihren Auswirkungen, wie dargelegt, für folgenschwer.

  11. Juni 1991 493Zollpräferenzensystem

  12. Die einstimmige Kommission schlägt Ihnen eine Motion vor, die zu einer Klärung und zu einer Verbesserung der heuti- gen Situation führen soll. Die Kommission anerkennt damit auch, dass der Vorstoss von Herrn Cavadini auf einige Schwachstellen der schweizerischen Berufsberatung, die der Bereinigung bedürfen, aufmerksam gemacht hat. Verlangt wird mit dieser Motion eine Teilrevision des Berufsbildungsge- setzes, die sich wohl auf die veränderten Zuständigkeiten ab- stützt, aber auch auf die bisherige Zusammenarbeit und die- ser Rechnung trägt. Die Motion visiert drei Hauptziele an:

  13. Es sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um mit- tels Mindestvorschriften des Bundes die von den Kantonen getragene Aus- und Weiterbildung gesamtschweizerisch gleichwertig zu gestalten. Hier wird also die Verantwortung der Kantone durchaus anerkannt und betont, aber es soll durch den Bund ein Minimalstandard gesetzt werden, der eben diese Gleichwertigkeit gewährleistet.

  14. Information und Dokumentation sowie Forschung und Ent- wicklung im Bereiche der Berufsberatung sollen als eine ge- meinsame Aufgabe von Bund und Kantonen wahrgenommen werden.

  15. Es sind Vorkehrungen zu treffen, dass die Diplome der schweizerischen Berufsberaterinnen und Berufsberater auch international anerkannt werden können. Wir sind überzeugt - und mit uns ist es der frischgebackene Ehrenpräsident des Schweizerischen Verbandes für Berufsberatung, Kollege Carlo Schmid, dem ich zu dieser Ehre auch herzlich gratulie- ren möchte -, dass auf der solcherart erneuerten gesetzlichen Grundlage gewisse Lücken geschlossen und Schwachstellen behoben werden können - das müssen sie auch -, dass damit aber auch der hohe Standard der schweizerischen Berufsbe- ratung weitergeführt, ja sogar noch ausgebaut werden kann. Das muss das Anliegen von uns allen sein. M. Reymond: Je fais simplement remarquer que lorsque nous avons un rapport écrit, il n'est pas nécessaire de nous le lire, sinon à quoi peut servir de faire ce genre de rapport? Excusez-moi, Monsieur Onken, de cette intervention mais je tiens à répéter, pour la bonne marche des travaux de ce conseil et afin qu'il reprenne son rythme de travail d'autrefois, qu'on ne devrait pas lire un rapport écrit, chacun en ayant déjà pris connaissance; on gagne du temps en donnant tout de suite la parole à l'auteur de l'initiative. Merci, Monsieur le président, de m'avoir laissé apporter cette remarque avant de donner la parole à M. Cavadini. M. Cavadini: Je comprends le plaisir qu'on a eu à revoir ce rapport; il était de qualité et nous en remercions la commis- sion, mais, effectivement, nous en avions pris connaissance et je me bornerai à une brève déclaration. Lorsque j'ai déposé cette initiative parlementaire, c'était dans le souci de pousser dans ses dernières conséquences la sys- tématique politique et institutionnelle de la répartition des tâ- ches entre la Confédération et les cantons. Au moment où la Confédération retirait financièrement son soutien à la forma- tion de l'orientation professionnelle, réalisant au passage - ne soyons pas mesquins - une économie de quelque 12 millions de francs, il nous paraissait légitime que la compétence légale soit redonnée à ceux qui assuraient ce financement, donc aux cantons. Aujourd'hui, ce thème est bien affaibli et la commission a ex- aminé nos propositions. Nous avons admis une partie du rai- sonnement qui l'a conduite à suggérer, par le biais d'une mo- tion, de reprendre deux des éléments de mon initiative. Je suis ainsi partiellement satisfait et j'insiste pour que le troi- sième point de la motion soit l'objet d'un examen rapide, car la libre circulation des personnes exige une prise en compte de cette donnée qui n'a certainement échappé à personne. En conclusion, je me rallie à l'idée d'une motion dont je crois savoir que le Conseil fédéral accepte sa transmission comme motion et non comme postulat. Präsident: Herr Bundesrat Delamuraz hat mir mitgeteilt, dass der Bundesrat die Motion als solche annimmt. Danioth: Ich möchte Ihnen die Zustimmung zur Kommis- sionsmotion empfehlen. Im Rahmen der Aufgabenteilung Bund/Kantone wurde be- kanntlich die Berufsberatung als vorwiegend pädagogische und soziale Dienstleistung der Hoheit der Kantone unterstellt. Im Anschlussprogramm 1984 der Einsparungen im Bundes- haushalt wurden dann kurzerhand die Subventionsbestim- mungen für den Betrieb der Berufsberatungsstellen aus dem Gesetz gestrichen. Auf der anderen Seite blieb insbesondere die Bestimmung im Berufsbildungsgesetz, dass die Kantone Berufsberatungen anzubieten haben. Dem Finanzverlust der Kantone von rund 12 Millionen Franken pro Jahr stand somit kein echter Substanzgewinn für den Föderalismus gegen- über. Einer totalen Kantonalisierung erwuchsen aber, je länger man die Konsequenzen dieser Einsparungsaktionen überdachte, Bedenken bildungs- und staatspolitischer Natur. Nicht zuletzt Vertreter von kleinen Kantonen haben vor unserer Kommis- sion die Sorge geäussert, dass bei einer konsequenten und rücksichtslosen Kantonalisierung eine negative Auswirkung auf die Qualität der Ausbildung der Berufsberater und letztlich auf deren Berufstätigkeit nicht auszuschliessen sei. Der Leiter der Berufsberatung des Kantons Schwyz hat hier vor der Kom- mission eine eindrückliche Schilderung gegeben. Eine voll- ständige Kantonalisierung würde die Kantone der harmonisie- renden Wirkung bundesrechtlicher Rahmenbedingungen be- rauben. Auch wenn sich die Kantone - vorab die kleineren - in Anlehnung an die Regionen der Erziehungsdirektorenkonfe- renz zu gemeinsamen Ausbildungslösungen zusammen- schliessen würden, müsste mit erheblichen Unterschieden, mit Anerkennungsproblemen der Diplome, mit Lücken in der Fort- und Weiterbildung und auch mit Problemen im Einsatz der Berufsberater gerechnet werden. Das Gefalle unter den Kantonen würde also grösser und nicht kleiner. Einen qualita- tiven Rückschritt will aber niemand. Daher setzt die Motion und nicht die Initiative die richtigen Signale. Der Bund soll sich auf den Erlass von Mindestvorschriften be- schränken, diese aber immerhin weiterhin erlassen dürfen. Schliesslich ist die Berufsausbildung ja weitgehend vom Bund, von seinen Vorschriften selber beherrscht. Damit wür- den Konkordatslösungen der Kantone keineswegs überflüs- sig, im Gegenteil, sie würden geradezu gefördert. Ich meine, die Initiative Cavadini hat eine interessante bildungspolitische Standortbestimmung vorgenommen und eine Diskussion in unserer Kommission mit interessanten Hearings ausgelöst. Diese Beratungen haben zu unserer eigenen Kommissions- motion geführt, deren Annahme ich Ihnen nochmals empfeh- len möchte. Präsident: Die Kommission beantragt Ihnen, der parlamenta- rischen Initiative keine Folge zu geben, hingegen die Motion der Kommission zu überweisen. Zustimmung -Adhésion #ST# 91.017 Entwicklungsländer. Zollpräferenzensystem Pays en développement. Système de préférences douanières Botschaft und Beschlussentwurfvom 20. Februar 1991 (BBI11410) Message et projetd'arrêtédu20février1991 (FF11342) Antrag der Kommission Eintreten Proposition de la commission Entrer en matière

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Parlamentarische Initiative (Cavadini) Berufsbildungsgesetz. Revision Initiative parlementaire (Cavadini) Loi sur la formation professionnelle. Révision In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 08 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.246 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 13.06.1991 - 08:00 Date Data Seite 487-493 Page Pagina Ref. No 20 020 211 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

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